Das folgende Zitat stammt aus einer Publikation über Hieronymus Schürpf (Schurff/Schurvius), den Bruder des hier gesuchten Augustin:
D. Hieronymus Schürpf
Der Wittenberger Reformationsjurist aus St.Gallen (1481-1554)
Von Wiebke Schaich-Klose
107. Neujahrsblatt des Historischen Vereins des Kantons St.Gallen (1967)
Erstes Kapitel: Herkunft und Kindheit in St.Gallen
1. Die Vorfahren des Hieronymus Schürpf
Hieronymus Schürpf entstamme einem alten Schweizer Geschlecht. ... Von den verschiedenen urkundlich nachweisbaren Personen konnten folgende unserem Hieronymus verwandtschaftlich zugeordnet werden: Ein direkter Vorfahre ist Walther Schürpf, der von 1382 an als Vogt und Bürgermeister von St.Gallen genannt wird und 1403 als Bürgermeister zusammen dem Altbürgermeister Konrad von Watt in der Schlacht bei Vögelinsegg fiel.
Der Grossvater von Hieronymus, Hans Schürpf, war als Eilfer der Weberzunft Mitglied des Grossen Rates von St.Gallen. 1456 wurde er Zunftmeister der Weber. 1459-1461 erlangte er die höchsten Würden, die die Stadt zu vergeben hatte: er wurde Bürgermeister, Altbürgermeister, Reichsvogt. In den Jahren 1465-1470 leitete er noch einmal zusammen mit Hektor von Watt, dem Grossvater Vadians, im Turnus wechselnd - später wieder 1475-1477 und 1479 und 1480 - die Geschicke der Stadt. ...
2. Name und Wappen der Familie Schürpf
... Auf den uns bekannten Abbildungen von Hieronymus Schürpf findet sich folgendes Wappen: "In Blau eine schrägrechte gelbe Leiter mit drei Sprossen, beseitet von zwei roten Rosen. Auf dem Stichhelm mit rot-gelben Helmdecken und ebensolchem Wulst ein wachsender roter Hirsch."

Die ältesten Siegel des Geschlechtes aus der Zeit um 1400 zeigen eine Kette mit einigen Kettengliedern, die sowohl mit dem Beruf des Bergmannes (schürfen) wie mit der Bedeutung "Schinder", "Henker" in Verbindung gebracht werden kann. Walther Schürpf führte ein solches Wappen in seinem Schilde. (Hist.-Biogr.Lex.d.Schweiz, Bd.6, S.250).
3. Das Vaterhaus in St.Gallen
Der Vater von Hieronymus Schürpf, Hans Schürpf, war ein studierter Mann. Im Winter 1474 wurde er an der Hohen Schule zu Basel inskribiert als "Johannes Schirff de Sancto Gallo", 1477 erlangte er in Tübingen den magister artium "im alten Wege". Weihnachten 1496 wurde er als "magister artium tubingensis" in die Basler Artistenfakultät aufgenommen. In der Zeit von 1481 bis 1503 versah Johannes Schürpf das Amt des Schulmeisters an der Lateinschule in St.Gallen. ...
Magister Schürpf hatte eine Frau, deren Namen nicht überliefert ist, aus einem angesehenen Geschlecht der oberschwäbischen Stadt Biberach geheiratet.
Am 12. April 1481 wurde Hieronymus - offenbar als ihr ältestes Kind - geboren, später Johann, dessen Geburtsdatum nicht bekannt ist, um am 6 Januar 1495
Augustin . Beide Brüder sollten Hieronymus nach Wittenberg folgen. ...
Zehntes Kapitel: Der persönliche Lebenskreis von Hieronymus Schürpf
1. Familie
... Eine Zeit lang lebten auch zugleich noch zwei Brüder von Hieronymus Schürpf in Wittenberg: ... Seit dem Jahre 1509 lebte auch der Bruder
Augustin in Wittenberg. Er wurde im Wintersemester 1509/10 in Wittenberg immatrikuliert und 1517, nachdem er Magister geworden war, in die Artistenfakultät als Lehrer aufgenommen. Als im Frühjahr 1518 die Artistenfakultät nach Luthers Vorschlägen umgestaltet wurde, übernahm er eine Vorlesung über die Logik des Aristoteles "nach der neuen Translation".
Daneben wandte er sich, der Tradition seines Vaters folgend, der Heilkunst zu und wurde im Jahre 1521 Professor der Medizin zu Wittenberg. Augustin Schürpf schlug neue Bahnen in dieser Wissenschaft ein: 1526 sezierte er - offenbar als Erster - im Beisein der Fakultätsmitglieder einen menschlichen Kopf. Nach manchen, in den Verhältnissen der Fakultät begründeten Schwierigkeiten stieg er 1529 zum Leibarzt am kursächsischen Hofe auf. Anfangs nur Arzt, war er später aucg Freund der kurfürstlichen Familie, die sich seiner zu vertraulichen Aufträgen bediente. Es traf sich, dass Augustin Schürpf in so entscheidenden Jahren wie 1525, dem Todesjahr Friedrichs des Weisen, und 1546, dem Todesjahr Luthers, Rektor der Universität Wittenberg war. Augustin Schürpf heiratete in zweiter Ehe Anna Knapp, eine Nichte von Melanchton. Durch die Ehe seiner Tochter Magdalena mit Lucas Cranach d.J. trat die Familie Schürpf in verwandtschaftliche Beziehungen zu diesem berühmten Wittenberger Künstlergeschlecht.
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In der St.Galler Kantonsbibliothek Vadiana befindet sich unter der Signatur "Misc helvet 179/10" der Sonderdruck eines im April 1858 zu Königsberg i.Pr. von Prof. D. Theodor Muther gehaltenen Vortrages "Der Reformationsjurist D. Hieronymus Schürpf (von Santgallen)" mit handschriftlichen Notizen (vmtl. eines früheren Besitzers des 1858 in Erlangen hergestellten Druckes). Mir liegt derzeit nur eine schlechte Photokopie vor:
Schürff dictus Schürpf
1. Walther, 1388 als Bürger genannt, 1403 Bürgermeister, fällt 11.5.1403 Vögelinsegg. Drei Söhne sind 1399 genannt: Ulrich, Johannes oder Hans, Hugo.
2. Johannes 1422 Bürgermeister, 1430 abermals.
3. Johannes oder Hans, 1457 Spitalmeister zu St.Gallen, 1459 Bürgermeister.
4. Vier Söhne:
-- Hieronymus nat 20 April 1480, + 6. Jan. 1554
-- Christoph, + 1549
-- Augustin, + 1548
-- N.N.
Die Angaben stimmen also tw. nicht mit der zuerst genannten Arbeit überein.
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Zu Augustin sei noch verwiesen auf
Adam, Melchior: Vitae Germanorum medicorum. - [Frankfurt :] Hered. Jonae Rosae; Heidelberg: Johannes Georgius Geyder, Acad. Typogr., 1620. - [30], 451, [27] S. 8° - Sign. Ha T 008 (2. Ex. Sch 070/150 an 1). Sein Lebenslauf (Lateinisch) ist reproduziert auf
http://www.uni-mannheim.de/mateo/camenaref/adam/adam2/s084.html und Folgeseiten.
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http://www.barrik.de/
Gebaut von den Professoren Schurff (Hieronymus Schurff (1481-1554) - Luthers Anwalt, Augustin Schurff (1495-1548) - Luthers Arzt), war das Gebäude und seine Bewohner von Anfang an sehr stark mit weltverändernden Historie Wittenbergs verbunden. Im Laufe der nun mehr 500-jährigen Geschichte des Hauses lebten und lehrten über viele Jahre hinweg Professoren der Wittenberger Universität in seinen repräsentativen Räumen.