Nichtsesshafte
Verfasst: Mo 2. Jan 2012, 14:22
Familienforschung bei Nichtsesshaften
Da der Umgang der Gesellschaft und Amtsstellen mit den Nichtsesshaften stark belastet ist und eine tiefsitzende emotionale Dimension hat, neigen Ahnenforscher beim Auftreten solcher Ahnen dazu, diese nicht weiter zu erforschen oder aufzuführen.
Die Erforschung von Nichtsesshaften ist wegen den oft wechselnden Aufenthaltsorten, auch über Kantons- und Landesgrenzen hinweg, anspruchsvoll und aufwendig, d.h. Kirchenbücher und andere Quellen ganzer Regionen müssen umfassend durchgearbeitet werden.
Mit den üblichen Arbeitstechniken, grosser Ausdauer und etwas Glück kann auch die Herkunft von Nichtsesshaften meistens geklärt werden. Bei Jenischen zeigen zuverlässige Arbeiten, dass deren Wurzeln oft auf sesshafte Familien zurückgehen.
Wie in der übrigen wissenschaftlichen Geschichtsforschung auch, können dabei liebgewordene Mythen wegfallen und neue spannende Erkenntnisse dazukommen.
Obwohl nicht die Grundidee dieses Forums, können sich registrierte Mitglieder auch über private Nachrichten auszutauschen.
Fremd- und Eigenbenennungen von Nichtsesshaften
Nichtsesshafte wurden je nach Region und Zeit von den Amtsstellen, Kirchenbuchführern und vom Volksmund unterschiedlich benannt.
In den deutschschweizerischen Kirchenbüchern finden sich peregrini und vagi sowie mendici und pauperes.
Diese Benennungen weisen auf Fahrende, Fremde, Heimatlose, Herumziehende, Landfahrer, Reisende, Vagabunden oder Vaganten bzw. auf Arme oder Bettler hin.
Es kann sich um bürgerliche Reisende, Händler oder Handwerker, Wirtschafts- Religions- Kriegs- oder Justizflüchtlinge, ausgemusterte oder desertiert Militärangehörige, Gaukler, Schausteller, Musikanten, Jenische mit verschiedenen regionalen Fremdbenennungen, Roma oder Sinti mit der Fremdbenennung Zigeuner oder Mitglieder anderer Gruppen gehandelt haben.
Die Entstehung, Veränderung und Aufgabe von Fremd- und Eigenbenennungen von Personengruppen ist ein Dauerprozess. Der Grund dafür ist das Bedürfnis oder die Notwendigkeit zur Identifikation und Abgrenzung. Fremdbenennungen treten mehrheitlich früher auf und werden fallweise auch als Eigenbenennungen angenommen. Für die gleiche Gruppe sind manchmal zeitgleich im gleichen Regional- und Sprachraum verschiedene Benennungen im Gebrauch. Gruppen müssen auch nicht zwingend ethnisch oder sprachlich einheitliche zusammengesetzt sein. Je nach Zeitgeist kann sich die Benennung für die gleiche Gruppe verändern, oder die Gruppenzusammensetzung ändert sich bei gleichbleibender Benennung. Bei solchen, teilweise weit zurückliegenden, Prozessen ist es mangels Belegen oft schwierig sie zu verstehen, die Fremd- und Eigenbenennung auseinanderhalten und die benannten Gruppen festzumachen.
Die Fremdbenennungen für Jenische beziehen sich mehrheitlich auf ihre Erwerbstätigkeit, Verhaltensweise oder geografische Herkunft.
In der Deutschschweiz kennt man vor allem Bohemus (Herkunft von Böhmen), Chacheler / Chachelimacher (Tongeschirrmacher und Tongeschirrreparateur), Chachelifuerme (fahrender Tongeschirrhändler), Chorbeni (Korbmacher), Chundi (Kunde = aus dem rotwelschen Herumziehenden), Fecker (fechten = betteln), Gauner (Jauner = aus dem rotwelschen Joner = Falschspieler), Kessler (Kesselmacher und Kesselreparateur), Landstreicher, Spengler (Klempner, Kupferschmied), Vazer (Herkunft von Vaz/Obervaz) und Zigeuner.
Auch Nichtsesshafte führten wie Sesshafte neben dem Familiennamen oft einen Beinamen. Beinamen von Nichtsesshaften finden sich vor allem in Verhörprotokollen, Steckbriefen und Fahndungslisten.
Herkunft der Nichtsesshaften
Während die Herkunft der Sinti und Roma aus Indien als gesichert gilt, gehen die Meinungen über die Herkunft der Jenischen stark auseinander.
Vor allem die Meinung, die Jenischen seinen aufgrund ihrer Sprache dem Jenisch eine eigene Ethnie, ist nicht erwiesen und auch eher unwahrscheinlich.
Bochtella
Da der Umgang der Gesellschaft und Amtsstellen mit den Nichtsesshaften stark belastet ist und eine tiefsitzende emotionale Dimension hat, neigen Ahnenforscher beim Auftreten solcher Ahnen dazu, diese nicht weiter zu erforschen oder aufzuführen.
Die Erforschung von Nichtsesshaften ist wegen den oft wechselnden Aufenthaltsorten, auch über Kantons- und Landesgrenzen hinweg, anspruchsvoll und aufwendig, d.h. Kirchenbücher und andere Quellen ganzer Regionen müssen umfassend durchgearbeitet werden.
Mit den üblichen Arbeitstechniken, grosser Ausdauer und etwas Glück kann auch die Herkunft von Nichtsesshaften meistens geklärt werden. Bei Jenischen zeigen zuverlässige Arbeiten, dass deren Wurzeln oft auf sesshafte Familien zurückgehen.
Wie in der übrigen wissenschaftlichen Geschichtsforschung auch, können dabei liebgewordene Mythen wegfallen und neue spannende Erkenntnisse dazukommen.
Obwohl nicht die Grundidee dieses Forums, können sich registrierte Mitglieder auch über private Nachrichten auszutauschen.
Fremd- und Eigenbenennungen von Nichtsesshaften
Nichtsesshafte wurden je nach Region und Zeit von den Amtsstellen, Kirchenbuchführern und vom Volksmund unterschiedlich benannt.
In den deutschschweizerischen Kirchenbüchern finden sich peregrini und vagi sowie mendici und pauperes.
Diese Benennungen weisen auf Fahrende, Fremde, Heimatlose, Herumziehende, Landfahrer, Reisende, Vagabunden oder Vaganten bzw. auf Arme oder Bettler hin.
Es kann sich um bürgerliche Reisende, Händler oder Handwerker, Wirtschafts- Religions- Kriegs- oder Justizflüchtlinge, ausgemusterte oder desertiert Militärangehörige, Gaukler, Schausteller, Musikanten, Jenische mit verschiedenen regionalen Fremdbenennungen, Roma oder Sinti mit der Fremdbenennung Zigeuner oder Mitglieder anderer Gruppen gehandelt haben.
Die Entstehung, Veränderung und Aufgabe von Fremd- und Eigenbenennungen von Personengruppen ist ein Dauerprozess. Der Grund dafür ist das Bedürfnis oder die Notwendigkeit zur Identifikation und Abgrenzung. Fremdbenennungen treten mehrheitlich früher auf und werden fallweise auch als Eigenbenennungen angenommen. Für die gleiche Gruppe sind manchmal zeitgleich im gleichen Regional- und Sprachraum verschiedene Benennungen im Gebrauch. Gruppen müssen auch nicht zwingend ethnisch oder sprachlich einheitliche zusammengesetzt sein. Je nach Zeitgeist kann sich die Benennung für die gleiche Gruppe verändern, oder die Gruppenzusammensetzung ändert sich bei gleichbleibender Benennung. Bei solchen, teilweise weit zurückliegenden, Prozessen ist es mangels Belegen oft schwierig sie zu verstehen, die Fremd- und Eigenbenennung auseinanderhalten und die benannten Gruppen festzumachen.
Die Fremdbenennungen für Jenische beziehen sich mehrheitlich auf ihre Erwerbstätigkeit, Verhaltensweise oder geografische Herkunft.
In der Deutschschweiz kennt man vor allem Bohemus (Herkunft von Böhmen), Chacheler / Chachelimacher (Tongeschirrmacher und Tongeschirrreparateur), Chachelifuerme (fahrender Tongeschirrhändler), Chorbeni (Korbmacher), Chundi (Kunde = aus dem rotwelschen Herumziehenden), Fecker (fechten = betteln), Gauner (Jauner = aus dem rotwelschen Joner = Falschspieler), Kessler (Kesselmacher und Kesselreparateur), Landstreicher, Spengler (Klempner, Kupferschmied), Vazer (Herkunft von Vaz/Obervaz) und Zigeuner.
Auch Nichtsesshafte führten wie Sesshafte neben dem Familiennamen oft einen Beinamen. Beinamen von Nichtsesshaften finden sich vor allem in Verhörprotokollen, Steckbriefen und Fahndungslisten.
Herkunft der Nichtsesshaften
Während die Herkunft der Sinti und Roma aus Indien als gesichert gilt, gehen die Meinungen über die Herkunft der Jenischen stark auseinander.
Vor allem die Meinung, die Jenischen seinen aufgrund ihrer Sprache dem Jenisch eine eigene Ethnie, ist nicht erwiesen und auch eher unwahrscheinlich.
Bochtella