Mallerij / Maleri aus dem Kanton Uri

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Mallerij/Maleri aus Uri

Beitrag von Rossi » Di 1. Nov 2005, 21:10

Hallo, ich suche nach den Ahnen der Familie Maleri.
Das erste mir bekannte Vorkommen der Familie betrifft meinem Ahnen Franz Mallerij, der laut einem Kirchenbucheintrag der Gemeinde Bötzingen (Baden, Deutschland) aus dem Kanton Uri stammen soll.
Der mir vorliegende Kirchenbucheintrag stammt aus dem Jahre 1682, die genaue Formulierung lautet:'Decimo octavo Aprilis Anno eodem Sponsalia celebrarunt Honestus juvenis Franciscus Mallerij Uranus Helvetus & vidua Elisabetha Gämerin Bötzingensis testis fuerunt Stephanus Zimmermann von Bötzingen (...)' Die Hochzeit selbst fand am 27.4. statt.
Etwas problematisch ist allerdings, dass es verschiedenste Schreibweisen für diesen Namen gibt, angefangen über Mallerij zu Mallery, Maleeri, Malery bis zum heutigen Maleri.

Ich habe in dieser Sache das Staatsarchiv zu Uri kontaktiert, dort habe ich leider die Auskunft bekommen, dass im Stammbuch kein Hinweis auf das Geschlecht Maleri/Mallerij enthalten ist.

Da es sich bei dem Namen Maleri meines Wissens um einen rätischen Namen handelt, habe ich ebenfalls das Staatsarchiv in Chur kontaktiert, im RNB ist der Name ebenfalls nicht zu finden, wohl aber der Übername 'Malera'. Ohne jedoch einen Anschluss zu besagtem Franz Mallerij zu finden hilft das nicht wirklich weiter.

Da ich mich leider genealogisch gesehen in der Schweiz kaum auskenne und mir mittlerweile die Ideen ausgehen, frage ich auf diesem Wege, ob vielleicht irgendjemand eine Idee hat, wo ich da noch ansetzen könnte.

Grüsse aus Südafrika, Rossi

Rudolf Maleri, Stellenbosch, Südafrika



Wolf
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Malera / Malär in GR

Beitrag von Wolf » Do 3. Nov 2005, 22:18

Eine "heisse Spur" habe ich leider auch nicht - nur eine Konkretisierung zum Namen "Malera": das ist nicht nur ein Übername, sondern ein (vmtl. aus dem Übernamen enstandener) Familienname. Laut Familiennamenbuch sind Malera seit vor 1800 Bürger von Tinizong (= Tinzen).

Weiter gibt es noch Familien Malär, seit vor 1800 Bürger von Molinis und Trimmis (beide GR).


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Rossi
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Mallerij / Maleri aus dem Kanton Uri

Beitrag von Rossi » Do 19. Jan 2006, 00:59

Hallo Wolf,
ich habe das rätische Namensbuch vorliegen, demnach gibt es mehrere Möglichkeiten bezüglich der Herkunft des Namens, unter anderem von "mal aria" - schlechtes Wetter bzw. schlechte Luft, Ma(h)ler und dem Piz Maler.
Ich habe auch im schweizer Telefonbuch gesehen, dass es noch einige "Malera" dort gibt, verspreche mir aber in diesem Fall nichts davon, diese zu kontaktieren, mein Auswanderer ist schon im 17. Jhrdt. ausgewandert.

Eines würde mich aber in diesem Zusammenhang noch interessieren:
Bekanntlich hat ja der Bischof von Chur die Verfilmung der Kirchenbücher im Kanton Uri verboten. Wo befinden sich diese Bücher heute, insbesondere die Kirchenbücher von Andermatt, die seit 1640 geführt wurden?



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Wo sind die Kirchenbücher aus dem Kanton Uri ?

Beitrag von Wolf » Fr 20. Jan 2006, 23:54

Bekanntlich hat ja der Bischof von Chur die Verfilmung der Kirchenbücher im Kanton Uri verboten. Wo befinden sich diese Bücher heute, insbesondere die Kirchenbücher von Andermatt, die seit 1640 geführt wurden?
Das weiss ich leider auch nicht. Hast Du schon einmal beim Staatsarchiv gefragt? Die sollten das wissen - selbst wenn sie sie nicht bei sich haben. Alternativ weiss man das sicher auch bei der regionalen genealogischen Vereinigung, der Zentralschweizerischen Gesellschaft für Familienforschung.


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Beitrag von Berna65 » So 22. Jan 2006, 17:01

Hallo
meines Wissens sind die Kirchenbücher auf den Pfarrämtern der Gemeinden. Ich habe mal etwas aus Altdorf gebraucht und bin dann auch aufs Pfarramt verwiesen worden. Dort durfte ich ohne grosse Probleme die Ehe-, bezw. Tauf- und Sterbebücher einsehen.
Am besten ist es, wenn man direkt dem Pfarrer eine E-Mail schreibt, wenn man weiss, in welcher Gemeinde man suchen muss.

Ausserdem habe ich, gerade in kleineren Innerschweizer Gemeinden, die Erfahrung gemacht, dass es Dorfhistoriker gibt. Oft sind dies pensionierte Lehrer, die das hobbymässig ein Leben lang gemacht haben. Erkundigen Sie sich mal auf verschiedenen Gemeindeämtern im Kt. Uri, wen Sie kontaktieren könnten.

Mit freundlichen Grüssen

Bernadette Grob


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Beitrag von Rossi » Mo 23. Jan 2006, 00:41

Original von Wolf
Hast Du schon einmal beim Staatsarchiv gefragt? Die sollten das wissen - selbst wenn sie sie nicht bei sich haben.
Hallo Wolf,
vom Staatsarchiv habe ich nur die Auskunft bekommen, dass das "Geschlecht bei uns nicht fassbar ist" und die Sammlung genealogischer Hinweise sehr umfassend und in der Regel hieb- und stichfest sei. Ich halte diese Aussage auch für absolut zuverlässig.
Ich habe dabei allerdings nicht dezidiert nach Kirchenbüchern gefragt, vielmehr in erster Linie nach einem Vorkommen im Stammbuch.
Demnach bliebe nach meiner Einschätzung nur der neue Kantonsteil; gehe ich dazu davon aus, dass die Familie ursprünglich aus dem Tavetsch stammt, bietet sich hier das Urserntal bzw. Andermatt als Grenzgemeinde zu Graubünden an.
Es ist allerdings auch durchaus möglich, dass ich mit meiner Theorie völlig auf dem Holzweg bin, allerdings habe ich sonst wenig greifbares.
Ich werde aber auf jeden Fall dort nochmal nachhaken.
- Editiert von Wolf am 23.01.2006, 18:09 -



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Beitrag von Rossi » Mo 23. Jan 2006, 00:48

Hallo Bernadette,
vielen Dank für den Hinweis, ich habe mittlerweile auch die Anschrift der Pfarrei in Andermatt gefunden und den dortigen Pfarrer angeschrieben.

mit freundlichen Grüßen aus dem hochsommerlichen Südafrika, Rossi



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Beitrag von Berna65 » Mo 23. Jan 2006, 13:24

wenn ich Dir irgendwie helfen kann, lass es mich wissen. Ich bin ab und zu im Kanton Uri.

auch Dir einen schöne Gruss....aber von der kalten Zürichseeregion

Bernadette


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Mallerij / Maleri aus dem Kanton Uri

Beitrag von Mamu » Mi 17. Mai 2006, 20:51

Hallo Rossi, hallo Bernadette,
der Name Mallerij ist mir unbekannt. Hingegen bin ich bei meinen Froschungen im Kanton Uri auf eine Familie mit dem Namen Maler gestossen. Ein Johann Maler heiratete 1674 in erster Ehe in Flüelen (Uri) und wird im dortigen Pfarrbuch bis 1689 wiederholt erwähnt. Ein zur Suche passender Franz ist allerdings in Flüelen nicht erwähnt. Es ist aber durchaus möglich, dass weitere Vertreter dieses Namens in andern Gemeinden des Kantons Uri auftreten.

Es ist nicht erstaunlich, wenn die Familie nicht im Urner Stammbuch erwähnt ist, da das Stammbuch als "amtliches Pfarrbuch" vor allem erbrechtliche Interessen verfolgte und deshalb oft Kinder oder ganze Familien, die infolge frühen Aussterbens diesbezüglich nicht mehr relevant waren, im Stammbuch keine Aufnahme fanden.
Mit freundlichen Grüssen
Markus Muheim



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Mallerij / Maleri aus dem Kanton Uri

Beitrag von Berna65 » Do 18. Mai 2006, 06:18

Hallo Rossi, Hallo Markus
ich habe mir gerade überlegt, ob der damalige Schreiber vielleicht etwas verwechselt hat.
"Gämerin" könnte doch auf den Namen Gamma hindeuten und dieser ist unbestreitbar ein "Ürner"-Name. So hat vielleicht der Pfarrer die Herkunft der beiden verwechselt? Gab's denn damals in Bötzingen keine Maler / Mahler? Denn das "i" am Schluss wurde damals bei den meisten Frauen geschrieben.
Wenn ich auf www.telefonbuch.de in einem Umkreis von 50 km von Bötzingen "Mahler" eingebe, bekomme ich über 100 Einträge.
Klar, es ist nur eine Idee...aber solche spontanen Möglichkeiten bringen relativ oft Erfolg :-)

Herzliche Grüsse vom Zürichsee

Bernadette ;;;


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Beitrag von Thomas » Do 18. Mai 2006, 09:16

Zur Graubünden-These: Ein Name in der Schreibweise "Malaer" war im Bündner Ort Trimmis im 17. und 18. Jahrhundert relativ gebräuchlich.

Gruss


Thomas


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Beitrag von Rossi » Mo 22. Mai 2006, 22:53

Hallo Bernadette,
Gämerin ist die weibliche Form des Namens Gämer, der auch desöfteren im Kirchenbuch Bötzingen zu finden ist. Ob der Name Gämer vom Ürner "Gamma" abstammt, weiss ich nicht, ich kann nur sagen, dass der Name Gämer früher und erheblich häufiger als Mallerij im Bötzinger Kirchenbuch zu finden ist, was auch nicht viel heissen muss, da das Bötzinger kath. Kirchenbuch erst seit etwa 1660 geführt wird und mir ältere Daten aus diesem Ort nicht vorliegen.
Das "in" jedoch ist im Kirchenbuch dieses Ortes absolut typisch für die weibliche Form eines Nachnamens (Wernerin, Rauchin, Zürcherin usw.).
"Mahler" habe ich ebenfalls in meiner Ahnenliste, das ist eine Bauern- und Bürstenmacherfamilie aus dem Hochschwarzwald (Hotzenwald) auch mit einigen Verbindungen in die Schweiz. Mit den Maleris haben sie aber bis Mitte letzten Jahrhunderts nichts zu tun. Zu finden ist "Mahler" zu dieser Zeit auch nicht in Bötzingen, wohl aber weiter südlich. Aber da ist mir nicht ganz einsichtilich, warum der bötzinger Pfarrer als einziger in der weiteren Umgebung den Namen "Mahler" konsequent "falsch" schreiben sollte.
Auf jeden Fall sollte man auch eventuelle Verwechslungen in Erwägung ziehen. Auch bin ich immernoch am Zweifeln, ob der Pfarrer damals nicht "Uri" bzw. "Uranus Helvetus" mit etwas anderem verwechselt hat, ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, womit.

Gruß aus dem winterlichen Südafrika, Rossi



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Beitrag von Berna65 » Di 23. Mai 2006, 05:26

tja, dass es sich um eine Verwechslung handelt, glaube ich immer mehr...aber WAS wurde verwechselt? :-)
Am besten ist es, dies ganze mal ad acta zu legen. Irgendwann wirst Du, oder jemand anders darauf stossen und dann sagt jeder: ja klar, warum sind wir nicht von Anfang an darauf gekommen :-)
Ich hatte so mal über viele Jahre eine Ahnin von mir gesucht. Im Stammbuch (auch Kt. Uri!) steht Monzari oder Manzari. Dies deutete für mich damals Richtung Süden. In einem ganz anderen Archiv und Kanton bin ich dann Jahre später darauf gestossen, dass die gute Frau eine Appenzellerin war und Manser geheissen hat :-) Wenn damals der Appenzeller das "s" ein bisschen zischend ausgesprochen hat, plus der Ürner ganz natürlich bei der Frau das "in" hinzu gefügt hat, entstand dann halt Manzari. Zusätzlich ist der Name nur einmal und dies nicht besonders schön geschrieben. Drum habe ich dann wiederum Monzari gelesen....

Es grüsst Dich aus der Schweiz ;;;

Bernadette


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Beitrag von Rossi » Di 23. Mai 2006, 22:06

Ich sag's mal so: wenn das eine Verwechslung war, haben die Pfarrer die Verwechslung sehr konsequent durchgeführt.
Im Falle Gämer befindet sich auf der gleichen Kirchenbuchseite zwei Einträge über dem Heiratseintrag von Franz Mallerij mit Elisabeth Gämer ein weiterer Heiratseintrag, nach dem eine "Christina Gämerin ex Oberschaffhausen" (Anm.: Oberschaffhausen ist heute ein Ortsteil Bötzingens) Trauzeugin war. Ebenfalls auf der gleichen Seite hat eine virgo Anna Gämerin Filia Bötzingensis (Tochter aus Bötzingen) einen Joannes Herzog aus dem Kanton Bern (Cantonis Bernensis Helvetus) geheiratet. Überhaupt sind in diesem Kirchenbuch sehr viele schweizer Einwanderer zu finden.
Der Name Mallerij bzw. die Person Franz Mallerij ist in exakt der Schreibweise auch im Taufbuch der Gemeinde Bötzingen wiederzufinden, als Vater dreier Kinder. Zudem scheint dem Schriftbild nach irgendwann zwischen 1685 und 1689 der Pfarrer gewechselt zu haben. Eine Schreibweisenänderung tritt erst 1710 (mit einem neuen Pfarrer) auf: im Totenbuch ist Eva Mallerin "uxor Joannis Zürcher" zu finden. Danach gibt's auch noch Mallery (mit den bekannten zwei Punkten über dem "y"). Danach wird er Maleeri (ca. 1770) geschrieben, um dann 1810 in der heutigen Schreibweise Maleri wieder aufzutauchen. Weltweit gibt es heute etwa 80 Namensträger in dieser Schreibweise, die alle auf die oben erwähnte Verbindung zurückgehen.
Konstant ist in den Büchern ein "i", "ij" oder "y" am Namensende (auch bei den männlichen Familienmitgliedern) zu finden, das zweite "l" verschwindet auch erst recht spät aus dem Namen.
Als Ortsname gibt es "Maleri" auch, das ist eine Insel in einem der großen Seen Afrikas. Ein Zusammenhang zum Familienname ist da mehr als unwahrscheinlich.

Was das Thema "ad acta legen" angeht: das liegt im Prinzip schon seit gut zwei bis drei Jahrzehnten ad acta, zuerst hat sich schon in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts mein Großvater daran die Zähne ausgebissen.
Es ist eben ein toter Punkt in meiner Forschung, offen gesagt habe ich mir hier auch nicht viel Hoffnung gemacht. Es ist aber immer gut, von anderer Seite noch "Input" zu bekommen, da man doch gerne dazu tendiert, sich an etwas festzubeissen oder zu verrennen. Mir geht auch langsam die Phantasie aus, wer wo "einen Bock" geschossen haben könnte.

Rossi



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