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Ruge Wolfgang

männlich 1917 - 2006  (89 Jahre)


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  • Name Ruge Wolfgang 
    Geburt 1 Nov 1917  Berlin Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Beruf Historiker 
    Tod 26 Dez 2006  Potsdam Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I4261  Metzing
    Zuletzt bearbeitet am 18 Jun 2016 

    Vater Ruge Erwin Berthold Paul,   geb. 18 Apr 1887, Dresden Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 1968 (Alter 80 Jahre) 
    Beziehung Leiblich 
    Mutter Schwarz Charlotte Klara Elise,   geb. 7 Okt 1895, Berlin Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 27 Dez 1986, Potsdam Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 91 Jahre) 
    Beziehung Leiblich 
    Eheschließung 1914 
    Scheidung 1929 
    Familien-Kennung F1652  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie 1 Lebend 
    Kinder 
     1. Lebend
    Familien-Kennung F1654  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 30 Aug 2022 

    Familie 2 Lebend 
    Familien-Kennung F1655  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 30 Aug 2022 

    Familie 3 Petrowna Taissija,   geb. 1926   gest. 1993 (Alter 67 Jahre) 
    Eheschließung 1954 
    Kinder 
     1. Lebend
    Familien-Kennung F1653  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 30 Aug 2022 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - 1 Nov 1917 - Berlin Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTod - 26 Dez 2006 - Potsdam Link zu Google Earth
     = Link zu Google Earth 

  • Notizen 
    • Wolfgang Ruge wuchs in einem kommunistischen Elternhaus auf, er war Junger Pionier und Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes. Nach der NS-Machtübernahme flüchteten er und seine Familie 1933 in die Sowjetunion. Dort wurde sein älterer Bruder Walter Ruge verhaftet und der Vater Erwin Ruge im Frühjahr 1938 in das nationalsozialistische Deutschland abgeschoben. Ruge studierte nach seinem Abitur Geschichte in Moskau. Fassungslos erlebte er dort mit, wie sich unter dem Terror Mitte der 1930er Jahre die Reihen der Altkommunisten und Emigranten lichteten. Nach dem Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion wurde er zusammen mit seiner zweiten Ehefrau wegen seiner deutschen Herkunft nach Kasachstan deportiert, ein Jahr später von ihr getrennt und als Zwangsarbeiter in ein Straflager des Gulags in den Nordural verschickt. Dort wurde er unter Bedingungen der völligen Willkür und Essenzuteilung nach Normerfüllung zu Schwerstarbeit, wie Holzfällen, eingesetzt. Drei Jahre nach Ende des Krieges zerschlugen sich Ruges Hoffnungen, das Lager als freier Bürger verlassen und zu seiner Frau in die Steppe zurückkehren zu können. Seine Strafe wurde in „Ewige Verbannung“ umgewandelt. Er durfte den Lagerort per Dekret zeitlebens nicht mehr verlassen. Ruge konnte jedoch 1948 unter Umgehung des Verbannungsregimes ein Fernstudium der Geschichte in Swerdlowsk absolvieren. Am Verbannungsort Soswa fristete Ruge ein karges Leben zusammen mit seiner dritten Frau.
      Erst 1956 gelang Ruge zusammen mit seiner Frau und zweijährigem Sohn Eugen die Ausreise in die DDR. Ihm wurde eine Stelle am Institut für Geschichte an der Akademie der Wissenschaften in Berlin angeboten. Ruge wurde einer der bekanntesten Historiker der DDR mit dem Spezialgebiet Weimarer Republik und Aufstieg des Faschismus. Ruge wurde Mitglied in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und blieb auch nach 1990 Mitglied der SED/PDS. 1959 promovierte Ruge in Berlin über die Besetzung des Ruhrgebiets 1923. Ruge erhielt später eine Professur für Geschichte.
      Ruge wurde Nationalpreisträger und erhielt den Vaterländischen Verdienstorden in Silber sowie die Ehrendoktorwürde der Universität Jena.
      Wolfgang Ruges Sohn ist der Autor und Regisseur Eugen Ruge. Dieser unterstützte seinen inzwischen alten Vater bei der Herausgabe der zweiten Auflage seines autobiographischen Berichts im Rowohlt-Verlag (2012): Gelobtes Land. Meine Jahre in Stalins Sowjetunion. Wolfgang Ruge hatte zur DDR-Zeit darüber nicht publiziert, aber Aufzeichnungen angefertigt, die er später verwerten konnte.
      In Eugen Ruges preisgekröntem Roman In Zeiten des abnehmenden Lichts trägt der Historiker Kurt Umnitzer Züge Wolfgang Ruges.


22.10.2026 © 2026 Nikolaus W. Müller ‹ Top ›