Wer legt Vornamen fest?

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Picea abies
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Wer legt Vornamen fest?

Beitrag von Picea abies » Mo 26. Nov 2012, 18:06

Vorausschicken muss ich, dass sich folgendes a.d. Basler Landschaft und a.d. 16. Jh. bezieht und dass ich nur einen Beleg habe. Es sei denn, jemand steuere weitere Erkenntnisse bei.
Bekannt ist mir auch aus meinem Forschungskanton BL, dass VN aus Familientraditionsgründen vergeben worden sind und dass man gerne die grosselterlichen VN den Erstgeborenen weiter gab. Aber, wer bestimmte wirklich?

Am 7.5.1592 liessen Michel Thommen und Elsbetha Meuri in Bubendorf ihr 4. Kind taufen. Zum Vater notierte Pfr. Strübin "...uf sin gheiss gab ich dem kindt den namen salomon." Über dem Wort 'gheiss' fügte er nachträglich, wie um den ungehörigen Wunsch des Vaters zu bekräftigen, ein "parentis sc." an.

Lässt dies bereits den Umkehrschluss zu, dass gar nicht die Eltern, wie wir ev. oberflächlich annehmen, namengebend für ihre Kinder waren?

Danke für Feedback's, mfG Picea abies



Ruckulla
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Re: Wer legt Vornamen fest?

Beitrag von Ruckulla » Di 27. Nov 2012, 12:20

Meines Wissens haben die Eltern immer das Namensvergaberecht gehabt.

Ob in einer Familie jedoch die inneren Strukturen so sind, das die Kindseltern dem Kindsgroßvater das Recht geben einen Namen zu vergeben ist sicher indivduell.

Liebe Grüße
Barbara


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Stephleuen
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Re: Wer legt Vornamen fest?

Beitrag von Stephleuen » Mi 28. Nov 2012, 12:46

Am 7.5.1592 liessen Michel Thommen und Elsbetha Meuri in Bubendorf ihr 4. Kind taufen. Zum Vater notierte Pfr. Strübin "...uf sin gheiss gab ich dem kindt den namen salomon." Über dem Wort 'gheiss' fügte er nachträglich, wie um den ungehörigen Wunsch des Vaters zu bekräftigen, ein "parentis sc." an.

Lässt dies bereits den Umkehrschluss zu, dass gar nicht die Eltern, wie wir ev. oberflächlich annehmen, namengebend für ihre Kinder waren?

Danke für Feedback's, mfG Picea abies
Da stelle ich mir die Frage auf "wessen gheiss"? Er schreibt dazu "parentis" = Eltern. ICh habe in meinem Beruf mit kirchlichen Kasualien zu tun. Kürzlich gab es an einem Grabe bei einer Erdbestattung Zoff. Eine Partei wollte dass der Sargschmuck mit ins Grab geht und der Sarg wurde ins Grab gelassen. Die andere Partei liess den Sarg wieder nach oben befördern und wollte den Sargschmuck wieder abnehmen. Dann ging der Sarg wieder in das Grab. Der Sarg wurde wieder aus dem Grab geholt und der Sargschmuck musste wieder auf den Sarg gelegt werden und anschliessend wieder ins Grab herabgelassen werden. Wenn da keiner ein Machtwort spricht geht das noch lange so weiter. ICh denke da hat jemand versucht bei der Namengebung den Kindseltern dreinzuschwatzen und der Pfarrer hat dem ein Ende bereitet.

Der Kindvater meldet beim Pfarrer die Geburt seines Kindes und bekommt den Termin zur Taufe. Dabei gibt er auch dem Pfarrer den Namen an. MAchen das andere Personen handelt es sich um ein uneheliches Kind. In diesem Fall schreiben die Pfarrer Komentare wie z.B. "wurde vom Grossvater angegeben" oder wurde vom "Weibel gemeldet".

Beste Grüsse

Stephan Leuenberger



Stephan Leuenberger
Mitglied bei:
Historischer Verein des Kantons Bern
Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung
Genealogisch Heraldische Geselschaft Bern
Jahrbuchvereinigung Oberaargau

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