Alte Vornamenformen: Deutschland

Antworten
Konstantin Huber
Beiträge: 639
Registriert: Mo 28. Nov 2005, 13:46
Geschlecht: Männlich
Wohnort: BRD, Baden-Württemberg

Alte Vornamenformen: Deutschland

Beitrag von Konstantin Huber » Mo 7. Sep 2009, 20:38

Das ausführlichste und neueste einschlägige Nachschlagewerk ist das fünfbändige "Historische Deutsche Vornamenbuch" von Wilfried Seibicke, erschienen bei de Gruyter (Berlin / New York) 1996-2007.

Hier ein Auszug aus dem Verlagsprogramm:
"Das HDV ist das erste deutsche Vornamenlexikon, das Aufkommen und Verbreitung nahezu jedes im deutschen Sprachgebiet seit 1400 vergebenen Vornamens anhand zahlreicher Belege aus gedruckten und ungedruckten Quellen dokumentiert. Es schafft auf diese Weise die Voraussetzungen für weitere Fragestellungen und Untersuchungen zur Geschichte der Personennamen im Deutschen und ist auch bei familiengeschichtlichen Nachforschungen von Nutzen. Die alphabetisch geordneten Namenartikel geben Auskunft über die Bedeutung (Etymologie), den Gebrauch und die Zulässigkeit sowie die korrekte Aussprache und Schreibweise des jeweiligen Vornamens, nennen Namenspatrone und verzeichnen einschlägige Literatur."

Für Privatleute allerdings ist die Anschaffung etwas teuer, die Einzelbände kosten zwischen EUR 178.- und 248.-

---------------------
urspr. Titel: Alte Vornamen - Literaturhinweis


Konstantin Huber

Bongo
Beiträge: 258
Registriert: Fr 31. Mär 2006, 20:12
Geschlecht: Männlich
Wohnort: Lahr i.S, Baden Württemberg, Deutschland

Alte Vornamen

Beitrag von Bongo » Fr 6. Nov 2009, 15:57

Nisi = Dionisius

Quelle: Evangelische Kirchenbuch der Gemeinde Büsingen, Mikrofilm Ev.Kirchenarchiv Karlsruhe KBF 1026, Hochzeiten, Jahr 1637
(Nisi Wabel und Ursula Gündertin), Geburten, 1639.


Forschungsgebiet
Büsingen a. H. Familie: Wabel,Wabl, Waibel, Waybel, Weibel etc.

Petra
Ehemalige
Beiträge: 5799
Registriert: Mi 26. Aug 2009, 14:37
Geschlecht: Weiblich
Wohnort: Deutschland, Baden-Württemberg

Alte Vornamen

Beitrag von Petra » Fr 6. Nov 2009, 19:13

Aus dem Sterbebuch 1581-1755 Sehlem/Eifel, aufgenommen von Frau A.M. Zander, Trier

Jerrig u.ä. = Georg
Thiß, Thias, Theisch u.ä. =Mathias
Claus,Claß u.ä. = Nikolaus
Joes =Johann
Engel =Angela
Barbe" =Barbara
Zirnes u.ä. =Servatius
Nisius, Nieses U.ä. =Dionysius
Christman = Christian
Berrentz =Bemhard
Steffgen = Stephan
Bastgen =Sebastian
Stoffel =Christoph
Thebei U.ä. = Theobald
Trin, Cätt =Catharina
Lux =Lucas
Mareth,Gret = Margaretha
Merten,Mirten U.ä. =Martin


Viele Grüße aus Stuttgart
Petra (Thal)

Moderatorin Saarland und Rheinland-Pfalz
www.petrathal.de

Dauersuche KABOTH im Raum Namslau und Groß Wartenberg in Niederschlesien
Vagabund Christoph WEININGER aus Ungarn 1760-1830 in Baden-Württemberg

Anonymous239
Supporter2023
Beiträge: 23
Registriert: Do 10. Mär 2022, 12:38
Geschlecht: Männlich
Wohnort: United States

Vornamenformen

Beitrag von Anonymous239 » Fr 17. Jan 2025, 18:23

Ich bin ein englischsprachiger Amerikaner und habe viele deutschsprachige katholische Vorfahren. Wenn ich genealogische Aufzeichnungen beschreibe, verwende ich immer die Schreibweise eines Namens, wie er in der Aufzeichnung geschrieben wird. Oft handelt es sich dabei um lateinische Schreibweisen, aber ich finde auch deutsche Schreibweisen. Und manchmal finde ich Unterschriften meiner Vorfahren.

Um jedoch den Namen meines Vorfahren in meinem Familienstammbaum anzuzeigen, muss ich eine geeignete Schreibweise für seinen Namen wählen. Wenn ich ihre Unterschrift habe, verwende ich diese Schreibweise. In anderen Fällen versuche ich, eine deutsche Schreibweise und eine konservativere Schreibweise zu wählen.

Meine deutschsprachigen katholischen Vorfahren stammen aus diesen Regionen: Baden-Württemberg, Bas-Rhin, Basel-Landschaft, Bayern, Hessen, Luzern, Rheinland-Pfalz, Solothurn.

Hier sind die Schreibweisen der männlichen Vorfahren, die ich derzeit verwende. Andreas, Augustin, Bartholomäus, Blasius, Camill, Christian, Franz Xaver, Georg, Heinrich, Hilbert, Jacob, Johann (wenn vor einem anderen Namen), Johann Baptist, Johannes, Joseph, Karl, Lorenz, Marcus, Martin, Mathias, Michael, Nicolaus, Paul, Peter, Philipp, Simon, Stephan, Ulrich, Wilhelm.

Hier sind die Schreibweisen meiner weiblichen Vorfahren, die ich derzeit verwende. Agatha, Apollonia, Anna, Barbara, Catharina, Christina, Elisabetha, Eva, Gertrud, Johanna, Magdalena, Margaretha, Maria, Rosina, Seraphia, Verena, Veronica.

Diese Vorfahren wurden hauptsächlich in den 1700er und frühen 1800er Jahren geboren.

Dies ist ein sehr ernstes Thema für mich. Es interessiert mich, wie deutsche und schweizerische Genealogen dieses Problem angehen. Ich danke Ihnen vielmals.



Steffen Bühler
Beiträge: 31
Registriert: Fr 6. Mai 2011, 16:09
Geschlecht: Männlich
Wohnort: Bayern

Re: Alte Vornamenformen: Deutschland

Beitrag von Steffen Bühler » Fr 24. Jan 2025, 10:10

Ja, das Problem kenne ich. Und ich löse es wie Du: ich verwende die Namen, so wie sie heute geschrieben werden. Also nicht Curth oder Hannß, sondern Kurt und Hans.

Und auch nicht die lateinische Schreibweise - wenn der Pfarrer Laurentius oder Carolus eingetragen hat, wurde der gute Mann ziemlich sicher nicht so gerufen, sondern eben Lorenz oder Karl.

Das mag nicht hochwissenschaftlich sein, aber so sind mir die Vorfahren sozusagen "vertrauter".

So würde ich fast alle Namen Deiner Liste ebenfalls so schreiben, bis auf Jacob, Marcus, Nicolaus, Catharina, Veronica, die ich jeweils mit k schreibe, weiterhin Matthias statt Mathias und Elisabeth statt Elisabetha.

Und die arme Apollonia, die in den Kirchenbüchern mit schöner Regelmäßigkeit Appolonia geschrieben wird, korrigiere ich auch immer stillschweigend...

Viele Grüße
Steffen



Gene
Beiträge: 4
Registriert: Di 2. Jun 2026, 20:41
Geschlecht: Männlich

Re: Alte Vornamen

Beitrag von Gene » Mi 3. Jun 2026, 23:07

Petra hat geschrieben: Fr 6. Nov 2009, 19:13 Aus dem Sterbebuch 1581-1755 Sehlem/Eifel, aufgenommen von Frau A.M. Zander, Trier

...
Thiß, Thias, Theisch u.ä. =Mathias
...
  • Wirklich?
  • Welche Belege gibt es für solch eine Äquivalenz?
Also ich habe eine Familie bei meinen Recherchen im Schwäbischen im 16.Jahrhundert, in der es mehrere Kinder gibt. Einer der Söhne heißt Thiß. Ein anderer Sohn heißt Theiß. Daher gehe ich bislang davon aus, dass nicht beide Mathias noch Matthias heißen. Ich habe es so verstanden, dass Thiß dem heutigen Matthias entspricht und Theiß dem heutigen Matthäus.
Anonymous239 hat geschrieben: Fr 17. Jan 2025, 18:23 .... Wenn ich genealogische Aufzeichnungen beschreibe, verwende ich immer die Schreibweise eines Namens, wie er in der Aufzeichnung geschrieben wird.
Diesen Ansatz halte ich nicht für ausreichend. Ich habe z.B. ein bis zwei Seiten in einem Kirchenbuch aus dem 16.Jahrhundert gelesen, und für die gleiche Person sechs Schreibweisen seines Namens bei neun Ereignissen gelesen. Daher ist mein Ansatz, die verschiedenen Schreibweisen in den gleichen oder verschiedenen Quellen der verschiedenen Ereignisse zu dokumentieren, wähle aber davon unabhängig auch eine Schreibweise, die ich durchgehend in meiner Dokumentation verwenden will. Allerdings baue ich auf Vorarbeiten meines Urgroßvaters und eines Onkels auf, und habe bei der Erfassung noch nicht überprüft, ob ich diese Strategie bereits konsequent angewendet habe. Meine lokal verwendete Software erlaubt, die verschiedenen Schreibweisen festzuhalten. Die von mir gewählte Schreibweise soll mir helfen für Analysen und Auswertungen über die gesamte Sammlung oder verschiedene Teilmengen.
Anonymous239 hat geschrieben: Fr 17. Jan 2025, 18:23 ...
Um jedoch den Namen meines Vorfahren in meinem Familienstammbaum anzuzeigen, muss ich eine geeignete Schreibweise für seinen Namen wählen.
...
Ich spreche hier nicht von muss oder Zwang. Semantisch macht für mich ein solcher Satz wenig Sinn. Entweder habe ich die Wahl, oder es gibt einen Zwang. Meiner Ansicht nach ist die Ausdrucksweise der Wahl geeigneter. Es ist auch mein Ansatz. Und ich bin dafür bereit, auch eine Schreibweise zu wählen, die bei einer Person in keiner Aufzeichnung nachgewiesen ist, wohl aber bei anderen Personen. Im 18.Jahrhundert gab es noch keine Festlegungen, welche Schreibweise richtig sei, wohl aber erste Versuche.


Gene

eingesetzte Software: Gramps unter Linux

Antworten

Zurück zu „Namenskunde - Onomastique - Onomastics“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 10 Gäste