Glarner im Kraichgau 107: Blumer

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Konstantin Huber
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Kraichgau 107: Blumer

Beitrag von Konstantin Huber » Mi 28. Dez 2005, 14:01

Ich suche die Herkunft von:

BLUMER, Johann Georg, aus der Schweiz, * err. um 1615/16, 1677 Bürger in [Stuttgart-]Plieningen, lebte später bei seinem Sohn Johannes in Knittlingen (Enzkreis), wo er am 12.3.1690 (als Nicht-Lutheraner) beerdigt wurde.
Der Sohn Johannes: * err. 1659/60 in der Schweiz oder in Plieningen (?), + 1710 Knittlingen (60 J.).

Wer hat Daten aus Plieningen zur Familie oder kennt den ursprünglichen Herkunftsort in der Schweiz? Blumer sind im Kanton Glarus (Engi, Nidfurn und Schwanden) altverbürgert und lebten vor 1800 auch in Luchsingen GL, von wo Blumer laut einem Nachtrag im Kirchenbuch Knittlingen vielleicht stammte.


Konstantin Huber

Stefan
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Glarner im Kraichgau 107: Blumer

Beitrag von Stefan » Mo 14. Aug 2006, 15:46

Nach dem Ausschliessungsprinzip: Ich habe die Bücher von Schwanden, Glarus und Matt/Engi geprüft, von diesen Gemeinden stammt Johann Georg nicht.



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Glarner im Kraichgau 107: Blumer

Beitrag von Konstantin Huber » Mo 14. Aug 2006, 18:01

Hallo Stefan,

ganz herzlichen Dank für Deine Mühe!! Ich hatte kaum mehr gehofft, nach fast einem Dreivierteljahr noch eine Antwort auf diese Suchanfrage zu bekommen - aber hier sieht man den Vorteil eines Forums gegenüber einer Mailingliste.

Wenn ich die Antwort richtig deute, gehörte Engi damals zur Pfarrei Matt (und Nidfurn nach meinem KB-Verzeichnis - von Jakob Winteler, 1946 - zu Schwanden). Somit wären die alten Bürgerorte nach Familiennamenbuch alle ausgeschlossen.
Nach anderen Quellen ist mir bekannt, dass es (vor 1800) auch in Luchsingen und Thon (Gde. Schwanden) den Namen Blumer gab. Kannst Du mir - oder ein anderer Spezialist für diese Region - sagen, ob Thon auch in der Pfarrei Matt liegt (also ebenfalls ausgeschlossen werden kann) und zu welcher Pfarrei Luchsingen vor 1752 (Beginn eigener Kirchenbücher) gehörte?

Nachfolgend ein Auszug aus:
http://www.genealogienetz.de/reg/CH/kant/glbablum.htm
The Blumers from Engi stemmed from Luchsingen, where indeed today we find no more representatives of this family. It is not yet possible to point out whether the Blumers from Schwanden, Thon and Nidfurn stem from Luchsingen too; but it is very probable.


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Beitrag von Stefan » Mo 14. Aug 2006, 20:20

Sali Konstantin

Die aus dem Thon stammenden Blumer sind in den Büchern von Schwanden enthalten. Zusammengefasst in den Büchern des J. Kubli Müller.

Folgender Auszug kann von Interesse sein (beachte bitte den letzten Satz betreffend Luchsingen). Der erwähnte Stammvater Othmar Blumer war mein 11-Urgrossvater.


Aus 50 alte Glarner Familien,
einer Forschungsarbeit
von Dr. h.c. Fritz Stucki, alt Landammann, Netstal,
im Auftrage der Glarner Kantonalbank 1989

BLUMER
Die Blumer, über die eine vom bekannten Kartographen Walter Blumer (1888-1987) herausgegebene ausführliche Familiengeschichte besteht, gehören zu den bekanntesten und angesehensten alteingesessenen Familien. Sie sind seit dem 14. Jahrhundert belegt, und ihre Heimat scheint der Eschentagwen gewesen zu sein. Die sog. Hoschet in Nidfurn, die der dortigen Säckingerhube entsprochen haben soll, wie die Agg am Luchsingerbach zählten zu den Stammgütern. Die Familie war schon früh vermöglich, wie dies auch bei dem 1423 belegten Wälti der Fall war, wobei die Basis ihres Reichtums in Alpbesitz be-stand. Auch politisch spielte sie während Jahrhunderten eine grosse Rolle. Seit der Reformation war sie immer im Rat vertreten, und Träger dieses Namens finden sich stets auch unter den Schrankenherren. Im 18. Jahrhundert stellten sie nach den Zwicki sogar am meisten Mitglieder in diesem Gremium. Nicht zufällig betreuten nicht weniger als sechs das Seckelamt. Sieben sassen als Landvögte auf Schloss Werdenberg, und drei regierten die Grafschaft Baden, die als angesehnste Vogtei der Eidgenossenschaft galt. Von den 15 Ratsherren, die der Eschentagwen zwischen 1700 bis 1775 stellte, waren acht Blumer, in Schwanden sechs von 15. Zu den politisch führenden Familien gehörten sie vor allem im 19. und 20. Jahrhundert. Gleichzeitig trugen sie als Handelsherren
und Fabrikanten erheblich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Einige haben sich auch einen Namen als Wissenschaftler gemacht.
Als Stammvater aller heutigen Blumer gilt der um 1500 geborene Othmar, der in Luchsingen wohnte, der weitverzweigten Kirchgemeinde Schwanden als Kirchmeier vorstand und die Familie dem neuen Glauben zuführte. Zwei seiner Söhne begründeten dann die beiden Hauptlinien. Der 1611 verstorbene Esajas, der zuerst in Luchsingen lebte, erbaute 1558 das Obere Blumerhaus im Thon bei Schwanden und wurde zum Stammvater der heutigen Blumer von Nidfurn und von Schwanden, von denen sich dann auch ein Zweig in Glarus einbürgerte, und der zweite Sohn Othmars, Wolfgang, der 1612 starb, begründete die Linie in Engi, von der sich ebenfalls ein Zweig in Glarus niederliess. Während die Sernftaler Blumer einen eigenständigen Stamm bildeten, bestanden zwischen den Nidfurner und Schwander Blumer starke Querverbindungen, so dass hier eine Abgrenzung gewisse Schwierigkeiten bietet. Die Linien in Luchsingen sind 1798 beziehungsweise 1863 erloschen.



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Beitrag von Konstantin Huber » Mo 14. Aug 2006, 20:45

Hallo Stefan,

abermals herzlichen Dank für die ausführlichen Infos.
Als Stammvater aller heutigen Blumer gilt der um 1500 geborene Othmar, der in Luchsingen wohnte, der weitverzweigten Kirchgemeinde Schwanden als Kirchmeier vorstand ...


Nach dem "Geographischen Lexikon der Schweiz" gehörte Luchsingen 1349-1752 zur Pfarrei Schwanden, deren KB Du ohne Erfolg eingesehen hast. Kann ich also auch Luchsingen definitiv ausschließen? L. nämlich war meine "heißeste Spur", da dieser Ortsname mit Fragezeichen im KB Knittlingen (Enzkreis) von späterer Hand nachgetragen wurde. Dann wäre ich in diesem Fall also wohl wirklich ohne Erfolg am Ende?
- Editiert von Konstantin Huber am 14.08.2006, 22:16 -


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Beitrag von Konstantin Huber » Do 22. Mär 2007, 21:12

Nach einer mir nun bekannt gewordenen Familientradition sollen die Knittlinger Blumer aus dem Tessin stammen, weshalb sie so schwarzhaarig seien. Ich denke, dass hier aber - wie oft bei solchen Traditionen - einiges verfälscht wurde, ein Körnchen Wahrheit aber darin stecken könnte. Letzteres betrifft die eindeutig belegte Schweizer Herkunft. Dass aus dem Glarner Land dann das Tessin wurde, dürfte auf einer Verwechslung beruhen, die man auf den dunklen Typus zurückführte.


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