Stäheli aus dem Thurgau

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sölyst
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by sölyst » Sat 4. Sep 2010, 12:40

Liebe Freunde,

Ich bin nun schon seit 16 Jahren am zusammensuchen von Informationen über die Stäheli's aus dem Thurgau.
Am meissten finde ich die vermerke von A. Stäheli welcher ein Buch über die Stäheli's aus dem Thurgau geschrieben hat.
Leider hat dieses Buch nichts mit meinem Stamm zu tun, oder ich finde einfach nicht den Verbindungsstrang zu meinen Stäheli.

Tienne aus diesem Forum hat die Stäheli's vom Gubsenmoosverbindungen, und wir sind uns irgendwie so nahe, aber finden die Verbindung auch nicht.

Dann gibt es noch die Billeter- Sammlung aus der Genealogisch Heraldischen Gesallschaft Basel. Diese Stäheli's haben auch wieder mehr mit der Stähelifamilie von A. Stäheli zu tun.

Ich befürchte mein Stammvater Hans Steheli/n geb. ca. 1632 in Erdhausen, verheiratet mit Deschler Catharina geb. ca. 1638 in Wintestadt, liess in den Nachfahren den Wunsch seinen Namen ständig zu ändern...Stäheli...Steheli...Stehelin etc..
Auch die, welche nach Amerika auswanderten haben dieses Namensändern oft betrieben.

Hat jemand von Euch etwas mit meinem Stäheli/Steheli/n zu tun?
liebe Grüsse
Ursi



berry
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by berry » Wed 8. Sep 2010, 14:10

Hallo Ursi,

Leider kann auch ich dir nicht helfen.

Ich wuensche dit viel Glueck.

Liebe Gruesse,

Berry



henryjoon
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by henryjoon » Fri 17. Sep 2010, 20:04

Hallo Ursi,

zur Geographie: um Erdhausen (Aerdhusen) zu finden im "Google Earth" Steinebrunn-Erdhausen eintippen und fliegst Du direkt zum Weiler (oder Häusergruppe) nicht weit von Arbon (am Bodensee oder "Schwäbischen Meer"). Steinebrunn selbst gehört heute zur Gemeinde Neukirch-Egnach.

Zur Geschichte: bis 1727 war diese Gemeinde nach Arbon kirchhörig. 1727 wurde in Neukirch die neue Kirche geweiht.

"Dein" Hans Stäheli wurde vermutlich in Arbon getauft; es könnte aber sein, dass seine Eltern entweder nach Salmsach-Romanshorn oder gar Sommeri-Amriswil in die Kirche gingen. Die Bücher dieser Gemeinden wurden von der "Kirche der Heiligen der Letzten Tage" (LDS oder auch Mormonen) verfilmt.

Der ganze Oberthurgau (soweit reformiert) stand lange Zeit unter der Oberaufsicht der kirchlichen Behörden der Stadt Zürich; zwischen 1634 bis ca. 1710 (zT bis 1750) mussten die Pfarrherren in unregelmässigen Abständen die Familien der Kirchgemeinden aufzeichnen und die Angaben nach Zürich senden. Das Zürcher Staatsarchiv "staatsarchivzh@ji.zh.ch" hat diese Aufzeichnungen und kann Dir auf Anfrage mitteilen ob 1634 in Arbon unter Erdhausen ein Hans Steheli/Stäheli aufgeführt wurde.

Ich lebe seit gut 4 Jahren in Vancouver/Kanada und kann nicht für Dich anchsehen.

Mit bestem Gruss

Henry



sölyst
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by sölyst » Sat 18. Sep 2010, 10:43

Lieber Henry,
Wie du anhand meiner nachfolgenden Chronik lesen kannst, habe ich schon relativ viel über die Geographische Lage etc.
Meine Hoffnung basierte, dass vieleicht jemand meinen Stäheli in seiner Datei findet.
Mir fehlt zur Zeit die Zeit und die Mittel um selbst Nachzu forschen, da ich beruflich mit 2 Jobs und Familie etwas überlastet bin.
Was ich auf jeden Fall noch vorhabe ist das Archiv der Mormonen zu erforschen.
Auf jeden Fall vielen Dank
Ursi
Familienchronik
der
Steheli/n – Stäheli
von
Erdhausen/ Egnach
und Arbon 1532 bis 2010
Vorwort
Der Anfang meines Wunsches für die Erstellung eines Stammbaumes, entsprang durch meine erste Schwangerschaft 1994.
Aus gesundheitlichen Gründen durfte ich nach dem 4. Monat nicht mehr arbeiten.
Die Zeit vergeht langsam nach so vielen Jahren Berufstätigkeit und Langeweile war angesagt.
So verbrachte ich viel Zeit mit lesen von Geschichten über die Familie, welche mein Grossvater geschrieben hatte. Dabei wurden so viele Namen und Daten genannt, dass ich mit
Bleistift auf eine Rolle Packpapier anfing die Namen, Geburts- und Sterbedaten aufschrieb und entsprechend mit Linien verband.
Schon bald wurde an jedem Familienfest diese Rolle zum Mittelpunkt der Gespräche, denn viele wussten noch das eine oder andere nachzutragen.
Irgendwann wurde alles unleserlich und unübersichtlich.
1997 kauften wir uns unseren ersten Computer und ich übertrug erst mal alles in eine einfache Tabelle.
Als wir das Internet etwas in den Griff bekamen fanden wir auch unser Ahnenprogramm
(Ahnenblatt de), welches von Dirk Böttcher Gratis zur Verfügung gestellt wird.
Dies ermöglichte mir all die Familienverzweigungen der angeheirateten ebenfalls mit ein zu bringen und wird laufend erneuert, korrigiert und hinzugefügt.
Ein spannender Weg begann.
Im 1999 liessen Annelies und Anton Stäheli, der Cousin meines Vaters, aus Arbon, eine Chronik und den Stammbaum zu einem grossen Teil erforschen.
Diese vermuteten, dass unsere Linie von den Almensberger Stäheli abstammen könnte. Unser Wappen verwendete auch das silberne S über dem goldenen Kreuz auf rotem Grund. Dieses geht auf den Antritt eines Lehens des Heilig-Geist-Spitals St. Gallen im Almensberg im 16. Jahrhundert zurück.
Ein Nachkomme dieser Familie, Adolf Stäheli in Basel hatte schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts umfangreiche Forschungen angestellt und diese unter dem Titel „Die Stäheli aus dem Thurgau“ publiziert. (Mit seinem Enkel Erwin stehe ich heute in Kontakt).
Sehr bald hatten Anton und Annelies festgestellt, dass unsere Linie, welche sich in den ersten drei Generationen Steheli oder Stehelin schrieb, nicht zu den Almensberger Stäheli gehörte.
Diese hatten sich stets Stäheli geschrieben und waren laut Staatsarchiv des Kanton Thurgau der evangelisch- reformierten Kirche angehörig.
In den katholischen Kirchenbüchern wurden sie fündig.
Da diese Auszüge schlecht lesbar waren zogen sie eine Genealogen
Herrn Bruno Nussbaumer von St. Gallen hinzu.
Er konnte den Stamm bis ins Jahr 1632 (Entstehung der Kirchenbücher Arbon) zurückverfolgen und belegte uns damit die Abstammung von Erdhausen.
Allerdings zog bereits der Sohn des Ahnvaters Hans, Joannes Adam, Geb. 1674 bei seiner Heirat nach Winzelnberg, dem Wohnort seiner Ehefrau. Von da weg erschien stets Winzelnberg als Wohnort unseres Stammes.
Unser Vorfahren waren über Jahrhunderte in Egnach ansässig und versahen auch öffentliche Ämter, wie Ammann und Weibel. Der Genealoge schreibt, dass bereits der Älteste, Hans Stehelin, ein „angesehener Herr“ gewesen sei, da stets der Ammann von Winzelnberg Pater seiner Kinder gewesen sei. Bei Johannes Adam war es bereits der Obervogt von Arbon, der dieses Amt versah.
Wir hätten gerne gewusst welchen Beruf der Stammvater Hans ausgeübt hat, da in der Broschüre von Walter Koch, dem ehemaligen Gemeindeschreiber von Egnach,
eine Schmiede-Dynastie Stäheli erwähnt ist, welche über 400 Jahre in Erdhausen lebte.
Über die Wohnstätte meines Urgrossvaters Conrad, Geb. 1843, wissen wir, dass er bei der Heirat zu seinem Schwiegervater Bartholomäus Sager nach Kesslersbach zog, bevor er als Zimmermeister in Arbon Häuser zu erstellen begann. Dies soll auch der Grund für seine Einbürgerung und Niederlassung in Arbon gewesen sein.
Die Forschungen verdanken wir:
- dem Staatsarchiv des Kanton Thurgau Herrn Kurt Ebner
- dem Genealogen Herrn Bruno Nussbaumer, St. Gallen
- dem Notar und Grundbuchverwalter von Egnach Herrn Scherb
- dem Verfasser der Broschüre „Egnach“ Herrn Walter Koch
- Anton und Annelies Stäheli, Arbon
- Konrad Stäheli-Bröske, Basel
- Vielen Menschen aus der Community von Facebook und der Gruppe: Staeheli Worldwide
Erdhausen
Erdhausen ist eine Siedlung mit flächigem Grundriss, anders ausgedrückt, eine mehrstrassiger Wohnplatz mit einer lockeren Anordnung der Wohnstätten. Für die Namenserklärung gibt es zwei Varianten:
-„Erdhausen“ vom alemannischen Kriegsgott „Erch“, denn die ersten aus dem Norden vordringenden Alemannen waren noch Heiden.
-„Erdhausen“ von Erde, was bebautes und unbebautes Land kurz „Erde als Wohnstatt von Menschen“ bedeutet.
Auch dieses Dorf ist aus einem alemannischen Hof hervorgegangen. Es hatte einen Kehlhof. Von den drei Kehlhöfen im Gebiet der jetzigen Gemeinde, war derjenige von Erdhausen mit 43 Hektaren oder rund 120 Jucherten, der Grösste. Sie stammen als Altgüter aus der karolingischen Zeit(8.Frühes 9.JH) und sie waren Zentren des Landesausbaues in Egnach und Sammelstation der Einkünfte der bischöflichen Verwaltung. Im Einzugsgebiet des Kehlhofes Erdhausen lag auch Herzogsbach. Diese Kehlhöfe waren die Keller, unmittelbare Wirtschaftsbeamte des Bischofs von Konstanz,
vorgesetzt. Das heisst also, dass die Güter von der bischöflichen Obervogtei in Arbon aus, mit dem nötigen Personal und den frondiestpflichtigen Bauern selbst bewirtschaftet wurden. Später aber wurden die Kehlhöfe gegen Zinsen als Lehen vergeben.
Die älteste schriftliche Urkunde von Erdhausen ist das Zehnturbar des Bischofs von Konstanz aus dem Jahre 1302. Im zweiten Urbar von 1546 ist diese Siedlung mit Angabe der Grösse, Lage und Abgaben erwähnt.
Kirchlich gehörte das Egnach, also auch Erdhausen, zur Mutterkirche nach Arbon. Weil aber die Pfarrkirche für den Kirchgang, die Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse besonders bei schlechtem Wetter und im Winter zu weit entfernt war, erhielten die Egnacher im Jahre 1515 eine Kaplanpfründe mit einer Kapelle in Erdhausen (Kirchenpatron war St.Jakob).
Die Dotationsurkunde vom 3. August 1515 setzt den Bestand der Kapelle bereits voraus. Gemäss einem Vertrag in der Mittwochsgesellschaft um 1910 soll sie 1501 erbaut worden sein. Der Priester hatte jeden Dienstag und
Freitag sowie an Heiligenfesten Messen zu lesen.
Die Reformation brachte es mit sich, dass 1537 die Pfründe und die Fonds der evangelischen Kirchgemeinde Arbon abgetreten wurden. In der kleinen Kirche Erdhausen wurde fortan durch den Arboner Prädikaten Gottesdienst für die Reformierten gehalten. Nach dem Bau der evangelischen Kirche in Neukirch musste laut Vertrag der reformierte Pfarrer alle zwei Monate hier einen Gottesdienst halten, was nachweislich bis ins 19. JH. Auch geschehen ist. 1839 ist die Jakobskapelle profaniert und
an Private verkauft worden. Der ehemalige Kirchenraum wurde für verschiedene Erwerbszweige benützt und wird heute als Zweifamilienhaus bewohnt.
Im östlichen Dorfteil befindet sich eines der ältesten Bauernhäuser im Egnach, ein typisches Haus aus uralter Vorzeit, das uns die Erkenntnis vermittelt, wie die Bauern früher gelebt und gearbeitet haben. Mit viel Begeisterung des heutigen Besitzers konnten bei der kürzlichen Restauration Lösungen gefunden werden, um möglichst viel Substanz zu erhalten und ein bequemes Wohnen zu ermöglichen.
Auch dieser Bohlenständerbau stellt hohe Zimmermannskunst unter Beweis, denn sämtliche Holzteile sind ohne Nägel zusammengefügt. Ein weiteres Bohlenständerhaus in dessen näheren Umgebung wurde 1972 abgebrochen. Ein niederes Mehrzweckhaus mit Wohnung, kleinem Stall und Webkeller fiel leider vor wenigen Jahrzehnten dem Feuer zum Opfer.
Ab 1836 fanden Verarmte in der Armenhausanstalt Erdhausen Unterkunft und Unterstützung bis zum Verkauf der Liegenschaft im Jahr 1858. Ein Jahr vorher hatte die evangelische Kirchgemeinde
Egnach das Armenhaus in Ladreute erworben. Für die Katholiken bestand ein Armenhaus in Olmishausen.
Auf genossenschaftlicher Basis entstanden:
-Die im Jahr 1660 gegründete Brunnenkorperation Erdhausen für die Wasserversorgung von Mensch und Vieh. Die Nachbildung eines runden Ziehbrunnens befindet sich in der Dorfmitte.
-Die von 16 Milchlieferanten verwirklichte Käsereigesellschaft Erdhausen im Jahr 1906 mit dem Bau des Käsereigebäudes.
- die Gründung der Elektrakorporation Erdhausen
1912. Erst 1931 waren im letzten Haus des Einzugsgebietes die Licht- und Energiequellen eingerichtet.
Nebst der Landwirtschaft sind in diesem Dorf verschiedene Handwerkliche Berufe ausgeübt worden. Die Webkeller in manchen Häusern führten in frühester Zeit dazu, dass Erdhausen als „Weberdorf“ benannt wurde. In wahrscheinlich noch früherer Vergangenheit lebte hier ein „Schibenhans“, der die so unentbehrlichen Salzscheiben über den See heranschaffte, wozu ihm der Züllig mit seiner Zülle, dem Kahn oder Einbaum,
behilflich war. Eine Familie Züllig war seit Jahrhunderten in Erdhausen ansässig. Eine Pfisterei, jetzt Bäckerei genannt, ist schon seit 1722 verzeichnet. Die 1962 aufgegebene Bäckerei Hungerbühler überdauerte einige Generationen. Übrigens befand sich im langgestreckten Wohnhaus mit Bäckerei und Laden eine Wirtschaft. Im Saal des ersten Stockes fanden verschiedene Festlichkeiten und Theateraufführungen statt. Als gegen Ende des 19.Jh. auf eine Weiterführung der Wirtschaft verzichtet wurde, ging das Patent an das noch bestehende Restaurant Linde über. Während rund 400 Jahren wohnte in
Erdhausen eine Schmiede-Dynastie Stäheli. Als weitere Erwerbszweige sind zu nennen: Metzgerei, Küferei, Schreinerei, Zimmerei, ein Malergeschäft, zwei Spezereiläden zugleich, eine Mühle. Schon vor 250 Jahren hatte sich ein Dachdeckermeister, früher Decker oder Tächlimacher genannt, hier niedergelassen, dessen Beruf als ehrbares Handwerk zwischen Himmel und Erde bezeichnet wurde.
Auszug aus dem Buch „Egnach“
68 Höfe, Weiler und Dörfer,
eine Siedlungsgeschichte von Walter Koch, 1996.
Winzelnberg
Der Winzelnberg oder Winzelisberg hiess früher Winzürnerberg.
Er wurde offenbar nach dem Weinberg benannt. Auch dieser langgestreckte Hügelzug dominiert, wie der Gristenbühl, weithin das Landschaftsbild. Es ist aber vor allem die Silhouette der katholischen Kirche, welche die aussichtsreiche Lage noch hervor hebt.
Über eine Landnahme durch die Alemannen aus der ältesten Zeit
der Gemeinde Egnach ist beim Winzelnberg nichts bekannt.
Winzelnberg ist schon 1292 im Pfandrodel des Bischofs von Konstanz aufgeführt, dann 1302 im Zehnturbar des Bischofs, dem ältesten Einkunftsregister der bischöflichen Grundherrschaft, erwähnt. Er war ein so genanntes Salgut des Bischofs, d.h. er wurde von seinen Beamten direkt bewirtschaftet und nicht zu Lehen gegeben, wie andere Güter. Der Rebberg umfasste 432 Aren oder 12 Jucherten. Die Rebsetzlinge wurden aus dem Rheintal und von Meersburg bezogen. Diesen Rebberg zu bewirtschaften war für den damit verpflichteten Obervogt in Arbon eine einfache Sache. Die
zinspflichtigen Bauern der dazugehörigen Höfe hatten nämlich folgenden Frondienst zu leisten:
Für das Rebgut Mist zu führen, den Rebberg umzugraben, den Boden vor der Reife im Herbst nochmal zu lockern, die Rebstecken von Arbon herzuführen und die gefüllten Fässer in den Schlosskeller nach Arbon zu transportieren. Natürlich mussten auch für die Weinlese die nötigen Personen gratis gestellt werden. Bei einer Auflehnung der Egnacher gegen die Mehrleistung im bischöflichen Weinberg erreichten sie ihr Ziel nicht. Laut einem Protokoll vom 10.Juli 1641 fand vor dem Landgericht
Frauenfeld ein Prozess betreffend dem „Dungzins“ den die umliegenden Bauern an den Rebgarten Winzelnberg zu leisten, statt.
Bis 1910 stand auf dem Winzelnberg eine Rebscheune, Trotte genannt. Der Torkelbaum zum Pressen der Trauben, ein mächtiger Eichenstamm, war schon früher weggenommen worden. Diese Rebscheune diente zuletzt als Unterkunft für 20 Pferde, welche beim Bau der Bodensee-Toggenburgbahn zum Einsatz kamen. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur noch eine Rebparzelle, welche zwei Jahre
später wegen schlechtem Weinjahr gänzlich verschwand.
Winzelnberg unterstand dem Gericht von Arbon. Ab 1544 hatte das Egnach, zu dem auch die heutige Ortsgemeinde Frasnacht gehörte, mit Bewilligung des Bischofs und den sieben den Thurgau regierenden Orten der alten Eidgenossenschaft ein eigenes Gericht. Unter Gericht war bis 1798 nicht nur die Rechtsprechung zu verstehen, sondern auch die Verwaltung. Es handelte sich also um die sogenannte niedere Gerichtsbarkeit. Die hohe Gerichtsbarkeit stand dem Bischof
und ab 1460 nach Eroberung des Thurgau den Eidgenossen zu. Über todeswürdige Verbrechen wurde also in Egnach nie Urteil gesprochen.
Die Bewilligung eines eigenen, niederen Gerichts war von grösster Bedeutung und ein Markstein in der Geschichte der Gemeinde, ein grosser Fortschritt zur Selbstständigkeit des Egnach. Die rechtlichen Beziehungen zwischen dem Gericht und seinen Einwohnern waren gleichsam als Grundgesetz in einer „Offnung“ mit 35 Artikeln festgehalten. Sie wurde 1544 vom Bischof ausgestellt und nach
Vorberatungen zwischen den Eidgenossen und dem Bischof von Konstanz zu Baden im Aargau gesiegelt. Zweimal im Jahr kamen auf dem Winzelnberg die 13 Rotten fortan zusammen und an der Maiengemeinde wurde jeweils die „Offnung“ verlesen. Die Egnacher stellten nun die zwölf Richter, kurz die „Zwölfer“ genannt, aus ihren eigenen Reihen. Dem Ammann aber, welcher den Vorsitz führte und zugleich Mittelsmann war zwischen den Egnachern und dem bischöflichen Obervogt war, bestimmte letzterer selbst. Das Gericht hatte sich nicht nur mit Grenzstreitigkeiten und anderem Händel zu befassen, es überwachte
auch die Erbteilungen und Bewilligungen für Wirtschaften, Metzgereien, etc.(sog. Ehehaften), befasste sich mit Erb- und Schupflehen, Fertigungen (Kauf- und Schuldverträge), Bussen usw.
Adam Sager war als Diener von Obervogt Bernhard Mayer, beide stammten aus dem Luzernischen, in den 1640er Jahren nach Arbon gekommen. Nachdem der bisherige Ammann auf Winzelnberg, Jakob Stäheli 1651 gestorben war, schlug der Obervogt Mayer ihn als neuen Ammann vor. Am 10. Dezember 1651 bestätigte der Bischof die Ernennung Adam Sagers als
Ammann. Die Hauptleute namens der Gemeinde Egnach akzeptierten die Aufnahme Adam Sagers als „Gemeindsman“, d.h. als Bürger, erst am 9. Juli 1652.
Als erstes Wohnhaus der Familie Sager gilt das zweigeschossige längliche Haus am östlichen Dorfeingang. Um 1650 mag dann auch das bischöfliche Gerichts- und Amtshaus, der heutige Gasthof, erbaut worden sein. Es ist ein prachtvoller Riegelbau auf hohem Sockelgeschoss und er bildet durch seine Ausmasse und das lebhafte Riegelmuster ein profanes Gegengewicht zur Dominante der Kirche. Ammann
Lorenz Sager, seit 1683 Amtsnachfolger seines Vaters Adam, erhielt vom Bischof die Mühle Hegi mit allem Zubehör zu Erbzinslehen.
Zur Zeit der Helvetik (1798-1803) war die Gemeinde in vier Agentschaften eingeteilt, wobei Ammann Benedikt Sager als Agent nebst anderen Verpflichtungen hauptsächlich für die Steuererhebungen zu sorgen hatte. Auch wurde er als Suppleant des 24 Mann bestehenden inneren Landesausschusses unseres jetzigen
Kanton Thurgau gewählt. Zu jener Zeit also um 1798, umfasste das
heutige Gemeindegebiet noch 270 Jucherten Wald.
Als Untertanenland der alten Eidgenossenschaft waren die Thurgauer ab 1460 verpflichtet, militärische Hilfe zu leisten. In der Zeit des 30jährigen Krieges, im Jahr 1628, wurde die Wacht- und Kriegsordnung revidiert. Auf dem Winzelnberg entstand eine Hochwacht. Sie stand in optischer Verbindung zum Schlossturm in Arbon. Eine rasche Alarmierung der wehrpflichtigen Männer war bei guter Witterung durch Rauch- und Feuersignale möglich. Bei schlechtem Wetter wurden Böllerschüsse abgefeuert. Zur
Kriegszeit war also bei der Trotte ein ständiger Wachtdienst organisiert.
Auch auf dem Winzelnberg wurde durchwegs Landwirtschaft betrieben. Einzig im 1546 ist ein abgabenpflichtiger Schmied verzeichnet. In neuerer Zeit waren die Stoffel auf dem Schloss Arbon langjährige Besitzer des Gerichtsgebäudes. Bis zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jh. Führte die Landstrasse von Arbon nach Amriswil über den Winzelnberg und deshalb noch nicht über Sonnental nach Steinebrunn.
Dies war ein Auszug aus dem Buch „Egnach“ 68 Höfe, Weiler und Dörfer, eine Siedlungsgeschichte von
Walter Koch , 1996
Nachwort
Bei der Sucharbeit meiner Ahnen habe ich so viele spannende Geschichten erlebt und erlesen, dass ich ein Buch nur über diese Dinge schreiben könnte.
Die eigentlichen Erfolge, das finden eines neuen Mitglieds der Familie und das einschreiben ins Stammbaumprogramm erscheinen mir wie Weihnachten und Ostern an einem Tag.
Letzthin habe ich nach 15 Jahren zwei Generationen mehr gefunden. Ich habe fast geheult. Aber vor Freude und Stolz bin ich fast geplatzt. Es wäre schön am Ende meiner Tage diese Forschungsarbeit und die Unterlagen vielleicht einem meiner Kinder zu übergeben und dasjenige muss es einfach nur weiterführen mit seinen Nachkommen. Das wäre mein grösster Wunsch. Früher waren es
die Familienbibeln heute ist es der Computer mit seinen Speichermöglichkeiten und seinem Netzwerk.
Juli 2010
Ursula Lienhard - Stäheli



waldy
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by waldy » Sat 18. Sep 2010, 21:33

Hallo Sölyst,
befinden sich vielleicht auch Johannes Stäheli (1831-1884) und seine Frau Anna Barbara Stacher (1831-1893) in deiner Sippe? Johannes stammt aus Peierslehn-Egnach (Sohn von Sebastian Stäheli-Baumann) und gehört sicher auch irgendwie dazu... - Da könnte ich ein paar weiter Informationen liefern.
Oder bist du bei deiner Suche auch auf Konrad u. Elisabeth Stäheli-Straub gestossen - eine andere Egnacher Stäheli-Linie?
Gruss - Waldy



sölyst
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by sölyst » Sun 19. Sep 2010, 09:16

hej waldy
auf meiner homepage findest du meinen aktuellen familytree
http://ursi-lienhard.magix.net/website/
In meinen Sammlungen der befreundeten Stäheli's welche mir Ihre Stammbäume als gedcomdatei zugesendet haben oder als exeltabelle, habe ich Namensgleichheiten, aber andere Datum's.
in der billetersammlung bin ich auf noch keinen gestossen, bin allerdings dabei diese erst einzutippen.

ist dein stäheli katholisch oder reformiert?

egnacher stäheli gibts total viele. meine wie oben geschrieben von egnach,erdhausen,winzelnberg.

Möchtest du mir auch deinen zusenden, so tue das über meine Privatmail: ursi.lienhard(at)bluewin.ch im Anhang.

In der Facebookgruppe Stäheli and similar worldwide treffen sich all diese Stäheli's und tauschen sich aus.
liebe grüsse
ursi



Aspis
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by Aspis » Fri 8. Oct 2010, 23:45

In der Familienchronik meines Urgrossvaters Franz Karl Bruggmann, (1841-1898) steht unter anderem zur Zeit des Deutsch-Französischen Krieges:

"Franzkarli" wird dem Thurgauer Batallion 7 unterstellt. Es besteht aus zwei Jäger-, und drei Centrumskompagnien. Kommandant ist Major Waser von Altnau. Bruggmann gehört zu einer Centrumskompagnie unter Hauptmann Stäheli von Amriswil. Sie leisten Grenzwachdienst im Kanton Aargau.

Anmerkung:
1870, 19. Juli. Die Eidgenössische Bundesversammlung wählt den Aarauer Oberst Hans Herzog, (1819-1894), zum General der 37'000 starken Schweizer Armee unter Einfluss von Nationalrat (und späteren Bundesrat) F. Anderwert, (1828-1880). Die fünf Divisionen umfassende Schweizer Armee sollte bei der kurzen Grenzbesetzung die Grenze vor allem im gefährdeten Raum Basel sichern. Die schnellen Erfolge der Preussen und ihrer Verbündeten sowie ihr Vordringen in Richtung Belgien liessen die Lage der Schweizer Grenze sich rasch entspannen. Am 17. August liess der Bundesrat demobilisieren und schickte sogar den General in Urlaub./Auszug: Der Limmattaler-1.2.1996

Anfangs Februar 1871 wurde die Bourbaki-Armee interniert.


Gruss Theo

Gebiete: Bruggmann Degersheim-Magdenau/SG, Strässle Bütschwil/SG, Mumenthaler Trachselwald/BE, Maibach Dürrenroth/BE, Mosimann Lauperswil/BE, Vogel Bütschwil/SG, Widmer Altnau/TG, Feybli Einsiedeln/SZ

Josef Schoch
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by Josef Schoch » Sat 9. Oct 2010, 09:55

Im Haushaltungsregister der Gemeinde Egnach ist aufgeführt:
Johannes Stäheli Steinebrunn, geboren 16. März 1808, gestorben 9. Okt. 1880,
Eltern: Moritz Stäheli/ A.Cath.Germann.
sowie Ehefrau Maria Anna Grillound 5 Kinder.
Bei Interesse bitte um Adresse für Zustellung des kompl. Auszuges.
Viele Grüsse Jos. Schoch



sölyst
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by sölyst » Sat 9. Oct 2010, 09:57

Hallo Theo,

Vielen Dank.
Leider habe ich bis heute keine Verbindung zu den Amriswiler Stäheli's gefunden.
Diese sind auch alle im Buch des A. Stäheli, die Stäheli's aus dem Thurgau erforscht worden und können auf eine lange Linie zurückblicken bis ins 12. JH.
Meine Familienforschung geht bis 1630 und hat noch ein paar Zweige, welche ich noch nicht erforschen konnte. Aber die Vermutung liegt, dass wir wirklich keine zusammenhänge haben. Leider

Liebe Grüsse
ursi



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Stäheli aus dem Thurgau

Post by sölyst » Sat 9. Oct 2010, 10:01

Lieber Herr Schoch,
Danke, melde mich bei Ihnen per Mail.
Gruss ursi



sölyst
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Stäheli aus dem Thurgau

Post by sölyst » Sun 10. Oct 2010, 13:01

Original von waldy
Hallo Sölyst,
befinden sich vielleicht auch Johannes Stäheli (1831-1884) und seine Frau Anna Barbara Stacher (1831-1893) in deiner Sippe? Johannes stammt aus Peierslehn-Egnach (Sohn von Sebastian Stäheli-Baumann) und gehört sicher auch irgendwie dazu... - Da könnte ich ein paar weiter Informationen liefern.
Oder bist du bei deiner Suche auch auf Konrad u. Elisabeth Stäheli-Straub gestossen - eine andere Egnacher Stäheli-Linie?
Gruss - Waldy
Lieber Waldi,
in der Sammlung von der Genalogisch-Heraldischen Gesellschaft Basel findest Du die Billettersammlung.
Ich bin sie zur Zeit am eingeben in ein Genealogieprogramm. Heute habe ich deine verbindung gefunden.
Diese sind leider aus der Amriswiler/Almenperger Sippe, welche nicht mit mir verbunden sind
Gruss Ursi



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Re: Stäheli aus dem Thurgau

Post by CaroStae » Wed 1. Feb 2012, 16:19

Hallo! Bin auch eine Stäheli. Soweit ich weiss, stammt meine Stäheli-Familie ursprünglich aus Egnach. Also auch irgendwie von dort. Leider weiss ich nicht wirklich woher wir ursprünglich kommen, habe aber auch noch nicht meine Grosseltern gefragt... das werde ich aber bald nachholen. Bin erst 18. Da ich einen Ring mit Familienwappen wollte, fragte ich mich welches Wappen nun das richtige ist... es gibt ja soviele.. Nun möchte ich herausfinden von welchen Stäheli's ich abstamme. Stimmt es dass wir früher Ammann waren, oder Messerschmiede? An:sölyst: wow! Du hast ganz schön viele Nachforschungen angestellt! Beeindruckend! .. Ich werde mal schauen ob meine Grosseltern irgendwelche Aufzeichnungen haben woher sie kommen. Wenn nicht, gebe ich mich damit zufrieden einfach eine Stäheli zu sein. ;) Momentan wohne ich in Luzern. Grüsse :D



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Re: Stäheli aus dem Thurgau

Post by sölyst » Fri 3. Feb 2012, 21:08

Liebe Caro,
wenn Du mir sagen könntest, wie Deine Grosseltern heissen kann ich Dir vielleicht weiterhelfen. Ich habe von einigen Staeheli, welche ich über Facebook in der Gruppe Staeheli and similar names worldwide kenne und über meinen öffentlichen Stammbaum auf my heritage einige Bäume und kann oft die Familienverbindungen ermitteln.
Gerne helfe ich Dir dabei.
Du erreichst mich auch über die pn, meine homepage wo immer Du möchtest



hmw
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Re: Stäheli aus dem Thurgau

Post by hmw » Sun 10. Mar 2019, 12:43

Hallo zusammen,

auch bei meinen Vorfahren findet sich dieser Name in verschiedenen Varianten wieder.

Ist hier vielleicht etwas über einen Teil der Familie bekannt, den es in die Umgebung von Wuppertal verschlagen hat? Dort taucht der Name bei mir in Gevelsberg, Schwelm, Solingen und Wuppertal (Barmen und Elberfeld) auf.
Anfang des 18. Jahrhunderts versandet meine Spur dort leider. Man findet zwar noch ein paar Treffer auf ancestry, aber da die Vornamen Caspar, Friedrich und Johannes offenbar besonders beliebt waren, fällt die eindeutige Zuordnung schwer.

Weiß vielleicht etwas jemand über diese Familie Stäheli (Stacheli) fernab vom Thurgau? Laut mündlicher Überlieferung sollen die Vorfahren aus der Gegend vom Bodensee gekommen sein, weshalb ich die Hoffnung habe, hier mehr zu erfahren.

Ich freue mich auf eure Antworten!

Gruß
Hans



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