Häberli von Ebersecken LU

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dominicdiaz
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Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von dominicdiaz » Di 3. Aug 2021, 18:29

Josef Anton Häberli wurde am 14. Februar 1803 auf dem Grettihof in Ebersecken als Sohn des Johannes und der Anna Barbara Häberli-Affentranger geboren. Sein Vater war Arzt. Am 18. Oktober 1830 ehelichte er Anna Maria Catharina Steffen, Tochter des Johann Josef und der Maria Josefa Rosa Steffen-Nagelisen. Seine Ehefrau wurde am 15. Mai 1813 geboren und war zum Zeitpunkt der Eheschliessung gerade mal 17 Jahre alt. Die beiden zogen nach Reiden wo sie gemeinsam 14 Kinder bekamen.

Ich habe herausgefunden, dass Josef Anton Häberli-Steffen wohl Tierarzt war und ca. 1865 nach Grossdietwil auf den Hof "Chrummacher" gezogen war. Dort gebaren drei seiner Töchter uneheliche Kinder. Am 05. August 1869 starb Josef Anton Häberli-Steffen.
Das genaue Todesdatum seiner Ehefrau Anna Maria Catharina Häberli-Steffen ist mir nicht bekannt. Ich habe von ihr im Todesregister von Grossdietwil keinen Eintrag gefunden oder Übersehen. Sie muss allerdings im Jahr 1878 oder 1879 verstorben sein. Früher wurden ja auch Volkszählungen durchgeführt, wo finde ich diese? Vielleicht finde ich dort noch Angaben über diese Familie. Kann mir da jemand von euch weiterhelfen oder hat bereits Informationen über die Familie Häberli.

Dominic



Felber
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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Felber » Mi 4. Aug 2021, 21:12

Guten Abend Dominic

Mit den Volkszählungen kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

Aber hast du bereits die A- und B-Sterberegister von Ebersecken kontrolliert? Die Todesfälle wurden ja ab 1876 in der Regel an den Heimatort zurückgemeldet und im dortigen B-Register notiert. So müsstest du Anna Maria Catharina Häberli-Steffen eigentlich finden. Vielleicht starb sie auch in der Heimatgemeinde selber, weshalb ich auch das A-Register von Ebersecken kontrollieren würde. Falls du dort nichts findest: Könnte sie noch einmal geheiratet haben? Beim Tod ihres Mannes war sie ja erst knapp 40 Jahre alt.

Liebe Grüsse

Olivier



dominicdiaz
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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von dominicdiaz » Do 5. Aug 2021, 09:54

Hallo Olivier

Ja, ich habe das Zivilstandsamt Willisau angefragt. Diese fanden sie allerdings weder im Sterberegister von Ebersecken noch in dem von Grossdietwil. Wenn sie nochmals geheiratet hätte müsste dies wohl nach 1875 geschehen sein. Da die Familie mehrmals auch umzog, ist wohl nicht auszuschliessen, dass sie nach dem Tod des Ehemannes nochmals umzog. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass sie ausgewandert wäre, denn ein Teil ihrer Familie wanderte nach Kanada aus. Mein Urgrossvater hat jedoch auf seinem Stammblatt bei Catharina Häberli-Steffen von Hand das Todesdatum (+1879.1.4 oder +1879.4.4) eingetragen, leider ohne Todesort.

Dominic



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Felber » Sa 7. Aug 2021, 14:32

Guten Tag Dominic

Wurde vom Zivilstandsamt Willisau auch das B-Sterberegister von Ebersecken kontrolliert, in dem die auswärts verstorbenen Bürger von Ebersecken erfasst wurden? Dort müsste Catharina Häberli-Steffen zu finden sein - ausser sie starb in Ebersecken selber (was anscheinend nicht der Fall war) oder heiratete erneut.

Sonst kann ich bei Gelegenheit mal im Staatsarchiv Luzern nachschauen, ob ich im entsprechenden Buch einen Eintrag finde.

Liebe Grüsse

Olivier



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von dominicdiaz » Sa 7. Aug 2021, 15:36

Hallo Olivier

Das kann ich dir nicht genau sagen, ob das B-Register auch durchsucht wurde. Ich habe auf jeden Fall erwähnt, dass es sein könnte, dass Catharina Häberli-Steffen auch ausserhalb von Ebersecken verstorben sein könnte. Wenn du mal nachschauen könntest, währe ich dir sehr dankbar.

Dominic



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Felber » So 15. Aug 2021, 20:36

Guten Abend Dominic

Ich habe gestern in den beiden Zivilstandsregistern A 976/351 (Todesregister Ebersecken A (1876-1893)) und A 976/356 (Todesregister Ebersecken B (1876-1897)) gesucht.

Leider fand ich im Register keinen passenden Eintrag zu Catharina Häberli-Steffen. Ich habe unter Häberli und Steffen gesucht.

Wahrscheinlich stimmt das bekannte Sterbedatum nicht oder sie heiratete erneut.

Liebe Grüsse

Olivier



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von dominicdiaz » Mo 16. Aug 2021, 09:22

Hallo Olivier

Ja vermutlich muss sie nochmals geheiratet haben. Ich danke dir für deine Nachforschung.
Da muss ich wohl nochmals die Unterlagen meines Urgrossvaters durchsuchen, ob ich noch irgend einen
Anhaltspunkt darüber finde.

Gruss
Dominic



Peter.D
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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Peter.D » Mo 16. Aug 2021, 18:07

Hallo Dominic

In der Brandassekuranz von 1872 ff sind die Gebrüder Häberli, also wohl Söhne des Ehepaars Häberli-Steffen, als Eigentümer eingetragen: Assek. Nr. 115 und 116, Bild 30.

Ich weiss nicht, ob es in Luzern zur fraglichen Zeit wie z.B. in Zürich auch bereits Grundprotokolle oder notarielle Fertigungen etc. gab. Am besten fragst du im StALU nach.

Peter



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Felber » Mo 16. Aug 2021, 20:51

Im Kanton Luzern gibt es Hypothekarprotokolle der einzelnen Gemeinden. Die von Grossdietwil beispielsweise sind hier im Archivkatalog zu finden. In der Bibliothek des Staatsarchivs Luzern hat es Register zu den einzelnen Bänden. Digitalisiert ist leider nichts davon.

Liebe Grüsse

Olivier



Peter.D
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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Peter.D » Mo 16. Aug 2021, 21:06

Vielen Dank, Olivier. Wurden im Kanton Luzern auch Erbteilungen notariell oder gerichtlich dokumentiert und befinden sich solche Protokolle ebenfalls im StALU? Im konkreten Fall in Grossdietwil mussten wohl die Schwestern und evtl. sogar die Mutter von den Brüdern ausgekauft werden.

In den Zürcher Grundprotokollen habe ich wiederholt festgestellt, dass der Übergang einer Liegenschaft auf die gesetzlichen Erben nicht beurkundet wurde, im Gegensatz zu einem Verkauf an Dritte und natürlich im Konkursfalle.

Ich schau das dann an einem regnerischen Wochenende einmal im Bürgerlichen Gesetzbuch von 1831 nach.

Peter



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von dominicdiaz » Mo 16. Aug 2021, 21:46

Ich weiss, dass nur folgende Söhne des Anton und der Anna Maria Catharina Häberli-Steffen das Erwachsenenalter erreicht haben:

Anton Häberli-Gut
geboren am 06. September 1837 in Reiden LU
gestorben am 17. August 1878 in Grosswangen LU
Ehefrau: Rosa Theresia Häberli-Gut (Tochter des Anton und der Anna Gut-Blum)
Führte einen Schweinehandel auf dem Hinterberg in Grosswangen LU

Ferdinand Häberli-Ruckli
geboren am 31. Dezember 1843 in Reiden LU
gestorben am 15. April 1920 in Luzern Stadt
Ehefrau: Katharina Häberli-Ruckli (Tochter des Josef und der Katharina Ruckli-Bättig)

Theophil Gottlieb Häberli-Steinmann-Wandeler
geboren am 21. Oktober 1849 in Reiden LU
gestorben am 09. Juli 1915 in Grossdietwil LU
1. Ehefrau: Rosa Häberli-Wandeler (Tochter des Anton und der Rosa Wandeler-Rölli)
2. Ehefrau: Anna Maria Steinmann (Tochter der Maria Achermann)
Es könnte sein, dass Theophil Gottlieb den elterlichen Hof «Chrummacher» von seiner verwitweten Mutter Anna Maria Catharina Häberli-Steffen übernommen hat.

Es ist ausserdem sehr auffällig, wie viele kleine Kinder in den Jahren wo die Familie Häberli-Steffen den Hof «Chrummacher» besassen, dort verstarben. Diese waren alles uneheliche Kinder.



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Felber » Di 17. Aug 2021, 16:17

Peter.D hat geschrieben:
Mo 16. Aug 2021, 21:06
Vielen Dank, Olivier. Wurden im Kanton Luzern auch Erbteilungen notariell oder gerichtlich dokumentiert und befinden sich solche Protokolle ebenfalls im StALU? Im konkreten Fall in Grossdietwil mussten wohl die Schwestern und evtl. sogar die Mutter von den Brüdern ausgekauft werden.

In den Zürcher Grundprotokollen habe ich wiederholt festgestellt, dass der Übergang einer Liegenschaft auf die gesetzlichen Erben nicht beurkundet wurde, im Gegensatz zu einem Verkauf an Dritte und natürlich im Konkursfalle.
Ob Erbteilungen in Luzern notariell oder gerichtlich dokumentiert worden sind, weiss ich leider nicht.

Auskäufe wurden hingegen in den Kaufsprotokollen festgehalten, zumindest sind mir solche im 19. Jahrhundert und vorher begegnet. Die älteren Kaufs- oder Hypothekarprotokolle enthalten allerlei Dokumente zu Gütern (z.B. Schätzungen, Verschreibungen). Ich habe in solchen sogar einen Ehevertrag meiner Ahnen von 1719 gefunden.

Falls du mehr herausfindest, würde mich das interessieren.

Liebe Grüsse

Olivier



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Peter.D » Di 17. Aug 2021, 18:24

Klar ist bereits, dass die Ehefrau beim Tod des Gatten auch im Kanton Luzern einen Beistand erhielt. Dieser Beistand musste sicher die Erbschaftsverteilung und eventuelle spätere Auskäufe bewilligen. Nach altem Luzerner Recht erhielt die Witwe mindestens eine Nutzniessung am vererbten Hof.

Vormundschaften und Beistandsverhältnisse wurden von der Gemeinde überwacht. Ob Ebersecken - bzw. neu die fusionierte Gemeinde Altishofen - die entsprechenden 'Vogtei'-Akten aufbewahrt hat, ist natürlich eine andere Frage.

Peter



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Peter.D » Mi 18. Aug 2021, 17:09

Hallo Olivier

Da du den Tod von A.M. Barbara Häberli-Steffen weder im A- noch im B-Register von Ebersecken finden konntest, gibt es eigentlich nur drei hauptsächliche Möglichkeiten:
1. Sie ist vor 1876 verstorben
2. Sie hat sich vor 1876 nochmals verheiratet
3. Sie hat sich ab 1876 nochmals verheiratet

Den Fall 3 hast du - wenn ich das richtig verstanden habe - noch nicht verifiziert. Die Heimatgemeinde muss aufgrund der eidgenössischen Ordnung über die neue Heirat informiert worden sein. In ganz seltenen Fällen habe ich schon erlebt, dass ein Ereignis im Register zwar eingetragen wurde, im alphabetischen Verzeichnis aber vergessen ging oder unter falschem Namen figuriert.

Für die Fälle 1 und 2 muss man wohl die Kirchenbücher mehrerer Pfarreien durchsuchen, da die Meldungen über auswärtige Ereignisse vor 1876 nicht immer erfolgten und Ebersecken keine eigene Pfarrei war - und zwar sowohl unter Steffen wie unter Häberli!

Gemäss Luzerner BGB erhielt die Ehefrau mit der Heirat ab 1831 zwar den Geschlechtsnamen des Ehemannes, bei ein paar Stichproben habe ich jedoch festgestellt, dass verheiratete oder verwitwete Frauen beim Tod oder bei der Wiederverheiratung sowohl im Register wie im alphabetischen Verzeichnis nur unter dem Ledignamen verzeichnet wurden - und dies trotz den eingebundenen Instruktionen.

Das Bundesgesetz über die Ehe von 1874 hat den Geschlechtsnamen der Ehefrau nicht geregelt, sondern bis 1911 weiterhin dem kantonalen Privatrecht unterstellt. Welche Namen in Luzern ab 1876 in den alphabetischen Verzeichnissen aufgeführt wurden, ist mir nicht bekannt. In Genf z.B. behielt die Frau bis 1911 den ledigen Namen und in den Répertoires findet sich die Frau auch nur unter dem ledigen Namen. In Basel-Stadt dagegen wurde die Frau sowohl unter dem ledigen wie auch dem verheirateten Namen ins alphabetische Register aufgenommen.

Peter



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Re: Häberli von Ebersecken LU

Beitrag von Felber » Do 19. Aug 2021, 17:43

Guten Tag Peter

Genau, diese drei Szenarien sind wohl am wahrscheinlichsten. Ein Fehler bzw. Unterlassung im Namensregister wäre auch nicht auszuschliessen.

In den Registern zu den Luzerner Zivilstandsregistern nach 1876 habe ich bei den Frauen alles erlebt. Eine Frau Müller-Meier findet sich womöglich unter "Müller geb. Meier", "Müller", "Meier" oder "Meier vereh. Müller". Meiner Einschätzung nach ist die Schreibweise mit dem Namen des Mannes zuerst und dem Ledignamen danach von Anfang an am häufigsten und setzte sich mit der Zeit durch.

Liebe Grüsse

Olivier



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