Lesehilfe erbeten für Einwohnerregister

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Cyfer
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Lesehilfe erbeten für Einwohnerregister

Beitrag von Cyfer » So 15. Aug 2010, 10:45

Ich habe erneut zwei Textfragmente, bei denen ich etwas Hilfe benötige. Beim zweiten Fragment ist nur die zweite Zeile von Interesse, die erste habe ich aus Gründen der Übersicht stehen gelassen.

Vielen Dank!
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suche alles über Lehmann von Lauperswil, Stoffel von Vals, Zimmermann von Schangnau und Lüthy in Langenthal

G.F.
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Beitrag von G.F. » So 15. Aug 2010, 12:20

mittleres Wort "Maria"



greyhead47
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Beitrag von greyhead47 » So 15. Aug 2010, 16:40

ohne Zusammenhang etwas schwierig : KÖNNTE heissen : " der Maria unehl. " .. wohl Kind



annette

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Beitrag von annette » So 15. Aug 2010, 18:12

Im zweiten Text wird als Ort in der 2.Spalte wohl "Wegmühle" genannt und weiter hinten "Münchenbuchsee".

Gruß
Annette



hhg
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Beitrag von hhg » Mo 16. Aug 2010, 06:35

schliesse mich an, ganz sicher der Maria unehl., ziemlich sicher Wegmühle und MBuchsee



Stephleuen
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Beitrag von Stephleuen » Mo 16. Aug 2010, 07:14

Das 1. Fragment ist eindeutig "der Maria unehl. - gemeint unehelich.

Das 2. Fragment ist ebenfalls eindeutig "Wegmühle".

Die Wegmühle befindet sich vor Bolligen und war früher eine Getreidemühle, Papiermühle, Landsitz und Säge im Obereigentum der Stadt Bern. Die Wegmühle befindet sich in der Kirchgemeinde Bolligen und gehört zu Ostermundigen. Die Bahnlinie der RBS führt zwischen der Liegenschaft Wegmühle und der Ortschaft Bolligen durch und bildet zugleich die Ortsgrenze Ostermundigen - Bolligen.

Beste Grüsse aus Bern

Stephan Leuenberger



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Cyfer
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Beitrag von Cyfer » Mo 16. Aug 2010, 10:13

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Euch allen für die Antworten.

Die im Einwohnerregister erfasste Person, Maria Zimmermann, war 1878 Dienstbotin in einer bislang unbekannten, gemäss ihren Angaben sehr angesehenen Familie. Sie gebar 1879 einen unehelichen Sohn, der während des Dienstverhältnisses gezeugt wurde. Zur Zeit der Geburt war sie gemäss Geburtsschein in Bolligen wohnhaft.

Der Wohnort "Wegmühle" erstaunt mich doch ein wenig, da sie mit dem einjährigen Knaben wohl kaum in einem weiteren Dienstverhältnis stand! Oder gab es für eine mittellose, ledige Dienstbotin eine andere Wohngelegenheit als "Aufenthalterin" in der "Wegmühle"?


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Beitrag von hhg » Mo 16. Aug 2010, 10:42

Hallo Martin,

vielleicht war ja der Kindsvater aus der angesehenen Familie und die uneheliche Mutter wurde etwas ausserhalb ver- oder entsorgt, als eine unter vielen anderen möglichen Erklärungen.

Mit viel Glück findet man gelegentlich in der weiteren Verwandtschaft noch jemand, der sich an überlieferte Geschichten erinnert oder sogar noch alte Briefe oder Unterlagen hat, die bei der Recherche von Lebensgeschichten helfen ...



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Beitrag von Stephleuen » Mo 16. Aug 2010, 13:13

Es ist doch nicht zwingend, dass mit der Geburt des Kindes das Dienstverhältnis beendet wurde und es ist nichts spezielles, dass auf einem Landsitz in dieser grösse mit Mühle, Säge und Papiermühle und einem angegliederten Bauernhof uneheliche Kinder zur Welt kamen. Stellen Sie sich vor, dass auf so einem Betrieb neben Karrerern, Pferdeknechten und Stallknechten, Meisterknechten und Mägden und Meistermägden auch Mühlenknechte, Sagerknechte und eine unmenge an "Gesinde wie Verdingkindern usw" verkostgängert wurden. Das sind schnell bis zu 50 Personen zu verköstigen.

Was das alleine an einem Waschtag oder Backtag für eine Anzahl Personen benötigte bis alles gewaschen war. Oder wenn heuet oder abgeerntet wurde.

Wo so viele Menschen auf so engem Raum nebeneinander leben und arbeiten müssen, kommen sich Mann und Frau halt auch näher. Da kann es halt vorkommen, dass sich zwei ganz nahe kommen. Nun gab es damals noch keine Altersheime, keine Pflegeheime, keine Frauenhäuser und keine Armenhäuser, kein Kindergarten nur Schulen die auch nur halbwegs funktionierten. Es ist heute erwisen dass gerade so grosse Landsitze ihre soziale Verantwortung gegenüber minder bemittelten Menschen wahr nahmen. Aus dem nahegelegenen Landsitz Waldau wurde eine Psychiatrische Klinik, aus Hindelbank eine Strafanstalt aus anderen Altersheime und wieder andere Herrensitze wurden zu Kinderheimen - Knabenheimen oder Mädchenheime wie der Lohn in Kehrsatz usw.

In meiner Familie war es über viele Jahrhunderte Tradition wenn der Gutsbesitzer verstarb gedachte man immer den Armen Leute in der Gemeinde und in der Kirchgemeinde. Die wurden über den Tod des Meisters in Kentnis gesetzt und durften sich ein Kleidungsstück oder Schuhe des verstorbenen aussuchen. So wurde testamentarisch auch immer zugunsten der Schule und des Spitels so wie der Armenkasse verfügt. Zwei Legate wurden in meiner Familie gestiftet. Das eine nur für Familienangehörige und das andere für Bürger/innen meiner Heimatgemeinde die in Not gerieten. Beide Legate bestehen heute noch nach gut 250 Jahren.

So gesehen ist es gut möglich dass diese Frau mit ihrem Kinde noch eine Zeitlang auf der Wegmühle verweilte. Leute die sich dem Kind annahmen während die Mutter arbeitet gab es dort genug.

Beste Grüsse und viel Erfolg bei dieser schiksalhaften aber doch irgendwie schönen Geschichte

Stephan Leuenberger



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Beitrag von Cyfer » Mo 16. Aug 2010, 17:42

Es ist in der Tat eine sehr interessante Geschichte, da meine Ururgrossmutter über den Vater meines Urgrossvaters nie ein Sterbenswort verlauten lies. Das einzige, was sie ihre Nachkommen wissen lies, war, dass der Vater eine einflussreiche Persönlichkeit war und sie während eines Dienstverhältnisses von ihm geschwängert wurde. Zudem durfte sie nie jemandem erzählen, wer diese Person war. Darum gehe ich persönlich auch davon aus, dass meine Ururgrossmutter von der Familie des Vaters entschädigt wurde, oder zumindest eine Zeitlang auf dem Gut weilen konnte.
Interessant ist auch, dass mein Urgrossvater in Bern geboren wurde, obwohl seine Mutter gemäss Geburtsschein in Bolligen wohnte. Ein lustiger Zufall ist auch, dass der Sohn des Bruders der damaligen Besitzerin, am gleichen Datum in Bern heiratete, wie meine Ururgrossmutter ihren Aufenthalterstatus in Bolligen löschte und nach Münchenbuchsee zog.

Für Stephan Leuenberger noch ein interessantes Detail: besagter Urgrossvater begründete schlussendlich einen grossen Familienzweig in Langenthal.

Liebe Grüsse


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Beitrag von Stephleuen » Di 17. Aug 2010, 08:06

Lieber Martin
Interessant was es hier zu lesen gibt: http://www.g26.ch/bern_campagne_13.html

Beste Grüsse

Stephan Leuenberger



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Beitrag von hhg » Di 17. Aug 2010, 08:16

Stephans Hinweise runden das Bild ab. Das Leben schreibt die interessantesten Geschichten - und Familienforschung hat hin und wieder voyeuristische Aspekte ...



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Beitrag von Cyfer » Di 17. Aug 2010, 14:41

Das Buch von Wolf Maync ist dank des Artikels auf g26 bereits in meinem Besitz und kann es wirklich sehr empfehlen. Die Geschichte der Berner Patrizier war mir vorgängig völlig unbekannt! Dank meiner Ururgrossmutter hat sich mir nun auch dieser Aspekt der Geschichte offenbart.


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Beitrag von Stephleuen » Mi 18. Aug 2010, 14:11

Lieber Martin

Ich bin in Langenthal aufgewachsen und wohnte noch dort bis Frühling 1997, dann zog ich mit meiner Frau und den Kindern nach Bern.

Eine Familie Zimmermann sagt mir im Moment nichts aber der Rossmetzger Lüthi schon. An seine Metzgerei in der Wuhr erinnere ich mich sehr gut. Manchmal warteten neben der Metzgerei bereits Pferde auf ihr Schiksal. Meine Eltern waren Kunden von Lüthis. Ende der 70er Jahre zogen Lüthis mit der Metzgerei nach Wynau.

Das Gebäude wo die Metzgerei drinn war existiert heute nicht mehr. Ich erinnere mich, dass das Coop den Gasthof Tell und die dahinterliegenden Liegenschaften erwarb. Alles wurde abgebrochen und an deren Stelle kam das neue Coop. Dort wo heute die Einfahrt zur Einstellhalle des Coop sich befindet war die Metzgerei Lüthi. Ich sende Dir zwei Bilder aus dem Buch alt Langenthal von Eugen Kohler von 1932. Zu meiner Kinderzeit war die Brücke davor bereits verbreitert.

Auf dem einen Bild siehst Du das Gloggerbäbihus. Die alte Scheune wurde abgebrochen und anschliessen einen Neubau errichtet in dem, wie auf dem nächsten Bild zu sehen, ist die Metzgerei Lüthi einzug fand. Der Bach vor dem Haus ist der Saagibach, ein Nebenarm der Langete. Rechts im Bild befindet sich das Füglistalerhaus - steht heute noch.

Beste Grüsse

Stephan Leuenberger
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Beitrag von Cyfer » Do 19. Aug 2010, 08:04

Hallo Stephan

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Bilder. Ich hatte bislang versucht, das Haus der Metzgerei Lüthi gemäss der Beschreibung meiner Mutter auf Luftaufnahmen von 1964 zu identifizieren. Aber ohne Erfolg. Ich denke, die Aufnahme wird auch bei meiner Mutter so einige Erinnerungen wachrufen.
Auch die Kinder von Friedrich Zimmermann hatten in der Metzgerei der Grosseltern oft gespielt und geholfen. Alten Aufnahmen von 1925 zufolge war ein Esel, der Lüthis gehörte, ein beliebtes Beschäftigungsobjekt.
Ich denke, im Verlauf der Zeit werden immer mehr Details ans Tageslicht treten, da ich feststellen durfte, dass jede neue Information bei meinen Verwandten "verschüttete" Erinnerungen wachruft.

Liebe Grüsse


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