Hochreutiner von St.Gallen SG
Verfasst: Do 10. Apr 2014, 11:38
Quelle: H.R. von Fels, A. Schmid, E. von Fels: Wappenbuch der Stadt St.Gallen, Rorschach 1952.
Quelle: Bürgerbuch 1970 der Ortsbürgergemeinde St.Gallen.Der Name leitet sich von einer Örtlichkeit Hochrüti ab, die in verschiedenen Gegenden des Appenzellerlandes, so unter anderem bei Speicher, vorkommt. Um 1450 sind Familien Hochrütiner in Appenzell und Speicher nachgewiesen.
1426 werden Ulrich und sein Sohn Heini Bürger zu St.Gallen genannt. Des letzteren Sohn ist Heinrich, gest.1513, Bürgermeister, der 1499 im Schwabenkrieg als oberster Hauptmann der Stadt das Sankt-Galler Kontingent führte. Er oder schon sein Vater war der Chef der älteren Hochreutinerschen Leinwandgesellschaft, die von 1474 bis 1523 als in Spanien und Frankreich Handel treibend nachgewiesen ist; 1501 erhielt er einen Wappenbrief. Von ihm stammt die noch blühende, aber nicht mehr in St.Gallen ansässige Linie ab, der folgende Personen angehörten: Heinrich, 1534-1611, Ratsherr, Johannes, 1538-1611, Pfarrer in Arbon und Grabs, dessen Enkel Johannes, 1621-1695, Rektor, ebenso sein Neffe Hans Jakob, 1673-1746; Leonhard, 1707-1767, gründete die Hochreutinersche Eisenhandlung, jetzt Debrunner&Co.AG. - Eine zweite, 1785 ausgestorbene Linie stammte von Dominicus von Konstanz ab, der 1479 das hiesige Bürgerrecht erwarb und bisher mit Sohn und Enkel gleichen Namens verwechselt wurde. Der Sohn Dominicus fiel 1522 als Fähnrich der St.Galler bei Bicocca. Dessen Söhne Ulrich und Dominicus zogen wieder nach Konstanz, gelangten sofort in den Rat und waren eifrige Förderer der Reformation im Freundeskreis der Brüder Blarer. Dominicus fiel 1548 beim Konstanzer Sturm, sein Bruder Ulrich, gest.1571, zog wieder nach St.Gallen und begründete die patrizische Linie, die fortwährend bei der Notensteiner-Innung inkorporiert war und den Junkertitel führte. Ihr gehörten zwei bedeutende Männer an: Jakob, 1623-1689, Chef der grossen Handelsgesellschaft Schlapprizi, Hochreutiner und Mitverwandte, die Leinwandhäuser in St.Gallen und Lyon unterhielt; er war in den Verhandlungen mit Frankreich wegen der kaufmännischen Privilegien führend tätig. Christof, 1662-1742, Bürgermeister, wurde 1729 in den preussischen Adelsstand erhoben mit dem Prädikat "von Hochreuth".
Texte im Historischen Lexikon der Schweiz:
Familie
Heinrich (erw.1490 - 1513)
Jakob (1623 - 1689)
Christoph (1662 - 1742)