Schürpf/Schurff von St.Gallen SG

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Snethlage
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SCHURFF/St. Gallen - Wittenberg

Post by Snethlage »

Suche Eltern und Kinder von:
Augustin SCHURFF, * St. Gallen 6.1.1495, + Wittenberg 9.5.1548
Dr. med. Universitätsprofessor in Wittenberg, kursächs. Hof- und Leibarzt, Anatom, nahm 1526 in Wittenberg die erste Sektion vor
ooI .... 1522
Agnes MUSCHWITZ, * ..., + Wittenberg 22.1.1540
ooII ... nach 1540
Anna KRAPP, * ..., + ... 1547
Schwägerin MELANCHTHONs


Dr. Snethlage

Wolf
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SCHÜRPF/SCHURFF von St.Gallen SG

Post by Wolf »

Das folgende Zitat stammt aus einer Publikation über Hieronymus Schürpf (Schurff/Schurvius), den Bruder des hier gesuchten Augustin:
D. Hieronymus Schürpf
Der Wittenberger Reformationsjurist aus St.Gallen (1481-1554)
Von Wiebke Schaich-Klose
107. Neujahrsblatt des Historischen Vereins des Kantons St.Gallen (1967)

Erstes Kapitel: Herkunft und Kindheit in St.Gallen
1. Die Vorfahren des Hieronymus Schürpf
Hieronymus Schürpf entstamme einem alten Schweizer Geschlecht. ... Von den verschiedenen urkundlich nachweisbaren Personen konnten folgende unserem Hieronymus verwandtschaftlich zugeordnet werden: Ein direkter Vorfahre ist Walther Schürpf, der von 1382 an als Vogt und Bürgermeister von St.Gallen genannt wird und 1403 als Bürgermeister zusammen dem Altbürgermeister Konrad von Watt in der Schlacht bei Vögelinsegg fiel.
Der Grossvater von Hieronymus, Hans Schürpf, war als Eilfer der Weberzunft Mitglied des Grossen Rates von St.Gallen. 1456 wurde er Zunftmeister der Weber. 1459-1461 erlangte er die höchsten Würden, die die Stadt zu vergeben hatte: er wurde Bürgermeister, Altbürgermeister, Reichsvogt. In den Jahren 1465-1470 leitete er noch einmal zusammen mit Hektor von Watt, dem Grossvater Vadians, im Turnus wechselnd - später wieder 1475-1477 und 1479 und 1480 - die Geschicke der Stadt. ...
2. Name und Wappen der Familie Schürpf
... Auf den uns bekannten Abbildungen von Hieronymus Schürpf findet sich folgendes Wappen: "In Blau eine schrägrechte gelbe Leiter mit drei Sprossen, beseitet von zwei roten Rosen. Auf dem Stichhelm mit rot-gelben Helmdecken und ebensolchem Wulst ein wachsender roter Hirsch."
Image
Die ältesten Siegel des Geschlechtes aus der Zeit um 1400 zeigen eine Kette mit einigen Kettengliedern, die sowohl mit dem Beruf des Bergmannes (schürfen) wie mit der Bedeutung "Schinder", "Henker" in Verbindung gebracht werden kann. Walther Schürpf führte ein solches Wappen in seinem Schilde. (Hist.-Biogr.Lex.d.Schweiz, Bd.6, S.250).
3. Das Vaterhaus in St.Gallen
Der Vater von Hieronymus Schürpf, Hans Schürpf, war ein studierter Mann. Im Winter 1474 wurde er an der Hohen Schule zu Basel inskribiert als "Johannes Schirff de Sancto Gallo", 1477 erlangte er in Tübingen den magister artium "im alten Wege". Weihnachten 1496 wurde er als "magister artium tubingensis" in die Basler Artistenfakultät aufgenommen. In der Zeit von 1481 bis 1503 versah Johannes Schürpf das Amt des Schulmeisters an der Lateinschule in St.Gallen. ...
Magister Schürpf hatte eine Frau, deren Namen nicht überliefert ist, aus einem angesehenen Geschlecht der oberschwäbischen Stadt Biberach geheiratet.
Am 12. April 1481 wurde Hieronymus - offenbar als ihr ältestes Kind - geboren, später Johann, dessen Geburtsdatum nicht bekannt ist, um am 6 Januar 1495 Augustin . Beide Brüder sollten Hieronymus nach Wittenberg folgen. ...
Zehntes Kapitel: Der persönliche Lebenskreis von Hieronymus Schürpf
1. Familie
... Eine Zeit lang lebten auch zugleich noch zwei Brüder von Hieronymus Schürpf in Wittenberg: ... Seit dem Jahre 1509 lebte auch der Bruder Augustin in Wittenberg. Er wurde im Wintersemester 1509/10 in Wittenberg immatrikuliert und 1517, nachdem er Magister geworden war, in die Artistenfakultät als Lehrer aufgenommen. Als im Frühjahr 1518 die Artistenfakultät nach Luthers Vorschlägen umgestaltet wurde, übernahm er eine Vorlesung über die Logik des Aristoteles "nach der neuen Translation".
Daneben wandte er sich, der Tradition seines Vaters folgend, der Heilkunst zu und wurde im Jahre 1521 Professor der Medizin zu Wittenberg. Augustin Schürpf schlug neue Bahnen in dieser Wissenschaft ein: 1526 sezierte er - offenbar als Erster - im Beisein der Fakultätsmitglieder einen menschlichen Kopf. Nach manchen, in den Verhältnissen der Fakultät begründeten Schwierigkeiten stieg er 1529 zum Leibarzt am kursächsischen Hofe auf. Anfangs nur Arzt, war er später aucg Freund der kurfürstlichen Familie, die sich seiner zu vertraulichen Aufträgen bediente. Es traf sich, dass Augustin Schürpf in so entscheidenden Jahren wie 1525, dem Todesjahr Friedrichs des Weisen, und 1546, dem Todesjahr Luthers, Rektor der Universität Wittenberg war. Augustin Schürpf heiratete in zweiter Ehe Anna Knapp, eine Nichte von Melanchton. Durch die Ehe seiner Tochter Magdalena mit Lucas Cranach d.J. trat die Familie Schürpf in verwandtschaftliche Beziehungen zu diesem berühmten Wittenberger Künstlergeschlecht.

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In der St.Galler Kantonsbibliothek Vadiana befindet sich unter der Signatur "Misc helvet 179/10" der Sonderdruck eines im April 1858 zu Königsberg i.Pr. von Prof. D. Theodor Muther gehaltenen Vortrages "Der Reformationsjurist D. Hieronymus Schürpf (von Santgallen)" mit handschriftlichen Notizen (vmtl. eines früheren Besitzers des 1858 in Erlangen hergestellten Druckes). Mir liegt derzeit nur eine schlechte Photokopie vor:

Schürff dictus Schürpf

1. Walther, 1388 als Bürger genannt, 1403 Bürgermeister, fällt 11.5.1403 Vögelinsegg. Drei Söhne sind 1399 genannt: Ulrich, Johannes oder Hans, Hugo.

2. Johannes 1422 Bürgermeister, 1430 abermals.

3. Johannes oder Hans, 1457 Spitalmeister zu St.Gallen, 1459 Bürgermeister.

4. Vier Söhne:
-- Hieronymus nat 20 April 1480, + 6. Jan. 1554
-- Christoph, + 1549
-- Augustin, + 1548
-- N.N.

Die Angaben stimmen also tw. nicht mit der zuerst genannten Arbeit überein.

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Zu Augustin sei noch verwiesen auf
Adam, Melchior: Vitae Germanorum medicorum. - [Frankfurt :] Hered. Jonae Rosae; Heidelberg: Johannes Georgius Geyder, Acad. Typogr., 1620. - [30], 451, [27] S. 8° - Sign. Ha T 008 (2. Ex. Sch 070/150 an 1). Sein Lebenslauf (Lateinisch) ist reproduziert auf
http://www.uni-mannheim.de/mateo/camena ... /s084.html und Folgeseiten.

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http://www.barrik.de/
Gebaut von den Professoren Schurff (Hieronymus Schurff (1481-1554) - Luthers Anwalt, Augustin Schurff (1495-1548) - Luthers Arzt), war das Gebäude und seine Bewohner von Anfang an sehr stark mit weltverändernden Historie Wittenbergs verbunden. Im Laufe der nun mehr 500-jährigen Geschichte des Hauses lebten und lehrten über viele Jahre hinweg Professoren der Wittenberger Universität in seinen repräsentativen Räumen.
- Editiert von Wolf am 09.07.2005, 16:39 -
- Editiert von Wolf am 09.07.2005, 16:40 -


Wolf Seelentag, St.Gallen
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Post by HFRudolph »

Siehe auch:
http://de.wikipedia.org/wiki/Augustin_Schurff

Das hier abgebildete Wappen stimmt schon mal von den Figuren und Feldern mit demjenigen der Schurffs überein, es ist allerdings auf dem alten Stich bei Wikipedia über
http://de.wikipedia.org/wiki/Hieronymus_Schurff
spiegelverkehrt eingetragen: Vielleicht weiß hier ja jemand den Sinn einer spiegelverkehrten Darstellung? Warum wendet sich das Wappen von der Person ab?

@Dr. Snethlage: Bei den Kindern von Augustin Schruff kann ich helfen.



Thomas
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Post by Thomas »

Wappentiere (auch in sog. Flügen der Helmzier) sollten eigentlich immer nach links (= heraldisch rechts) schauen: Der Ritter hielt früher den Schild in der Regel mit der linken Hand (das Schwert mit der rechten), und das Wappentier sollte ja den Gegner beeindrucken. In der spiegelverkehrten Darstellung “flieht“ der Hirsch vor dem Gegner, weshalb diese Darstellung heraldisch eigentlich falsch ist.

Denkbar ist folgende Hypothese: Der Kupferstecher dieser Darstellung kannte die heraldischen Regeln wohl nicht und stach die Wappenzeichnung so, wie er sie als Vorlage vor sich sah - mit dem Resultat, dass das Wappen im Druck dann spiegelverkehrt erschien.


Gruss

Thomas


Thomas Illi, Wolfhausen

HFRudolph
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Post by HFRudolph »

Die Antwort kam ja schnell. Ja eben, normalerweise anders herum, wobei diese Blickrichtung durchaus öfter vorkommt. Ich frage im Heraldikforum an und berichte.
http://heraldik-wappen.de/viewtopic.php?p=42206#42206

Ob es einfach nur ein Fehler ist? Das wäre aber ein grober Schnitzer - der Text musste ja auch spiegelverkehrt gestochen werden. Und die Angehörigen der Familie und die Auftraggeber hätten es sicherlich sehr übel genommen, wenn ihr Wappen ohne Grund spiegelverkehrt gestochen wurde.

Gruß
Holger



Thomas
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Post by Thomas »

Vielleicht dachte der (heraldisch unkundige) Kupferstecher, bei der Darstellung eines Wappens spiele dies, im Gegensatz zur Schrift, keine Rolle. Aber wie gesagt: nur eine Hypothese.

Gruss

Thomas


Thomas Illi, Wolfhausen

Wolf
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Post by Wolf »

Ich bin kein Heraldiker - aber meines Wissens kann es zur spiegelverkehrten Darstellung kommen, wenn die Vorlage ein Kirchenfenster war: dort schaut das Wappen immer zum Altar, also je nach Seite mal nach links und mal nach rechts.


Wolf Seelentag, St.Gallen
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Post by HFRudolph »

Das mit dem Kirchenfenster wäre eine Idee.

@Wolf: Woher stammt die heir eingestellte Wappenabbildung? Die hat ja ersichtlich jemand neueren Datums erstellt - jemand aus dieser Familie? Es wäre eine Frage, ob noch eine Wappenbeschreibung in Worten existiert (Blason), die dann Eindeutigkeit schaffen könnte. Eigentlich sind rote Rosen auf blauem Grund auch „unheraldisch“.

Gruß
Holger



Thomas
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Post by Thomas »

Mir fällt auf, dass wahrscheinlich auch das Bild des Hieronymus Schurff spiegelverkehrt gedruckt ist, jedenfalls dann, wenn die Knöpfe an einem Männerhemd schon im 16. Jahrhundert gleichherum geknöpft wurden wie heutzutage üblich. Das würde m.E. für die Kupferstecherthese sprechen.

Gruss

Thomas


Thomas Illi, Wolfhausen

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Post by HFRudolph »

Vielen Dank noch mal für die aufmerksamen Beobachtungen.

Im Heraldik-Forum herrscht Einigkeit, dass ein Wappen ohne weiteres auch links herum abgebildet werden kann, wenn die graphischen Umstände dies etwa aus Höflichkeit der Blickrichtung erfordern. Dabei wird dann auch der Schildinhalt gespiegelt.



Thomas
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Post by Thomas »

Ja, aber wieso sollte sich gerade in der hier diskutierten Illustration das Wappen vom Wappenträger abwenden?


Thomas Illi, Wolfhausen

HFRudolph
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Post by HFRudolph »

Keine Ahnung - man müsste wissen, wofür der Stich ursprünglich bestimmt war, etwa für die gebundene Ausgabe eines Buches, bei dem das Wappen der Höflichkeit halber zur Person auf der anderen Seite sehen sollte.

Ich hatte ja spekuliert, dass angedeutet werden sollte, dass dieser Familienzweig keine Nachkommen hatte. Einerseits weiß ich das nicht, andererseits scheint es keinerlei Symbolik in dieser Richtung zu geben.



eritro
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Post by eritro »

Bitte beachten Sie noch den Eintrag für Johannes und Hieronymus Schürpf in
Maissen, Felici: St. Galler Studenten an der Universität Tübingen 1477–1914, 387–431 [Schürpf: 391], St. Gallen 1996 (St. Galler Kultur und Geschichte 26).

Verzeichnis der Studenten
1
1477/78
SCHÜRPF JOHANNES Joannes Schirpff de Sancto Gallo/1477 25. Nov., bacc Basiliensis, mag art viae ant. 29. Dec. 1477. Dr. med. 9. maij 1498 Med. Schurpff, später Arzt in St. Gallen. Schurff. – Matr. I 13.
Schürpf – altes, ausgestorbenes Geschlecht der Stadt St. Gallen. Vielleicht identisch mit Hans Schürpf, Schulmeister in St. Gallen und Dr. med. in Biberach 1503. – HBLS VI, S. 250.

18
1501 19. Oct.
SCHÜRPF HIERONYMUS Iheronimus Schirpf de Sancto Gallo, Mag Basiliensis/Jeo Schürpf prom. in univers. Basiliensi incorporatus est consortio magistrorum 8. 12. 1501 et habet locum ante Thomam ex Biel ordinarius legum in Wittenberg. Matr. I 133.
*12. April 1481, +6. Juni 1554, Dr. iur., Lector an der Universität Wittenberg, kurfürstl. Rat 1507, bekannter Jurist, Freund Luthers. – HBLS VI, S. 250, Nr. 7.



Wolf
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Post by Wolf »

Original von HFRudolph
Woher stammt die hier eingestellte Wappenabbildung? Die hat ja ersichtlich jemand neueren Datums erstellt - jemand aus dieser Familie? Es wäre eine Frage, ob noch eine Wappenbeschreibung in Worten existiert (Blason), die dann Eindeutigkeit schaffen könnte.
Mit der Frage hast Du mich auf dem falschen Fuss erwischt. Die Blasonierung stammt wie der sonstige oben zitierte Text aus dem genannten Jahrbuch, das Wappen habe ich aus einer anderen Quelle - ich haette wetten können H.R. von Fels, A. Schmid, E. von Fels: Wappenbuch der Stadt St.Gallen, Rorschach 1952, denn die Art der Zeichnung wie auch der darunter gesetzte Namenszug stimmen genau mit diesem Standardwerk überein - aber das Schürpf-Wappen ist nicht drin - zumindest nicht in der mir vorliegenden Ausgabe. Ich nehme deswegen an, dass die Zeichnung im Zusammenhang mit diesem Werk entstand, in der Vadiana noch vorhanden ist, aber nicht in das Buch aufgenommen wurde.

Auf der Suche nach der Quelle bin ich übrigens im Tablater Buch (1954) auf ein weiteres Schürpf-Wappen gestossen - ohne Helm, aber mit weitgehend ähnlichem Schild - von den Farben abgesehen: in Schwarz(!) eine schrägrechte gelbe Leiter mit sechs(!) Sprossen, beseitet von zwei weissen(!) Rosen.
Zu Tablat: am Stadtrand der alten Stadt St.Gallen ehemals äbtisches Gebiet, heute der politischen Gemeinde St.Gallen eingemeindet, aber weiterhin eigenständige Ortsbürgergemeinde.


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Post by Thomas »

In meiner Ausgabe des St. Galler Wappenbuchs ist das abgebildete Schürpf-Wappen enthalten: auf Tafel IV ganz am Anfang des Werks.

Laut dem Historisch-Biographischen Lexikon der Schweiz sind die Tablater Schürpf eine in der Reformation von der stadtsanktgaller abgezweigte katholische Linie des Geschlechts.

Gruss

Thomas


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Post by Wolf »

Ahhh ... also doch ;-) !
Da vorne hatte ich nicht geschaut - Danke für den Hinweis.

Noch ein Hinweis zu den Tablater Schürpf (aus dem Tablater Buch): sie müssen das Bürgerrecht zwischen 1477 (in diesem Steuerrodel werden sie nicht erwähnt) und 1568 (dem Beginn des Bürgerrechtsbuches) erworben haben.


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Post by HFRudolph »

„in Schwarz(!) eine schrägrechte gelbe Leiter mit sechs(!) Sprossen, beseitet von zwei weissen(!) Rosen.“

Das ist ein Scherz, oder? :-)
Gut, dass ich mitdenke :-)
Sonst sollte ich vielleicht zum Aberglauben wechseln, dass Wappen genetisch bedingt sind. Zum Glück habe ich aber noch andere Vorfahren mit ganz anderen Wappen.

Wobei die Parallele von Sprossen zu Streifen auf einem Fisch durchaus frappierend sind, beides schrägrechts…
http://www.familie-greve.de/modules.php ... &wid=84979

Wobei es weiß in schwarz heraldisch korrekter wäre.



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Post by Wolf »

Original von HFRudolph
Das ist ein Scherz, oder? :-)
Nicht wirklich - und wenn, dann nicht von mir ;-)
Image
Quelle: Tablater Buch. Hrsg. vom Verwaltungsrat der Ortsgemeinde Tablat, 1954


Wolf Seelentag, St.Gallen
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Post by HFRudolph »

Das gibts doch nicht :O

Hmm, also es ist immer noch da, also gibt es das wohl wirklich…

Wo wir schon dabei sind:
In „Allgemeine deutsche Biographie“, Bd.: 33, Hermann Schulze - G. Semper, Leipzig, 1891, S. 88, steht, dass ein „naher mütterlicher Verwandter“ und väterlicher Freund des Hieronymus Schurff der kaiserliche Rath Lamparter gewesen sei, der ein Vertrauter des Piemontese Mercurino Gattinara gewesen sei (Großkanzler Karl des V., http://de.wikipedia.org/wiki/Mercurino_Gattinara). Auf diese Weise spreche einiges dafür, dass Schurff bei der Verteidigung Luthers vor dem Wormser Reichstag hauptsächlich im Hintergrund seine Beziehungen habe spielen lassen. Es steht fest, dass Schurff als rechtlicher Berater mit in Worms war und wohl auch einen Zwischenruf durch ihn erfolgte, mehr ist aber nicht handfest nachgewiesen.



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Post by Thomas »

Hier übrigens noch ein weiteres Schürpf-Wappen, jenes der Schürpf von Appenzell. Laut dem Historisch-Biographischen Lexikon der Schweiz (HBLS) ist diese Linie schon um 1400 in Appenzell nachgewiesen. Ein Clemens Schürpf fiel 1405 bei der Schlacht am Stoss. Im 16. Jahrhundert waren einige Namensträger Mitglieder des Rats.

Noch eine Ergänzung zum Wappen der St. Galler Schürpf: Laut der Blasoniering des HBLS zeigt das Wappen nicht eine Leiter, sondern eine Tragbahre...


Gruss

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Post by HFRudolph »

Ach nein, Tragbare passt ja dann auch viel besser zu einem St. Gallener Arzt.

Schon genial, was sich nach so langer Zeit noch zusammensetzen lässt…



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