Moderator: Wolf
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Walter
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von Walter » Do 2. Mär 2023, 17:37
Renato hat geschrieben: Do 2. Mär 2023, 16:37
Huch, wann soll das genau passiert sein? Es gibt im 16. Jh. zwei Pfarrer mit diesem Namen (Grossvater und Enkel). Welchen meinst du? Beide sind direkte Vorfahren von mir
Vermutlich war das der Enkel, der Reformator Musculus ist ja schon 1563 in Bern verstorben. Der von mir erwähnte Wolfgang Mäuslin war von 1584 bis 1625 Pfarrer in Grosshöchstetten und nannte sich auch Musculus.
Hier noch die Taufe von meinem Alturgrossvater Niclaus Strauffenegger von 1751:
Ghst_5-97_1751.jpg
Dieser Niklaus heiratete 1779 eine Barbara Krähenbühl, nun lautete sein Name Stauffenegger:
Ghst_19-45_oo1779.jpg
Er erscheint auch als erster im Bürgerregister von Zäziwil (Band 1, Seite 169), dort steht nun aber eben Struffenegger:
BR_I-169.jpg
Und das alles, weil dein Vorfahre Wolfgang Mäuslin im 16. Jh. bei meinen Vorfahren den Namen Struffenegger eingeführt hat!!! 
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LG, Walter
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Renato
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von Renato » Do 2. Mär 2023, 18:08
Dann dürfte dieser Pfarrer unschuldig sein
Der Name Struffenegger kommt schon früher vor: Eine Barbara Struffenegger wird am 14. Mai 1570 in Röthenbach als Taufpatin aufgeführt (zweiter Taufeintrag an diesem Datum). Wolfgang Mäusli war da erst 14 Jahre alt. Pfarrer in Röthenbach war ein Josephus B….. (uff, Glück gehabt!).
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griffy
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Beitrag
von griffy » Do 2. Mär 2023, 18:36
Renato hat geschrieben: Do 2. Mär 2023, 18:08
Dann dürfte dieser Pfarrer unschuldig sein
Der Name Struffenegger kommt schon früher vor: Eine Barbara Struffenegger wird am 14. Mai 1570 in Röthenbach als Taufpatin aufgeführt (zweiter Taufeintrag an diesem Datum). Wolfgang Mäusli war da erst 14 Jahre alt. Pfarrer in Röthenbach war ein Josephus B….. (uff, Glück gehabt!).
Joseph_Benker.png
Quelle: Lohner, Carl Friedrich Ludwig: Die reformirten Kirchen und ihre Vorsteher im eidgenössischen Freistaate Bern nebst den vormaligen Klöstern. Thun : J.J. Christen, [1864-1867], S. 129
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Walter
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Beitrag
von Walter » Do 2. Mär 2023, 19:23
Monoman, ihr zerstört gerade meine Theorie zu diesem "r" in meiner Familiengeschichte! 
Diese Barbara hatte ich bis jetzt nicht auf dem Radar 
LG, Walter
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Renato
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von Renato » Do 2. Mär 2023, 20:51
Dafür ist die Ehre meines Vorfahren wieder hergestellt
Wäre das nicht ein Fall für die Idiotikon-Redaktion? Vielleicht können die den Unterschied zwischen Stauffenegger und Struffenegger erklären.
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Renato
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Beitrag
von Renato » Do 2. Mär 2023, 21:25
@griffy: Danke für die Lohner-Quelle! An die hatte ich gar nicht mehr gedacht.
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Walter
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von Walter » Fr 3. Mär 2023, 12:22
Renato hat geschrieben: Do 2. Mär 2023, 20:51
Wäre das nicht ein Fall für die Idiotikon-Redaktion? Vielleicht können die den Unterschied zwischen Stauffenegger und Struffenegger erklären.
Das kann ich nicht beurteilen, ob das für die von Interesse ist?
Hier noch eine weitere ähnliche Geschichte, ich habe schon vor längerer Zeit eine Einbürgerungen in Basel gefunden, welche ich als zugehörig zu den Stuffenegger von Aarberg vermute (1833 ausgestorben), was ich aber leider nicht beweisen kann:
Ludwig Stroffeneckh "usz Bern piet" wurde am 14.4.1557 in Basel eingebürgert.
BV-Basel_B2_S.363.jpg
Er taufte dort in der Kirche St. Theodor 5 Kinder, bei diesen Taufen wurde sein Name dann wie folgt notiert:
- 1558 Ludwig Stuffeneck
- 1559 Ludwig Stoffenacker
- 1560 Ludwig Stuffeneckern
- 1562 Ludwigen Stuffanecker
- 1565 Ludwig Stufeneckern
Das "r" in seinem Nachnamen hatte also nicht Bestand.
Nur wenige Monate später, am 1.11.1557, wurde in Basel auch noch folgende Person eingebürgert:
Ulrich Stuffeneckher "der Tischmacher uss Frenisperger ampt, Berner gebiet", von ihm finden sich in Basel keine weiteren Spuren, er könnte der Vater des Ludwig gewesen sein. Sein Name wurde nun jedenfalls ohne das ominöse "r" notiert.
BV-Basel_B2_S.364.jpg
Woher (linguistisch) dieses "r" kommt, ist mir ein Rätsel.
Dass Formen (von Stauffenegger) wie Stouffenegger oder Stuffenegger dem Berner Dialekt geschuldet sind, das scheint mir klar, aber Stru- oder Stroffenegger kann ich mir nicht erklären.
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LG, Walter
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von Säntis » Fr 3. Mär 2023, 23:33
Grüezi Walter,
die Idee von Renato, die Idiotikon-Redaktion anzufragen, ist sehr gut.
Habe diesen Vorschlag am 25.02.2023 im Thread Schruffenegger im Entlebuch LU auch schon eingebracht.
Die Redaktion des Idiotikons ist an solchen Fragen sehr wohl interessiert und hilfsbereit.
Habe diesbezüglich schon mehrmals wertvolle Auskünfte erhalten.
Bochtella
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von Säntis » Sa 4. Mär 2023, 16:21
Grüezi Walter,
denke nicht, dass Pfarrer bewusst neue Schreibweisen von Familiennamen-eingeführt haben.
Vielmehr werden Sie die in der entsprechenden Zeit im jeweiligen Umfeld gehörten Lautungen der Familiennamen in die Schriftlichkeit übernommen haben.
Denkbar ist, dass im gleichen Zeitraum und Umfeld, vorallem bei nicht gehäuft vorkommenden Familiennamen, nicht alle Sprecher die gleiche Lautung hatten, die sich dann auch in einer unterschiedlichen Schriftlichkeit zeigt.
Bei diesem Familiennamen ist zudem eine Lautverschiebung von ou zu u und schlussendlich zu au feststellbar.
Der Übergang von uo zu ue fehlt bisher:
Ähnliche Entwickungen wie von Stuofe, Stuefe zu Stufe finden sich z. B. bei:
• Stuol, Stuel, Stuhl
• Schuoh, Schueh, Schuh
• Schuol, Schuel, Schule
Weitere Meinungen und ältere Belege des Familiennamens werden hoffentlich auch den fallweisen Einschub des r vor ou, u und au sowie den Übergang von u zu au klären.
Bochtella
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Peter.D
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von Peter.D » Sa 4. Mär 2023, 17:29
Ich habe noch das Original im Bürgerbuch von 1557 kontrolliert: der Ratsschreiber hat eindeutig ein r geschrieben.
Einbürgerung Stroffeneckh 1557.jpg
(siehe hier, p. 56, Bild 112, das sich mit der neuen Anwendung des StABS leider nicht mehr verlinken und nicht mehr as PDF exportieren lässt).
Fritz Weiss und in der Folge die SGFF-Arbeitsgruppe haben das also richtig transkribiert. Erstaunlich ist jedoch, dass der offensichtlich gleiche Ratsschreiber wenige Seiten weiter den Namen wieder anders schreibt. Eine Überprüfung im Öffnungsbuch kann vielleicht helfen, aber meist sind die Einträge ziemlich gleich.
Eine Lautverschiebung ist möglich, aber in dieser Form doch eher unwahrscheinlich. Vielleicht wurde einfach irgendwann ein r und ein a verwechselt, was mir bei der alten Handschrift auch schon passiert ist.
Interessant wäre noch, ob es vorreformatorische Quellen mit diesem Namen gibt, wie z.B. Jahrzeitbücher in lateinischer Handschrift. Eventuell hat Bochtella dazu einen Link.
Peter
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Walter
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Beitrag
von Walter » Sa 4. Mär 2023, 21:01
Peter.D hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 17:29
Ich habe noch das Original im Bürgerbuch von 1557 kontrolliert: der Ratsschreiber hat eindeutig ein r geschrieben.
Vielen Dank Peter für den Ausschnitt aus dem Bürgerbuch.
Habe ich dich richtig verstanden; dieses Bürgerbuch ist im Original nicht online zugänglich, nur in der Abschrift von F. Weiss.
Und noch zu der Möglichkeit der Verwechslung von "a" (resp. "o") und "r".
Ich habe mir schon Gedanken gemacht, ob der neue Pfarrer Wolfgang Mäuslin bei der Heirat von Samuel (1584) den Nachnamen im früheren Eintrag seines Vorgängers Möriker (Taufzeuge 1582) falsch gelesen hat. Ältere Einträge zu dieser Sippe gibt es ja in Grosshöchstetten keine. Und das dortige nach oben offene "o" kann man ja durchaus als "r" interpretieren.
Aber damit ist die gleiche Problematik bei der Bürgeraufnahme 1557 in Basel nicht zu erklären ... 
Die Sache bleibt also vorerst rätselhaft.
Zuletzt geändert von Walter am Sa 4. Mär 2023, 21:26, insgesamt 1-mal geändert.
LG, Walter
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von Säntis » Sa 4. Mär 2023, 21:17
Grüezi Peter,
wir sind uns wohl einig, jetzt würden vorallem Belege des Familiennamens, die vor den schon bekannten ältesten Nennungen auf der Website Genealogie der Familie Stauffenegger von Zäziwil BE von Walter Stauffenegger und in diesem Thread liegen, weiterhelfen.
Ausgehend von den bisher genannten Fundorten des Familiennamens in Aarberg, Frienisberg, Grosshöchstetten, Röthenbach und Zäziwil müssten man sich in die umfangreichen Quellen der Landvogteien Aarberg (mit Aarberg), Frienisberg (mit Frienisberg) und Signau (mit Röthenbach und Zäziwil) sowie des Landgerichts Konolfingen (mit Höchstetten, heute Grosshöchstetten) vertiefen.
Habe bisher in diesen Räumen nicht geforscht und Jahrzeitbücher aus den zugehörigen Pfarreien sind mir keine bekannt.
Bochtella
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Peter.D
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Beitrag
von Peter.D » Sa 4. Mär 2023, 22:41
Hallo Walter
Doch, die Bürgerbücher sind online, nur die Öffnungsbücher nicht. Ich hatte das im Thread der Taufbücher von St. Theodor adressiert.
Die Auswanderer kamen ja in der Regel mit einem Taufschein an den neuen Wohnort. Ob sie den selbst lesen konnten, ist in jener frühen Zeit natürlich nicht sicher. Fehler oder Ungenauigkeiten eines Pfarrers wurden so weitergegeben.
Peter
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Beitrag
von Walter » So 5. Mär 2023, 10:33
Peter.D hat geschrieben: Sa 4. Mär 2023, 22:41
Doch, die Bürgerbücher sind online, nur die Öffnungsbücher nicht.
Ok, ich habe die Einbürgerungen jetzt gefunden, ich bin vorher im alphabethischen Register stecken geblieben
Was ist eigentlich der Sinn und Zweck der sog. Öffnungsbücher?
Die Auswanderer kamen ja in der Regel mit einem Taufschein an den neuen Wohnort. Ob sie den selbst lesen konnten, ist in jener frühen Zeit natürlich nicht sicher. Fehler oder Ungenauigkeiten eines Pfarrers wurden so weitergegeben.
Das mit dem Taufschein ist mir neu, bist du da sicher?
Der Ludwig, welcher 1557 in Basel eingebürgert wurde, müsste doch um 1530 herum im Berner Gebiet geboren sein, also während den Wirren der Reformation.
Es gibt Hinweise, dass dieser Ludwig von den Stuffenegger (auch Stouffenegger) von Aarberg abstammte, leider kann ich das nicht belegen, die Taufrodel beginnen dort ja auch erst 1549.
In Aarberg findet man 1590 die Heirat eines Ludwig Stouffenegger, zu welchem ich keine passende Taufe gefunden habe. Das könnte eventuell der 1558 in Basel getaufte Hans Ludwig sein. Weiter findet man in Aarberg 1612 die Heirat von einen Hans Jacob, von welchem ebenfalls keine passende Taufe zu finden ist. Das könnte doch der 1560 in Basel getaufte Johann Jacob sein. Das sind aber leider nur Spekulationen.
Dort (in Aarberg) habe ich bis zum Aussterben dieser Familie um 1830 nie eine Namenvariante mit "Str..." gesehen.
LG, Walter
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Beitrag
von Säntis » So 5. Mär 2023, 16:30
Grüezi Walter,
wie lautet nun der vollständige Eintrag im Bürgerbuch der Stadt Basel vom 01.11.1557 für Ulrich Stuffeneckher?
Bochtella
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von Peter.D » So 5. Mär 2023, 18:22
Walter hat gefragt: Was ist eigentlich der Sinn und Zweck der sog. Öffnungsbücher?
Die Basler Öffnungsbücher waren Vorgänger der später einsetzenden Ratsprotokolle des Kleinen Rats. Die Einbürgerungsgesuche wurden zuerst vom Kleinen Rat behandelt und dann dem Grossen Rat zum Entscheid vorgelegt. Die Behandlung durch den Kleinen Rat ist im jeweiligen Öffnungsbuch dokumentiert. Das Bürgerbuch enthält den späteren Eintrag, nachdem der neue Bürger den Eid abgelegt und - vor allem - die rechts aussen vermerkte Einbürgerungsgebühr bezahlt hatte.
Walter hat bemerkt: Das mit dem Taufschein ist mir neu, bist du da sicher?
Die Stadt hat die Niederlassung nur gestattet, wenn der Zuziehende einen Schein über sein Heimatrecht vorlegen konnte, insbesondere um ihn und seine Familie im Falle von Armut nicht unterstützen zu müssen. Dazu konnte er einen Bürgerbrief oder den Taufschein einreichen; die eigentlichen Heimatscheine wurden erst viel später vereinheitlicht. Für eine Heirat oder die Einbürgerung war explizit der Taufschein erforderlich, um die reformierte Konfession nachzuweisen. In allen Fällen musste ein Schreiber die oft vom Pfarrer ausgestellten Dokumente richtig lesen können. Naturgemäss kam es dabei z.B. im unteren Elsass zu mehr Fehlern als in Basel, bis hin zur Unkenntlichmachung des angestammten Namens.
Peter
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von Walter » So 5. Mär 2023, 19:10
Peter.D hat geschrieben: So 5. Mär 2023, 18:22
Die Stadt hat die Niederlassung nur gestattet, wenn der Zuziehende einen Schein über sein Heimatrecht vorlegen konnte ...
Ok, das wir mir nicht bekannt.
Jetzt müsste die Stadt Basel diese Scheine nur noch irgendwo aufbewahrt haben, dann wäre die Herkunft dieses Ludwig ja geklärt.
Und warum wurde bei der Einbürgerung der Heimatort nicht explizit erwähnt?
Peter du siehst, ich bin in diesen Fragen etwas überfordert 
LG, Walter
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von Peter.D » So 5. Mär 2023, 21:44
Nein Walter, das Problem liegt nicht bei dir. Die Aktenlage aus jener Zeit ist einfach zu dünn. Ich hatte vor mehreren Jahren ein ähnliches Problem mit einer Einbürgerung um 1570. Auf meine Verwunderung über die knappen Einträge sagte mir der damalige stellvertrende Staatsarchivar Dr. U.B.: "Wissen Sie, die waren vor allem am Eingang der Einbürgerungsgebühren interessiert!"
In deinem Fall erstaunt es aber schon, dass bei der ersten Einbürgerung im April 1557 nur Bern als Herkunft genannt wird, bei der zweiten im gleichen Jahr aber doch eine etwas präzisere Angabe steht. Ob der oder die Schreiber den genauen Ort im Taufschein nicht richtig lesen konnten? Ich fürchte, dass im Öffnungsbuch auch nicht mehr steht, sonst hätte es Fritz Weiss ziemlich sicher übernommen. Aber zur Sicherheit kannst du den Band VIII im StABS ja mal trotzdem ansehen.
Von einigen Ausnahmefällen abgesehen wurden die Tauf- oder späteren Heimatscheine von den Ratsschreibern auch nur kontrolliert und dann dem Gesuchssteller wieder zurückgegeben. Daher finden sich viele solcher Scheine wie auch Reisepässe heute in den deponierten Privatarchiven und nicht in den staatlichen Beständen.
Peter
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von Peter.D » Mo 6. Mär 2023, 18:06
Im Kanton Bern haben offensichtlich nur wenige Jahrzeitbücher die Stürme der Reformation überstanden. Die wenigen heute noch erhaltenen Bücher sind für Bern bei Hermann Specker und für die ganze Schweiz in der neueren Dissertation von Rainer Hugener alphabetisch verzeichnet.
Peter
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von Säntis » Mo 6. Mär 2023, 20:06
Grüezi Peter und Walter,
dazu auch den Thread Jahrzeitbücher Kanton Bern
Bochtella
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von Säntis » Di 7. Mär 2023, 12:10
Grüezi Walter,
Dieser Familienname geht zweifelsohne auf den Namen eines Siedlungsplatzes mit dem Wortteil Staufe/n, Stofe/n, Stoufe/n, Stuefe/n, Stuofe/n oder Stufe/n und Egg/Eck zurück. Unter den weiteren abweichenden Schreibungen dieser Wortteile finden sich an dritter Stelle ein r, an Stelle vom f zwei ff oder ein ph. usw.
Da Siedlungsplätze nicht nur entstanden sondern auch abgegangen sind, könnten in Quellen zur Umgebung von erhaltenen Ortsnamen mit lediglich dem ersten Wortteil Staufe/n, Stofe/n, Stoufe/n, Stuefe/n, Stuofe/n, Stufe/n usw. auch abgegangene Namen von Siedlungsplätzen mit dem Zusatz Egg oder Eck zu finden sein.
Da in der unmittelbaren Nähe von Grosshöchstetten (bis 1896 Höchstetten) und Zäziwil bis jetzt kein entsprechender Siedlungsplatzes nachgewiesen werden kann und ohne fühere Belege des Familiennamens in Grosshöchstetten oder Zäziwil, ist von einer Zuwanderung nach der Reformation aus reformierten Orten auszugehen.
Dabei sind primär, ausgehend von den bisher bekannten Fundorten des Familiennamens in Aarberg, Frienisberg, Grosshöchstetten und Röthenbach, die Räume der Landvogteien Aarberg, Frienisberg und Signau sowie des Landgerichts Konolfingen von Interesse. Zum Bernergebiet ist auch der damalige Berner Aargau zu rechnen.
Sollten noch Belege zum Familiennamen an den bisher bekannten Fundorten des Familiennamens aus vorreformatorischer Zeit bekannt werden, wäre auch eine Herkunft aus katholischen Orten der übrigen deutschsprachigen heutigen Schweiz denkbar.
Frühe Erstnennungen von Ortsnamen mit dem ersten Wortteil des Familiennamens in der deutschsprachigen heutigen Schweiz:
• Auf der Website ortsnamen.ch finden sich:
(a. 1047) Stouffen, Ort Staufen AG, 1414-1798 Berner Aargau,
1433 Stouffen, Liegenschaft Staufe in Schüpfheim LU,
≤1485 Stouffen, Grat Staufe in Wintersingen BL,
<1500 [1282] unter Stophen, Hof Unter Staufen in Beringen SH,
1534 Stoufen, Bewaldeter Kegel Staufe in Buus BL
und nicht datierte oder spätere Belege.
• Im Schweizerischen Idiotikon finden sich nicht datierte oder spätere Belege.
Bochtella
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von Walter » Fr 7. Apr 2023, 13:18
Ich habe vor einiger Zeit einen Schuldbrief von 1612 erhalten, mit meinem Stammvater Hans Struffenegger als Anstösser. Er stammt offenbar aus den Kontraktenprotokollen von Signau, genaueres dazu ist mir aber nicht bekannt.
Leider kann ich den Text nur teilweise lesen (siehe unten), wer kann mir da weiter helfen?
Schuldbrief 1612.jpg
Hans Wyman an der Leymen verschrybt sich und … Erb(en) …
obgedachtem Geüman und synen Erb(en) namlich umb 22 Kronen?
.. .. verspricht? die uff Mey 1613 her sampt dem Zins w..
.. nit wytherr borg? hab(en) mag fhad.. er ab(er?) wyther …
..lang mag so sol .. b. … synen Krefft(en) bestens? … blyb(en)
.nsatzung syn Hu und? Heim sampt dem ..ylig.. ..dtich …
ungefar 2? mad, stost 1? an die Allmendt … …. an Hans
Struffenegger Acher?, und näben? an Hans Christiners Acher?, ..ber
herschaffträchti ..dig .. darzu? auch? all ander? syn und syner Erben?
Haab und Guett Zügen? by Angäbung Hans Kray(en)büel zu Zätzi=
wyl und Chuni Kray(en)büel zu? Brumerspuch? Actum uff Mey
1612.
Und(er)schryb(en)?
Der Houptschuldner hatt ang..tzter bysyn der(?) Bezug(en?) glopt?
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