Saladin von Grellingen BL

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Saladin von Grellingen BL

Beitrag von chulr » Mi 9. Mär 2016, 10:14

Urspr. unter Salathe von Seltisberg BL geschrieben:
===============================================


Hallo,

Ich habe unter meinen Vorfahren eine Anna SALADIN aus Grellingen, verh. vor 1677 mit Urs MIESCH.

Sind SALADIN und SALATHE verwandt ?

Julien



Wolf
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Re: Saladin von Grellingen BE

Beitrag von Wolf » Mi 9. Mär 2016, 11:24

chulr hat geschrieben:Sind SALADIN und SALATHE verwandt ?
Das kann ich natürlich nicht mit Sicherheit ausschliessen, aber es erscheint mir extrem unwahrscheinlich. Für beide Namensschreibweisen gibt es mehrere Bürgerorte seit vor 1800: Salathe in BL und BS, Saladin in BE und SO.


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Re: Saladin von Grellingen BE

Beitrag von Picea abies » Mi 9. Mär 2016, 14:04

Salut Julien
Vorerst wäre zu klären, was man unter "verwandt" verstehen will. Nur wenn die Abstammung zivilrechtlich nachgewiesen ist? Oder auch via der sog. Blutsverwandtschaft (oder den Genen)? Dann wären wir ja alle, sagt man, über Karl den Grossen mit einander verwandt (und bekriegen uns immer noch!).
Sicher ist, trotz fehlendem Beweis, die Saladin aus dem BL und die Salathe von SO werden einen 'gleichnamigen' Urvater haben. Prof. Wilhelm Bruckner, Basel, +1952, schrieb: Die Salathe und die Saladin sind ursprüngliche, hier heimische, altdeutsche Personennamen. Entstanden wohl a.d. mittelhochdeutschen Wort 'sal' (heute noch präsent im Wort Saal, grosser Raum) und 'thius' für Knecht (Ende sinngem. Zitat W.B.).
Salthius also neudeutsch Salknecht wäre der Knecht eines Salhofes. Für unsere Gegend kam zu damaliger Zeit das Kloster Beinwil als Salgutsbesitzer in Frage. Dieses Kloster besass den Kirchensatz in St. Panthaleon SO (dem Ur-Stammgebiet der Salathe) und zog auch den Zehnten im gegenüberliegenden Lupsingen und Seltisberg (kirchgenössig bis zur Reformation nach St. Panthaleon und nicht etwa nach Liestal), dem Ur-Stammgebiet der Saladin, ein.
In Belegen bis ins 17. Jhh. finden wir bei gesicherten Salathe auch die Schreibweise Saladin und im alten Basel umgekehrt.
Salathe und Saladin also ein Berufsname entstanden aus Salthius (verändert im Laufe der Zeit zu Salathe und Saladin, als man die alte Bedeutung des Wortes Salthius wohl nicht mehr kannte. Erst die heutigen Etymologen kamen der Herkunft, der Wortaussage, auf die Spur).

Mit den besten Forscherwünschen, Werner
Zuletzt geändert von Picea abies am Mi 9. Mär 2016, 15:58, insgesamt 3-mal geändert.



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Re: Saladin von Grellingen BE

Beitrag von chulr » Mi 9. Mär 2016, 14:21

Hallo Werner,

Das war jetzt höchstens interessant !

Meine Frage war eigentlich zu wissen, ob die SALADIN von Grelligen, vielleicht unter SALATHE in einer andere Ortschaft zu suchen waren.

Was du alles erklärt hast ist aber sehr wissenwertes für Forscher die keine Schweizer sind.

Vielen Dank

Julien



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Re: Saladin von Grellingen BE

Beitrag von Picea abies » Mi 9. Mär 2016, 15:48

Hallo Julien
vermutlich ist die Aktenlage bez. Grellingen 'bedenklich'. Suchen müsste man allenfalls i.d. Staatsarchiven von BE und BL.
Wenn Du Geduld hast, versuche ich eine Abklärung. Helfen würdest Du (auch weiteren Lesern der Liste) wenn Du hier noch mitteilst, von wo Du die Angabe "oo vor 1677, Urs Miesch, aus Grellingen" hast. Vor allem macht es einen Unterschied, ob Deine Quelle "aus" oder "von" Grellingen überliefert. (Miesch scheint mir spontan a.d. Amt Waldenburg zu stammen?).
Einfach vom Zeitpunkt her, Mitte des 17. Jhh., scheint mir Deine Anna eher a.d. BL zu stammen. Mit anderen Worten: Die FN waren schon recht festgeschrieben, man schwankte für ein und dieselbe Person nicht mehr so sehr zwischen Salathe und Saladin hin und her. Damals waren die S. aber mindestens in einem halben Dutzend Dörfer verbürgert.

Werner



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Re: Saladin von Grellingen BE

Beitrag von chulr » Mi 9. Mär 2016, 16:04

Hallo,

Ein Mitglied ( Ludwig G. H.) hat mir mitgeteilt, dass Margaretha MIESCH am 17.1.1677 in Zwingen als Kind von Urs MIESCH und Anna SALADIN getauft wurde. Die Taufe wurde im Kirchenbuch von Laufen eingetragen. Im Kirchenbuch von Rohr-Breitenbach wird bei der Firmung von Margareta Miesch erwähnt, dass ihre Eltern aus Grellingen kamen.

Hoffentlich hilft es :-)

Julien



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Re: Saladin von Grellingen BE

Beitrag von Picea abies » Mi 9. Mär 2016, 16:47

Ja, dies hilft vorerst.
Wobei die Frage bleibt (bevor ein anderer wieder von vorne beginnt), ob Ludwig G.H. nicht schon weitere Daten hat?

Und nebenbei, dies geht natürlich in erster Linie an Wolf: Warum Grellingen BE und nicht BL wo es hingehört (und auch damals ja nicht bei BE war - sondern im Fürstbistum Basel)! Oder?



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Re: Saladin von Grellingen BL

Beitrag von Wolf » Mi 9. Mär 2016, 18:59

Picea abies hat geschrieben:Und nebenbei, dies geht natürlich in erster Linie an Wolf: Warum Grellingen BE und nicht BL wo es hingehört (und auch damals ja nicht bei BE war - sondern im Fürstbistum Basel)! Oder?
Hmmm ... weil ich ohne grosses Nachdenken die Angabe aus dem Familiennamenbuch übernommen habe :oops: ... und zum Zeitpunkt der Publikation das Laufental halt noch zum Kanton Bern gehörte. Hab' ich jetzt umbenannt und verschoben.


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Re: Saladin von Grellingen BL

Beitrag von chulr » Mo 14. Mär 2016, 11:57

Hallo,

Ludwig G. H. hat mir eine Kopie der Firmung geschickt, wo drin steht das MIESCH x SALADIN aus Grellingen stammten.

Julien
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