Zu dem oben unter 2) genannaten Gustav Peters, Bildhauer in Berlin, habe ich nun noch weitere Informationen herausgefunden:
Ich habe nun erst mal geschaut, welchen Beruf der hier gesuchte Gustav Peters hatte, denn darüber lässt sich nun noch einiges weiteres herausfinden.
Der Gustav Peters, der zwischen 1888 und 1892 in der Königgrätzer Str. 86/I gewohnt hat, war anfangs auch als Eigentümer dieses Hauses eingetragen. Dieser Gustav Peters war Bildhauer von Beruf.
Im Berliner Adressbuch von 1873 findet sich erstmals der Bildhauer Gustav Peters, damals mit der Adresse Wallstr. 3.
Bevor G. Peters in die Königgrätzer Str. 86 (heute unter der nicht mehr exisitierenden Adresse Stresemannstr. 26 an der Strassenecke Wilhelmstr. / Friedrich-Stampfer-Str.) gezogen ist, wohnte er (1874-1887) im Anwesen Louisen-Ufer 3a/II und war dort gleichzeitig Eigentümer (1874-1886) (ab 1889 hieß das Louisen-Ufer 3a dann Luisenufer 12, heute Legiendamm 24 (Strassenname ab 1947)). Um 1886 hat er das Anwesen Louisen-Ufer 3a an den Lampenfabrikant G. D. Zeitzer verkauft, blieb aber als Verwalter dort noch etwa ein Jahr wohnen bis etwa 1887.
In der Königgrätzer Str. 86 blieb er bis 1892, und danach findet sich der Bildhauer G. Peters wieder in der Bülowstr. 46. Im Berliner Adressbuch 1893 finden sich zwei Einträge für G. Peters, mit Berufsangabe Bildhauer (die andere Adresse ist Potsdamerstr. 71). Nach Informationen von Glouglou hat sich Gustav Peters um 1887 von seiner Frau scheiden lassen. Ebenso ist seine ehemalige Frau nach Informationen von Glouglou in der Potsdamerstr. 71 wohnhaft, möglichweise war Gustav Peters nur als Mieter für die Wohnung, in der seine Exfrau gelebt hat, dort gemeldet. Die Adresse mit der Potsdamerstr. taucht in späteren Jahren dann nicht mehr auf. Der Bildhauer G. Peters wird auch Eigentümer des Hauses Bülowstr. 46 (später Bülowstr. 47), einen Nachweis lässt sich darüber bis ins Adressbuch von 1915 führen. Das Anwesen Bülowstr. 47 war das Eckgebäude zur Goebenstr. 16, denn um 1899/1900 war G. Peters auch als Eigentümer am Anwesen Göbenstr. 16 eingetragen. Wahrscheinlich hatte das Anwesen 2 Hauseingänge: jeweils einen in der Bülowstr. 47 und Goebenstr. 16. Auch heute noch hat das Appartmenthaus an der Strassenecke Bülowstr/Goebenstr. eine Mehrfachadresse.
Nach 1915 verliert sich der Bildhauer G. Peters im Berliner Adressbuch, eventuell ist er dann als ein anderer G. Peters, z. B. als Rentier (Rentner) oder Ww. (Witwer) geführt (diese Zusammenhänge habe ich bis jetzt nicht geprüft) oder er ist verstorben.
Gustav Peters muss recht kreativ gewesen sein. Als er noch Eigentümer am Louisen-Ufer 3a war, ist er anfangs als Bildhauer, Zeichner und Modeleur, später auch als Uhrenfabrikant, Fabrikant von Phantasiemöbel in Holz und Bronzewarenfabrikant bezeichnet. Solange er am Louisen-Ufer wohnte, war wohl dort auch die Fabrik, in der er seine Waren fertigte. Im Berliner Adressbuch von 1886/87 findet sich noch ein weiterer Eintrag zu G. Peters, Bildhauer (mit Adresse Großbeerenstr. 16, wahrscheinlich ein Verkaufsraum oder ähnliches). Mit dem Verkauf des Anwesens Louisen-Ufer ist auch ein Umzug des Geschäfts in die Prinzenstr. 86/H II belegt. Geschäftsbezeichnung: Fantasie-Möbel, Uhrenfabrik in Holz und Bronze. Belegt werden kann weiterhin, dass das Geschäft mit den Fantasie-Möbeln und der Uhrenfabrik zwar weiterhin auf den Namen von Gustav Peters lief, aber Inhaber des Geschäftes ab 1888 W. Wrzeszinski war. Um diese Zeit ist Gustav Peters dann in die Königgrätzerstr. 86 gezogen. Das Geschäft an der Prinzenstr. 86 mit den Fantasie-Möbeln lässt sich bis 1899 nachweisen.
Die Berliner Adressbücher (online über die Zentral und Landesbibliothek Berlin,
http://adressbuch.zlb.de/) sind also wirklich ganz gut für derartige Recherchen zu gebrauchen.
Ich hoffe das hat nun ein wenig weiter geholfen bei Informationen zu Gustav Peters aus Berlin.
- Editiert von Steven am 16.06.2008, 20:42 -
- Editiert von Steven am 16.06.2008, 20:57 -