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Scharffhenchgin in Saarbrücken

Verfasst: So 29. Dez 2013, 14:50
von Simon
Hallo!

Weiß irgendjemand mehr über die Herkunft von Philipp Scharfhenchgin (Scharff Henchgin?), Weber zu Saarbrücken. Seine Frau soll Eva von Rittenhofen sein.
Ich kenne einige Regesten aus Saarbrücken, in denen er erwähnt wird. Ich kann jedoch keinen Nachweis über eine angebliche Abstammung von Johann Brücken finden.
Vielleicht kann mir jemand eine Quelle nennen oder sonst einen Hinweis geben. In diesem Zusammenhang wäre es auch interessant, wie der Name Scharff Henchgin entstanden ist und warum ein Sohn des Johann Brücken so genannt wurd.
Diese Sache interessiert mich sehr und ich bin über jede Hilfe dankbar!

Gruß aus Niedersachsen
Simon

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: So 29. Dez 2013, 20:10
von G.F.
http://gw4.geneanet.org/index.php3?b=og ... rfhenchgin
von
Oliver Rupertus - Ist er nicht Forumsmitglied?

Vielleicht weiß er mehr

Gruss
Georg

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mi 1. Jan 2014, 12:27
von dz
Simon hat geschrieben:Hallo!

Weiß irgendjemand mehr über die Herkunft von Philipp Scharfhenchgin (Scharff Henchgin?), Weber zu Saarbrücken. Seine Frau soll Eva von Rittenhofen sein.
Ich kenne einige Regesten aus Saarbrücken, in denen er erwähnt wird. Ich kann jedoch keinen Nachweis über eine angebliche Abstammung von Johann Brücken finden.

Simon
Welche Regesten meinst Du ? Wo sind die veröffentlicht ?

Dirk

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mi 1. Jan 2014, 16:17
von Petra
dz hat geschrieben:
Welche Regesten meinst Du ? Wo sind die veröffentlicht ?

Dirk
Hallo Dirk,

z.B.
1503: Scharfhenchgin Philipp, Bürger der Stadt Saarbrücken
1506: Scharfhenchgin Philipp löst einen Verkauf der Brüder Biese
1507/1508: Scharfhenchgin Philipp in Saarbrücken genannt
1510: Scharfhenchgin der Weber und seine Hausfrau Eva sind verwandt mit Kathrin von Malstatt, Witwe von Graben Hans
1512/1513: Scharfhenchgin Philipp, Saarbrücken
1514: Philipp Scharfhenchgin hat ein Haus in Saarbrücken
1514: Philipp Scharfhenchgin hat ein Haus in Saarbrücken neben Großpeters Haus am Markt
(Q.: Landesarchiv Saarland, Bestand Nassau-Saarbrücken II, Sig. 2397, 103, 127, 223, Sig. 2457, S. 17R; Sig. 2445, 154, Stadtarchiv Saarbrücken, Stadtgericht Saarbrücken Nr. 316; Regesten des Klosters Werschweiler Nr. 951)

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mi 1. Jan 2014, 17:16
von jlei
Hallo,

unter den Regesten zur Geschichte der Stadt Saarbrücken bis 1545, dort wurde Philipp Scharfhengin mehrfach genannt.

Gruß Jürgen
Regesten SB.jpg

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mi 1. Jan 2014, 21:03
von dz
Ok, die sind mir bekannt.

Weiß jemand, woher die Information stammt, dass Scharff-Hengin ein Sohn eines Johann BRÜCKEN oo Katharina von BISCHOFSHEIM war ?

Dirk

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mi 1. Jan 2014, 21:48
von elias
Waltraud Schuh vertritt folgende Linie der Biesen Familie
Nikolaus Biese, 1439-81, tot 1486
oo Barbara von Rittenhofen, To v.Peter, Wwe 1486

Kinder von Nikolaus und Barbara:
1. Else Biese, Wwe 1497,99
oo Nikolaus von Mainzweiler d.Alte, Bürg. v.St.Johann, erw. 1468, tot 1497,99
2. Dietrich Biese, Kanoniker,Schulmeister, Schulth.v.St.Arnual, 1486,92
3. Heinrich Biese, 1499 (verm.identisch mit Henrich Rurpfeffer
4. Hans Biese, 1464,1465 Meier u.Bürger v.Sbr. erw.1470,76
oo Gertrud N. 1487,92,93,97 (verm.To. v.Scharfhenchgin von Saarbrücken
Johann von Brucken gen. Scharfhenchgin hatte einen Sohn Philipp Scharfhenchgin oo vor 1509 Eva v.Rittenhofen, To v.Hans v.R. u. Bigela N. Er löst 1506 einen Verkauf der Brüder Biese
Kinder von Hans Biese und Gertrud:
1. Mathias 1493, 1517,22, Schneider zu Sbr.
oo Margret N. (seine To. Elisabeth präsentiert 1522 d.Bruno von Lisdorf f.d.K.i.Schwalbach
2. Erhard 1492, Kirchherr in Schwalbach 1517-19
3. Niklas, tot 1493, seine Erben sind u.a.Philipp v.Rittenhofen oo Kath. und deren Kinder Sommer von Güchenbach.
oo Katharina N., tot 1493
4. Else Biese oo Hans von Mainzweiler, tot 1497
5. Gerhard, 1531 Pastor zu Rubenheim
6. Philipp, er ist 1531 Erbe des Jungfrau Lisen Guts zu Schwalbach (er könnte identisch sein mit dem Erben seines Bruders Nikolaus 1493 „Philipp von Rittenhofen oo Kath.“
7. Niklas, erw. 1493,97
8. vermutlich Wendel, erw. 1512.


Also hat der Vater des Philipp, Johann von Brücken den Beinamen oder Spitznamen Scharfhenchgin und Philipp nimmt diesen als seinen Nachnamen

Ob das so stimmt, weiss ich nicht

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Do 2. Jan 2014, 11:20
von dz
elias hat geschrieben: Also hat der Vater des Philipp, Johann von Brücken den Beinamen oder Spitznamen Scharfhenchgin und Philipp nimmt diesen als seinen Nachnamen
Die Frage ist doch, ob der Vater des Philipp wirklich aus der Familie von BRÜCKEN stammte. In allen Regesten heißt er stets nur "Schaffhenchen" o.ä.

Dirk

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Do 2. Jan 2014, 18:14
von Simon
Danke ersteinmal an alle!
Volker, dein Beitrag hat ist sehr interessant!
In diesem Zusammenhang ist es nun natürlich wichtig die Quelle ausfindig zu machen in der Johann von Brucke Scharfhenchgin genannt wird. Unter den Saarbrücker Regesten finde ich jedenfalls keinen Hinweis.
Kennt jemand die Kontaktdaten von Waltraud Schuh?

Gruß
Simon

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Do 2. Jan 2014, 21:14
von Petra
Simon hat geschrieben:Danke ersteinmal an alle!
Volker, dein Beitrag hat ist sehr interessant!
In diesem Zusammenhang ist es nun natürlich wichtig die Quelle ausfindig zu machen in der Johann von Brucke Scharfhenchgin genannt wird. Unter den Saarbrücker Regesten finde ich jedenfalls keinen Hinweis.
Kennt jemand die Kontaktdaten von Waltraud Schuh?

Gruß
Simon
Hallo Simon,

Frau Schuh betreibt keine Ahnenforschung mehr und sie hat 80% ihrer Forschungsunterlagen unserem Forumsmitglied Ben übergeben.

Ich habe ihn diesbezüglich kontaktiert und er wird nach seiner Rückkehr in den ihm vorliegenden Unterlagen von Frau Schuh nach sehen und dann antworten.
Also noch etwas Geduld bis Ende nächster Woche.

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Fr 3. Jan 2014, 07:47
von Petra
Guten Morgen,

ich möchte noch ergänzen, dass Frau Schuh, zwischenzeitlich 88 Jahre, in einem Seniorenstift lebt, nichts mehr mit der Ahnenforschung zu tun haben und deswegen belastet/genervt werden will.

Was ich persönlich sehr gut verstehen kann.

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Sa 4. Jan 2014, 00:36
von dz
1503: Scharfhenchgin Philipp, Bürger der Stadt Saarbrücken
Es gibt keinen Scharfhenchgin Philipp. Er wird genannt Philipp, Scharff Henchens Sohn oder (1507-12-30 und 1510-03-02) Philipp WEBER. Scharff Henchen war von Beruf Weber, „Scharffhenchen“ ist nicht wirklich als Familienname verwendet wor-den. Seine Wwe hieß 1512-07-06 SCHARF Eva, Bürgerin zu Saarbrücken, Scharf Hengins Witwe. Dies spricht eher dafür, dass sich die Familie „Scharff“ nannte.

1506: Scharfhenchgin Philipp löst einen Verkauf der Brüder Biese
Diese Urkunde besagt nicht, dass die Lösung 1506 stattfand. Die Lösung ergibt sich aus einem RV unbekannten Datums von (Kl)

1510: Scharfhenchgin der Weber und seine Hausfrau Eva sind verwandt mit Kathrin von Malstatt, Witwe von Graben Hans
in Reg SB nicht aufgeführt. Woher stammt das ?

hierzu Folgendes:

1. Scharff Henchen, der Weber, war 1503-05-19 und 1510-03-16 mit einer Eva N verheiratet und nicht mit einer Katharina von BISCHOFSHEIM. In 1512-07-26 (b) und 1514-01-12 heißt es eindeutig: Vor der Propstei Saarbrücken verkaufen Scharf Eva, Bürgerin zu Saarbrücken, Scharf Hengins Witwe, und ihr mit letzterem erzielter ehelicher Sohn Philips …, Es ist deshalb höchst fraglich, dass er ein Schwiegersohn des Peter SCHRIBER (alias von BISCHOFSHEIM) gewesen ist. Dieser ist zwar von einer Trine beerbt worden. Diese war jedoch oo mit Kristgin SNIDER von Lucemburg. Beide waren Miterben neben Scharfhenchen und seiner Frau Eva (Einzelheiten siehe 1498-08-23, 1503-05-19, 1512-05-19). Eine Eva ist aber nicht ausdrücklich unter den Erben als Tochter des Peter SCHRIBER erwähnt.

2. Peter SCHRIBER ist von mindestens 7 Partien mit unterschiedlichen Erbteilen beerbt worden (Einzelheiten siehe 1498-08-23, 1503-05-19, 1512-05-19). Es könnte deshalb sein, dass er zwei Generationen vor Scharfhenchen bzw. den anderen Erben anzusetzen ist. Anders lassen sich die unterschiedlichen Erbteile kaum erklären.

3. Scharfhenchen ist wahrscheinlich zw. 1510 und 1512 gestorben. Zer Nickel der metziger, Bürger zu Saarbrücken wird 1515-06-05 als sein Bruder er-wähnt. Wenn man von einem Lebensalter von 70 Jahren ausgeht wäre er um 1440 geboren. Der letzte Johann VI von BRÜCKEN oo Marie von RODEM-CHER ist um 1400/1414 gestorben. Da fehlt also mindestens eine Generati-on.

4. Philipp WEBER bezeichnet 1510-03-02 Hansen von Rittenhoiffen und Ehe-frau Bigel, als „sinem sweher und swiger“ . Daraus folgt, dass enweder Bigel mit ihm verwandt war oder seine Frau mit Hans von RITTENHOFEN und des-sen Frau. Seine Mutter könnte eine Eva von RITTENHOFEN gewesen sein und Hans sein Onkel. Die Bezeichnung „Schwager“ muss man nicht zwin-gend im heutigen Sinn verstehen.

5. Die erste Erwähnung eines Scharfhenchin findet sich in einer Urkunde vom 14.01.1441 (Reg Werschweiler Nr. 891):

Johann von BRÜCKEN, den man nennt Scharfhenchin und seine Frau Schönheit (= Jeanette von WEISKIRCHEN) verkaufen … die von ihren Eltern ererbte Pfandschaft, den halben Koben zu Schwaigen, welcher Pfandschaft diesselben von Niclas von GERSBACH sel. und seiner Frau geerbt haben.

Dazu gehört eine weitere Urkunde vom 25.07.1450 (Reg Werschweiler Nr. 918):
Groß Hans von Saarbrücken und seine Frau Else verkaufen ihren Anteil der ihnen anerstorben ist von ihrem Vetter BALLWEIN selig und den dieser von Heinrich von MENGEN, Freischins Sohn und anderen Erben geerbt, nämlich den Teil des Kobens zu Schwaigen … und bestätigen die Gift der anderen Hälfte …, welche dem Kloster von ihrem Schwager Scharfhenchin und ihrer Nichtel Schönheit geschehen.

Daraus folgt:

1) Dieser Johann von BRÜCKEN muss also um 1420 oder früher geboren sein. Es ist also unwahrscheinlich, dass er mit dem Scharfhenchin identisch ist, der um 1514 gestorben ist (Reg SB). Außerdem hieß dessen Frau Eva. Gleiche gilt für den Groß Hans.

2) Johann von Brücken oo Schönheit und Großhans oo Else waren in irgendeiner-weise verschwägert. Auch das Scharfhenchein von 1500 und Großhans von 1500 war verschwägert und sogar Miterben nach Margarethe GOTTFRIED /GODEVERT. Auch fällt auf, das beide Groshans mit einer Else verheiratet waren.

3) Der letzte Johann von BRÜCKEN, der Herr von Brücken war, war Johann VI oo mit Marie von RODEMACHER. Er starb um 1400/1414. Er hatte folgende Kinder:
Georg, Johann, Friedrich, Gerhard, Walter, Katharina, Nikolaus, Gilles, Jakob, Jea-nette.
Er ist beerbt worden (aufgrund einer Erbteilung im Jahre 1422 ?) zunächst von sei-nem ältesten Sohn Gilles und nach dessen Tod von Gerhard.

Für uns interessant ist der Johann. Nach meinen Unterlagen ist er ab 1416 erwähnt und soll von 1447 verstorben sein. In den einschlägigen Quellen habe ich bislang keine Nachkommen erwähnt gefunden mit einer Ausnahme: Im Stadtarchiv von Trier befindet sich die Sammlung Strasser, die auch eine (offenbar auf der Auswertung von Regesten beruhende) AT enthält. Danach soll dieser Johann folgende Nachkommen gehabt haben:
1. Johann +1490 der letzte der Familie
2. Georg Herr zu Lockweiler 1437
3. Gerhard Herr zu Lockweiler 1437 (die 3 ist nicht richtig lesbar)
4. Friedrich 1482
Woher die Angaben stammen, ist nicht ersichtlich, vermutlich Regesten aus den genannten Jahren. Vielleicht weiß jemand mehr über Lockweiler ?

Wir hätten damit folgende Generationenfolge:
- Johann von BRÜCKEN + ca 1400/1414 oo Marie von RODEMACHER
- Johann *vor 1400 (dem Tode des Vaters), (Könnte Scharfhenchin von 1441 sein oo Jeanette WEISKIRCHEN)
- Johann (* um 1430) + 1490 der letzte der Familie (könnte Scharfhenchen von 1500 sein, aber Sterbedatum problematisch)

„der letzte der Familie“ könnte man damit erklären, dass sich seine Nachkommen nicht mehr von BRÜCKEN nannten, sondern Scharfhenchen oder WEBER

6. Die ganze Sache interessiert mich, weil ich von der Familie GERSBACH abstam-me , die mit der Familie von BRÜCKEN irgendwie verwandt war. Ein Johann von BRÜCKEN war 1386 co-seigneur von Welferdingen mit Nikolaus GERSBACH. Ich vermute, dass sie Vettern waren und zwar aus folgendem Grund:

Der Vater des Nikolaus GERSBACH (ca 1350- ca 1413) war Hensel GESBACH. Seine Frau ist nicht genannt. Es wird vermutet, dass sie eine von BRÜCKEN war, weil die Enkelin Katharina GERSBACH ihrem Mann Hans von HUNTINGEN als Lehen das Dorf Asweiler in die Ehe mitbrachte und Asweiler war 1321 und 1343 Lehen einer Familie BRUCKEN oder BRUCH (so in Reichsland). Die Mutter N BRÜCKEN wäre dann eine Tante des Johann BRÜCKEN oo Marie RODEMACHER gewesen und die Tante des Scharfhenchen 1441. Nikolaus GERSBACH und Johann BRÜCKEN sind beide um 1413/124 gestorben

Es gibt aber noch ein Problem: diese BRUCKEN oder BRUCH müssen nicht mit den Herren von BRÜCHEN identisch sein. Man findet nämlich 1321 einen Hugo BRÜCKEN alias Hug BRÜCHE von Asweiler, der für Heinrich von Finstingen bürgt (ZGO 14/1862 S. 68). Einen Beleg dafür, dass er der Familie von BRÜCKEN angehörte, habe ich nicht. Theoretisch könnte auch er der Großvater des Nikolaus GERSBACH sein.

Es bleibt die Frage, wie Groß Hans und Scharfhenchen von 1500 miteinander verschwägert waren und was die Familien BALLWEIN und damit zu tun hat.


Dirk

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: So 5. Jan 2014, 12:22
von domas
Hallo dz

Eine kleine Korrektur - du hast geschrieben:

...4. Philipp WEBER bezeichnet 1510-03-02 Hansen von Rittenhoiffen und Ehe-frau Bigel, als „sinem sweher und swiger“ . Daraus folgt, dass enweder Bigel mit ihm verwandt war oder seine Frau mit Hans von RITTENHOFEN und des-sen Frau. Seine Mutter könnte eine Eva von RITTENHOFEN gewesen sein und Hans sein Onkel. Die Bezeichnung „Schwager“ muss man nicht zwin-gend im heutigen Sinn verstehen....

Also "sweher und swiger" heißt ganz einfach: Schwiegervater und Schwiegermutter - er war wohl mit einer Eva verheiratet, der Tochter des Hans von Rittenhofen, Rat in Saarbrücken, und seiner Frau Bigel.

Gruß
Domas

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: So 5. Jan 2014, 19:50
von Simon
Scharf(f) wird sicherlich der Nachname sein. Das wird hier auch recht deutlich:

1502-06-23
Groß [Peters]256 Hannß, Luckelen Peter und Scharff Henchin, alle Bürger
zu Sarbrucken, bekunden, dass ihnen von der (†) Godefridts Margarethen
eine Erbschaft an Äckern, Wiesen und Gärten im Banne und Gericht von St.
Arnual zugefallen ist, wofür sie dem Stift St. Arnual einen jährlichen Zins
von 15 Schilling Pfennigen an den almuser schuldig sind. Einen Teil der
Grundstücke, nämlich 4 Morgen Feld bei Schleygers Heck in Drieffenburter
Grundt gelegen und acht Stück Garten, gelegen oben an Gudenburner Floß
unten an der Herren Achten, haben sie Dekan und Kapitel des Stifts zu rechtem
Eigentum übertragen und damit den obengenannten Jahreszins abgelöst.
Die Aussteller Hans, Peter und Henchin leisten Währschaft und bitten Junker
Johann von Wolfstein zum Siegelhelfer. Siegelankündigung des Johann von
Wolfstein.

Wahrscheinlich den meisten prinzipiell bekannt:
Die verschiedenen Schreibweisen des Vornamens Johann sind übrigens nicht ungewöhnlich und ganz gut belegt, z. B. nennt Johannes Gutenberg sich selbst bzw. öffentliche Beamte ihn u. a. Johann, Hans, Henne, Henchin, Gensefleisch, genannt Gutenberg, Gudenberg oder auch Hennchin Gudenbergk . Nachzulesen in "Die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johann ..., Band 2" von Carl Anton Schaab

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: So 5. Jan 2014, 21:06
von Simon
Von alten norddeutschen Quellen weiß ich, dass das "von" oft nur als Herkunftsbezeichnung benutzt wurde. Das hängt auch damit zusammen, dass das Patronym in manchen Gegenden noch lange Zeit üblich war.

Kann in Südwestdeutschland davon ausgegangen werden, dass z.B. Johann von Brücken genannt Scharhenchin (aus welcher Familie auch immer) oder "Schönheit" von Weißkirchen aus Kleinadelsfamilien stammen? Bin leider kein Experte auf diesem Gebiet.

Ich frage mich nur, ob es möglich ist, dass der Nachkomme eines Adelsgeschlechts Weber in Saarbrücken wird (auch wenn die Weberzunft vermutlich angesehen war) und die Tochter des geheimen Rats zu Saarbrücken (Hans von Rittenhofen) heiratet, der ebenfalls dem Adel angehört.
Sollte jedoch die Ehe mit Eva von Rittenhofen, Tochter des Hans von Rittenhofen, Geheimer Rat zu Saarbrücken, verifiziert werden können, scheint ja ein adeliges Umfeld verhanden zu sein.
Dann war er vermutlich unehelicher Sohn eines Johann von Brücken?!

Übrigens wird im Index zu den saarbrücker Regesten die gesuchte Eva Rittenhofen nicht der Familie von Rittenhofen zugeordet

Rittenhofen (Ritenhoffen; Bitenhoben, wohl verschrieben für Ritenhoben),
Dorf im Köllertal (Gde. Püttlingen, Stadtverband Sb., SL)
Einwohner
- Hans, oo Bigel, Schwager und Schwägerin von Philips weber,
Bürger von Saarbrücken 1510-03-02
Schöffen


Diese von Rittenhofen scheinen nicht adelig zu sein:

1504-12-23 Saarbrücken
Vor der Propstei Saarbrücken verkaufen Molters Heinrich, Bürger zu St. Johann,
und Ehefrau Kathrin für 29 rhein. Gulden 18 Albus 2 Pfennig an Hansen
von Rittenhoffen, den Sohn Peter zymermans, und Ehefrau Schoneten
ane zinß eine Hofstatt zu St. Johann bei dem cleynen thorngin neben des
alten Motzen seligen gehuse.
Bejatzt uff Mondag nach Sant Thomas dag 1504
Unterfertigung wohl Propsteisiegel
LASb Best. Nassau-Saarbrücken II Nr. 2397 Bl. 31 - Konzept (gleichzeitig),
Papier, üblicher Gebührenvermerk - (Kl)


!!Außerdem wird Sweher und Swiger von der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek 1 (Publizist der Regsten) auch als "Schwager und Schwägerin von Philips weber, Bürger von Saarbrücken" bezeichnet!!

Vielleicht kennt sich jemand gut mit der Materie aus und kann etwas Licht ins Dunkle bringen bzw. meine Anmerkungen korrigieren.
Über weitere Quellen kommt man natürlich nicht herum, will man die Herkunft verifizieren.

Gruß aus Niedersachsen
Simon

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mo 6. Jan 2014, 11:14
von Petra
Simon hat geschrieben:
!!Außerdem wird Sweher und Swiger von der Saarländischen Universitäts- und Landesbibliothek 1 (Publizist der Regsten) auch als "Schwager und Schwägerin von Philips weber, Bürger von Saarbrücken" bezeichnet!!
Stimmt, hier in der Gegend wird von älteren Personen z.B. auch noch der Ausdruck "Gegenschwieger" benutzt. Siehe auch
http://de.wiktionary.org/wiki/Gegenschw%C3%A4her

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mo 6. Jan 2014, 11:48
von Mario Zeck
Hallo zusammen,

in allen einschlägigen wissenschftlichen Lexika werden die Begriffe mit "Schwiegervater und Schwiegermutter" übersetzt. Für den Begriff "Gegenschwieger" im Sinne von Schwager gibt es mit "Geswige, Geswie" ein zeitgenössisches entsprechendes Pendant. Eine Verwendung der Begriffe im Sinne von Schwager und Schwägerin ist mir aus keiner Quelle bekannt. Warum dies in den Regesten so übersetzt wurde, ist mir daher unklar.

Was die handwerklichen Berufe von Mitgliedern aus dem niederen Adel betrifft, so war dieses Phänomen in der Zeit des gesellschaftlichen 'Abstieges' im Sinne eines Aufgehens im Bürgertum keine Seltenheit, sondern weit verbreitet. Aus gerade dieser Schicht rekrutierten sich u.a. die treibenden Kräfte der späteren Bauernkriege.


VG

MZ

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mo 6. Jan 2014, 16:19
von dz
Mario Zeck hat geschrieben:Hallo zusammen,

in allen einschlägigen wissenschftlichen Lexika werden die Begriffe mit "Schwiegervater und Schwiegermutter" übersetzt. Für den Begriff "Gegenschwieger" im Sinne von Schwager gibt es mit "Geswige, Geswie" ein zeitgenössisches entsprechendes Pendant. Eine Verwendung der Begriffe im Sinne von Schwager und Schwägerin ist mir aus keiner Quelle bekannt. Warum dies in den Regesten so übersetzt wurde, ist mir daher unklar.
Einfach deshalb, weil die Erfahrung zeigt, dass diese Begriffe mit verschiedenen Bedeutungen verwendet wurden, z.B. kann ein "Vetter" auch ein Vetter 2. Grades sein oder 2. Grades /1 removed etc. Siehe zB den ober erwähnten "Vetter" Ballwein, bei dem mir völlig unklar ist, wie er einzuordnen ist.

Gruß Dirk

Auch ein Schwiegervater ist ein Schwager, wie der Name schon zeigt.

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mo 6. Jan 2014, 16:23
von dz
Simon hat geschrieben:Von alten norddeutschen Quellen weiß ich, dass das "von" oft nur als Herkunftsbezeichnung benutzt wurde. Das hängt auch damit zusammen, dass das Patronym in manchen Gegenden noch lange Zeit üblich war.


Stimmt

Kann in Südwestdeutschland davon ausgegangen werden, dass z.B. Johann von Brücken genannt Scharhenchin (aus welcher Familie auch immer) oder "Schönheit" von Weißkirchen aus Kleinadelsfamilien stammen?


Ja

Dann war er vermutlich unehelicher Sohn eines Johann von Brücken?!


Daran habe ich auch schon gedacht, aber keine Hinweise gefunden


Diese von Rittenhofen scheinen nicht adelig zu sein:


doch, niederer Adel. Dass es einen adeligen Hans von Rittenhofen gibt schließt nicht aus, dass auch einen bürgerlichen Hans gibt der von Rittenhofen kommt.

Gruß Dirk

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mo 6. Jan 2014, 16:25
von dz
Kann in Südwestdeutschland davon ausgegangen werden, dass z.B. Johann von Brücken genannt Scharhenchin (aus welcher Familie auch immer) oder "Schönheit" von Weißkirchen aus Kleinadelsfamilien stammen? Bin leider kein Experte auf diesem Gebiet.
Schönheit = Schonett = Jeanette (von WEISKIRCHEN)

Dirk

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mo 6. Jan 2014, 17:55
von Simon
Diese von Rittenhofen scheinen nicht adelig zu sein:
doch, niederer Adel. Dass es einen adeligen Hans von Rittenhofen gibt schließt nicht aus, dass auch einen bürgerlichen Hans gibt der von Rittenhofen kommt.

Gruß Dirk[/quote]

Ich will damit nur sagen, dass die Universität des Saarlandes im Index zu den Regesten zwischen zwei Familien Rittenhofen unterscheidet.

Rittenhofen (Ritenhoffen; Bitenhoben, wohl verschrieben für Ritenhoben),
Dorf im Köllertal (Gde. Püttlingen, Stadtverband Sb., SL)
Einwohner

- Hans, Sohn von Peter zymerman, Bürger zu St. Johann, oo
Schonete 1504-12-23, 1508-10-23
- Hans, oo Bigel, Schwager und Schwägerin von Philips weber,
Bürger von Saarbrücken 1510-03-02
Schöffen
- Nikolaus Waell 1459-08-13
Zins 1424-06-22 (b), 1441-11-08, 1454-02-03, 1512-01-12, 1515-
09-04 (a)

Rittenhofen (Reittenhofen, Reytenhoffen), Familie von
Nikolaus

- Amtmann (écoutète) in Saarbrücken und Metz 1402-06-11
- Schultheiß in Saarbrücken, 1402-06-11, 1403-11-22, 1405-10-01,
1410-06-22, 1411-04-26, 1412-05-03, 1413-02-13, (†)
1427-12-24
Peter, oo Gertrud 1426-06-26, 1435-11-22, (†) 1461-07-08
- Enkelin Katherine, Tochter des Gelenhansen, Bürgers zu Saarbrücken
(†) 1461-07-08
Hans, Jungherr, Schultheiß von Saarbrücken, oo 1. Liese/Lyse, 2.
Heilig/Heilkin/Heyle/Heylig von Rodenhausen 1421-08-19, 1425,
1427-12-24, 1428-01-15 (a), 1429-06-10, 1429-10-17, 1430-01-
...

Wenn ich das richtig verstehe, gehen die Verfasser der Regesten also davon aus, dass es sich beim "Schwager" (oder Schwiegervater) von Philipp Weber, Sohn von Scharfhenchin, lediglich um einen Einwohner aus Rittenhofen handeln. (Kann ja auch eine irrige Annahme sein!)
Deshalb war meine Frage, ob das "von" in so einem Fall, da ja kein Familienname für Hans von Rittenhofen, Sweher von Philipp Weber "Scharfhenchin" angegeben ist, auf die Zugehörigkeit zur adeligen Familie schließen lässt.
Vermutlich kommen wir so ohnehin nicht weiter. Ich fände es nur hilfreich zu wissen in welchem Umfeld Philip Weber "Scharfhenchgin" sich bewegt hat und ob er tatsächlich eine Adelige geheiratet hat.

Kann denn seine Tochter, Engel Scharfhenchin (*um 1483), und ihre Ehe mit dem Kleinadeligen Hentzing von Völklingen, Büttel zu Völklingen (*um 1470), S. v. Hentzing von Völklingen, Schultheiß zu Saarbrücken u. N. Kolb vin Geipitzheim verifiziert werden?

Gruß
Simon

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mo 6. Jan 2014, 20:01
von jlei
Hallo,
ein Indiz spricht zunächst für die Ehe des Hentzgin v. Völklingen und N. v. Geispitzheim, denn nach dem Tode des Dietsche v. Geispitzheim genannt Kolbe ,der Vater der N(Margarethe).v. Geispitzheim fiel dessen Lehen  s. Regesten von SB Seite 346, an den Graf v. Nassau zurück und wurde dann wieder an v. Völklingen und v. Geispitzheim auf Lebenszeit verliehen auch somit ein Indiz das N.v. Geispitzheim eine Tochter von Dietsche war. Ich gehe nicht davon aus das Hentzgin v. Völklingen aus adeligen Verhältnisse entstammte eher zeigte der Name seine Herkunft aus Völklingen an. Hentzgin hatte das Amt des Schultheißen am Hofe der Grafen zu Nassau inne immerhin im Status eines höheren Beamten und Zugang zur Adelsgesellschaft.

Gruß Jürgen

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: So 12. Jan 2014, 11:38
von Petra
Hallo zusammen,

hier habe ich noch etwas aus der Sammlung von Frau Schuh (habe die Genehmigung dies einzustellen) und Ihr könnt Euch einen eigenen Reim dazu machen. ;)

Ich soll auch noch darauf hinweisen, dass enthaltene Stammtafeln kein Endergebnis bei Frau Schuh darstellen. Teilweise sind es Zwischenergebnisse und einige der einzelnen Quellen haben noch keine Berücksichtigung in den Stammtafeln gefunden

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: So 12. Jan 2014, 13:20
von Petra
Habe ich vorhin vergessen

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mi 15. Jan 2014, 08:55
von dz
Aus den jetzt vorgelegten Regesten von Frau Schuh ergibt sich Folgendes:

1. Es fällt auf das Frau Schuh in S13 als Name der Ehefrau Kette (= Katharina) angibt während die Sbr. Regesten 1503-05-19 für die gleiche Urkunde den Namen „Eve“ hat ! Auf die Fr Schuh geht also offenbar zurück, dass Scharfhenchin mit Katharina (von Bischofsheim) verheiratet war. Nachdem jedoch in den Sbr. Reg. der Name Eva als Ehefrau des Scharfhenchen und Mutter des Philipp mehrfach (zB 1510-03-16) so aufgeführt ist, scheint mir Eva wahrscheinlicher zu sein ?? Jedenfalls aber dürfte es sich um eine Tochter des Peter SCHRIBER gehandelt haben.

2. Fr. Schuh geht anscheinend davon aus, dass der Johann von BRÜCKEN gen. Scharfhenchen von 1441 mit dem Vater des Philipp Weber identisch ist. Ich halte das für unwahrschenlich, denn dann müßte er von etwa 1420 bis 1510 gelebt und vor allem noch in sehr hohem Alter am Rechtsverkehr teilgenommen haben. ich halte es für eher wahrscheinlich, dass es dazwischen noch eine Generation gab, eben Scharfhenchen oo mit Eva (oder Kette). Dafür sprich m.E. auch, dass der älteren noch Johann von BRÜCKEN gen. Scharfhenchen genannt wurde, sein Sohn dann Scharfhenchen oder SCHARF Henchen und dessen Sohn dann Philipp WEBER.

3. Wenn man die „swiger und sweher“ des Philip WEBER tatsächlich mit Hans v. Rittenhofen oo Bigel gleichsetzt, so wären diese beiden also die „Schwipp-schwäger“ von Scharfhenchen und seiner Frau gewesen (wechselseitige Schwiegereltern). Das passt auch chronologisch besser.

Ich möchte dazu noch auf folgendes aufmerksam machen:

In den Sbr. Reg. (1421-09-24, 1452-09-14a, 1455-01-05, 1457-03-12,1457-12-23 etc) gibt es auch zwei Johann von ROSSBRÜCKEN, Vater und Sohn. Ein Hans v. RITTENHOFEN (der oben genannte ?) bezeichnet sie als „magen“, also Verwandte (1461-07-08; aber nicht in direkter Linie !). Er 1461 tritt dem Jüngeren sogar eine Erbschaft. Der Name ROSSBRÜCKEN taucht auch in der Variante BIßBRÜCKEN auf (1457-12-23). Da fehlt nicht mehr viel zu BLIESBRÜCKEN.

Ist es denkbar, dass die Johann von BRÜCKEN gen Scharfhenchen und sein Sohn Scharfhenchen mit diesen beiden identisch sind ? Es bestehen ganz offenbar Kontakte der beiden zu den Familien RITTENHOFEN, BIESE und SCHRIBER. Allerdings wird der ältere Johann von ROOSBRÜCKEN als Schreiber bezeichnet

4. Als Anlage drei AT.


Dirk

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Sa 28. Jun 2014, 17:08
von Simon
Hallo!
1. Weiß jemand was mit "Koben zu Schwaigen" gemeint ist? War Schwaigen ein Ort im Saarland? Und Koben? Ist damit Kotten oder Kothof gemeint?
2. Wo lässt sich der Hinweis finden, dass Schönheit, der Frau von Johann von Brücken gen. Scharfhenchgin, eine "von Weiskirchen" ist.?

Danke für Eure Hilfe!

Gruß aus Niedersachsen
Simon

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Di 1. Jul 2014, 20:01
von dz
Simon hat geschrieben:Hallo!
1. Weiß jemand was mit "Koben zu Schwaigen" gemeint ist? War Schwaigen ein Ort im Saarland? Und Koben? Ist damit Kotten oder Kothof gemeint?
2. Wo lässt sich der Hinweis finden, dass Schönheit, der Frau von Johann von Brücken gen. Scharfhenchgin, eine "von Weiskirchen" ist.?

Danke für Eure Hilfe!

Gruß aus Niedersachsen
Simon
zu 1: ein Koben ist eine altertümliche Bezeichnung für einen Ort, an dem Vieh gehalten wird (vgl den Begriff "Schweinbekoben"). Besipiel aus demWikipediaeintrag zu "Harpstedt"

Historisches Scheunenviertel
Scheunenviertel

Der Koems ist ein historischer Schneunenkomplex, der um 1850 außerhalb des Ortes angelegt wurde. Von den ursprünglich 17 Scheunen stehen heute noch neun.

Herkunft des Wortes „Koems“

Koems ist ein alter niederdeutscher Name für eine Stallung für Schafe, Erntevorräte oder landwirtschaftliche Geräte. Man nannte sie auch Schünens, Scheuern, Koven oder Koben (Mehrzahl: Koeben, Koebens, Koems).


"Schwaigen " ist der Ort Blies-Schweyhen welcher gegenüber dem Ort Blies-Bolchen liegt. Der Ort gehörte zu Herrschaft Welferdingen. 1386 waren ein Johann von BRÜCKEN und Nikolaus von GERSBACH co-seigneurs von Welferdingen. Zwischen beiden bestand offenbar eine verwandschaftliche Beziehung, die ich aber noch nicht aufklären konnte. Sie erklärt aber, weshalb beide jeweils die Hälfte dews Kobens von Schwaigen geerbt haben. Es wird vermutet, dass die Mutter des Nikolaus von GERSBACH eine von BRÜCKEN gewesen sein könnte.

=> En 1386, l'écuyer Hensel BAYER prit part au plaid annal de Welferding. Sa mère se maria une deuxieme fois avec l'écuyer Nicolas de GERSPACH, d'une famille noble, vassale de la maison comtale de Linange. En 1386, celui-ci est co-seigneur de Welferding avec Jean de BLIESBRÜCK et Henri, comte de Deux-Ponts et sire de Bitche. Vers la même date, il tient en gage des biens à Bliesmengen.

Es gibt für Welferding und Blies-Schweyhen auch Einträge bei Wikipedia.

Dirk

Re: Scharffhenchgin in Saarbrücken

Verfasst: Fr 4. Jul 2014, 11:00
von Simon
Hallo Dirk,

super! Vielen Dank! Bisher war ich skeptisch, was die vermutete Abkunft das Scharfhenchgin betrifft. Die für mich neuen Informationen sind jedoch sehr interessant und stützen vorgenannte Theorien. Wenn jemand etwas neues herausfindet wäre es toll, wenn er dies hier kurz mitteilen könnte.

Gruß aus Niedersachsen
Simon

Re: Scharffhenchgin in Saarbrücken

Verfasst: Mo 30. Mär 2015, 16:38
von tohe
Hallo zusammen,

in Anlehnung an die sehr spannenden Erkenntnisse bitte ich um Hilfe bzgl. folgender Ehe:

Else Biese oo Hans von Mainzweiler

Kennt hier jemand Quellen/Regesten? Mir ist leider kein Nachweis bekannt.

Viele Grüsse

Re: Scharffhenchgin (Scharff Henchgin) in Saarbrücken

Verfasst: Mi 1. Apr 2015, 22:01
von Dilo
"Der Vater des Nikolaus GERSBACH (ca 1350- ca 1413) war Hensel GESBACH. Seine Frau ist nicht genannt. Es wird vermutet, dass sie eine von BRÜCKEN war, weil die Enkelin Katharina GERSBACH ihrem Mann Hans von HUNTINGEN als Lehen das Dorf Asweiler in die Ehe mitbrachte und Asweiler war 1321 und 1343 Lehen einer Familie BRUCKEN oder BRUCH (so in Reichsland). Die Mutter N BRÜCKEN wäre dann eine Tante des Johann BRÜCKEN oo Marie RODEMACHER gewesen und die Tante des Scharfhenchen 1441. Nikolaus GERSBACH und Johann BRÜCKEN sind beide um 1413/124 gestorben"

Woher stammt die Behauptung, daß Hensel Gersbach mit einer VON BRÜCKEN verheiratet war? Welche VON BRÜCKEN wäre das denn bitte? Bei Detlev Schwennicke, Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Bd XVI, Tafel 1 ist keine Dame ersichtlich!

Nach meinen Unterlagen hieß die Ehefrau von Hensel Gersbach "Bigela von Zweibrücken", es sei denn, daß wir hier von 2 verschiedenen Hensel sprechen.

VG Dieter