Bion von St.Gallen SG

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Bion von St.Gallen SG

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Bion-500.jpg
Wappen: 1717, aus Heidelberg
Quelle: Bürgerbuch der Ortsbürgergemeinde St.Gallen, Ausgabe 1970.

Peter, 1684-1735, kam 1707 nach St.Gallen, wo er 1717 Bürger wurde. Er entstammte einer französischen Hugenottenfamilie aus Metz, die nach Strassburg und dann nach Heidelberg ausgewandert war. Peter ergriff die Initiative zu Fabrikation und Handel von Baumwollwaren, vor allem Barchent. Ihm und seinem Nachfolger Peter Gonzenbach, der die Baumwollmousseline-Weberei 1750 und die Stickerei 1753 einführte, ist der rasche Aufstieg dieser neuen Industrie zu verdanken. Sein Enkel Peter, 1758-1808, war Pfarrer in Bürglen (Thurgau) und erster Schulinspektor des Kreises Weinfelden 1799. Von seinen 8 erwachsenen Söhnen waren die meisten tüchtige, hervorragende Köpfe: Wilhelm Friedrich, 1797-1862, zuletzt Pfarrer von Schönholzerswilen, neben Bornhauser der Vorkämpfer der politischen Regeneration der 30er Jahre im Thurgau, Verfasser beliebter Volksschauspiele. Johann Jakob, 1803-1858, wie sein Vater Pfarrer in Bürglen und thurgauischer Erziehungsrat. Gottlieb, 1804-1876, war Zeichnungslehrer an der Mädchenschule und Knabenrealschule, ein trefflicher Landschaftsmaler, Mitbegründer, Mitbegründer des Sankt-Gallischen Kunstvereins.

Zu Peter Bion und der Entwicklung der Barchentweberei in St.Gallen siehe Anhang - aus:
Ehrenzeller, Ernst. Geschichte der Stadt St.Gallen. – St. Gallen: VGS Verlagsgemeinschaft St.Gallen, 1988. 600 S.: Ill.; 16 x 24 cm; Gewebeband mit Schutzumschlag. ISBN 978-3-7291-1047-2. Das empfehlenswerte Buch ist noch erhältlich: CHF 30.00 / EUR 20.00
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Bion 1 Peter (1684-1735)

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Unter dem Titel Schweizer Einwanderer nach Heidelberg und Umgebung wird auf die SEHUM-Datenbank verwiesen. Dort taucht u.a. ein Peter Bion (vor 1685 - nach 1699) auf ... siehe Anhang.

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Quelle/Source: Stemmatologia Sangallensis (Erläuterungen/Explanations)

Bion Peter (18.10.1684[laut HLS in Heidelberg]-01.12.1735), Sohn des Salomon, Anwalt und Schultheiß zu Heidelberg, und der Anna Margar. Katharin. Schn(eiderzunft). 1717 wird er Bürger allhier; Nov.1722 Quartiermeister 4. Quartier; 20.11.1730 Lieutnant zu St.Leonhard; 22.11.1731 Hauptmann zu St.Leonhard.
oo 12.08.1707
Barbara Steinmann (12.09.1686-14.02.1767), Tochter des Eusebius (Nr.15) und der Barbara Tanner.
Kinder:
30.12.1707 Anna Elsbetha, oo Laur. Schlumpf (Nr.187)
24.02.1709 Barbara, +10.05.1709
14.02.1710 Ursula, +03.10.1710
26.08.1711 Ursula, +25.03.1719
16.10.1713 Anna Barbara, +19.02.1714
13.10.1715 Peter (Nr.2)
05.07.1717 Salomon, +31.03.1718
09.06.1718 Leonhard, +28.01.1719
12.08.1719 Anna Barbara, +16.06.1720
11.01.1721 Paulus (Nr.3)
26.03.1722 Dorothea, +17.02.1723
07.08.1723 Sabina Barbara, +27.08.1723
03.09.1724 Anna Barbara, oo Kaspar Tobias Zollikofer (Nr.375)
08.11.1727 Georg Leonhard, stirbt jung

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Zur Herkunft des Peter Bion bzw. dem Beruf des Vaters und dem Namen der Mutter gibt es widersprüchliche Angaben bzw. Auslegungen:
1) Stemmatologia (sh. oben): Sohn des Salomon, Anwalt und Schultheiß zu Heidelberg, und der Anna Margar. Katharin.
2) HLS: Vmtl. hugenottischer Abstammung, * in Heidelberg. Sohn des Salomon, kurpfälz. Ballenmeisters (Aufseher im Ballhaus, in dem die in die Stadt eingeführten Warenballen lagerten), und der Elisabetha Noot, Tochter des Heidelberger Anwalts, Handelsmanns und Schultheissen Peter.
3) Ehrenzeller (sh. oben): Vermutlich aus Metz gebürtig, zähle er zu jenen Hugenotten, welche Frankreich nach Aufhebung des Ediktes von Nantes [1685] verließen.
4)SEHUM: Mutter Elisabeth Noht.

Der Name der Mutter stimmt bei HLS und SEHUM also überein - nicht aber mit der Stemmatologia. Auf der anderen Seite scheint der Geburtsort nicht gesichert zu sein - wie sicher sind dann die Angaben zur Mutter?

Die Stemmatologia gibt "Anwalt und Schultheiß" als Beruf des Vaters an - laut HLS träfe das aber auf den Grossvater mütterlicherseits zu.

Widersprüchlich sind auch die Interpretationen des "Ballenmeisters" (Beruf des Vaters Salomon) - laut HLS "Aufseher im Ballhaus, in dem die in die Stadt eingeführten Warenballen lagerten": damit wäre Peter Bion in einer "Handelsumgebung" aufgewachsen, in der er später auch selbst erfolgreich war. Norbert Emmmerich schreibt dazu:
Salomon Bion war nicht Ballenmeister, sondern ebenso wie sein Vater Isaak Bion Ballmeister. Für Isaak Bion habe ich inzwischen noch herausgefunden und für die nächste Auflage von SEHUM vorgesehen:
"A. Zimmermann, Versuch einer historischen Entwickelung der märkischen Städteverfassungen, Band 3, 1840, S. 203. Karl Herloßsohn et. al., Allgemeines Theater-Lexikon oder Encyklopädie alles Wissenswerthen für Bühnenkünstler, Dilettanten und Theaterfreunde, Band 2, ung. 1839/40, S. 23. Clemens Meyer, Geschichte der Güstrower Hofkapelle: Darstellung der Musikverhältnisse am Güstrower Fürstenhofe im 16. und 17. Jahrhundert, in Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 83 (1919), S. 2, 36. Von Basel BS (?). Taufregister Basel BS: Fehlanzeige. Ballmeister zu Frankfurt an der Oder (1660), Basel BS (1664), Breslau (1677), Straßburg (1680), Güstrow 1680/91 und Berlin. Ferner: Heirat in Basel am 18.6.1664 mit Anna Passavant und Kindstaufen ebd. 1666 sowie 1667."
Sein Berufsbild hatte also nichts mit Warenballen, Textilfertigung oder Textilhandel zu tun. Gleiches dürfte auf seinen Sohn, den kurpfälzischen Ballmeister Salomon Bion, zutreffen. Dessen Sohn Peter Bion betrat also Neuland, als er mit dem Handel und der Fertigung von Textilartikeln begann.
Ich enthalte mich hier jeglicher Wertung, zeige nur die Widersprüche auf - und damit die Möglichkeiten für weitere Forschungen ;).

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Weitere Anmerkungen von Norbert Emmerich.
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Bion 2 Peter (1715-1776)

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Quelle/Source: Stemmatologia Sangallensis (Erläuterungen/Explanations)

Bion Peter (13.10.1715-28.08.1776), Sohn des Peter (Nr.1) und der Barbara Steinmann. Ladenmann.
oo 10.11.1739
Jeanne Marie Thonnet (31.10.1710-07.08.1778) von Neuvchautel [Neuchâtel], Tochter des Jean und der Jeanne Marie Prinec.
Kinder:
05.01.1743 Anna Barbara, oo Hanns Konrad Billwiller (Nr.44)
__.__.____ 3 Kinder starben jung


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Bion 3 Paulus (1721-1795)

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Quelle/Source: Stemmatologia Sangallensis (Erläuterungen/Explanations)

Bion Paulus (11.01.1721-28.01.1795), Sohn des Peter (Nr.1) und der Barbara Steinmann. Drukker. 22.01.1767 Hüttenmeister.
ooI 10.12.1743
Anna Ursula Mayer (Jun.1722-10.02.1771) von Gottlieben, Tochter des Hanns Georg und der Elisabeth Huber.
Kinder:
01.12.1744 Hanns Georg (Nr.4)
__.__.____ 2 Kinder starben jung
13.02.1751 Barbara, ooI Heinrich Merz (Nr.128), ooII Georg Wetter (Nr.166)
07.10.1752 Maria Elisabetha, oo Jb. Stähelin (Nr.111)
__.__.____ 2 Kinder starben jung
23.07.1758 Peter (Nr.5)
25.04.1762 Johanna Maria, oo Joachim Wetter (Nr.171)

ooII 14.07.1772 in Zürich [in der Züricher Ehedatenbank aber nicht genannt]
Katharina Künzler (15.12.1732-29.11.1789) von Rheinegg, Tochter des Adrian und der Elsbetha Stückly(?).
Kinder:
[keine Kinder genannt]


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Re: Bion von St.Gallen SG

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Norbert Emmerich schreibt weiter (siehe vorangehende Anmerkungen):
Für Isaak Bion hat sich die Vermutung "Von Basel BS (?)" erledigt, vielmehr kommt hinzu: "Bürgerannahme in Basel BS am 18.6.1664 ("von Straßburg")".

Inzwischen habe ich einen weiteren Namensträger Bion in Heidelberg gefunden:
Am 25.10.1682 wurde in der Heidelberger Klosterkirche Johann Daniel Bion, "Ballen- und Exercitienmeister zu Strasburg", als Witwer mit Cecilia Christina Girisch getraut. Also Herkunft ebenfalls aus Straßburg und eindeutig kein (Waren-)Ballenmeister, sondern Betreiber eines Ballhauses!

Wegen des Herkunftsortes und des Berufsbilds vermute ich eine verwandtschaftliche Beziehung mit Isaak Bion (dessen Sohn?).
Ergänzend zum Berufsbild des Salomon Bion: Ich kenne keine Hinweise für die Existenz eines Ballenhauses für Textilwaren in Heidelberg, wohl aber für ein - in Universitätsstädten damals durchaus übliches - Ballhaus in den Jahren 1594 und 1717 (Eduard Winkelmann, Urkundenbuch der Universität Heidelberg, 2. Band (Regesten), 1886, Nrn. 1401 und 1992).

Zur Mutter des Peter Bion: Als dessen Vater steht Salomon Bion fest (Stemma). Mit Elisabeth Noht ist auch Salomons Ehefrau nachgewiesen (Heiratseintrag 1680 im KB Heidelberg-Heiliggeistkirche). Allerdings könnte diese vor 1684 verstorben sein und Salomon Bion erneut - die Anna Margar. Katharin aus der Stemma - geheiratet haben.


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Bion 5 Peter (1758-1808)

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Quelle/Source: Stemmatologia Sangallensis (Erläuterungen/Explanations)

Bion Peter (23.07.1758-03.10.1808 in Bürglen), Sohn des Paulus (Nr.3) und der Anna Ursula Mayer.
ooI 15.06.1784 St.Leonhard
Anna Magdalena Zollikofer (05.04.1760-18.12.1798 in Bürglen), Tochter des Christof (Nr.388) und der Ottilia Ritz.
Kinder:
31.05.1785 Anna Katharina, scort. Leopold Meyer von Wien > 10.01.1814 Karl Meyer, +31.05.1843 (Nr.104a), oo 04.05.1819 Johann Ulrich Früh von Teufen AR.
21.06.1786 Paul Christof (Nr.6)
15.08.1787 Peter (Nr.7)
16.11.1788 Johann Joachim, + 13.12.1809 in Antwerpen
24.05.1790 Georg, +14.09.1790 in Bürglen
15.12.1791 Ottilia, +06.12.1795 in Bürglen
21.04.1793 Elsbetha Cornelia, oo Aug.1819 Johann Jacob Scheu, Drechsler von Mogelsberg SG
25.06.1794 Daniel Anton (Nr.9)
22.11.1795 Knäblein, +22.11.1795
22.11.1795 Ottilia, +22.11.1795 [die 1791 geborene Ottilia +06.12.1795??]
17.01.1797 Wilhelm Friedrich (Nr.8)

ooII 06.08.1799
Elsbeth Wild (20.06.1770-26.07.1813), Tochter des Johann Jakob (Nr.120) und der Elisabeth Weyermann.
Kinder:
10.06.1800 Ottilia, +06.05.1801
03.12.1801 Johann Konrad (Nr.10)
10.04.1803 Johann Jacob (Nr.12)
05.06.1804 Gottlieb (Nr.11)
17.05.1807 Johann Ulrich (Nr.13)

Anmerkungen:
Prediger
Nov.1781 exam. ....(?) Ministerio
Dez.1781 Provisor in Dießenhofen und Vicar daselbst
1787 Praeceptor 4. Classe
10.10.1789 Pfarrer zu Bürglen
1799 Schulinspektor des Distrikts Weinfelden
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