Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Moderator: Wolf
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SiWe
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Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Guten Tag,
Ich habe eine generelle Frage zu den Ehe-Einträgen in Luzerner Kirchenbüchern im 17.-18. Jahrhundert.
Hier als Beispiel: Ehe 1648 in Sursee (Fälber-Kiener)
https://www.familysearch.org/ark:/61903 ... d=M9XK-MP5
Bei Anna Maria Kiener steht ex Oberkirch. Wie muss ich dies interpretieren ?
In Oberkirch getauft ?
In Oberkirch wohnhaft beim Eheschluss ?
In Oberkirch kirchgenössisch bei der Heirat ?
Dies ist in der Tat sehr wichtig bei der Forschung und oft der einzige Ansatz, um die Eltern weiter zu recherchieren.
In der Hoffnung, jemand kann mir helfen,
herzliche dankende Grüsse
SiWe
Ich habe eine generelle Frage zu den Ehe-Einträgen in Luzerner Kirchenbüchern im 17.-18. Jahrhundert.
Hier als Beispiel: Ehe 1648 in Sursee (Fälber-Kiener)
https://www.familysearch.org/ark:/61903 ... d=M9XK-MP5
Bei Anna Maria Kiener steht ex Oberkirch. Wie muss ich dies interpretieren ?
In Oberkirch getauft ?
In Oberkirch wohnhaft beim Eheschluss ?
In Oberkirch kirchgenössisch bei der Heirat ?
Dies ist in der Tat sehr wichtig bei der Forschung und oft der einzige Ansatz, um die Eltern weiter zu recherchieren.
In der Hoffnung, jemand kann mir helfen,
herzliche dankende Grüsse
SiWe
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Walter
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Re: Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Vermutlich ist damit der ehemalige (ledige) Heimatort gemeint.
LG, Walter
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SiWe
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Re: Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Lieber Walter
Ich danke dir für Deinen Vorschlag.
Das Konzept des Heimatorts ist leider schwierig anzuwenden im 17. Jahrhundert.
Und sehr oft auch noch bis nach 1800...
Lg
SiWe
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Peter.D
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Re: Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Der betreffende Pfarrer hat nach ex, de oder ab ziemlich willkürlich Pfarreiorte, Dörfer oder kleine Weiler (wie z.B. Oberarig, Holderen etc.) angegeben. Eine Systematik kann ich dahinter nicht erkennen. Ein Vergleich mit einer Seite aus dem Ehebuch von Pfaffnau im gleichen Zeitraum zeigt ein ähnlich uneinheitliches Bild. Damit wäre der Wohnort bei der Heirat eine mögliche Variante.SiWe hat geschrieben: Fr 25. Jul 2025, 11:08 Bei Anna Maria Kiener steht ex Oberkirch. Wie muss ich dies interpretieren ?
In Oberkirch getauft ?
In Oberkirch wohnhaft beim Eheschluss ?
In Oberkirch kirchgenössisch bei der Heirat ?
Die Taufscheine hat wohl die jeweilige Pfarrei ausgestellt. Welche Autonomie die Dörfer neben den Pfarreien im Kanton Luzern vor der Revolution hatten, ist mir nicht bekannt. Gab es auch Einzugsbriefe oder Offnungen wie z.B. im Kanton Zürich, die bestimmte Dorfrechte festhielten? Olivier weiss dazu vielleicht mehr.
Der Begriff der Heimatgemeinde war hingegen in anderen Kantonen schon lange vor 1800 fixiert, so etwa in Basel, Bern oder Zürich.
Peter
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Felber
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Re: Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Eine allgemeingültige Antwort dürfte es hier nicht geben. Ich würde auch den Taufort und den Wohnort bzw. die Wohnpfarrei beim Eheschluss als wahrscheinlichste Optionen anschauen. Die Angabe des Heimatorts findet sich in Luzern meiner Erfahrung nach erst ab 1834 regelmässig. Vorher würde ich eher auf den Tauf- oder Wohnort gehen. Manchmal sind diese Angaben auch ungenau, wenn nicht explizit angegeben wurde, ob es nun der Ort selbst oder die (weitläufige) Pfarrei war.
Liebe Grüsse
Olivier
Ich kenne im Zusammenhang mit Luzern den Begriff Twing. Im Staatsarchiv Luzern gibt es etwa einige Twingrodel. Ich habe mich aber nicht im Detail damit befasst.Peter.D hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 17:20 Die Taufscheine hat wohl die jeweilige Pfarrei ausgestellt. Welche Autonomie die Dörfer neben den Pfarreien im Kanton Luzern vor der Revolution hatten, ist mir nicht bekannt. Gab es auch Einzugsbriefe oder Offnungen wie z.B. im Kanton Zürich, die bestimmte Dorfrechte festhielten? Olivier weiss dazu vielleicht mehr.
Liebe Grüsse
Olivier
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Peter.D
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Re: Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Die Verwaltungs- und Gerichtseinteilung war im Kanton Luzern vor 1798 äusserst kompliziert. Neben den Pfarreien gab es die von Olivier erwähnten Twinge oder Twinggemeinden (Niedergerichte oder Gerichtsherrschaften unter privaten oder staatlichen Gerichtsherren), dann aber auch Steuerbriefe, eine Organisationsform die es nur in Luzern gab und die für das Armenwesen in mehreren Ortschaften zuständig war und erst 1831 in den politischen Gemeinden aufging. Diese Einheiten waren in Ämter und diese wiederum in Vogteien eingeteilt.
Der Begriff Gemeinde bezog sich nach meinem Verständnis vor 1798 auf die Twinggemeinden. Der ganze Kanton wurde erst 1798 vollständig und flächendeckend in Gemeinden (damals Munizipalitäten) und diese wiederum in Distrikte eingeteilt (später Ämter, unterteilt in Gemeindegerichtsbezirke mit mehreren Gemeinden und Steuerbriefen).
Stellt sich die Frage, was ein ausgewanderter Luzerner vor 1798 als seinen Heimatort bezeichnete? Und welche Rechte die Dorfschaften oder gar Einzelhöfe neben den oben aufgeführten Verwaltungseinheiten hatten.
Peter
Der Begriff Gemeinde bezog sich nach meinem Verständnis vor 1798 auf die Twinggemeinden. Der ganze Kanton wurde erst 1798 vollständig und flächendeckend in Gemeinden (damals Munizipalitäten) und diese wiederum in Distrikte eingeteilt (später Ämter, unterteilt in Gemeindegerichtsbezirke mit mehreren Gemeinden und Steuerbriefen).
Stellt sich die Frage, was ein ausgewanderter Luzerner vor 1798 als seinen Heimatort bezeichnete? Und welche Rechte die Dorfschaften oder gar Einzelhöfe neben den oben aufgeführten Verwaltungseinheiten hatten.
Peter
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SiWe
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Re: Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Vielen Dank Olivier und Peter für Eure interessanten Zusatzinformationen.
Es bleibt die am Anfang gestellte Frage : was bedeuten die Einträge "ex" bei Ehe-Eiträgen im 17.-18 Jhrt (hier Oberkirch) ?
In Oberkirch getauft ?
In Oberkirch wohnhaft beim Eheschluss ?
In Oberkirch kirchgenössisch bei der Heirat ?
...
Gibt es mindestens einen Ansatz an "Logik" ?
Merci im Voraus für Eure weitergehenden Meinungen.
SiWe
Es bleibt die am Anfang gestellte Frage : was bedeuten die Einträge "ex" bei Ehe-Eiträgen im 17.-18 Jhrt (hier Oberkirch) ?
In Oberkirch getauft ?
In Oberkirch wohnhaft beim Eheschluss ?
In Oberkirch kirchgenössisch bei der Heirat ?
...
Gibt es mindestens einen Ansatz an "Logik" ?
Merci im Voraus für Eure weitergehenden Meinungen.
SiWe
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Peter.D
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Re: Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Wie Olivier bereits ausgeführt hat, lässt sich das nicht eindeutig klären. Aber da der Pfarrer auch kleine Weiler ohne eigene Kirche und ohne ein eigener Twing oder Steuerbrief zu sein als Herkunft angegeben hat, scheint mir der Wohnort bei der Heirat am wahrscheinlichsten zu sein. Damals dürfte dieser Ort wohl in den meisten Fällen auch mit dem Ort der Geburt - aber natürlich nicht der Taufe - identisch gewesen sein.Peter.D hat geschrieben: Sa 26. Jul 2025, 17:20 Damit wäre der Wohnort bei der Heirat eine mögliche Variante.
Peter
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SiWe
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Re: Luzerner Kirchenbücher 17.-18. Jhrt - Interpretation der Herkunftsinfos (Eheregister)
Merci Peter, dieser Ansatz scheint mir gut.Peter.D hat geschrieben: Mi 30. Jul 2025, 17:38 da der Pfarrer auch kleine Weiler ohne eigene Kirche und ohne ein eigener Twing oder Steuerbrief zu sein als Herkunft angegeben hat, scheint mir der Wohnort bei der Heirat am wahrscheinlichsten zu sein.
Damals dürfte dieser Ort wohl in den meisten Fällen auch mit dem Ort der Geburt - aber natürlich nicht der Taufe - identisch gewesen sein.
Allne es schöne Obig
SiWe
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