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Württemberger nach "Preussisch-Polen"

Verfasst: Fr 3. Mär 2006, 19:04
von anni
Die preußische Regierung siedelte nach 1800 in dem an sie gefallenen Teil Polens, dem sog. "Südpreußen", zahlreiche deutschsprachige Kolonisten an, namentlich aus Württemberg. Das ist bekannt und auch online (www.auswanderer-lad.bw) gut zu recherchieren. Ich möchte an dieser Stelle nur hinweisen auf die von einer Gruppe aus Öfingen gegründete Kolonie Effingshausen, die heute unter dem Namen Starowa Gora als Stadtteil zu Lodz eingemeindet ist. Zu dieser Kolonistengruppe gehörte auch Johannes Bossert (*23.12.1745 in Öfingen), dessen Vorfahren aus dem Kt. Zürich nach Öfingen gezogen waren (wie ich dem geneal-forum mit Interesse entnommen habe).
Bemerkenswert an dieser Kolonistengruppe - ich weiss nicht wie repräsentativ das ist: die wenigsten ware gelernte Landwirte, vielmehr Schneider, Weber, Bierbrauer u.dgl. Die Familienväter waren bei Ausreise meist schon über die 50. Kann man da von einer "Elendsmigration" sprechen?

Württemberger nach "Preussisch - Polen"

Verfasst: Fr 20. Okt 2006, 10:55
von Mark
Anni,
um auf die Frage nach der "Elendsmigration" zurückzukommen: Vermutlich gilt dies zum Teil, generell jedoch nicht. So wanderte damals eine Familie aus dem Schwarzwald nach "Preussisch Polen", nachdem sie ihre Güter verkauft hatte. Dazu gehörte eine "neuerbaute, zweistöckige Behausung mit Scheune und Stall", wie aus dem betreffenden Schriftstück im Gemeindearchiv hervorgeht. Dies hatte wenig mit Elend zu tun.
Martin

Württemberger nach "Preussisch - Polen"

Verfasst: Mo 23. Okt 2006, 21:11
von beaeumel
Auch ich m öchte zu diesem Thread beifügen:
Öfinger Ortschronik: "...mit weib und Kindern nach Preußisch-Polen gezogen gezogen": "...Größtenteils waren es jedoch wirtschaftliche Gründe, die die Wegzüge verursachten. Die östrreichischen Donauländer standen nur katholischen Auswanderungswilligen offen."