Die nicht sesshafte Familie Moser

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Die nicht sesshafte Familie Moser

Beitrag von Bochtella » Di 29. Sep 2020, 20:04

Grüezi Lesende,

Rudolf Jenny, Einbürgerungen von 1801 bis 1960 nach Personen, Gemeinden und Jahren, 2.Teil Regesten / Verzeichnisse, Chur 1965, auf einer Webseite des Staatsarchivs Graubünden = Archiv dal stadi dal Grischun = Archivio di Stato dei Grigioni, Signatur StAGR QR 1/3b

Joseph Anton Moser, senior, geboren am 14.02.1763, verheiratet, katholisch, Vagant, heimatlos, Urgroßvater angeblich in Wildhaus ansässig gewesen, nach andern Angaben stammt er aus Grienebach, Bregenzerwald (Grünenbach, Lindau?), in Masein, eingebürgert in Patzen und Fardün, Bewilligung des Kleinen Rates: 25.10.1825.
Bedingungen: Er darf keine 2. Ehe eingehen und muss die beiden ledigen Töchter (Anna und Ursula) in der reformierten Religion verbleiben lassen.
Ehefrau: Anna, geborene Göldi, von Sennwald SG, reformiert.
Bemerkungen: Der 1801 geborene Sohn Joseph Anton und die ca. 1802 geborene Tochter Elisabeth werden bei diesem Einkauf nicht erwähnt.
Quellen: KRP 1825 / P 1438, A 1503; NH 7; BE; Ak IV 26 b

Johann Friedrich Moser, geboren am 28.06.1807, Sohn des Franz Moser, verheiratet, durch Beschluss des Kleinen Rates vom 30.03.1826 Vaz/Obervaz als Angehöriger zugeteilt; Einkaufsbewilligung für eine katholische oder paritätische Gemeinde: 04.11.1825; es konnte nicht festgestellt werden, ob und wo er von dieser Erlaubnis Gebrauch machte. Hat einen vorehelichen Sohn mit Juliana Witzelmeier, Johann Friedrich; Heiratsbewilligung: 17.07.1826.
Quellen: KRP 1825/A 1559; KRP 1826 A 914; NH 24, 28; BE; Ak IV 26 b

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Re: Die nicht sesshafte Familie Moser

Beitrag von Bochtella » Mi 30. Sep 2020, 09:08

Grüezi Lesende,

Guadench Dazzi, Sara Galle, Andréa Kaufmann, Thomas Meier, Puur und Kessler : Sesshafte und Fahrende in Graubünden, 2008.

Auszüge aus den Seiten 40-66 in Texte zur Dorfgeschichte von Untervaz, 2008.
Seite 44 und 45:
Auszüge aus einem Gutachten von 1824 «über die Angehörigkeit des Joseph Anton Moser und seiner Familie»:
«Nach den Angaben des alten Moser, soll seine Familie von Wildhus im Toggenburg abstammen, aber schon der Urgrossvater von dort weggezogen, der Vater bereits im Lugnez und er selbst in Kazis gebohren seyn, letzterer will fast Zeitlebens sich dahier aufgehalten haben, als bis zu seinem 20ten Jahr in Kazis, in Holland 4 Jahr, Kazis ein Jahr, Piemont ein Jahr, wo man ihn wegwies, Kazis 2 Jahr, Masein 4 Jahr, Thusis 3/4 Jahr, er sich dann unter den 1 sten October 1817 als einen Heimathlosen meldete. […]
Derselbe ist 61 Jahre alt, ein Kupferschmied von Profehsion soll ziemlich ordentlich und fleissig seyn, seine Frau macht die Geschirrhändlerin, selbe S. 45: haben kein Vermögen, 4 Kinder, einen Sohn und 3 Töchter, wovon der Sohn in Chur die älteste Tochter in Sils im Oberengadin, die 2 andern aber in Thusis auf die Welt kamen. […]
Er versichert, dass er sich und zwar lezterhand 4 Jahr in Mahsein aufhielt. Das Zeugnis vom Jahr 1815 spricht zwar nur von 3-4 Winter, da aber darin bemerkt ist, dass seine Kinder die Schule besuchten, ist sehr wahrscheinlich, dass Moser Beisässengeld für das ganze Jahr zahlte und überhaupt seine Angabe richtig sey.» (13) Da Joseph Anton Moser und seine Familie sich seit 1797 am längsten in Masein aufgehalten hatten, schlug der Verhörrichter vor, sie dieser Gemeinde als Angehörige zuzuweisen. Der Sohn, Joseph Anton Moser junior, stellte zudem den Antrag, sich in einer Bündner Gemeinde einkaufen zu dürfen, da er beabsichtigte, die Geschirrhändlerin Brunner zu heiraten, mit der er bereits ein Kind hatte, und weil «er des Herumziehens müde sey». Der Verhörrichter plädierte hier jedoch auf Zuwarten: «Da solche Leute indessen gewöhnlich ihr ganzes Vermögen aufopfern, um sich irgendwo einzukaufen, aber in sich ergebenden Bedrängnissen meist keine Unterstützung von den Gemeinden, in welchen der Einkauf geschah, zu gewärtigen haben, rieht der Verhörrichter schon mehrere Einkaufslustigen Heimathlosen, eher die gesezliche Ausmittlung eines Angehörigkeitsorts abzuwarten, und ihr Nothpfennig auf allenfällige dringenderen Zeiten zu sparen. […]
Wenn auch der Zuwachs einer solchen Familie nicht erwünscht ist, so wird er schwer zu verhindern seyn, und daher nichts übrigen als dass Euer Weissheiten bei der allfälligen Gewährung der Bitte des Petenten, ihm nochmals nachdrucksam zu dem versprochenen steten Wohnsitz und ordentlichen Beschäftigung zu mahnen.» Joseph Anton Moser junior konnte sich jedoch bereits im Folgejahr 1825 in der Schamser Gemeinde Patzen-Fardün einkaufen. (14) Über die erfolgten Zuteilungen, die damit verbundenen Fragen und die Widerstände seitens der Gemeinden erstattete der Verhörrichter dem Grossen Rat regelmässig Bericht. (15)
13) StAGR IV 26 b, Akte Moser, Jos. Ant.
14) RN, Bd. 3, S. 459.
15) Vgl. StAGR III 3 d 6, insbesondere den Bericht für das Jahr 1822 sowie StAGR IV 27 a, Bericht für das Jahr 1830.

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Re: Die nicht sesshafte Familie Moser

Beitrag von Bochtella » So 1. Nov 2020, 13:32

Grüezi Lesende,

Am 03.01.1775 getauft Anna Ma., des Johan Joseph Sexgele und der Maria Magdalena Mosserin, Vagabundi.
Katholisches Taufbuch Gams

Am 26.07.1776 getauft Anna Katharina, des Josef Mohser und der Elisabeth Städlerin, Vagabunden.
Katholisches Taufbuch Gams
Am 01.07.1780 getauft Joanes Antonius, des Joseph Moser und der Elisabeth Städlerin, peregrini.
KatholischesTaufbuch Gams

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Re: Die nicht sesshafte Familie Moser

Beitrag von Bochtella » So 8. Nov 2020, 10:23

Grüezi Lesende,

Am 14.02.1763 getauft Josef Anton, Sohn des Josef Anton Moser von Grinunbach aus dem Bregenzer Wald und der Juliana Vaggin aus dem Tal Misox.
Katholisches Taufbuch Cazis

Bei Grinunbach könnte es sich um Grünenbach, 10 km nördlich von Bad Oberstaufen handeln.

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Re: Die nicht sesshafte Familie Moser

Beitrag von Bochtella » Mi 11. Nov 2020, 14:31

Grüezi Lesende,

in den Tauf-, Ehe- und Sterbebüchern der Pfarrei Grünenbach im Allgäu finden sich von 1722-64 keine Moser.

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Re: Die nicht sesshafte Familie Moser

Beitrag von Bochtella » Mi 31. Mär 2021, 14:01

De Bastiani im NS-Regime : Die Geschichte der Familie De Bastiani : Eine jenische Familie unter dem Nazi Regime, auf der Website der European Yenish Union (EYU).

Angelo De Bastiani wurde am ersten Januar 1882 in Cesiomaggiore, in der Nähe von Feltre, in der italienischen Provinz Belluno geboren, er war der Sohn von Giacomo De Bastiani und Maria Luigia, geborene Orlandin.
Am 11.05.1907 heiratete Angelo in Igis, im Kanton Graubünden in der Schweiz, Josephina Maria Katharina Moser aus Obervaz, sie entstammte einer jenischen Familie, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts eingebürgert wurde und damit ihren Heimatlos-Status verlor.
1934-35 verließ Josephina Maria Katharina De Bastiani-Moser, schwanger und begleitet von ihren vier Kindern, Italien um in die Schweiz umzuziehen, sie hatte Familie die dort lebte.
Die Familie De Bastiani versuchte, in die Schweiz einzureisen, um der NS-Verfolgung zu entgehen; Schweizer Beamte verweigerten aber die Einreise.
Ihr Ehemann, Angelo De Bastiani, durfte nicht in die Schweiz einreisen. In der Schweiz angekommen, verlor sie hochschwanger ihr Kind im Wochenbett, sie starb bei der Hausgeburt.
Der Sohn des Ehepaars De Bastiani-Moser, Angelo junior, ungefähr 1916 geboren, wurde kurz hinter der Grenze verhaftet und von den Behörden nach Italien zurückgeschickt.
Die Töchter des Ehepaares wurden nicht entdeckt und konnten in der Schweiz bleiben.
Angelo und Angelo junior wurden von den Nazis festgenommen und in ein Konzentrationslager gebracht, wo sie starben. Bis zum heutigen Tag wurde weder eine Spur ihrer Verfolgung noch ihres Todes gefunden.

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