Wetzel von Ennetbaden AG

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Beitrag von christianz » Sa 25. Nov 2006, 22:43

Weiss jemand, ob der laut Familienbuch mit altem Bürgerrecht betitelte Name Wetzel auch tatsächlich aus dem Aargau stammt ? Laut familiären Gerüchten zufolge soll dieser Name angeblich von einem ursprünglich russisch, aber ähnlich klingenden Namen abgeleitet sein. Da aber der Urgrossvater meiner Mutter Jean Wetzel hiess und Vorfahren bis nach Paris gereist sein sollen, glaube ich doch eher an einen französichen Hintergrund. Wer kann helfen ?



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Beitrag von Kraehe » So 26. Nov 2006, 09:58

Guten Tag, Christian, In den Niederlanden leben verschiedene Familien mit dem Namen Wetzel. Sie kamen im XIX Jahrhundert u.A. aus Deutschland (Northeim, Hameln, Kleinwachtersdorf usw.) und aus der Schweiz (Greifenberg). Bitte, sehe www.genlias.nl unter "Wetzel"". Es scheint sich also um ein "normaler" deutssprachiger Name zu handeln, bin ich versucht zu sagen. Beim Zentralbuero fuer Genealogie in den Niederlanden, www.cbg.nl finden Sie unter "Wetzel" verschiedene Informationen (die gruene Flaeche anklicken). Gemaess Ihrer Geschichte koennte es interessant sein zu lesen, dass es offensichtlich auch Wetzel gab in Strassburg.

Mit freundlichem Gruss, Bernard Krijbolder



Thomas
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Beitrag von Thomas » So 26. Nov 2006, 10:51

Wetzel ist tatsächlich ein Geschlecht, das bereits sehr früh in der Schweiz in verschiedenen Regionen vorkommt. Hier beispielshaft einige Fundstellen aus der Mormonendatenbank:

14.10. 1561 * Regula Wetzel, Zürich, Tochter von Hans Wetzel

1583 * Eilsabeth Wetzel, Elgg ZH

26.12. 1628 * Hanns Wetzel, Dürnten ZH, Sohn von Baschi Wetzel

1648 * Barbara Wetzel, Liestal BL

3.11. 1676 * Katharina Wetzlin, St. Gallen


Im Kanton Aargau haben Wetzel folgende alte (vor 1800) Bürgerrechte: Ennetbaden, Mellingen und Würenlos

Laut dem Buch "Zürcher Familiennamen" stammt der Name WETZEL von WEZILO ab, einer Kurzform des germanischen Werner. Laut diesem Buch tauchte der erste Wetzel gar um 1244 in Winterthur auf ("wernherus filius wezilonis").



Gruss

Thomas


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Beitrag von Wolf » So 26. Nov 2006, 11:10

Das Familiennamenbuch gibt nur in Ausnahmefällen eine Jahreszahl vor 1800 an - meistens wird nur mit einem "a" angezeigt, dass das Bürgerrecht seit vor 1800 besteht - für Ennetbaden ist das der Fall. Weitere Bürgerrechte seit vor 1800 im AG sind Möhlin und Würenlos. Weitere alte Bürgerrechte bestehen in BL, SG, ZH.


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Beitrag von Thomas » So 26. Nov 2006, 11:46

Hallo Wolf, in meiner Ausgabe des Familiennamenbuchs (1940) ist Möhlin nicht als alter Bürgerort von Wetzel aufgeführt, sondern mit "b" (1800 bis 1900) gekennzeichnet . Ein Fehler, der in späteren Ausgaben korrigiert wurde?

Gruss

Thomas


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Beitrag von Wolf » So 26. Nov 2006, 12:43

1940 ist auch Mellingen AG noch mit "a" geführt - inzwischen erloschen - und hat auf meiner alten CD-Version gefehlt (ist inzwischen aber nachgetragen).

Zu Möhlin kann wohl nur das zuständige Zivilstandsamt sagen, ob "a" oder "b" korrekt ist: ich werde einmal nachfragen ... und dann ggf. unter Korrekturen am Familiennamenbuch berichten.


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Beitrag von Konstantin Huber » So 26. Nov 2006, 14:16

Thomas schrieb:
Laut dem Buch "Zürcher Familiennamen" stammt der Name WETZEL von WEZILO ab, einer Kurzform des germanischen Werner. Laut diesem Buch tauchte der erste Wetzel gar um 1244 in Winterthur auf ("wernherus filius wezilonis").

Ob das tatsächlich der Stammvater ist, wird natürlich kaum mehr zu klären sein. Der Familienname ist in der Tat auch im gesamten oberdeutschen Raum relativ stark verbreitet (Literaturhinweis: Bildingmaier, Rolf: Familienbuch Wetzel), so dass ich - trotz Familienüberlieferung - weder von einem russischen noch französischen Ursprung ausgehen würde.


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Beitrag von Thomas » So 26. Nov 2006, 14:22

Ich denke auch, dass der 1244 erwähnte "Wernherus, Sohn des Wezilo" kaum der Stammvater ist. Das Zitat ist aber ein schönes Beispiel für die Entwicklung eines Patronyms zum Familiennamen.

Gruss

Thomas


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Beitrag von christianz » So 26. Nov 2006, 19:03

Aber war der Name Jean im deutschprachigen Raum im 19.Jhr nicht eher selten ? Na gut, vielleicht hatte mein Ur-Urgrossvater eine welsche Mutter. Auffallend erscheint mir der hohe Anteil an französischen Wetzel allerdings trotzdem:http://search.geneanet.org/result.php3? ... ountry=FRA
Gibt es hierfür eine Erklärung ?



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Beitrag von Wolf » So 26. Nov 2006, 19:57

Geneanet ist eine Datenbank mit französischem Ursprung (auch wenn Daten aus der ganzen Welt angenommen werden) - da hat es m.E. wenig zu bedeuten, wenn französische Einträge überwiegen - es überwiegen eben einfach die französischen Einsender. Bei rootsweb überwiegen oft die amerikanischen Einträge - was noch lange nicht bedeutet, dass wir alle von Amerikanern abstammen ;-).


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Beitrag von Kilian » So 26. Nov 2006, 20:33

hallo christian

im buch "der glückshafenrodel des freischiessens zu zürich 1504" von prof. dr. friedr. hegi, verlag schulthess & co. 1942 finden sich:
wetzel, weczel, wetzer, wezel
von:
- basel, s. 485.21
- dottingen sg, s. 133.44
- elgg zh, s. 257.64,65
- laufenburg ag, s. 63.23-25
- reiden lu, s. 177.70,73
- schaffhausen, s. 313.23-24
- wangen ennet dem bodensee, s. 455.15,50,51
- wiedikon zh, s. 19.40,45 35.73-75, 47.83-87, 69.51, 70.74-79, 74.40-42, 74.64-67, 91.74-75, 115.50, 148.20-23, , 525.23
- zürich, s. 23.72, 384.1
- menher weczlin, s. 389.51

gruss kilian



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Familienbuch We(t)zel

Beitrag von Konstantin Huber » Mo 27. Nov 2006, 13:00

Falls jemanden die sonstigen Wetzel interessieren, hier der genauere Literaturhinweis zu meiner Nachricht vom 26.11.06:
Bidlingmaier, Rolf: Familienbuch We(t)zel. Bempflingen (Selbstverlag) 2004, 408 S.
Der Titel ist im Kreisarchiv des Enzkreises (kreisarchiv@enzkreis.de) einsehbar.
- Editiert von Wolf am 27.11.2006, 18:40 -


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andere We(t)zel in der Schweiz

Beitrag von Wolf » Mo 27. Nov 2006, 18:43

Um eine gewisse Übersichtlichkeit zu bewahren, möchte ich darum bitten, hier nur Wetzel von Ennetbaden AG weiter zu diskutieren - und für andere We(t)zel-Linien jeweils einen eigenen Thread im passenden Kanton zu starten.


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Beitrag von Thomas » Mo 27. Nov 2006, 19:37

Auf der Internetseite der Ennetbadener Pistolenschützen (www.ps-ennetbaden.ch/Geschichte.htm) findet sich ein interessanter Hinweis auf die Ennetbadener Wetzel, die in der Gemeindegeschichte eine nicht unwichtige Rolle spielten und z.B. mit Coelestin Wetzel im 19. Jahrhundert einen Stadtrat in Baden und Aargauer Grossrat stellten. Mit dem Familienwappen der Wetzel (zwei Halbmonde mit Sternen) könnte es gemäss dieser Internetseite auch zusammenhängen, dass die Ennetbadener den Spitznamen "Türcken" trugen.

Gruss

Thomas


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Beitrag von Brian » Mi 29. Nov 2006, 18:50

Es gibt ja auch heute noch "wichtige" Wetzel in Ennetbaden. Z.B. einen sehr guten Winzer ;-)



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