Bitte um Lesehilfe: Verkaufsurkunde 19. Juli 1667 - Verkauf des Isenriets

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gerhardender
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Bitte um Lesehilfe: Verkaufsurkunde 19. Juli 1667 - Verkauf des Isenriets

Post by gerhardender »

Verkaufsurkunde 19. Juli 1667 – Verkauf des Isenriets "Goldener Spitz" im Dreieck Kriessern, Diepoldsau, Altstätten.

Die Urkunde kann auf monaterium.net eingesehen werden. Dort wird auch der Abstract angegeben:
Mathias Ender, der Alte, Thoma Ender, Leonhards Sohn, Hans Böckle, Marx´ Sohn, Marx Ender, Hans´ Sohn, Jakob Ender, Marx Ender, Melchiors Sohn, Hans Böckle, Schwarzen Sohn, verkaufen als bevollmächtigte Gewalthaber der drei alten Geschlechter Ender, Böckle und Kilga aus der Mäder dem Hofammann, den Amtleuten, Richtern und Räten des freien Reichshofs Kriessern und Oberriet im Namen der ganzen Gemeinde unter Anwesenheit des Junkers Christoph Wilhelm von Schwarzach, St. Gallischer Rat, Vogt auf Rosenberg, Obristwachtmeister des Rheintales, die Gerechtigkeit der drei genannten Geschlechter, Wunn und Weide, Trieb und Tratt in der Viehweide zwischen Kriessern und Diepoldsau, mit Vorbehalt ihrer Gerechtsame im "Isenried" um 340 Gulden.
Ich wäre an einer kompletten Transkription interessiert: wer kann mir dabei helfen?



le_tisserand
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Re: Bitte um Lesehilfe: Verkaufsurkunde 19. Juli 1667 - Verkauf des Isenriets

Post by le_tisserand »

Guten Morgen, diese Urkunde würde ich mir zutrauen, in weiten Teilen zu transkribieren. Haben Sie schon Unterstützung gefunden oder ist schon jemand dabei, den Text zu transkribieren bzw haben Sie selbst schon Teile transkribiert, über die man drübersehen könnte? (Um doppelte Arbeit zu vermeiden.)

Wenn nicht, können wir uns gerne (gerne auch gemeinsam) an eine Transkription wagen.


LG Alexander

gerhardender
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Re: Bitte um Lesehilfe: Verkaufsurkunde 19. Juli 1667 - Verkauf des Isenriets

Post by gerhardender »

Guten Tag, ich bedanke mich für das Angebot der Lesehilfe recht herzlich. Leider habe ich nur den Textauszug als Fragment, welcher das wesentliche aussagt. s.u.
Bis dato sind Sie der Einzige, der mir hierbei Hilfestellung angeboten hat.
Es wäre schön, den ganzen Text wörtlich zu haben. Wie so oft ergibt sich daraus vielleicht eine neue Erkenntnis für meine Ender Forschung. Sicher ist das auch für Böckle und Kilga von Interesse, was genau der Text besagt. :idea:
Meines Wissens war der Grund der, daß der Mannesstamm der Ender am erlahmen war, ein Rückkauf zu den alten Bedingungen jederzeit möglich sei, sollte sich der Mannesstamm wieder erholen.
Und nicht zu vergessen der ~300-jährige Gerichtsstreit mit Kriessern und Altstätten (Trieb und Tratt, Umwandlung freier Weideflächen in Weinberge etc.) Stichwort Ender Briefe (Hardegger, Wartmann "Der Reichshof Kriessern")

Selbstverständlich werde ich Sie als Quelle angeben.
P. S. : Es war geplant den Text im Rahmen eines Workshops (IGAL - Interessengemeinschaft Ahnenforschung Ländle: Alte Schriften lesen lernen) zu transkribieren...aber leider hat mir das Corona Virus einen dicken Strich durch diese Rechnung gemacht.

Mit freundlichen Grüssen
Gerhard Ender, Altach, Vorarlberg :idea:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Text aus dem Mäderer Archiv:
Mathias Ender, der Alte, Thoma Ender, Leonhards Sohn, Hans Böckle, Marx´ Sohn, Marx Ender, Hans´ Sohn, Jakob Ender, Marx Ender, Melchiors Sohn, Hans Böckle, Schwarzen Sohn, verkaufen als bevollmächtigte Gewalthaber der drei alten Geschlechter Ender, Böckle und Kilga aus der Mäder dem Hofammann, den Amtleuten, Richtern und Räten des freien Reichshofs Kriessern und Oberriet im Namen der ganzen Gemeinde unter Anwesenheit des Junkers Christoph Wilhelm von Schwarzach, St. Gallischer Rat, Vogt auf Rosenberg, Obristwachtmeister des Rheintales, die Gerechtigkeit der drei genannten Geschlechter, Wunn und Weide, Trieb und Tratt in der Viehweide zwischen Kriessern und Diepoldsau, mit Vorbehalt ihrer Gerechtsame im "Isenried" um 340 Gulden.



gerhardender
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Transkribition der Verkaufsurkunde 19. Juli 1667 - Verkauf des Isenriets

Post by gerhardender »

Sehr geehrter Herr Ender,

ich habe mich an dem Text versucht. Es würde sich vielleicht lohnen, wenn jemand dies zur Kontrolle nochmal gegenliest. Der lokale Dialekt ist mir leider nicht vertraut, sodass man vielleicht das eine oder andere Wort besser transkribieren kann, ein paar Unsicherheiten habe ich mit Fragezeichen markiert. Ich hoffe, es ist von Nutzen für Sie.
Mit besten Grüßen
Alexander Weber, Neulengbach
***
Mit freundlicher Genehmigung der Textveröffentlichung durch Herrn Alexander Weber, Neulengbach

Wir die Hernach benambte mit Nammen Mathyß Ender der alt, Thoma Ender Leonhardts sohn, Hanß Böckhly Marxen sohn, Marx Ender Hanße(n) soh(n), Jacob Ender, Marx Ender Melchiors soh(n), und Hanß Böekhl Schwartze(n) soh(n), als vest (?) geschosßne und vollmächtige gewalthaber von unßert wege(n) und der dreye(n) Alte(n) geschlechtern, der Endere(n), böeckhli(n) und kilga uß der Meder, urkhunde(n) bekhenne(n) und offenbare(n) hirmit, daß wye für unß unßer Erbe(n) und alle ewige Nachkom(m)e(n) volmöethig verkaufft und zuekhauffe(n) gegebe(n) habe(n), gebe(n) und verkhauffe(n) auch hirmit offentlich und wohlbedächtlich in Crafft diß brieffs, de(n) Ehrnveste(n) From(m)e(n) Fürsichtige(n) und weyße(n) Herre(n) HoffAm(m)an Ambtleuthe(n) Richter und Räthe(n), deß Freye(n) Reichs hoffs Khriessar(n) und Oberrieth in statt und Nam(m)e(n) einer ganze(n) Ehrsam(m)e(n) gmaind auch alle(n) Ihre(n) Ewige(n) Erbe(n) Nachkhom(m)e(n) und hoffleuthe(n) daselbste(n), mit und in bey waße(n) deß WohlEdle(n) geborne(n) und gestrenge(n) Junckher(n) Christoph Wilhel von Schwartzach F(ü)rstl(ich) St. Gallische(n) Rath Vogt uff Roßenbergg und Obr(i)st Wachtmaister deß Reinthals, als von beede(n) Partheye(n) einhellig erbettne(n) Schyd und mitels Herr(n) Nambliche(n) alle unßere und der unßerigen mithaffte(n) der vermelte(n) draye(n) unßere geschlechter(n) der Ender(n), böeckli und Kilga alle unßere von altem hero gehabte Recht und gerechtigkheit an wun waid threib und thrat, wie es Imer köndte und möchte genambst werde(n), es were an mit Roß und vieh zunutze(n) und zuegebrauche(n) od(er) heir (?) od(er) strewi (?) zue samble(n) in dar hieh waid zwüschet krießer(n) und diepolzaur, od(er) nebethalb gelege(n) alle unßere und der unßerige(n) Ewige Erbe(n) und Nachkhom(m)en Recht und gerechtigkheit fueg und gewaltsam(m)e, darbey aber behalte(n) wir unß unsßere(n) Erbe(n) und Ewigen Nachkhom(m)en der Ermelte(n) drey geschlechter vor unßerer recht und gerechtigkheit anthraib udn und thrat und alter rechtsam(m)e in de(n) yße(n) Ried glich als wie unßere alte mit hoffleuth in ermelte(n) hoff khriesser(n) und Oberrieth, selbige nach aller notdurffft und beliebe(n) Järlich zuegebrauch(en) darvon wyr ermelte(n) Herre(n) und hoffleuthe(n) Jährlich für Schutz und Schirm stür zugebe(n) schuldig sein solle(n) 4 ß d aller Jährlich uff St. Martini ohne Ihre(n) Costen zueerlegge(n). hingegen aber die gewonliche drat stür als 15 ß d hingelegt dodt (?) und ab sein und bey de(n) 4 ß d wege(n) Nutzung und schirmung deß yénrieths verbleibe(n) solle. Darumbe(n) ist der uffrecht Ehrlich und unwiderrüefflich khauff beschehe(n) und ergange(n) Nambliche(n) umb drey hundert und virtzig G(u)ld(en) gueter Eidgenössischer Landts Müntz und wehrung, warumben sie keuffer unß vorgender gestalt versproche(n) zuebezahle(n). Erstliche(n) solle(n) wyr an unß und unßere(n) mit Inressierte(n) gmeind= und Kirchgnoße(n), was wyr de(n) Patrone(n) und pfarrkhyrche(n) zue Muntlingen von ußloßung der selbe(n) biß uff negste(n) Martini deß A(nn)o 67 igiste(n) Jahrs bey rechnung an zinßen und haubtguoth schuldig verblaibe(n) werde(n) Annem(m)e(n) und Abrechne(n) und dan darauff uff zwey negst volgende Martini daß sein würt deß 1668 und 69 iste(n) Jahrs iedes mahlelich viel sambt de(n) Jährliche(n) Zinße(n) ußrichte(n) und zuebezahle(n). heuriges Jahrs od(er) herbst aber solle(n) und müege(n) die verkeuffer und mit Intressierte geschlechter wie von alten hero macht und gewalt habe(n) ströwi zue Maye(n) und hinweg zue nem(m)e(n) and(er)e(n) hoffleuthe(n) gleich. fürd(er)lich dan aber wolle(n) udn solle(n) wyr unß für all unßre Ewig Erbe(n) und Nachkhom(m)e(n) alle in gemeldetn hoff Khriesser(n) und Oberrieth an wun weid i(n) holtz und veld thraib und thratt wie eß Imer möechte und khündte sei(n), recht und gewaltsam(m)e (. ußert bemelte rechte(n) Im yénrieth .) zue all Ewige(n) Zeite(n) enzige(n) und begebe(n) habe(n). Alles Erbarlich, getreulich und ohngefahrlich und deß zue wahre(n) Urkhund hat der Wohl Edle geborne und Gestrenge Junckher Christoph Wilhel(m) von Schwartzach F(ü)rst(lich) St. Gallischer Rath Vogt uff Roßenberg Landts Obrister Wachtmaister, alß von beede(n) Partheye(n) hirzue erbettene Mittall und Schidherr sein eige(n) Adelich angebor(n) Insigell, und der Ehrnvest Fürsichtig und weiße Herr Abroßy Wüest, der zeit hoff Am(m)an alhir sein eige(n) Secret, doch Ihne(n) Ihre(n) Erbe(n) und nachkhom(m)en in all ander wiß und weeg ohne schade8n) offentlich hierauff getruckht, so gebe(n) und beschehe(n) de(n) 19 Tag Juny so man zehlt daußend Sechs hundert Sechsßzig darnach in sibende(n).



Bochtella
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Re: Bitte um Lesehilfe: Verkaufsurkunde 19. Juli 1667 - Verkauf des Isenriets

Post by Bochtella »

Grüezi Alexander Weber,

Lese anstelle von:
• Böekhl: Böekhli
• vest: us = usgeschosßne
• heir: hëw = Heu
• strewi: strëwi = Streue

Lese auch dodt = eventuell tut

Die Tippfehler:
• schade8n) statt schade(n)
• Juny statt Julÿ

Bochtelle



gerhardender
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Re: Bitte um Lesehilfe: Verkaufsurkunde 19. Juli 1667 - Verkauf des Isenriets

Post by gerhardender »

Mein Dank und mein Respekt für die Lesehilfe an alle Beteiligten der Übersetzung.

IGALische Grüsse
Gerhard Ender, Altach, Vorarlberg



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