Heidelberg zeigt seine alten Schätze online
Verfasst: Di 30. Jun 2009, 08:34
Nachfolgende Mitteilung habe ich heute über eine Mailinliste erhalten, vielleicht interessiert sich ja jemand dafür.
Eine der wertvollsten Sammlungen deutschsprachiger Handschriften aus dem
Mittelalter eingescannt
Ihr Wert entspricht etwa einer dreiviertel Milliarde Euro. Sie lagern hinter
dicken Tresorwänden bei 18 Grad Celsius und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Berührt werden dürfen sie nur mit Baumwoll-Handschuhen an den Fingern - aber
am liebsten gar nicht. Höchstens 80 bis 100 hochkarätigen Wissenschaftlern
gewährt die Heidelberger Universitätsbibliothek bislang jährlich das
Blättern in den Büchern der Bibliotheca Palatina. Doch nun bekommt sie jeder
zu sehen.
Ein kleiner Mausklick nur - und eine der wertvollsten Sammlungen
deutschsprachiger Handschriften aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit
präsentiert sich auf dem Computerbildschirm am heimischen Schreibtisch. Egal
ob in New York, Tokio oder Berlin - die Sammlung ist komplett online.
Innerhalb von drei Jahren wurden etwa 270 000 Seiten und rund 7000
Miniaturen digitalisiert. "Bei der Digitalisierung unserer Sammlung haben
wir uns für eine besondere Form entschieden, bei der drei Ebenen miteinander
verknüpft werden", berichtet Bibliotheksdirektor Veit Probst. "Das ist nach
unseren Recherchen einzigartig." So wie die Sammlung selbst: Die 848
Schriften stellen die weltweit einzige geschlossene fürstliche Sammlung dar,
die in den vergangenen 400 Jahren nicht verändert wurde, berichtet Probst.
Die Handschriften reichen bis 1386 zurück, dem Gründungsjahr der
Heidelberger Universität. Zu den absoluten Schätzen zählen die "Große
Heidelberger Liederhandschrift" (Codex Manesse) - allein dieses Buch einen
Wert von etwa 50 Millionen Euro. Die Handschriften sind nach Signaturen
geordnet, innerhalb jeden Buches kann eine beliebige Seite direkt
angesteuert werden. Bei der Vorschau-Funktion bietet sich die Handschrift in
einer Form, wie sie in der Realität nie zu sehen wäre: Auf einen Blick sind
sämtliche Seiten und Zeichnungen zu sehen.
"Die Vorschau bietet einen wundervollen Überblick und ich kann beliebige
Stellen im Zoom vergrößern oder eine direkt eine Seite ausdrucken",
schildert Projektleiterin Maria Effinger. Interessieren einen die
Zeichnungen besonders, sind differenzierte Auskünfte durch eine Vernetzung
mit der Heidelberger Bilddatenbank HeiICON möglich. Wer will, kann die
Bücher auch als PDF-Dateien runterladen - und so unabhängig vom Internet
arbeiten. "Wir haben uns bewusst für diese Vielfalt des freien Zugangs
entschieden - auch wenn er Risiken birgt", sagt Probst mit Blick auf
Urheberrechte. Mit dem Projekt solle die Hochschule als Exzellenz-Uni
sichtbar werden und der Begriff "mit Leben gefüllt" werden. Ganz bewusst
habe man sich von dem Mikrofilm verabschiedet.
Weitere Informationen im Internet:
http://palatina-digital.uni-hd.de
Eine der wertvollsten Sammlungen deutschsprachiger Handschriften aus dem
Mittelalter eingescannt
Ihr Wert entspricht etwa einer dreiviertel Milliarde Euro. Sie lagern hinter
dicken Tresorwänden bei 18 Grad Celsius und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit.
Berührt werden dürfen sie nur mit Baumwoll-Handschuhen an den Fingern - aber
am liebsten gar nicht. Höchstens 80 bis 100 hochkarätigen Wissenschaftlern
gewährt die Heidelberger Universitätsbibliothek bislang jährlich das
Blättern in den Büchern der Bibliotheca Palatina. Doch nun bekommt sie jeder
zu sehen.
Ein kleiner Mausklick nur - und eine der wertvollsten Sammlungen
deutschsprachiger Handschriften aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit
präsentiert sich auf dem Computerbildschirm am heimischen Schreibtisch. Egal
ob in New York, Tokio oder Berlin - die Sammlung ist komplett online.
Innerhalb von drei Jahren wurden etwa 270 000 Seiten und rund 7000
Miniaturen digitalisiert. "Bei der Digitalisierung unserer Sammlung haben
wir uns für eine besondere Form entschieden, bei der drei Ebenen miteinander
verknüpft werden", berichtet Bibliotheksdirektor Veit Probst. "Das ist nach
unseren Recherchen einzigartig." So wie die Sammlung selbst: Die 848
Schriften stellen die weltweit einzige geschlossene fürstliche Sammlung dar,
die in den vergangenen 400 Jahren nicht verändert wurde, berichtet Probst.
Die Handschriften reichen bis 1386 zurück, dem Gründungsjahr der
Heidelberger Universität. Zu den absoluten Schätzen zählen die "Große
Heidelberger Liederhandschrift" (Codex Manesse) - allein dieses Buch einen
Wert von etwa 50 Millionen Euro. Die Handschriften sind nach Signaturen
geordnet, innerhalb jeden Buches kann eine beliebige Seite direkt
angesteuert werden. Bei der Vorschau-Funktion bietet sich die Handschrift in
einer Form, wie sie in der Realität nie zu sehen wäre: Auf einen Blick sind
sämtliche Seiten und Zeichnungen zu sehen.
"Die Vorschau bietet einen wundervollen Überblick und ich kann beliebige
Stellen im Zoom vergrößern oder eine direkt eine Seite ausdrucken",
schildert Projektleiterin Maria Effinger. Interessieren einen die
Zeichnungen besonders, sind differenzierte Auskünfte durch eine Vernetzung
mit der Heidelberger Bilddatenbank HeiICON möglich. Wer will, kann die
Bücher auch als PDF-Dateien runterladen - und so unabhängig vom Internet
arbeiten. "Wir haben uns bewusst für diese Vielfalt des freien Zugangs
entschieden - auch wenn er Risiken birgt", sagt Probst mit Blick auf
Urheberrechte. Mit dem Projekt solle die Hochschule als Exzellenz-Uni
sichtbar werden und der Begriff "mit Leben gefüllt" werden. Ganz bewusst
habe man sich von dem Mikrofilm verabschiedet.
Weitere Informationen im Internet:
http://palatina-digital.uni-hd.de