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von Stephleuen » Mi 28. Mär 2012, 11:11
In alten Testamenten wird häufig der Schleiss der Ehefrau beschrieben. Zum Schleiss oder wie der Volksmund sagt zum Verschleiss gehören auch Nahrungsmittel wie getrocknete Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Pflaumen und Kirschen.
Früchte hat man getrocknet weil man diese so gut aufbewahren konnte um sie im Winter wieder weich zu kochen.
Fleich wurde eingesalzen und/oder gesalzen und geräuchert.
Eier wurden in Essig oder Salzwasser eingelegt
Honig wurde zum süssen von Backwaren und Süssspeisen verwendet
Vor den Kosrtoffeln war der Dinkel das Hauptnahrungsmittel. Aus Dinkel wurde Brot gebacken, Dinkelbrei hergestellt.
Aus der Botanik kann erfahren werden welche Gemüsearten und Beerenarten wann etwa in unseren Gärten Einzug hielten. Zu den ältesten, in unseren Gärten kultivierten Nutzpflanzen gehören die Hülsenfrüchte. Bohnen, Linsen, Erbsen und Lucernen und Hirse usw. DIese Hülsenfrüchte waren sogar Muskornzehntpflichtig. Mit ihnen stellte man das Alltagsmus her.
Schon bald fanden aber diverse Kohlarten, Zwiebeln, Salate usw. EInzug.
Gotthelf beschreibt in seinen Erzählungen immer wieder vom Alltag - vom ganz Normalen und von der ganz alltäglichen Ernährung. Er beschreibt aber auch ein Leichenmahl, ein Taufmahl und das Hochzeitsmahl. Er spricht von Stangenbohnen im Pflanzblätz und von Salat usw.
Albert Anker hat verschiedene Stilleben gemalen. Auch daraus finden wir alltägliches wie Nahrungsmittel und Gebrauchsgegenstände. Überhaupt finden wir in der bildenden Kunst viele Hinweise auf die Lebensweise von früher. In den Bilderchroniken des Mittelalters sind eine Unmenge von kleinen Details die Altagsgegenstände und Nahrungsmittel zeigen.
Wie sich die Gesellschaft im 18. Jh. sozial zusammensetzt und wie sie lebte kann im Kanton Bern aus den Pfarrberichten von 1764 gelesen werden. Das Alkoholproblem, Schnapsen und Weinsaufen, von Wirtshausgeläuf usw. wird darin eindrücklich beschrieben. Auch Gotthelf wiedmet eine Erzählung "wie fünf Mädchen jämmerlich im Brantwein um kamen" dem Alkohol.
Von Christian Rubi gibt es ein kleines Buch über die Sitten und Bräuche rund um die Hochzeit im Kanton Bern.
Im Kanton Bern gibt es eine ganze Reihe von obrigkeitlichen Mandaten und Erlassen die einem überschwenglichen Leben auf dem Lande Einhalten gebieten sollten. Nicht vergessen die Kleider- und und Sittenmandate. Chorgerichtsprotokolle beinhalten ebenfalls eine ganze Reihe von Hinweisen auf die Lebensweise.
Öl zum Kochen wurde z.B. aus Baumnüssen hergestellt. Diese wurden in der Ölreibe zuerst zerquetscht und zu einem Brei gerieben und dann erhitzt und ausgepresst. Ähnlich wurde Öl aus Buchweizen und Kürbiskernen hergestellt.
Salz war neben Wasser der wichtigste Nahrungsgrundstoff für Mensch und Tier. Die Bernische Regierung hat Schiesspulver und Salz auf die selbe Ebene gestellt und für sich das Monopol beansprucht.
Beste Grüsse
Stephan Leuenberger
Stephan Leuenberger
Mitglied bei:
Historischer Verein des Kantons Bern
Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung
Genealogisch Heraldische Geselschaft Bern
Jahrbuchvereinigung Oberaargau