Zivilstandsverordnung - Änderung vom 26.10.2016

Für nicht kantonsspezifische Fragen. Vos messages ne concernant pas spédifiquement un canton. For your non canton specific questions.
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Peter.D
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Zivilstandsverordnung - Änderung vom 26.10.2016

Post by Peter.D »

Überraschend schnell hat der Bundesrat die geänderte Zivilstandsverordnung vom 26.10.2016 auf den 1.7.2017 in Kraft gesetzt.
Für die Familienforschung ist vor allem der neue Artikel 6a Abs. 3 von grosser Bedeutung:
Zivilstandsregister, die vor den in Artikel 92a Absatz 1 aufgeführten Zeiträumen geführt wurden, gelten als Archivgut.

Artikel 92a Abs. 1 lautet seit 2011:
Die Originale der für jeden Zivilstandskreis geführten Zivilstandsregister müssen dem nach kantonalem Recht zuständigen Zivilstandsamt mindestens für folgende Zeiträume zugänglich sein:
a. Geburtsregister ab dem 1. Januar 1900;
b. Eheregister ab dem 1. Januar 1930;
c. Todesregister ab dem 1. Januar 1960;
d. Familienregister und Anerkennungsregister ab ihrer Einführung.


Im Bericht zur Vernehmlassung schrieb der Bundesrat, dass Archivgut so behandelt wird, wie wenn die Register ans zuständige kantonale Archiv übergeben worden seien, selbst wenn sie immer noch bei den Zivilstandsämtern aufbewahrt würden. Damit müssten nach meinem Verständnis die Schutzfristen der Staatsarchive gelten, die leider alles andere als einheitlich sind - jedoch bei den Fristen a-c in der Praxis kaum ein Hindernis darstellen sollten.
Ich bin gespannt, wie die einzelnen Kantone die praktische Einsicht regeln werden!

Damit dürfte auch klar sein, dass die schon bisher bei den Staatsarchiven deponierten Zweitschriften der Register (bis mindestens 1928, für einige Gemeinden bis in die 90er-Jahre des 20. Jh.) im Rahmen der Fristen a-c frei zugänglich sein sollten. Leider sind diese Bestände in vielen Archiven bisher kaum inventarisiert und einige Archive haben den Zugang mit Verweis auf das Zivilstandsamt glatt verweigert.

Mit der geänderten Verordnung ist es den Kantonen hingegen nicht mehr erlaubt, Zivilstandsfälle zu veröffentlichen; davon hatten allerdings immer weniger Kantone oder Gemeinden Gebrauch gemacht. Ich gehe davon aus, dass Bestattungen nach wie vor in der Zeitung publiziert werden dürfen, da es sich hier um eine kommunale Angelegenheit handelt.

Peter



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