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Imhoof Friedrich Ludwig

männlich 1807 - 1893  (86 Jahre)


Angaben zur Person    |    Notizen    |    Ereignis-Karte    |    Alles

  • Name Imhoof Friedrich Ludwig 
    Geburt 11 Aug 1807  Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Geschlecht männlich 
    Beruf Textil-Exporthändler 
    Tod 21 Dez 1893  Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Personen-Kennung I245295  wildpat
    Zuletzt bearbeitet am 28 Mai 2023 

    Vater Imhoof Friedrich Samuel,   geb. 1780, Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 1840, Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 60 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Mutter Fäsi Regula,   geb. 1772, Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 1835, Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 63 Jahre) 
    Beziehung natural 
    Familien-Kennung F184173  Familienblatt  |  Familientafel

    Familie Hotze Sophie Louise,   geb. 1813, Richterswil, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 1867, Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 54 Jahre) 
    Eheschließung 1833  Richterswil, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort 
    Kinder 
     1. Imhoof Friedrich,   geb. 11 Mai 1838, Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ortgest. 26 Apr 1920, Winterthur, Zürich, Schweiz Suche alle Personen mit Ereignissen an diesem Ort (Alter 81 Jahre)  [Vater: natural]
    Familien-Kennung F184172  Familienblatt  |  Familientafel
    Zuletzt bearbeitet am 28 Mai 2023 

  • Ereignis-Karte
    Link zu Google MapsGeburt - 11 Aug 1807 - Winterthur, Zürich, Schweiz Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsEheschließung - 1833 - Richterswil, Zürich, Schweiz Link zu Google Earth
    Link zu Google MapsTod - 21 Dez 1893 - Winterthur, Zürich, Schweiz Link zu Google Earth
     = Link zu Google Earth 

  • Notizen 
    • Friedrich Imhoof war ein Sohn des Winterthurer Tuch- und Spezereihändlers Friedrich Samuel Imhoof (1780–1840) und Regula Imhoof (1772–1835). Seine Grosseltern väterlicherseits waren Abraham David (1749–1796), der ein Gürtler war und dem 32er Rat und Chorgericht in Burgdorf angehörte, und Marianne Bertschinger. Seine Mutter war eine Witwe von Hans Heinrich Sulzer († 1805). Ihre Eltern waren der Zürcher Krämer und Hauptmann Hans Heinrich Fäsi (1735–1794) und Antoinette Lisette Voegeli.

      Imhoof heiratete 1833 in Richterswil Sophie Louise Hotze (1813–1867). Sie war eine Tochter des Richterswiler Arztes Johann Heinrich Hotze (1779–1866) und Anna Maria Blumer. Der Grossvater mütterlicherseits war Johannes Hotze, ein Grossonkel Friedrich von Hotze. Aus Imhoffs Ehe gingen vier Söhne und eine Tochter hervor.

      Imhoof erhielt eine kaufmännische Ausbildung im väterlichen Unternehmen Imhoof, Hirtzel & Co und reiste anschliessend über Triest und Livorno durch Italien. Danach arbeitete er in Konstantinopel im Handelshaus des Deutsch-Ungarn Hulka und stellte dort geschäftlicher Kontakte her, die die Grundlage für seine späteren Textilgeschäfte schufen. 1832 ging er zurück nach Winterthur und war erneut im väterlichen Unternehmen tätig, das jetzt unter Imhoof & Forrer firmierte. Er erwarb in der Ostschweiz handgewebte Baumwolltücher und gab diese, den Vorstellungen einer türkischen Kundschaft entsprechend, zur Färbung nach Glarus und in den Toggenburg. Anschliessend verkaufte er die Waren in Konstantinopel und anderen Handelsmetropolen des östlichen Mittelmeerraums. Seine Exportgüter, insbesondere Yasmas (Schleier), bedruckte Mouchoirs, Batiken und vergleichbare Artikel, hatte er in Wien produzieren lassen. Er gehörte zu den ersten Schweizern, die derartige Produkte entwickelten und erstellte dafür auch eigene Entwürfe.

      Imhoof führte seine Zeugdruckerei, die sich im Kanton Glarus befand, zur wirtschaftlichen Blüte. Während der besten Jahre, die von ungefähr 1835 bis 1848 reichten, hielt er Anteile an der Glarner Firma Firma Blumer & Tschudi und hatte Niederlassungen bzw. Vertretungen in London, Marseille, Mailand, Genua, Livorno, Venedig, Konstantinopel, Smyrna und Beirut. Danach litt das Geschäft in der Levante unter Nachahmern, sodass der Unternehmer ab 1853 in Ostindien, Singapur und Java tätig wurde. Er unterhielt eine grosse Buntweberei und in der Anfangszeit Fabriken im Toggenburg. 1852 erwarb er von der Regierung des Kantons Thurgau das Kloster Fischingen, in dem er eine Buntweberei betreiben wollte. Er trennte sich von dem Anwesen 1874 und erwarb Anteile an neu errichteten Webereien in Freienstein.

      Im Alter von 39 erblindete Imhoof teilweise und sieben Jahre später komplett. Als Geschäftsführer mit einem aussergewöhnlichen guten Gedächtnis diktierte er und liess sich vorlesen. Als er 1856 erkannte, dass sein Sohn Friedrich Imhoof-Blumer die Geschäfte nicht weiterführen würde und seine Betriebe den Zenit überschritten hatten, stellte er die Geschäftstätigkeiten geplant bis 1876 ein.

      Imhoof gehörte zu den engen Freunden Friedrich Wilhelm Hackländers und galt als wichtiger Winterthurer Kunstmäzen. Er spendete grosse Summen für Musiker und Maler, darunter Rudolf Koller und Adolf Stäbli, und für viele gemeinnützige Werke. Zu den von ihm finanzierten Bauwerken gehörte die Treppe des Winterthurer Stadthauses. Seinen Wohnsitz hatte er in der Villa Bühl, die heute eine Privatschule beinhaltet.


20.10.2026 © 2026 Nikolaus W. Müller ‹ Top ›