Scherer / Scherrer von St.Gallen SG

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Scherer / Scherrer von St.Gallen SG

Post by Wolf » Sat 21. Jun 2014, 10:43

In den alten Dokumenten kommen die Schreibweisen Scherer und Scherrer alternativ vor; in der Stemmatologia Sangallensis wird der Name Scherer geschrieben, ebenso im Bürgerbuch der Stadt St.Gallen (Ausgabe 1887) - diese Schreibweise wird deswegen auch hier für das alte Geschlecht verwendet. In der Ausgabe von 1901 werden beide Schreibweisen zusammengefasst - als lebende Vertreter allerdings nur die ab 1833 eingebürgerten Linien erwähnt, die sich heute Scherrer schreiben.

Das alte Geschlecht Scherer

Quelle: Bürgerbuch der Stadt St.Gallen (Ausgaben 1887 und 1901) und Stemmatologia Sangallensis.

Das weit verbreitete Geschlecht stammt aus der Gegend von Neukirch hinter der Thur, wo ihm im 14. Jhdt. und vorher der Scherershof, Scherersbuwil und Scherersholz eigentümlich zugehörten. Burkhart der Scherrar ist anno 1313 Urkundenzeuge des Abts Heinrich II. von St.Gallen.

Die Stemmatologia nennt ohne genealogischen Zusammenhang
- Heinrich (Nr.1a), 1478-1489 Eilfer und bis zu seinem Tod 1504 in zahlreichen weiteren Ämtern.
- Thomas (Nr.1b), oo Elsa Naef und hat 1534 eine Tochter Elsbetha.
Dann folgen
- Christof (Nr.2), +1559, königl. franz. Schatzmeister, oo Weibratha Schlumpf, mit den Söhnen
--- Kaspar (Nr.3), 1528-1602, ooI 1556 Elsbetha Stauder, ooII 1570 Ursula Straub, mit den Söhnen
------- 1558 Christof (Nr.5)
------- 1561 Jakob (Nr.6)
------- 1567 Heinrich (Nr.7)
------- 1572 Sebastian (Nr.8)
------- 1573 Daniel (Nr.9)
------- 1576 Georg (Nr.10)
------- 1585 Leonhard (Nr.11)
--- Christof (Nr.4), 1530-1564 (alle Kinder sterben ledig und ohne Nachkommen)

Zwei Hauptlinien sind längerfristig von Bedeutung:

Die erste Linie beginnt mit Christof (1558-1602) und erlischt mit Georg Kaspar (1757-1821). Unter ihnen vererbt sich das Pfarramt über 5 Generationen. Für die Familienforschung am bedeutendsten ist Dekan Hans Jakob Scherer (1653-1733) als Verfasser der Stemmatologia Sangallensis.

Die zweite Linie beginnt mit Heinrich (1567-1618), Gründer des bedeutenden Handelshauses, das Zweigstellen im Piemont und in Lyon eröffnet. Als Letzter Namensträger des Geschlechts wird Iwan Heinrich Maximilian (von) Scherer (11.01.1815-23.02.1848) in der Stemmatologia genannt. Er heiratet am 25.11.1845 Maria Anna Gräfin von Caniz [Kanitz], die Tochter des Karl Wilhelm August Graf von Caniz [Kanitz] und der Anna Luise Gräfin von der Schulenburg. Er lebt als Rentier und Gutsbesitzer auf Castell. Der Sohn Adrian August Gonzalvo Maximilian (13.06.1848-16.05.1901) führt den Namen von Castell; mit ihm erlischt die Linie im Mannesstamm.

In St.Gallen wohnte die Familie am unteren Brühl - der dazugehörige Park ging 1870 durch Kauf in den Besitz der Stadt über, der heutige Stadtpark.

Die neuen Geschlechter Scherrer

Quelle: Bürgerbuch der Stadt St.Gallen (diverse Ausgaben).

A von Egnach TG, Bürger seit 1833, 1871, 1896
B von Krummenau SG, Bürger seit 1833, 1838
C von St.Peterzell SG, Bürger seit 1857
D von Märstetten TG, Bürger seit 1866
E von Kirchberg SG, Bürger seit 1869, 1890
F von Wallenwil TG, Bürger seit 1974

Zur Linie E gehört der Kaufmann Gustav Hermann (1853-1948), der in vielen politischen Ämtern tätig ist, das Marionettentheater gründet und es über 4 Jahrzehnte lang leitet. Sein Sohn ist Hermann Arthur (1881-1956), Kaufmann in Morcote TI. Der Park seines Hauses ist heute als Parco Scherrer der Öffentlichkeit zugänglich.


Wolf Seelentag, St.Gallen

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