Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

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Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

Beitrag von Wolf » Sa 7. Sep 2024, 17:55

Grob-Ottenbach-BV-1634-1647.jpg
1634 leben in Ottenbach die Brüder Hans Heinrich, der Müller, und Joß (Joseph?), (vermutlich) Söhne des Felix Grob [§] aus Knonau. 1640 wird zusätzlich die Schwester Margreth aufgeführt. 1643 wird ein weiterer Sohn Hanß genannt - der aber altersmässig eher zum Sohn des Heinrich passt, der 1643 unter dessen Kindern nicht mehr aufgeführt wird.

Joß ist 1640 dann in der Mühle Affoltern ansässig - seine Familie wird nicht mehr mit Details aufgeführt. 1643 wird sein gleichnamiger Sohn wieder in Ottenbach genannt - ist er beim Onkel in der Lehre? 1647 wird er nämlich als Jungmüller mit Frau und Tochter genannt.

Bei der Altersangabe der Verena, Tochter des Hans Heinrich, liegt 1634 offensichtlich ein Schreibfehler vor.

Evtl. ist es darin begründet, dass das "offizielle" Jahr des Bevölkerungsverzeichnisses nicht unbedingt mit dem Jahr der Erhebung übereinstimmt, dass Margreth (*1638) im Verzeichnis 1640 noch nicht auftaucht. Sie heiratet am 28.10.1662 in Ottenbach den Hans Rudolf Sidler.

[§] Am 14.09.1606 heiraten in Maschwanden ein Felix Grob und Elisabeth Blüni, Kleinhansen Tochter: das würde vom Heiratsort her passen - allerdings nicht dazu, dass ein Sohn bereits 1619 heiratet.

=================
Siehe frühe Taufen Grob in Knonau mit weiteren Details und Schlussfolgerungen bzw. Fragen daraus.
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Re: Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

Beitrag von Peter.D » Sa 7. Sep 2024, 19:05

Joß war nach meiner Beobachtung im Kanton Zürich eine Kurzform für Johannes, neben Hans. Joseph war in den reformierten Gegenden ohnehin sehr selten.

Bei den Bevölkerungsverzeichnissen muss man auch sehen, wie sie entstanden: der Pfarrer besuchte die Familie meist zuhause und fragte, wie die Eltern und Kinder heissen und wie alt sie sind. Er hat die Daten bei den grossen Kirchgemeinden kaum immer in den Büchern verifiziert.

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Re: Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

Beitrag von Wolf » Sa 7. Sep 2024, 22:54

Peter.D hat geschrieben: Sa 7. Sep 2024, 19:05Joß war nach meiner Beobachtung im Kanton Zürich eine Kurzform für Johannes, neben Hans. Joseph war in den reformierten Gegenden ohnehin sehr selten.
Bei meiner Interpretation habe ich mich von der Zürcher Ehedatebank beeinflussen lassen: dort ins "Joß" als "Jos" standardisiert - was natürlich immer noch eine Kurzform ist und auch für "Jo(hanne)s" stehen kann (oft auch als "Joes" abgekürzt). Beide Ehepartner 1619 sind übrigens verwitwet. Vmtl. hatte Joß (Jos) Grob vorher am 17.11.1611, ebenfalls in Knonau, eine Katharina Weiss aus Herferswil geheiratet - auch da schon Witwer. Am 8.03.1604 hatte ein Joß Grob eine Margaretha Weber geheiratet - allerdings in Hinwil. Weitere Eheschliessungen eines Joß Grob werden in der Ehedatenbank nicht erwähnt (im Ehebuch Knonau besteht allerdings eine Lücke 1584-1606).

Angaben in den Bevölkerungsverzeichnissen: dass die in der Regel auf Angaben der besuchten Familie beruhen und entsprechend unsicher sind, ist mir klar - aber bei einem angeblich 3-jährigen Kind 4-5 Jahre daneben zu liegen, ist schon eher ungewöhnlich ;-).


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frühe Taufen Grob in Knonau ZH

Beitrag von Wolf » So 8. Sep 2024, 18:13

Bei familysearch findet sich eine auszugsweise Abschrift der Taufen Grob in Knonau mit Ergänzungen aus den Haushaltsrodeln. Hier folgen die im Zusammenhang mit der hier behandelten Linie relevanten Angaben (ergänzt mit Links zu Kirchenbucheinträgen bzw. der Zürcher Ehedatenbank):
Jost Grob (oo vor 1567) Barbara Bürgisser
um 1567 Felix oo Anna Frick, + um 1650

Lienhart Grob (Graab) (oo vor 1595) Barbara Frick wurde dabei übersehen
09.01.1595 Adelheit, oo 1616 Felix Urmi


Felix Grob (oo vor 1600) Anna Frick (lebt mit den Anderen in Ottenbach - ist aber nicht deren Vater?)
25.12.1600 Christina
24.01.1602 Jacob
23.10.1603 Gorius
31.07.1605 Anna, + 24.03.1621
25.10.1607 Hans Jakob, oo 17.10.1632 Elsbeth Maurer
18.03.1610 Ulrich +
17.05.1612 Hans, + 29.03.1637 ledig

Jost/Joss Grob (oo vor 1605) Dorothea Frey
21.07.1605 Hans Heinrich, oo 04.08.1626 Barbara Salzmann, + 08.05.1676
07.12.1606 Anna
28.08.1608 Salomo
06.01.1611 Lienhard

Jos Grob oo 17.11.1611 Katharina Weiss
30.05.1613 Jakob
25.09.1614 Barbara, + 02.01.1615
18.02.1617 Barbara, + 04.01.1630

Jos/Jost Grob oo 30.05.1619 Verena Salzmann
27.08.1620 Anna, + 30.11.1628
13.02.1622 Heinrich, + 02.03.1624
29.02.1624 Jos
07.10.1626 Verena, + 23.12.1626
25.11.1627 Margretha
09.01.1631 Anna (vor 1634 verstorben?)
weitere Kinder * in Ottenbach > um 1631/1633 nach Ottenbach verzogen


Heinrich Grob oo 04.08.1626 Barbara Salzmann (19.02.1604-31.07.1672)
14.05.1627 Heinrich, + 16.06.1627
20.04.1628 Verena
03.03.1630 Heinrich (vor 1634 verstorben?)
weitere Kinder * in Ottenbach > um 1631/1633 nach Ottenbach verzogen
Der einzige Hans Heinrich wird am 21.07.1605 als Sohn des Jost Grob und der Dorothea Frey getauft. Felix wäre demnach nicht der Vater von Hans Heinrich und Joß im Bevölkerungsverzeichnis von Ottenbach. Die Beiden sind mit Ihren Familien (und der Schwester Margreth) um 1631/1633 nach Ottenbach gezogen - evtl. ist Felix als Witwer mitgekommen.

Wenn Joss (oo Verena Salzmann) und Heinrich (oo Barbara Salzmann) Brüder sind (Bevölkerungsverzeichnis 1640), wäre der 1605 geborene Hans Heinrich nicht der Ehemann der Barbara Salzmann ... ansonsten wären sie ja Vater und Sohn. Gibt es einen anderen Hans Heinrich (nicht in Knonau getauft) - oder liegt das Bevölkerungsverzeichnis bei den erst vor wenigen Jahren zugezogenen Familien falsch?


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Re: Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

Beitrag von Säntis » Mo 9. Sep 2024, 08:44

Grüezi Wolf,

Heinrich Grob, am 04.08.1626 vermählt mit Barbara Salzmann, ist wahrscheinlich identisch mit:

• 1638 ersuchten der Ottenbacher Müller Heinrich Grob und die Zivilgemeinde Ottenbach bei den "gnädigen Herren" in Zürich um die Bewilligung für den Neubau einer zusätzlichen Mühle (neuer «malhufen» mit einem Mühl- und Bodenstein und einem Wasserrad) auf Gemeindeland an der Reuss (mit Kanal zur Mühle), weil die bestehende Mühle vom Mühleweier während trockenen Sommermonaten zu wenig Wasser erhalte, um alles Korn zu mahlen.
Beleg auf der Webseite "Ottenbach ZH" von Wikipedia.

• 1638 machten der Ottenbacher Müller Heinrich Grob und die Zivilgemeinde Ottenbach eine Eingabe bei den "gnädigen Herren" in Zürich, dass er an der Reuss einen neuen "malhufen" –bestehend aus einem Mühl- und einem Bodenstein, sowie ein Wasserrad errichten dürfe. Zu "heissen und trockenen" Sommerszeit sammle sich zu wenig Wasser im Mühleweiher.
Beleg auf der Webseite "Weberei Haas - Bodmer - Hürlimann" von Peter Eichhorn, Ottenbach, Kanton Zürich.

• 1638 ersuchte Müller Grob die Obrigkeit, ob er an der Reuss eine Mühle mit Wasserrad errichten könne, da der Müliweiher zuwenig Wasser habe. Auf der Gygerkarte von 1667 ist diese schon eingetragen.
Beleg auf der Webseite "Bäche in Ottenbach" von Peter Eichhorn, Ottenbach, Kanton Zürich.

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Re: Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

Beitrag von Elsleuth » Mo 9. Sep 2024, 13:43

Säntis, This is wonderful information on an important member of my family. The details are amazing. I visited Ottenbach in 2019 and have a picture in my mind of Heinrich at the mill. This furthers my research. Many, many thanks. Kent

Heinrich's Profession
A miller is a person who operates a mill, a machine to grind a grain (for example corn or wheat) to make flour. Milling is among the oldest of human occupations. As an important part of his job, the miller repeatedly takes into his hand samples of the ground meal coming out of the spout in order to feel the quality and character of the product. The miller rubs the grain between his thumb and forefinger. After years of doing this, the miller's thumb changes shape and becomes broad and flattened. This is known as a "miller's thumb". (Wikipedia)



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Re: Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

Beitrag von Säntis » Mo 9. Sep 2024, 14:43

Grüezi Kent,

noch zwei Belege zu Heinrich Grob, Müller in Ottenbach:

1645 hat Heinrich Grob, Müller, die Genehmigung zur Betreibung eines Mühlsteins ungefähr am heutigen Turbinenstandort erhalten. Über das Schicksal dieser Mühle ist nichts bekannt.
Beleg auf der Webseite des Vereins Historisches Kleinkraftwerk Ottenbach.

1647 Schlichtung durch lokale Würdenträger des Amtes in einem Streit zwischen der Gemeinde Ottenbach und dem Ottenbacher Müller Heinrich Grob. Umfassende Regelung der Wasserrechte (wie Kanal zur Mühle, Mühleweiher und Wässerung der Gemeindematten, wasserbauliche Verpflichtungen des Müllers) und Regelung um Wasserrecht bezüglich des durch obrigkeitlichen Beschluss bewilligten Neubaus einer Mühle an der Reuss auf Gemeindeland.
Beleg auf einer Webseite des Archivführers der Zürcher Gemeinden und Kirchgemeinden sowie der städtischen Vororte vor 1798, Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Ottenbach, Urkunden auf Pergament.

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Re: Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

Beitrag von Säntis » Di 17. Sep 2024, 07:41

Grüezi Kent,

als Ergänzung zu den beiden Beiträgen vom 09.09.2024.

Historische Karte von Hans Conrad Gyger (1667)
Einer loblichen Statt Zürich eigenthümlich zugehörige Graff und Herrschafften, Stett, Land und Gebiett : sampt deroselben anstossenden benachbarten Landen, und gemeinen Landvogteigen, mit Bergen und Talen, Höltzer und Wälden, Wasseren, Strassen und Landmarchen : alles nach geometrischer Anleitung abgetragen, auff disen Plan gebracht, und vollendet Anno Christi MDCLXIIII zu Nutz und Ehren disem seinem lieben Vatterland.
Hans Conrad Beyger Burger und Ammbtman im Cappellerhof Lobl. Statt Zürich 1667.
Gesamtansicht auf einer Webseite von maps.zh.ch
Ausschnitt Ottenbach mit den Mühlen .

Hans Konrad Gyger's Züricher-Cantons-Carte 1667, Zürich 1891.
Digitalisat auf einer Webseite von e-rara.ch
Seite 38, Blatt 46: Ausschnitt Ottenbach mit den Mühlen.

Roman Walt, Die “schönste Blüte” der Kartographie: die Gygerkarte von 1667, auf einer Webseite der ETHeritage.

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Re: Grob von Knonau ZH (in Ottenbach ZH)

Beitrag von Elsleuth » Di 17. Sep 2024, 14:43

Grüezi Säntis

In 2019 my wife and I visited Ottenbach. One morning I got up early and walked around the town. I went down to the river and met a man who entertained me with the history of recreation on the Ruess. I walked by the Mill and wondered what role it played in the Grob and Sidler's lives. I wondered what form it took back then. You have done a great service to me in posting these documents. Thanks so very much.

Wikipedia: From 1645 onwards, the millers of Ottenbach and Rickenbach used in addition to the ditches in the village the water of the river Reuss to grind the grain, because those did not supply enough water during the summer months. In 1833, the Canton of Zürich granted the license to use the water to operate a grain mill. In 1836 the miller Jakob Beerli built a canal with a dam in order to bring the water of the Reuss to the millwheel in a more regulated manner.



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Grob von Ottenbach ZH

Beitrag von Wolf » So 1. Dez 2024, 15:34

Laut Familiennamenbuch sind alleine im Kanton Zürich Grob in 18 Gemeinden seit vor 1800 verbürgert - darunter Knonau, Obfelden und Ottenbach. Diese Linie von Knonau scheint im frühen 17. Jhdt. nach Ottenbach zugewandert zu sein. Es gab aber schon vorher Taufen Grob in Ottenbach - u.a. von Grob aus Wolsen (einem Teil von Obfelden, das bis 1848 zur Pfarrei Ottenbach gehörte). Es dürfte im Einzelfall also oft aufwendig sein, einen Namensträger einem bestimmten Bürgerort zuzuordnen. Deshalb wird vorgeschlagen, alle in Ottenbach lebenden Familien Grob unter Grob von Ottenbach ZH zu diskutieren (dieses Thema hier wird geschlossen).


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