Guten Morgen allerseits:
Ich möchte den Mitgliedern des Forums eine Frage stellen. Ich würde gerne wissen, wie in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts Kinder alleinerziehender Mütter in der Schweiz registriert wurden. Ich habe im Obwaldner Tagebuch nach Geburten aus diesen Jahren gesucht und konnte keine Geburten von Kindern einer alleinerziehenden Mutter finden. Darin liegt eine gewisse Undurchsichtigkeit, und jemand erzählte mir sogar, dass in jenen Jahren kein Mann einem Kind seinen Nachnamen geben konnte, es sei denn, er war mit der Mutter dieses Kindes verheiratet, und dass alleinerziehende Mütter ihre Kinder nicht als solche registrieren konnten, diese jedoch registriert wurden als Kinder aus mutternahen Ehen. Das ist so? Gibt es jemanden, der sich mit diesem Thema auskennt? Es ist ein Thema, das mich aus persönlichen Gründen sehr interessiert. Dank im Voraus.
Océane
Kinder alleinerziehender Mütter in der Schweiz in den 70er und 80er Jahren
Moderator: Wolf
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Océane
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Peter.D
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Re: Kinder alleinerziehender Mütter in der Schweiz in den 70er und 80er Jahren
Hallo Océane
Ich verstehe zwar nicht alle deine Fragen, aber eventuell hilft dir der ältere Beitrag über die Zahlvaterschaft schon etwas weiter. Sonst einfach wieder melden.
Seit 1912 war das Zivilrecht und damit auch das Kindesrecht in der Schweiz einheitlich - vorher hatte jeder Kanton eigene Bestimmungen!
Peter
Ich verstehe zwar nicht alle deine Fragen, aber eventuell hilft dir der ältere Beitrag über die Zahlvaterschaft schon etwas weiter. Sonst einfach wieder melden.
Seit 1912 war das Zivilrecht und damit auch das Kindesrecht in der Schweiz einheitlich - vorher hatte jeder Kanton eigene Bestimmungen!
Peter
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hhg
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Re: Kinder alleinerziehender Mütter in der Schweiz in den 70er und 80er Jahren
Bei dem Thema fällt mir eine Reportage zu Verding-Kindern ein. Mehrere Betroffene berichteten dass sie in einer Art Zwangsadoption Pflegefamilien zugewiesen wurden, wenn die biologischen Eltern nicht den jeweiligen Moralvorstellungen entsprachen. Sicher nicht in allen Fällen so dramatisch wie die berichteten, in denen sie wie Sklaven gehalten wurden. Auch noch als Erwachsene waren sie waren sie mit Vorurteilen konfrontiert. Beim Versuch seine Traumatisierung aufzuarbeiten wurde einem Mann dann noch entgegenhalten, er müsste ja eher dankbar sein dass er in einer "anständigen" Familien aufgenommen wurde, nachdem er ja schon "im Mutterleib krimell war". Erwähnt wurde auch ein Vater der sich über Jahre erfolglos bemühte seinen Sohn zu legitimieren und in seine etablierte Familie aufzunehmen.
Genaue Jahreszahlen kann ich nicht angeben, aber die Reportage wurde sicher nach 2000 verfasst, und die aussagenden früheren Verding-Kinder waren noch am Leben - demnach würde der zeitliche Rahmen (zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts) passen. Bei den Recherchen erinnerten sich noch Angehörige und Nachbarn der Pflegefamilien, auch amtliche Stellen hatten offenbar noch Unterlagen.
Lässt sich der spätere Lebensweg des/der Zielperson ins Kindesalter zurückverfolgen um vor Ort nachzuforschen?
Genaue Jahreszahlen kann ich nicht angeben, aber die Reportage wurde sicher nach 2000 verfasst, und die aussagenden früheren Verding-Kinder waren noch am Leben - demnach würde der zeitliche Rahmen (zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts) passen. Bei den Recherchen erinnerten sich noch Angehörige und Nachbarn der Pflegefamilien, auch amtliche Stellen hatten offenbar noch Unterlagen.
Lässt sich der spätere Lebensweg des/der Zielperson ins Kindesalter zurückverfolgen um vor Ort nachzuforschen?
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Peter.D
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Re: Kinder alleinerziehender Mütter in der Schweiz in den 70er und 80er Jahren
Ja, dazu gibt es sogar ein vom Bund und den Kantonen festgelegtes Verfahren. Die Betroffenen werden in den meisten Kantonen bei den Nachforschungen vom jeweiligen Staatsarchiv aktiv unterstützt.hhg hat geschrieben: So 16. Jun 2024, 07:04 Lässt sich der spätere Lebensweg des/der Zielperson ins Kindesalter zurückverfolgen um vor Ort nachzuforschen?
Ausserdem bestehen in den Kantonen besondere Opferhilfestellen, z.B. hier für Zürich.
Peter
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Wolf
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Re: Kinder alleinerziehender Mütter in der Schweiz in den 70er und 80er Jahren
Zu den von hhg und Peter erwähnten Geschicken gehören auch die Kinder der Landstrasse.
Ich glaube aber nicht, dass dies generell für alle unehelich geborenen Kinder gilt. Ohne nähere Angaben zu den Umständen dürfte es jedoch schwierig werden, Genaueres zu sagen. Insbesondere wurden diese Kinder ja eben gerade nicht von alleinerziehenden Müttern grossgezogen, sondern in Pflegefamilien bzw. Heimen.
Ich glaube aber nicht, dass dies generell für alle unehelich geborenen Kinder gilt. Ohne nähere Angaben zu den Umständen dürfte es jedoch schwierig werden, Genaueres zu sagen. Insbesondere wurden diese Kinder ja eben gerade nicht von alleinerziehenden Müttern grossgezogen, sondern in Pflegefamilien bzw. Heimen.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
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hhg
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Re: Kinder alleinerziehender Mütter in der Schweiz in den 70er und 80er Jahren
Verding-Kinder - war nur ein spontaner Gedanke, womöglich ganz daneben.
Zum Stichwort Obwalder Tagebuch habe ich nichts gefunden. Ist es eine Art standesamtliches Register? Dann ist doch unwahrscheinlich dass darin uneheliche Geburten grundsätzlich nicht vermerkt wurden. Für Familienangehörige müsste es sicher Möglichkeiten geben Näheres über den weiteren Lebensweg der Mütter und Kinder zu suchen.
Vielleicht ist Océanes Fall einer von jenen, die man einfach auch sich beruhen lassen sollte? Wenn nicht wäre interessant wie solide die Quelle zu der Aussage bezüglich Namensgebung durch Väter bzw. Registrierung durch ledig Mütter ist. Peters Verweis auf die Zahlvaterschaft scheint das nicht unbedingt zu bestätigen, oder?
Zum Stichwort Obwalder Tagebuch habe ich nichts gefunden. Ist es eine Art standesamtliches Register? Dann ist doch unwahrscheinlich dass darin uneheliche Geburten grundsätzlich nicht vermerkt wurden. Für Familienangehörige müsste es sicher Möglichkeiten geben Näheres über den weiteren Lebensweg der Mütter und Kinder zu suchen.
Vielleicht ist Océanes Fall einer von jenen, die man einfach auch sich beruhen lassen sollte? Wenn nicht wäre interessant wie solide die Quelle zu der Aussage bezüglich Namensgebung durch Väter bzw. Registrierung durch ledig Mütter ist. Peters Verweis auf die Zahlvaterschaft scheint das nicht unbedingt zu bestätigen, oder?
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