Lesen vom 35mm-Film

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Uchtel
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Lesen vom 35mm-Film

Post by Uchtel » Mon 4. Apr 2016, 15:29

Guten Tag!

Ich weiß nicht, ob ich mit meiner Anfrage im richtigen Forum bin, aber ich habe kein passenderes für mein Problem(chen) gefunden!

Ich habe auf einer 35-mm-Filmrolle Kopien der Ottweiler Kirchenbücher. Leider ist der Film nicht perforiert, sodass die einzelnen Kopien mit den dafür geeigneten Geräten eingescannt und in eine digitale Kopie abgespeichert werden könnten. Es sind bestimmt mehr als 1000 Einzelbilder (eben Kirchenbucheintragungen der Ottweiler Kirchenbücher) und es gibt z.B. Lesegeräte dafür im Landesarchiv in Scheidt und auch bei den Mormonen in Saarbrücken habe ich solche Lesegeräte kennengelernt. Aber ich möchte ja wie bei den Digitalkopien im Internet von Bas-Rhin ("Adeloch") mir die Kopien auf den PC-Bildschirm laden können, um nach den Daten suchen zu können.

Eine Möglichkeit wäre, den Film zu zerschneiden und jedes einzelne Bild zu rahmen und dann einzuscannen. Das ist mir aber zu aufwändig.

Hat jemand einen Vorschlag, wie ich auf möglichst einfache oder bequeme Weise die Kopien lesen könnte?

Freundlich grüßt Wolfgang


Ich weiß, dass ich nichts weiß. (Sokrates)

Wolf
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Re: Lesen vom 35mm-Film

Post by Wolf » Mon 4. Apr 2016, 18:44

Das Fehlen einer Perforation verhindert nicht zwingend eine Digitalisierung - allenfalls wird eine vollautomatische Digitalisierung schwierig (korrekte Positionierung), aber einer manuellen Digitalisierung mit einem Lesegerät, das mit Digitalkamera ausgestattet ist, steht nichts im Wege - ausser dem Zeitaufwand.

Beispiel: im Staatsarchiv St.Gallen steht so ein Gerät, an dem ich schon oft längere Zeitbereiche (noch nie ein komplettes Kirchenbuch) digitalisiert habe. Bei sehr konzentriertem Arbeiten kommt man auf 2 bis 3 Aufnahmen pro Minute (am meisten Zeit geht für die Speicherung auf Stick drauf) - für 1000 Einzebilder also um die 400 Minuten oder 7 Stunden.

PS: Es gibt seit Kurzem ein Unterforum "Allgemeines" im Forum "General Board", um allgemeine Fragen wie Deine zu diskutieren: ich werde dieses Thema dorthin verschieben.


Wolf Seelentag, St.Gallen

John
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Re: Lesen vom 35mm-Film

Post by John » Mon 4. Apr 2016, 21:14

Dia-Film-Scanner 14 Megapixel
Im Internet gibt es mehrere Angebote (Eines habe ich mir beschafft um meine gerahmten Dias zu digitalisieren), mit dem sich auch Filmstreifen scannen lassen. Wie Wolf in seinem Beitrag schreibt, ist der Aufwand beachtlich, weil der Film in einen entsprechenden Rahmen (3 Bilder) eingelegt und durch Hin- und Herschieben positioniert werden muss!
Insgesamt habe ich jedoch in einer Woche meine rund 700 Dias und rund 100 ungerahmte Bilder (Negative) auf Filmstreifen digitalisiert gehabt.

Um mit diesem Scanner 35-mm-Dias und Fotonegative zu sichern, ist kein Computer erforderlich, er lässt sich aber auf Wunsch über USB-Kabel an den PC oder Mac anschliessen. Der hochauflösende 14-Megapixel-Scanner mit 1-Knopf-Bedienung überträgt die Bilddaten unkompliziert auf jede SD-, Micro-SD- sowie SDHC-Karte mit einer Gesamtkapazität bis zu 32 GB. Eine SD- Card mit 2 GB ist im Umfang enthalten. Autofokus, automatische Belichtung sowie automatischer Farbabgleich sorgen für professionelle Ergebnisse, die auf dem hochauflösenden Farb-LCD dargestellt werden. Dias können auch samt Rahmen (max. 1,2 mm) gescannt werden, ein Scan dauert nur ca. 2 Sekunden. Zubehör: Negativhalter, Diahalter, USB-Kabel, USB-Steckernetzteil, Videokabel, Software-CD, Bedienungsanleitung. Type: Film 2 SD Plus. Masse: 10,5 x 10,5 x 14,5 cm. Gewicht: 360 g. Preis < 200 CHF.

Es grüsst John



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Re: Lesen vom 35mm-Film

Post by Wolf » Mon 4. Apr 2016, 21:42

Nur um Missverständnissen vorzubeugen: es gibt verschiedene Methoden zur Digitalisierung - was John beschreibt ist etwas Anderes als das, was ich beschrieben habe.
John wrote:Wie Wolf in seinem Beitrag schreibt, ist der Aufwand beachtlich, weil der Film in einen entsprechenden Rahmen (3 Bilder) eingelegt ... werden muss!
Ich beschreibe kein Scannersystem, wo Filmabschnitte in einen Rahmen gelegt werden: mein Beitrag beschreibt ein "normales" Mikrofilm-Lesegerät - nur, dass der Film eben nicht auf eine Mattscheibe projiziert (analoge Optik), sondern von einer Digitalkamera photographiert wird. Man sieht das "Live-Bild" auf dem Bildschirm und "drückt dann den Auslöser". Anstatt auf der Speicherkarte der Kamera zu speichern, wird auf einen externen USB-Stick gespeichert, d.h. das muss natürlich in der Software vorgesehen sein.
John wrote:Autofokus, automatische Belichtung sowie automatischer Farbabgleich ...
Autofokus und automatische Belichtung finden ebenfalls statt. Auch beim besten Farbabgleich wird immer etwas Farbe in der Aufnahme vorkommen, wenn auch oft kaum sichtbar. Die Filme sind ja in der Regel schwarz-weiss (oder blau-weiss - aber das ist ja selten wirklich erwünscht): wer sich daran stört, muss anschliessend eben mit einer Bildverarbeitung die Farbe entfernen - eine Vorgabe "nur schwarz-weiss" (wie bei manchen Scan-Programmen) ist mir nicht bekannt. Wichtig (und vorhanden) ist dafür die Möglichkeit, von vorneherein den Kontrast umzukehren.
John wrote:..., ein Scan dauert nur ca. 2 Sekunden.
Wie ich erwähnt habe, spielt das Photographieren bei der Zeit die geringste Rolle - geht im Bereich von Bruchteilen von Sekunden. Aber der Aufnahmebereich muss positioniert werden (hier ist ein Filmlesegerät mit Filmspulen zum Kurbeln einem Scanner vmtl. überlegen) und dann ist es v.a. die Zeit zum Abspeichern des digitalen Bildes - natürlich abhängig von der gewählten Auflösung / Dateigrösse ... aber wenn ich Stunden mit dem Scannen / Aufnehmen verbringe will ich hinterher auch eine gute Auflösung haben ;).


Wolf Seelentag, St.Gallen

Uchtel
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Re: Lesen vom 35mm-Film

Post by Uchtel » Mon 4. Apr 2016, 21:51

Danke schön für Eure Hinweise! Ich habe ja im gleichen Haus, in dem ich arbeite, einen Zugang zu einem Scanner, der Endlos-Filmstreifen und auch ein Gerät, um Streifen von mehreren Bildern einzuscannen. Eine andere Möglichkeit besteht ja im üblichen DIN-A-4-Scanner mit entsprechendem Aufsatz, womit in einem Arbeitsgang noch ein paar mehr Bilder eingescannt werden können.
Aber im ersten Fall bedarf es eben der Perforierung und im anderen ein Zerschneiden des Films. Ich dachte halt eben, dass es ähnlich zu den Riesengeräten, bei denen wie mit Microfiches, aber eben mit den Filmrollen die Bilder auf den Bildschirm (ohne PC) projiziert werden. Mit diesen Geräten sind ja teilweise auch vergrößerte Ausdrucke auf Papier möglich und ich dachte, es gäbe vielleicht auch so ein Gerät für unperforierte Streifen, um nicht auf Papier zu drucken, sondern digitalisiert abspeichern zu können, um dann vielleicht nach Bedarf auch auf Papier auszudrucken.
Aber Danke für Eure Mühe, mir zu antworten!
PS: Ich habe jetzt erst die 3. Antwort auf meine Frage gefunden. Aber ich wäre noch dankbar für den Hinweis auf ein konkretes
Mikrofilm-Lesegerät
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Re: Lesen vom 35mm-Film

Post by Wolf » Mon 4. Apr 2016, 22:32

Uchtel wrote:Ich habe ja im gleichen Haus, in dem ich arbeite, einen Zugang zu einem Scanner, der Endlos-Filmstreifen ....bedarf es eben der Perforierung
Die Perforierung wird ja nicht für das eigentliche Scannen gebraucht, sondern nur für die genaue automatische Positionierung des Filmes - daher meine Anmerkung, dass ohne Perforierung eben jede Aufnahme manuell (unter Sicht) positioniert werden muss.
Uchtel wrote:Eine andere Möglichkeit besteht ja im üblichen DIN-A-4-Scanner mit entsprechendem Aufsatz, ...
Mit den mir bekannten Scannern wird aber keine ausreichende Auflösung erreicht.
Uchtel wrote:Ich dachte halt eben, dass es ähnlich zu den Riesengeräten, bei denen wie mit Microfiches, aber eben mit den Filmrollen die Bilder auf den Bildschirm (ohne PC) projiziert werden. Mit diesen Geräten sind ja teilweise auch vergrößerte Ausdrucke auf Papier möglich und ich dachte, es gäbe vielleicht auch so ein Gerät für unperforierte Streifen, um nicht auf Papier zu drucken, sondern digitalisiert abspeichern zu können, ...
Wie soll das Drucken denn analog ("ohne PC") funktionieren? Das müsste ja ein eingebauter Drucker in analoger Technik sein - wie in Photokopiergeräten, die man heute nur noch im Museum findet. Wenn auf einen heute üblichen Drucker gedruckt wird, muss die Information erst einmal digital vorliegen: wenn Du keinen "PC" siehst, dann nur, weil der in das Lesegerät eingebaut ist.
Für ein digitales Filmlesegerät kann die "Filmmechanik" viel kleiner ausfallen und der "PC" muss auch nicht notwendigerweise eingebaut sein - er steht eben daneben (und dürfte als "Gerät von der Stange" erheblich preisgünstiger sein).
Uchtel wrote:Aber ich wäre noch dankbar für den Hinweis auf ein konkretes Mikrofilm-Lesegerät.
Ob / wo es so ein Gerät fertig zu kaufen gibt, weiss ich nicht - kann mir aber nicht vorstellen, dass der Preis in der Grössenordnung liegt, die Du bereit bist, für 1000 Scans auszugeben. Das Gerät im Staatsarchiv SG sieht eher nach "Marke Eigenbau" aus - nicht durch das Staatsarchiv, sondern eine kleine Mechanik-Firma. Verkauft / gewartet wird es m.W. durch die Fa. http://www.digi-film.ch/ - frag' dort halt einmal an. Dort kannst Du Filme auch digitalisieren lassen (ich bekomme von dort keine Prozente! Es gibt sicher auch in Deutschland viele Firmen, die diesen Service anbieten!). Das kommt natürlich nur infrage, wenn Du den Film physisch besitzst - nicht wie einen Film in einem Archiv oder bei den Mormonen. Wenn Du den Film wirklich spazieren tragen darfst, nicht viele weitere Dititalisierungsprojekte planst und eben kein geeignetes Lesegerät in einem Archiv etc. findest, solltest Du Dir eine Digitaliserung durch eine Firma vielleicht einmal überlegen, d.h. Angebote einholen.


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Re: Lesen vom 35mm-Film

Post by hoehler » Tue 5. Apr 2016, 08:13

Lieber Uchtel
Ich kenne Dein Problem auch. Kürzlich habe ich ein Gerät der Mormonen Kirche näher angeschaut. Die Geräte sind für die damalige Zeit hervorragend. Ob alle Geräte der Kirchen in Europa von Zeutschel stammen weis ich nicht. Aber die Firma Zeutschel in Deutschland hat ein hervor ragendes Gerät mit Namen Delta LT im Verkaufs Programm. Ich weiss aber auch das die Mormonen die Microfilme in ev. 2 Jahren ins Internet stellen. Schaue dir mal das Delta LT ruhig mal an.
freundliche Grüsse
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Re: Lesen vom 35mm-Film

Post by Uchtel » Tue 5. Apr 2016, 15:03

Zunächst mal danke für die Hinweise.
Zu dem "Riesengerät"...
Wie im Kino wurde der Film durchleuchtet und auf einen Bildschirm projiziert: ganz ohne PC.
Und ein drittes Gerät war dazu in der Lage, die auf den Schirm projizierten Bilder auch auszudrucken. Mit diesen Kopien habe ich einen Großteil des 1. Enkircher Kirchenbuches "bearbeitet", zu dem mittlerweile von einem Ehepaar Caspari ein ziemlich teures Familienbuch von Enkirch vorliegt (ohne meine Beteiligung). Die Qualität der Ausdrucke ist so gut wie die Drucke, die man von den Dateien aus Bas-Rhin sich aus dem Internet ziehen kann.
2 weitere solche Lesegeräte für den nicht perforierten Film kenne ich aus dem Landesarchiv des Saarlandes in Scheidt bei Saarbrücken. Auch dort habe ich mir viele solche Filme angesehen, aber sehr zeitraubend.
Der Film, der mir zur Verfügung steht, ist in meinem Besitz, also ich kann ihn zerschneiden oder zur Bearbeitung weitergeben, sodass Wolfs Angebot mir verlockend erscheint. Es ist der einzige Film, den ich besitze ... Und gerade von Ottweiler scheint mir eine Gesamtbearbeitung der Kirchenbücher aus Anfang des 17. Jahrhunderts bis... 1900 (?) noch auszustehen. Bisher muss man sich von Ottweiler und einigen Gemeinden (Mainzweiler z.B.), zu denen die Daten in den Ottweiler Kirchenbüchern stehen, "zusammenklamüsern".
Auf jeden Fall werde ich mal versuchen, mich auch um das erwähnte Gerät zu kümmern, das mir hier vorgeschlagen wurde.
Weiter freundliche Grüße: Wolfgang


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