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Er wurde am 10. Juli 1847 in Berlin als Sohn des Oberbürgermeisters von Berlin Carl Theodor S. geboren. Sein Abitur erlangte er in Sigmaringen, studierte in Jena und Berlin die Rechte und Staatswissenschaften, legte das Assessor-Examen ab, nahm mit dem 35. Füsilier-Regiment am Krieg 1870/71 teil. 1876 wurde er zum Kreisrichter in Havelberg ernannt; befasste sich ab 1878 mit dem Eisenbahnwesen; wurde 1884 zum Regierungsrat und Direktor des Betriebsamtes Hannover-Rheine befördert; 1890 erfolgte seine Berufung als vortragender Rat in das Ministerium der öffentlichen Arbeiten nach Berlin. Er erwarb sich Verdienste bei der Einführung der Sonntagsruhe im Güterverkehr, der Neuorganisation der Eisenbahnverwaltung unter Ausschaltung der Betriebsämter, der Einführung kaufmännischer Grundsätze sowie durch sein Eintreten für die Schnelligkeit des Gesamtbetriebes. 1895 wurde er zum Präsidenten der neugegründeten Eisenbahndirektion Halle ernannt. Im Eisenbahndirektionsbezirk Halle schuf er günstigere Tarife und günstigere Zugverbindungen, dies wirkte sich vorteilhaft auf die Industrie (z.B. Braunkohlenindustrie) aus. Er arbeitete führend am Zustandekommen des Leipziger Bahnhofs mit. Sein Sohn Hans wirkte als Jurist zwischen 1915 und 1927 unter Rive als 2. Bürgermeister. Seydel verstarb am 05.02.1919 in Halle.