Stammfolge Demuth

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elias
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Stammfolge Demuth

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Hallo ich habe neue Infos zur Familie Demuth.
Ich bitte hier um Meldungen von Euch.
Wer hat hier genaue Quellenangaben zur Herkunft der Saarwellinger Demuth.
Klaus Meyer hat ja hier Eltern angegeben, leider kenne ich seine Quellen nicht und man kann ihn ja nicht mehr fragen. Die von ihm angegebene Filation ist meines Erachtens nicht gesichert. Aber ich denke die Saarwellinger Demuth stammen aus St.Wendel.

Hier Teil 1
1. Clais/Nikolaus DEMUTH
* etwa um 1430 in Schaffhausen/Schweiz,  + nach Januar 1498 in St. Wendel.
Kürschner; Kirchenschöffe, Brudermeister der Kirche, als Schultheiß von St. Wendel von 1479-81 erw. 1483 wird Nik. Ruwen als Schultheiß und Bruder-meister genannt. Erst ab 12.3. 1489 ist es wieder Clais Demuth v. Schaffhausen bis einschl. 1498 (PfA WND, US 89 ff.) In allen diesen Urkunden steht er jeweils nur in amtlicher Funktion bzw. als Zeuge.
1462: Clais dyemmuot kneyffgis eydem. (Der Vorname seines Schwiegervaters ist nirgends angege-ben.) Sein Name steht in einer Kolonne von 38 Namen im Mitgliederbuch der Schuhmacherzunft St. Wendels (an 21. Stelle), darunter steht "Anno civ LXII", also 1462, was man so deuten kann, daß die vorstehenden Personen i.J. 1462 Mitglieder dieser Zunft waren. Sein Eintritt 1462 setzt eine mehrjährige Bürgerschaft in St. Wendel voraus. (Anm.: An Nr. 15 steht ein Hans kuerschener und in der auf 1462 folgenden Kolonne an Nr. 3 vlrich von schaiffehusen. Es gibt keine Hinweise, daß sie zur Familie Demuth gehörten.)
1465: In der 1. Kirchenrechnung der Kirche WND erscheint dreimal "der Swytzer", jeweils auf Bl. 8 unter den Ausgaben, d.h. er erhielt Vergütungen für unbe-kannte Dienstleistungen. Im einzelnen: Dem Swytzer von 3 tagen 3 thurn; Swytzer ... 16 thurn 8 Heller; dem Swytzer von einem Tag ... 18 Heller. (Diese 1. KR WND existiert nur in der Abschrift von Hannig, dessen Signaturangabe falsch ist, im LHA Koblenz gibt es keine Signatur 1C/12000, auch nicht 1 C/1200; das Original ist bislang unbekannt, wie getreu seine Abschrift ist, kann also nicht überprüft werden.) Ich vermute in diesem Swytzer Claus Demuth. Er war Schweizer, und sein Sohn Nikolaus wurde mehrfach "Nikolaus Schweizer" genannt, zu einer Zeit, als der Name Demuth bereits seit Jahrzehnten eingeführt war (vgl. unten). Es gibt analoge Fälle, in denen Personen zuerst nach ihrer Herkunft, erst später mit ihrem alten oder einem neuen Namen benannt wurden. Aus dem "Swytzer" wurde "Claus Demuth von Schaffhausen", was so seiner Herkunft noch Rechnung trug.
15.8.1479: Joh. Vogt von Hunolstein u.s.F. Agnes v. Pyrmont verkaufen dem Pfarrer von St. Wendel, Heinrich Stutzel, und dem derzeitigen Brudermeister, Schultheiß Clais Demut von Schaffhausen, eine am Martinstag in St. Wendel fällige Jahrrente von 3 fl zu je 24 alb. (PfA WND, US 75). Die erste Urkunde, in der sein Name und er als Schultheiß u. Brudermeister genannt wird. Er bekleidete damit in Kirche und Stadt die höchsten Ämter, die ein Bürger erreichen konnte, vielleicht 20 Jahre nach seinem Zuzug.
12.3.1497: Niklas Demut und Peter Roßberg zahlen dem Chorbischof u. Domherrn Dietrich vom Stein 100 Gulden im Auftrag des Kfst v. Trier als die beiden Kirchenmeister von St. Wendel. (PfA WND, US 102)
20.1.1498: Rr Arnold v. Siersberg u.s.F. Kath. v. Esch verkaufen dem Pfr u. den Altaristen von St. Wendel ein Jahrrente von 2 Goldgulden aus der Kellerei St. Wendel. Zur Sicherheit verpfänden sie u.a. einen Schuldbrief über 20 fl im Besitz von Pfarrer u. beider Brudermeister, Nik. Demut u. Peter Beumont, der Kirche St. Wendel. (PfA WND, US 103)
Er heiratete sicherlich vor 1460 in St. Wendel
N. KNEYFFGIN,
Tochter vermutlich eines Kürschners mit unbek. Vornamen am oberen Tor in St. Wendel. Daß er der Schwiegersohn Wilhelm Kneuffgins war, steht in keiner mir bekannten Quelle, aber schon Max Müller behauptete es. In der Kolonne der 38 Namen für 1462 steht an 4. Stelle Heißgin kneyffgin wilhelmß sone, was sicherlich bedeutet, daß Wilhelms Sohn Heintz/Heinrich 1462 eintrat. Clais Demuth mag also ein Schwager von Heinrich Kneyffgin gewesen sein.
Kinder:
1. ?Matthias, erw. 1509/20; unklare Zuordnung; Name "Theis Kürschner", nie Demuth. Wird 1509/19 als Schultheiß von St. Wendel, 1520 als Brudermeister genannt.
2. Nikolaus, *etwa um 1465-70 in St. Wendel, + viell. nach 1540, 1542 tot. Altarist, Pfarrer in Ungarn, öffentl. kaiserl. Notar, Erzpriester in (Nieder-)Linxweiler. Sein Testament auf Latein vom 12.12.1533.
3. Conrad, *etwa um 1470-75 in St. Wendel, 1554 tot. Wahrscheinlich Kürschner. Er heiratete vor 1510 Agnes Knuchgins, verm. aus Saarbrücken. Ihre Vereinbarung mit dem Grafen v. Nass.-Sbr. a.d.J. 1554 als Wwe v. Conrad ist erhalten. Dort erw. ihre beiden Söhne Hauprecht und Nikolaus. (Quelle?)



2. ?Theis KÜRSCHNER
Bislang nur durch fünf Erwähnungen bekannt, in denen er stets "Kürschner", nie "Demuth" genannt wird (1462 trat ein Hans Kürschner in die Schuhmacherzunft ein.) Falls er ein Demuth war, muß er wohl ein S.v. Claus Demuth gewesen sein. Was dafür spricht, daß er ein Demuth war, sind seine Ämter als Schultheiß und Brudermeister kurz nach Clais Demuth. Und: Conrad Demuth, Clais' weltlicher Sohn, bekleidete nie ein höheres Amt, wird nicht mal als Schöffe genannt, was bei seiner Abstammung doch sehr auffällt. Der Grund dafür (läßt man mangelnde Eignung außer Betracht) könnte eben ein älterer Bruder in diesen Ämtern gewesen sein, denn zwei Brüder durften nicht gleichzeitig im Schöffenkollegium sitzen, sodaß der übliche Weg gesellschaftlichen Aufstiegs in St. Wendel für Conrad durch Matthias blockiert gewesen wäre.
1502: Legeltliste Stadt St. Wendel. Darin unter Nr. 48: Thus kurßener 1/2 fl rot. (LHA Ko., 1 E/ 1350) Unter Nr. 51: kurßeners henchgin 4 alb, u. später kurßeners henchgin, sein knecht 2 alb. Dieser henchgin oder Heinrich war vermutlich kein "Demuth".
1506: Bodenzinsliste Stadt St. Wendel. Darin unter Nr. 73: thys kurßener 4 ß (ohne jeden Zusatz). (LHA Ko., 1 C/7439)
20.10.1509: Theis Kürschner, Schultheiß von St. Wendel, sitzt offenbar einem Schiedsgericht vor, das Streitigkeiten zw. dem Prior des Klosters Gräfinthal und der Gemeinde Wittersheim klären u. beilegen soll. (Pöhlmann, Nr. 77)
1519: Am Tag nach St. Wendalin Anno 1519 ist der Opferstock aufgeschlossen worden im Beisein von Herrn Adam, Rektor zu Kues, Sifridus Glock, Sifridus v. Zwbr, beide Altaristen, Mathyß Kurßner, Scholtes, und Hans Kobel von Worms, Brudermeister. (PfA WND, Best. KR, Bd. 1, S. 24)
23.12.1520: Herr Philipp Oleatoris, Herr Siffryt v. Zwbr. und die Brudermeister Thys Kurschner und Hans Koebel kaufen von Nik. Demuth das ihm zustehende Viertel am Selbacher Zehnt. (PfA WND, Best. B, Bd. 7, S. 81)
1581 wird ein Richter Matthias Demuth erwähnt, nicht explizit in St. Wendel, als Zeuge des Testamentes von Magdalena v. Monreal, der Wwe von Claudius v. Lellig, Dame v. Pippelsdorf (PSH 55, S. 431). Er ist bislang keinem Vater zuzuordnen - evtl. kommt Theiß Kurschner dafür infrage.
Theiß heiratete
Unbekannt. Es ist unbekannt, ob er überhaupt verheiratet war.



3. Nikolaus DEMUTH
Sohn des Stammvaters Clais Demuth und von N. Kneyffgin.
* etwa um 1470 in St. Wendel, 1540 noch erw. als Erzpriester in Niederlinxweiler = unklarer Lebensnachweis; 1542 tot.
1498: Herr Nicolaus Demuth von St. Wendel, pferner zu Bliese, tritt der Schuhmacherzunft bei.
Um 1500 hatte der Altarist Nikolaus Demuth, ein viel gewanderter, gelehrter Mann, der einst die deutschen Siedler im fernen Galizien als Pfarrer von Buczacz pastorisiert hatte, den Dreifaltigkeitsaltar in unserer Pfarrkirche inne. Sein Einkommen in St. Wendel bestand in der Nutznießung eines Hauses mit Hof und Scheuer, einiger Gärten, Wiesen und Felder. Dazu bezog er 8 Malter Korn und etwa 70 fl an Bargeld. Das war auch damals schon nicht allzuviel zum Leben (fügt M. Müller sarkastisch an). Demuth bekleidete, wahrscheinlich um sein Einkommen aufzubessern, das Amt eines öffentl. Notars.(!!) (Müller, S. 558-559)
Um 1505: Nikolaus Demut, Altarist, schreibt ein Güterverzeichnis zum Dreifaltigkeitsaltar in der Kirche St. Wendel, den er als Pfründe innehat. (PfA WND, Best. B, Bd. 2, S. 472ff.)
25.1.1506: In einer Urkunde von diesem Tag werden die 6 Altaristen der Kirche St. Wendel aufgezählt, darunter die drei aus St. Wendel stammenden Nikolaus Demuth, Siegfrid Glock und Johann Tholey. (Müller, S. 567)
1506: Bodenzinsliste für die Stadt St. Wendel. Darin Nr. 12: Herre Nicklais Schwytzer gibt 10 ß.(LHA Ko., 1 C/7439) Und in derselben Liste unter Nr. 29: Switzers hus vnd die halbe hoffstat, dafür gibt er 8 ß.
6.5.1510: Jahrgeding des Hofes Heisterberg, der der Kirche St. Wendel gehörte. Die Verhandlungen leitete der Kirchenschultheiß Hans Tholey, die Beurkun-dungen geschahen durch den öffentl. kaiserl. Notar Nikolaus Demuth. (Müller, S. 504)
Dezember 15(10?): Register irgendwelcher Abgaben von Leuten, die in der Stadt St. Wendel ein Haus haben, nach Monaten geordnet! (Von Okt.-Juni) Darin: Clas switzer. (PfA WND, Best. B, Bd. 6, S. 886-894)
1519/20: In dieser Kirchenrechnung taucht Nicklas Schwyzer, der Altarist und Notar, zweimal auf. (PfA WND, Best. KR, Bd. 1, S. 55 u. 60)
23.12.1520: Nikolaus Demut aus St. Wendel quittiert den Abkauf von 1/4 des ihm zustehenden Anteils am Zehnt von Selbach in der Pfarrei Neunkirchen durch Herrn Philippus Oleatoris, Herrn Siffryt v. Zwbr. und die Brudermeister Thys Kurschner und Hans Koebel. (PfA WND, Best. B, Bd. 7, S. 81)
1531: Herr Niclaß Schwitzer pachtet einen Garten von der Kirche (PfA WND, Best. KR, Bd. 2 S. 23) Von 75 fl Hauptgeld von der Kirche zahlt er 3 fl 6 alb Zinsen (= ermäßigter Zinssatz von 4,33%; normal waren 5% = 3 fl 18 alb.) (ebd. S. 31; frei nach R. Gerber)
12.12.1533: Testament Nik. Demuths auf Latein. Inhalt? (PfA WND; Signatur unbekannt)
1537, Freitag nach Ostermond: Nikolaus Demuth, Erzpriester von Linxweiler, und weitere bezeugen einen Nutzungsvertrag für ein Hüttigweiler Schaftgut. (LHA Ko., 1 C/7485, Bl. 22r)
2.9.1538: Nikolaus Demut, kaiserl. Notar zu St. Wendel, beurkundet das Jahrgeding unter der Linde in Spiesen. (Burg, Nr. 1130)
30.9.1538: Nikolaus Demut von St. Wendel, kaiserl. Notar, beurkundet das Jahrgeding zu Ensheim. (Burg, Nr. 1131)
1540: Nikol Sweitzer Erzpriester wird in Niederlinxweiler notiert in einer "Aufzeichnung". (A.H.Jungk, Bibliothek d.Hist.Vereins Sbr.; zit. n. R. Gerber).
1542: Nach dem Tod des Kirchherrn Niklas Schwitzer folgt 1542 Wendelin von ... (J. Andreae, wo? lt. R. Gerber)
Der päpstliche(!) Notar Nikolaus Demuth verwendete ein Siegel mit eigenem Wappen (wie damals üblich). Im Wappenschild erkennt man einen waagerechten Lindenast mit aufrechtem Blatt (nach Müller, S. 359).
Last edited by elias on Sun 3. Aug 2014, 07:04, edited 1 time in total.


N'oubliez jamais
I heard my father say
Every generation ha its way
A need to disobey
N'oubliez jamais
It's in your destiny
A need to disagree
When rules get in the way
N'oubliez jamais

Gruß Volker

elias
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Re: Stammfolge Demuth

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Teil 2
4. Conrad DEMUTH
Der vermutlich jüngste Sohn des Stammvaters Clais Demuth und von N. Kneyffgin.
* um 1475-80 in St. Wendel, + vor 1554 in (St. Wendel). Sein Beruf wird m.W. nirgends genannt.
Soweit bekannt, wird er nirgends explizit als S.v. Clais Demuth bezeichnet. Aber erstens nahmen schon J. Bettingen und M. Müller das an; zweitens scheint er relativ spät nach Clais Demuth gestorben zu sein, was ebenfalls dafür spricht; drittens sprechen auch die vermuteten Heiratsjahre seiner beiden Söhne (beide um 1535) für diese Stammfolge. Alle späteren Demuth in St. Wendel gehen auf ihn zurück.
Sein Name fehlt in den St. Wendeler Listen von 1502 und 1506, was den Eindruck erweckt, als habe er damals keinen eigenen Haushalt in St. Wendel gehabt und zumindest keine Schaftgutanteile. Vermutlich hat er also nach 1506 geheiratet. Auch in den Kirchenrechnungen von 1519 und 1531 fehlt er! Aus seinem Leben gibt es ganze 2 Meldungen!
Von ihm ist nur ein Amt bekannt:1510 war er für ein Jahr gemeiner Bürgermeister. Das bedeutet,daß er bis 1510 nicht Hochgerichtsschöffe gewesen sein kann. Der gemeine Bürgermeister wurde aus dem Kreis der Zunftmeister gewählt (das Amt war unbeliebt, nicht angesehen), der Gerichtsbürgermeister aus dem Kreis der Hochgerichtsschöffen. Aber auch als Kirchen- oder Kellereischöffe wird er nicht genannt, was für diese quellenarme Zeit aber nicht viel heißen will. Daß er seinem Vater in keinem von dessen Ämtern folgte, könnte daran gelegen haben, daß er einen Bruder Theiß/Matthias hatte, vermutlich älter als er, der diese Ämter übernahm und so den Weg in den Schöffenstuhl für Conrad blockierte. Theiß lebte noch 1520, sodaß Conrad frühestens in den 1520er Jahren aufgestiegen sein könnte, falls Theiß sein Bruder war.
1510: Eintritt in die Sebastiansbruderschaft.
Er heiratete vermutlich 1506-10
Agnes KNUCHGINS, + nach 1554 in (Saarbrücken).
Von 1554 datiert eine Urkunde mit einer älteren Vereinbarung zw. Knuchgins Anna u. dem Gf Philipp v.Nass.-Sbr, derzufolge sie ihr Wittum in ihrem Stadthaus in Saarbrücken genießen soll, unterhalten vom Grafen, wofür er nach ihrem Tod das Haus bekomme. Dort erw. auch ihre beiden Söhne Hauprecht u. Nickel in St. Wendel, denen als Voraus auf ihr Erbe jährl. 10 fl zustehen (LAS 22/ 2445 S. 403?).

Kinder:
1. Hauprecht, * etwa um 1510, + 1576/80 in St. Wendel; Schuhmacher; oo vor 1540 N.N.
2. Nickel, *etwa um 1510, + nach Febr. 1598, vor 1600. Kürschner; Gerichtsschreiber, Spitalmeis-ter, wohl Kirchenschöffe; ooI vor 1535(?) Ottilie N. (daraus wohl beide Kinder), + nach März 1551; ooII vor 1554 Sophie (Blick v. Lichtenberg); ooIII(??) vor 1578 Bärbel N.



5. Hauprecht DEMUTH
Sohn von Conrad Demuth und Agnes Knuchgins.
* etwa um 1510/15 in (St. Wendel), + nach Herbst 1576 u. vor 1580 (ebd.)
1540: Hupart Schumacher tritt mit seiner Hausfrau in die Schuhmacherzunft ein. Ihr Name fehlt.
1543: Huprecht Schumacher wird Sebastiansbruder.
1554: Vereinbarung zw. Agnes Knuchgins u. dem Gf Philipp v. Nass.-Sbr. wegen ihres Hauses in Saarbrücken, das der Graf nach ihrem Tod erhält, wenn er sie bis zu ihrem Lebensende unterhält u. ihre beiden Söhne Huprecht u. Nickel jährl. mit 10 fl ausstattet. Bei Abfassung war Agnes die Wwe v. Conrad Demuth v. St. Wendel, Hauprecht demzufolge der Sohn beider.
1562: Haupert Schumacher tauscht Felder mit Derschdorffs Wilhelm (St.Ar.WND, A38, S. 28) Derselbe Vorgang an anderer Stelle (A42 S. 148): Haupert Schumacher u. Derschdorffs Wilhelm haben miteinander getauscht: Von dem Rech an der Höhe im Wingert und ein Feld bei St. Wendels Born. (Von Erbtausch steht nichts da.)
1564: Haupert Schumacher folgt in der Landsteuerliste auf Nickel Demuth, der an 1. Stelle steht (sie sind Nachbarn, vgl. Hausverkauf Nickels von 1604); Haupert wird ein Besitz von 400 Gulden zugeschrieben (LHA Ko.,1C/7440, Bl.1-34). Nickel ist Kürschner, mit Hauprecht beginnen die Schuhmacher Demuth.
1569, Mai - Herbst '74: Hauprecht Schumacher in den Hirtenlohnlisten.
1575, Mai - Herbst '76: Hauperts Frau. (Die folgenden 5 Jahrgänge fehlen bei Gerber.)
Ab 1582 spätestens folgt auf ihn Nickel Schumacher, im Mai 1586 als sein Sohn bezeichnet.
1589: In den Legeltlisten taucht Hauprechts Nicloß in diesem Jahr erstmals auf.
1596 kaufen Hauprechts Nickel u. sein Bruder Jakob alles, was ihr Bruder Hans v. Vater u. Mutter geerbt hatte. (LHA Ko., 1 C/18406, Bl. 14v)
1597 werden Nickel Demuth u. Jakob als Brüder genannt. Weitere Kinder von Hauprecht sind mir nicht bekannt, also auch keine Töchter.
Er heiratete also vor 1540
N.N.
Ich habe bisher keinerlei Hinweis auf ihren Namen in St. Wendeler Unterlagen gefunden. Sie muß wohl vor 1520 geboren worden u. nach Herbst 1576 gestorben sein. Im Geneal-Forum wird eine Eheschließung um 1552 behauptet (Heirat vor 08.05.1560 lt. Stadtgerichtsprotokoll Zweibrücken, 1560, Bl. 59) mit VON NASSAU NN, namentlich unbekannte Tochter von ??. (Petra am 27.4.2009) Eine Heirat um 1552 wäre dann eine zweite Ehe. Es müßte dann auch geklärt werden, aus welcher Ehe jeweils die 3 Söhne stammen.

Kinder:
1. Nickel, Schuster in St. Wendel; mehrfach als Hauprechts Nickel, Hauprichs Sohn Nickel, Nickel Huperti erwähnt. oo vor 1576 Maria Schank, T.v. Friedrich, dem Kronenwirt, Hochgerichtsschöffen u. Abgeordneten beim Trierer Landtag. 1604 wurde Nickels Haus an den aus Echternach zugewanderten Wollweber Theiß verkauft. Seine Witwe heiratete in 2. Ehe den Schöffen Nik. Crapf.
2. Jakob, mehrmals als Bruder von Nickel erwähnt, 1596 als Bruder von Nickel u. Hans. Er heiratete eine Else aus unbek. Familie. Nur der Sohn Johann namentlich bekannt.
3. Hans, erw. 1596 als Bruder von Nickel und Jakob, er verkauft seinen Brüdern elterl. Erbe, was nach Wegzug klingt. 1612 ist ein Hans Demuth einer der Vormünder von Jakobs Sohn Johann - er? Er dürfte auch der Ungelter von 1612 gewesen sein. Von ihm sind keine Eheschließung, kein Nachwuchs, kein Umzugsort sicher bekannt.



6. Nickel DEMUTH d.A.
Sohn von Conrad Demuth und Agnes Knuchgins.
* etwa um 1515 in (St. Wendel), + nach 17.2.1598, + wohl vor 1600, 1607 tot.
In der Vereinbarung Agnes Knuchgins von 1554 mit dem Saarbrücker Grafen erwähnt sie ihre beiden Söhne Hauprecht und Nickel, keine weiteren Kinder, die der Graf mit jährlich 10 fl ausstatten soll. Er war Kürschner, deshalb auch "Nickel Kürschner" genannt. Gemeinde-/Gerichtsschreiber, Spitalmeister. Kirchen-schöffe?
1535: Schwytzers Hen nyclaß et ...? (Abschrift H.K. Schmitt, St. Wendel) tritt/treten der Schuhmacherzunft bei. Handelt es sich hier um den Kürschner Nik. Demuth und seine Frau (Ottilie N.)? Hen dürfte verlesen sein oder für "Heinrich" stehen; mit diesem Namen wird er aber später nie zitiert. Andererseits lebte 1506 (s.o. bei Theiß Kürschner) ein kurßeners henchgin in St. Wendel. Es gibt sonst keinen Nachweis für Nickels Mitgliedschaft in dieser Zunft, der er aber zweifellos angehörte. 1554 trat seine 2. Frau Sophie alleine bei, was nahelegt, daß Nickel damals bereits Mitglied war.
1540: Eintritt in die Sebastiansbruderschaft.
Am 20.3.1551 leihen Niclaiß Demuth, Kürschner, und seine Frau Ottilie von der Kirche 10 Gulden (PfA WND, Best. B, Bd. 4, S. 352)
1554 tritt seine Frau Saffey/Soffie (angeblich Blick v. Lichtenberg) alleine in die Schuhmacherzunft ein(!). Nickel muß zu dieser Zeit (ein eindeutiger Eintrag fehlt) bereits drin gewesen sein, und Sophie muß zweifellos seine 2. Frau gewesen sein. Zudem fällt die zeitliche Spanne zwischen seinem Eintritt in die Bruderschaft (1540) und Saffeys Eintritt in die Zunft (1554) auf. Auch das spricht dafür, daß Saffey kaum seine 1. Frau gewesen sein kann.
1560 hatte Nickel bereits ein Darlehen über 50 fl bei der Kirche aufgenommen, für das er 3 fl Zinsen bezahlt (mehr als 5%) (PfA WND, Best. KR, Bd. 3, S. 68). 1585 zahlen sein Sohn Nickel (u. Seb. Motz?) diese Schuld ab, obwohl Nickel der Alte noch lebt. Bürge Nickels des Jungen ist "sein Vater Balthasar Schneider" = sein Schwiegervater, der Schneider Baltes Becker (sowie Seb. Motz?). Als Unterpfand hatte Nickel d.Ä. (s)ein Haus gestellt: Wer das Haus übernimmt, übernimmt damit die Hypothek.
1564: Landsteuerliste Stadt St. Wendel. An 1. Stelle steht Nikolaus Demuth mit einem zu versteuernden Vermögen von 300 Goldgulden. (LHA Ko., 1 C/7440, Bl. 1) Sein Bruder Hauprecht gab 400 fl an. Zum Vergleich: Der Schultheiß Hans Schlabatz u. der Kirchenbrudermeister Wendel Heckmann geben ein zu versteuerndes Vermögen von 2200 fl an.
1569 ff.: In den Legeltlisten St. Wendels steht er mit 2 Häusern gleich an 1. Stelle: 8 alb für sein Wohnhaus u. 4 alb für "das hinterste".
Ab 17.4.1581 hat sein Eydam das hinterste Haus (St.Ar.WND, A16, S. 233), bis einschließlich 1586, 1590 ist es "die hopstat". Namentlich genannt wird dieser Eydam dort zwar nicht, wegen der Regelungen von 1600 u. 1607 (vgl. unten) dürfte der Eidam wohl Seb. Fröling und nicht Seb. Motz gewesen sein, obwohl der KR-Eintrag von 1585 Seb. Motz als Eidam möglich erscheinen läßt.
1569-97 ist er in allen Viehlisten der Stadt mit mehreren Rindern vertreten, deren Zahl kontinuierlich abnimmt. Sein Sohn Nickel wird in diesen Viehlisten ab Mai 1585 abgelöst durch seine Frau, im Mai 1586 ist sie Witwe.
1577 verpachten Peter Pallierers Enkel, unter ihnen Nicloß Demuth u.s.F. Sofia, ihr Erbgut im Flaxgarten in WND (PfA WND, Best. B, Bd. 7, S. 100).
1578 tritt Nicloß Demuth Kürschner mit seiner Frau Bärbel in die Schuhmacherzunft ein (welcher Nicloß?). War Nickel etwa dreimal verheiratet? (Unver-ständlich: Aus dieser Zeit sind nur die beiden Kürschner Nik. Demuth Vater und Sohn bekannt. Vater Nickel gehörte der Zunft bereits an. Die Ehefrau Marga-rethe des Sohnes überlebte ihn nachweislich. Wer war also dieses Paar?)
1595: Die Thorren-Erben verkaufen an Nickel Demuth Kürschner all ihre Güter,die sie um St. Wendel ererbt. (St.Ar.WND A42 S. 147?) Die Einträge an dieser Stelle sind nicht unbedingt vertrauenswürdig.
Am 12.2.1595 kauft er, zus. mit Hans Schrotig "zum Rindsfuß", eine Wiese von Peter Leonhard u. Frau Engel als "Spitalmeister", also vermutlich für das Spital, weil beide Käufer Verwalter des Spitals sind (St.Ar.WND A58, S. 39/41).
Am 17.2.1598 ist Niclas Demuth Zeuge in einem Kaufbrief für Joh. Friedrich Zolly (St.Ar.WND A33, S. 30).
1598, Freitag nach Pfingsten. Im Steigregister der Gemeinen Gräben umb die Statt gelegen ist die Sitzordnung beim Gelage nach der Steigerung angegeben, die die gesellschaftl. Stellung der Bürger spiegelt. Am ersten Tisch sitzen die bedeutendsten Bürger, die mitgesteigert hatten:"Peter Leonhardt, Hans Friedrich Zolly, Hans Kallenborn, Martin Schmitt, Nickel Kraz, Hans Scherer, Johannes Lützerath, Nicolaus Demuth, Hans Feist, Claus Boell, Sirck Petgen, Graumandts Jakob, Schor Peter, etc. 17 Personen." Nickels Neffe Jakob, dessen Wiesen versteigert wurden(?), fehlt gänzlich (Bettingen II, S. 303-304).
In der Schatzungsliste von 1600 fehlt sein Name.
1600, Dienstag vor dem Ostertag: Hat Nicklas Demut verkauft wegen seiner Pflegekinder(!) und wegen Baltes vreling (Fröling) Kindern, was sie ererbt (Empf.prot. Bl. 35v). Es muß sich offenbar um den Kürschner Nik. Demuth handeln, vgl. folg. Eintrag. Was genau besagt dieser Eintrag? Wer waren seine Pflegekinder? Offenbar war Baltes Fröling sein Eydem (1581-86 erw.) und dessen Kinder seine Enkel u. Erben?
1607: Rauch-Haber und Briccey- oder Bodenzinsgeldliste St. Wendels. Als 1. Haus: Sebastian Fröling von Nicolaß Curßeners Haus und Scheuren ahn der obrister Pforten. (K. Schwingel, Heimatbuch d. Krs. WND, 1961/62, S. 45) Nickel Demuth hatte einen Scheunenplatz an der oberen Pforte an Sebastian Freiling u.s.F. Engel vererbt, die Freiling 1607 an den Hochgerichtsbüttel Theiß Wüllenweber verkaufte (St.Ar. WND, A 33, S. 80, vom 13.11.1607). -----
Max Müller gibt in seiner Geschichte St. Wendels ein Protokoll wieder, das Nik. Demuth 1580 schrieb über Prozeß u. Hinrichtung eines Pferdediebes, nicht wörtlich, sondern in Müllers Worten, vermutlich mit Ergänzungen (S. 513-14).
Der peinliche Strafprozeß begann mit der Ergreifung des Beschuldigten. Die Verhaftung geschah durch den Schultheißen und den Büttel. Setzte sich der Angegriffene zur Wehr, so mußte auf den Hilferuf der Beamten jeder Gemeinsmann Beistand leisten. - Die Voruntersuchung führte der Amt-mann. Die verantwortliche Vernehmung des Beschuldigten aber hatte das Hochgericht. War der Verbrecher ungeständig, so beschloß das Hochgericht auf den Antrag des Amtmanns, ihm die peinliche Frage vorzulegen. Die Folterung geschah im Schlosse in Gegenwart des Amtmanns, des Hochgerichts und zweier Zeugen. So ward am 19. Juli 1580 der Pferdedieb helfanß henßlin von Eschbach (Pfalz?) "mit gepurlicher peinlicher fragen gevrsacht vnd gefragckt." In der Güte hatte der Verbrecher gestanden, daß er ein Pferd in Weißenburg gestohlen hatte, in der Folter aber gab er noch weiter an, ein Mann aus Landau habe ihn auf der Hagenauer Kirmes zu dem Diebstahle verführt.
Daraufhin wurde ihm als Gerichtstag der 23. Juli verkündet. Durch den Sendboten zusammenberufen, hatten sich dort alle Gerichtsmannen eingefun-den. Sie sitzen als Umstand auf den vier ding-lichen Hölzern um den auf einem erhöhten Mauerwerke von den Heimmeiern errichteten Galgen. Der Gerichtshof, bestehend aus den beiden vollbesetzten Schöffenstühlen des Hochgerichts u. des Kellereigrundgerichts sowie aus dem Amtmanne, hatten vor dem Galgen Platz genommen. Gefesselt wird der Verbrecher dem Gerichtshofe vorgeführt.
Der Amtmann Junker Hermann Quadt von Landskron erhebt die Anklage. Dann beladet der Schultheiß die Schöffen, Recht zu sprechen. Zunächst wird das Gericht gebannt und dem Kurfürsten in Trier die Gerichtshoheit zugesprochen. In dramatisch bewegter Form erfolgt die Zerlegung des Klagestof-fes in Frage und Weisung. Es ergeht der Befehl, dem Verbrecher die Fessel zu lösen und ihm Speise und Trank zu reichen, auf daß er daran keinen Mangel verspüre.
Nachdem dem Angeklagten nochmals alle seine Missetaten vorgelesen worden waren, wird er dem Scharfrichter übergeben. Der führt ihn dreimal links herum im Kreise und ruft dreimal dem Umstande zu, ob jemand da sei, der des armen Mannes Bürge sein und seine Verbrechen verantworten möge. Da sich kein Bürge meldet, erkennen die Schöffen, daß man den armen Mann zur Strafe mit dem Strange vom Leben zum Tode bringen und aufhängen solle, an seinem Halse zwischen Himmel und Erdreich an dem lichten Gagen, damit die Bösen männiglich ein Abscheu an solchem seinem lästerlichen Tode tragen und die Frommen bei der Gerechtigkeit geschützt und beschirmt werden. Gott dem Allmächtigen wird die Seele, der Leib den Vögeln, dem Winde das Haar zugewiesen, die Frau wird als Witwe, die Kinder werden als Waisen erklärt. Die Traghabe des Verbrechers soll dem Kurfürsten gehö-ren, dem auch die Gerichtskosten zufielen.
Auf dieses Urteil hin zerbrach der Schultheiß, so sinnbildlich die Vernichtung des Verbrechers dartuend, den Stab u. übergab den Verurteilten dem Scharfrichter, der sofort die Todesstrafe durch den Strang vollstreckte.Mit dem frommen Wunsche:"Gott sei der Seele gnädig", schließt die Urkunde, die der Hochgerichtsschreiber Nikolaus Demuth aufgenommen u. unterzeichnet hat. Der Leichnam des Gerichteten aber blieb am Strange hängen den Vögeln zum Fraße, dem Winde zum Spiel, bis er herabfiel u. vom Henker unter dem Galgen verscharrt ward.
Vermutlich um/vor 1535 heiratete er in 1. Ehe
Ottilie N., erw. WND 1551; gest. vor 1554 in St. Wendel.
Zu ihrer Familie gibt es nur einen Hinweis bisher: Nickels Auftreten 1577 unter Peter Pallierers Enkeln wirft die Frage auf, ob tatsächlich er selbst oder eine seiner Frauen zu diesen Enkeln gehörte. Da er ausscheidet und wohl auch seine 2. Frau Sophie, bleibt wohl nur Ottilie. Die Frage ist aber, ob die Angabe "Enkel" so einfach auf sie anzuwenden ist, ob sie also tatsächlich Peter Polierers Enkelin war.

Kinder:
1. Nickel der Junge, Nickel Kürschner der Junge, * etwa um 1545, erw. seit 1571, zuletzt in der KR 1585/86 (vgl. oben) und in den Hirtenlohnlisten. Im Mai 1586 ist er tot. Verheiratet war er mit Margarethe Becker. Sind Kinder von ihm nachweisbar?
2. Engel (vgl. oben), oo vor 1581 Sebastian Freiling/Fröling.


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Re: Stammfolge Demuth

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Teil 3
7. Matthias DEMUTH
Die Zugehörigkeit zur St. Wendeler Familie ist nur wahrscheinlich.
Seine Abstammung kann man wohl eingrenzen auf Hauprecht oder Nickel. Ein Sohn Conrads kann er nicht sein, denn der hinterließ nur die Söhne Hauprecht und Nickel. Vage kommt er auch als S.v. "Theis Kürschner" infrage (vgl. dort), der 1509/20 genannt wird, aber nie "Demuth" heißt.
Am 7.8.1581 setzte Magdalena v. Monreal, die Wwe von Claudius v. Lellig, Dame v. Pippelsdorf(!), ihr Testament auf. Als erster Zeuge wird genannt "Matthias Demut, Richter", ohne Wohnort oder sonstige Angaben (PSH 55, S. 431). Unter den weiteren Zeugen ist auch ein Nikolaus Demut. In St. Wendel gab es zu dieser Zeit 3 Männer dieses Namens.
 
8. Nickel d.J. DEMUTH
* etwa um 1540-45 in St. Wendel, + nach Oktober 1585 u. vor Mai 1586.
Sohn von Nickel Demuth d.Ä. und Ottilie N., seiner 1. Frau.
1574 taucht sein Name in Legeltlisten erstmals auf als nicloß kurßner der junge (R. Gerber); er zahlt 3 alb. Er steht zwischen Cun Reichweins und henßelß Clausen Haus. In der Liste davor (1569) steht zw. Cun Reichwein und henßelß Clausen Nickel sattlerß hauß, er zahlt ebenfalls 3 alb. Sind Nickel Sattler und Nickel Kürschner identisch?
Juni 1585: Letzte Erwähnung seines Namens u. seines Hauses in den Legeltlisten. In der bei Gerber folgenden Liste (1590) steht an seiner Stelle Nicloß Schrammen Haus.
In den Hirtenlohnlisten ist Nicloß der Junge Kürßner (R. Gerber) ab Mai 1569 aufgeführt (Nr. 28, mit einem Tier) und bleibt in Varianten (Nicloß der Junge Demuth Kürßner, u.ä.) bis 1584 an der selben Stelle.
Im Mai 1585 steht an seiner Stelle Nickel Kürschners Frau, im Herbst seine Frau Margret und im Mai 1586 schließlich seine Witwe.
In den KR WND von 1585/86 hatten Nickel Kürschner der Junge, Bürge sein Vater Baltes Schneider und Sebastian Motz eine Schuld von 50 fl zu 3 fl jährl. Zins übernommen (PfA WND, Best. KR, Bd. 2, S. 517). Mit diesem Darlehen u. diesem Zinssatz war 1560 in der KR Nik. Demuth d.A. aufgeführt, als Unter-pfand hatte er ein Haus gestellt (PfA WND, Best. KR, Bd. 3, S. 68). Offenbar hatte jetzt Nickel d.J. (und der Eidam Nickels des Alten, Bast Fröling?) das Haus und damit die Schuld samt Tilgung übernommen. Baltes Schneider war nicht sein Vater, sondern sicherlich sein Schwiegervater, nämlich Balthasar Becker, der Schneider.
Seit mind. Mai 1569 muß er also einen eigenen Haushalt gehabt haben.
Er heiratete sicherlich vor Mai 1569
Margarethe BECKER, T.v. Balthasar; erw. bis Mai 1587 in den Hirtenlohnlisten. Dann folgt an ihrer Stelle Nicloß Schrammen.
Sie muß das Haus nach 1587 an Hans Tholey, den Sattler (auch Hans Sattler gen.), verkauft haben, der es seinerseits weiter verkaufte an Joh. Dham, der es 1606 besaß. (Hinweis in der Bricceygeld- bzw. Bodenzinsliste von 1606, u.a. in den Salbüchern von 1606, und in K. Schwingel, Heimatbuch d. Krs. St. Wendel, 1961-62, S. 45)

Kinder:
1. evtl. Friedrich D., der Glasträger (vgl. dort)



9. Nickel DEMUTH Schuhmacher, HAUPRECHTS Nickel, erw. WND 1573/1605, + vor 1609
Sohn von Hauprecht Demuth und N.N.
Schuster in St. Wendel; 1586 Gemeiner Bürgermeister; 1599 Sechser für die Schuhmacherzunft. Keine weiteren öff. Ämter von ihm bekannt. Er kann nicht Hochgerichtsschöffe gewesen sein.
1573: Demut schumacher Nicloß tritt in die Schuhmacherzunft ein. (1. Erwähnung)
1576: Nicloß Demut schumachers haußfraw mareichen tritt in die Schuhmacherzunft ein.
1580 hat Lauten/Spießen Adam an Wendel Kirschner all seine Güter, Wiesen, Äcker, Gärten und Büsche, die er von den Eltern ererbt, verkauft. (1. Quelle: St.Ar.WND A42, S. 144, dort ist als Name d. Verk. "Spießen" angegeben; in einem gleichlautenden 2. Akt heißt er "Lauten". Es gab einen Lauten Adam. Vgl. aber folg. Akt, der nahelegt, daß Adam Nassauer = Lauten/Spießen Adam Erbe an seinen Schwager Wendel Kirschner verkaufte.)
Hauperts Nickel kaufte von Spießen Barbel Kindern Adam, Wendel Kirschner u. Jakob Giegel ihren Anteil der Gärten auf den Steingruben. (St.Ar.WND, A42, S. 144; R. Gerber) Da Wendel Kirschner (= kein Demuth!) als Schwager von Adam Nassauer bekannt ist, liegt der Verdacht nahe, daß es sich hier um Barbara Jung(!) handelt, die Wwe von Jakob v. Nassau, deren gemeinsamer Sohn Adam Nassauer war. Wie Jakob Giegel, Hochgerichtsschöffe in WND, in diese Reihe kommt, verstehe ich nicht; soweit mir bekannt, heiratete seine To. Maria Hans Jakob Rueb, den S.v. Elis. v. Nassau u. Hans Rueb. Hans Jakob Rueb u. Adam Nassauer treten mehrfach als Verwandte vor dem Gericht WND auf.- Wie Barbara Jung zu dem Namen "Spießen Barbel" kam, scheint ungeklärt; ebenso, ob Spießen/ Lauten Adam von oben Adam Nassauer war oder Adam Lauten, die es beide zur selben Zeit in WND gab, Letzterer deutlich älter.
1582: Theiß Nickel u. sein Bruder Langen Peter u. seine Geschwister u. Hauperts Nickel haben die Rottbösch miteinander getauscht. (St.Ar.WND, A42, S. 147)
1582, Mai: Nicloß Schumacher taucht erstmals in einer Hirtenlohnliste auf an Nr. 2; davor stand von Mai '75 - Herbst 76 Hauperts Frau u. davor Hauprecht Schuhmacher.
1584, Herbst: Hauperts Nicloß an Nr. 2 in der Hirtenlohnliste.
1586, Mai: Nicloß Hauprechts son (erste explizite Erwähnung Nickels als Hauprechts Sohn.)
1586, 29.5.: Nic. Thiron/Thisson, Zwbr., feiert Sponsalia mit Cath. Schlabatzin, T.d. +Prätors der Stadt St. Wendel, Hans Schlabatz. Zeugen: Nickel Huperti, ein Schuster und Sigisbert Barbitonsor. (Heir.reg. WND). Gab es eine Verbindung Nickels zur Familie Schlabatz? Sein Sohn Hans "regelt" irgendwann das Schlabatz-Erbe; sein Urenkel Sebastian Demuth reist 1698 mit anderen nach Frank-furt, um das Schlabatz-Erbe zu übernehmen. Nickel war umständlich verschwägert mit der Familie Schlabatz. (Die Verlobung Thisson/Schlabatz war in WND, die Heirat am 24.10.1586 in Zwbr.; vgl. auch Fuchs/Kuby S. 188)
1593-97: Hauprechts Nicloß.
1596 Hauperts Nicklas u. sein Bruder Jakob kaufen von ihrem Bruder Hans alles, was er von Vater u. Mutter ererbt ist. (LHA Ko., 1C/18406, Bl. 14v) Bedeutet das, daß dieser Hans Demuth kinderlos u. ehelos blieb?
1597: überträgt Jakob Demuth seinem Bruder Niclas einen Garten (A42, S. 140).
1597, 6.10.: Hauprechts Nickel u. sein Schwager Philipp v. Altzem sind zu Gericht, Gebühr 12 alb. (St.Ar.WND, A36, S. ?) (Evtl. Philipp von Alken? Alzey? Die Verschwägerung mit Phil. v. Altzem (Alsheim?) ist ungeklärt. Ein Bruder von Maria Schanck kann er nicht gewesen sein, auch kein Schwippschwa-ger. Er könnte eine Demuth geheiratet haben oder komplizierter verschwägert gewesen sein.
8.2.1599: Es bedanken sich die Honoratioren der Stadt, darunter als Vertreter der Schuhmacherzunft Niclas Demuth u. Hans Brampeck, bei Johann Dham u.s.F. Anna Schanck, die der Stadt in der Not mit 100 fl räd. geholfen hatten (A39, S. 139) Es ist nicht eindeutig, welcher Nickel Demuth sich hier bedanken muß. Die 100 Gulden sind kein Geschenk, sondern ein Darlehen, für das ein höherer Zinssatz als üblich vereinbart wurde (6%)! Für Dham also ein Prestige- u. ein Geldge-winn.
1600-1605: In den Schatzungslisten Nickel demuth.
1604, 3.5.: Theiß Wollweber von Echternach u.s.F. Barbara haben die Behausung u. Stallung in der Obergasse, neben des alten Kürschners Haus gelegen, von Hauprechts Nickel herkommend (bedeutet?), von Hans Scherer, Bürger zu St. Wendel, als Gewalthaber und im Auftrag des Herrn Dr. Fosinger für 450 fl gekauft, mit vereinbarten Raten von 70 fl zur Anzahlung und dann jeweils 30 fl in den Folgejahren (St.Ar.WND, A43, S. 31; R. Gerber) Ein Zwangsverkauf also? Wegen Kirchenschulden?
22.9.1604: Geburtsschein für Sebastian Demuth, Nic. Demuth u. Marien Schänckin rechten Eheleuten, so noch beyde bei Leben ..., im Stand der hl. Ehe, neben anderen ehel. Kindern, ehelich erzeugter u. geborener Sohn.(J. Bettingen II, S.99)
1607: Rauch-Haber und Briccey- oder Bodenzinsgeld-Liste St. Wendels: Theiß von Echternach, Wüllenweber, von Haupricht Nicolas Haus, von der Scheuer an der Obrister Pforten vor dem Hohen Turm, so zu Hauprechts Haus gehört, nunmehr zu Dr. Fosingers Haus. (K. Schwingel, Heimatbuch d.Ldkrs. St. Wendel, 1961/62, S. 45) Als drittletztes Haus: Niclaus Demuths Schuemachers Haus, von Cronen Friedrich selgen mit der Scheuren. (Im Besitz der Familie Demuth?)
1609: Schatzungsliste: Niclas Demuths Witwe.
1611: Schatzungsliste: Hauprechts Maria.
1612 ebenfalls wird ein Hans Demuth Vormund für Jakob Demuths Kind, zus. mit Nik. Bolen. (St.Ar.WND, A36, S. 109) Dieser Hans Demuth könnte der Bruder von Jakob Demuth gewesen sein.
Er heiratete 1574/76 in St. Wendel
Maria SCHANK, nach Nickels Tod "Hauprichs Maria" genannt; + nach 1627 in WND.
Tochter von Friedrich Schank und N.N. (einer Tochter des früheren Kronenwirts?)
Nickel Demuth konnte aus seiner Verschwägerung mit den reichen u. mächtigen Dham-Brüdern offenbar nicht profitieren. Allerdings ist in den 1640er Jahren u. später Friedrich Demuth "Kronenwirt", d.h. diese gutgehende Wirtschaft ging von Fried. Schank über Wilbrordt Mey an Friedrich Demuth. Nickel wird nie als Kronenwirt genannt. Und noch im späten 18. Jh wird Wendel Demuth als Wirt zur Krone genannt.
Maria Schanck heiratete in 2. Ehe ca. 1611 Nicolas Crapf, Gastwirt u. Hochgerichtsschöffe: Peter Voltz sagt als Zeuge, beide (= Nic. Crapf, Vater, u. Hans Crapf, Sohn) hätten über die Heirat Niclas' mit Hauprechts Maria gesprochen. (St.Ar.WND, A43, S. 149). Am 6.6.1610 wird er in einem Protokoll genannt Niclas Schramm gen. Crapf (A42, S.225).
Zur gleichen Zeit beginnt der Streit zw. den Birkenfelder Erben und Mattes Eifeler/Schneider in St. Wendel um das Erbe von Nic. Crapfs 1. Frau Barbara, in dem Nic. Crapf eher eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint. Mattes Schneider setzte sich wohl durch, obwohl die Birkenfelder angeblich nachweisen konnten, daß sie "ein Glied näher verwandt" seien mit der Verstorbenen als der Schneider. Am 13. Februar 1622 werden das Hochgericht u. sein Büttel Joes Demuth zum bettlägerigen Niclas Krap gebeten, dem Hochgerichtsschöffen, um das Testament für seine Frau Maria (Schanck) entgegenzunehmen(??) (St.Ar.WND, A42, S.9 via RudGer).
Wohl 1626 wird Maria Schank als eine Art Zeugin erwähnt auf Kostenzetteln Hans Zettlers im Verfahren um die üble Körperverletzung an seiner Frau. Hans Friedr. Demuth, Maria Schenkin u. ihre Magd Catharina waren als Zeugen und aßen für 18 alb. (St.Ar.WND, A57, S. 111-112)

Kinder:
1. Sebastian, er erhielt am 22.9.1604 einen Geburtsschein (St.Ar.WND, A39, S. 167). Danach war er der Sohn von Niclaus Demuth und Maria Schank, beide noch im Leben. Er will in Deidesheim/Pfalz die Tochter Margarethe des Bürgers Cornelius Eltz heiraten. Nach St. Wendel scheint er nie zurück-gekehrt zu sein.
2. Elisabeth, T.v. "Hauprichs Maria", Lebensdaten unbekannt; oo WND am 18.2.1618 Matthias Pooth, Wallerfangen, S.v. Theodor Pooth.
3. Friedrich, "S.v. +Nickel D." Es ist schwierig, zwischen den beiden Friedrich Demuth dieser Zeit zu unterscheiden. Fest steht durch den Heiratseintrag, daß Nickels Sohn Friedrich am 14.5.1623 Margarethe Knauß aus Hüttigweiler heiratete, S.v. Hans Thomas/Knaus aus Knausholz, der in Hüttigweiler in die Familie des Meyers Arnolts Wendel eingeheiratet hatte. Unklar ist dagegen, wer die Eltern des zweiten Friedrich waren.
4. Hans. Fest steht, daß Friedrich einen Bruder Hans hatte, der damit ein Sohn von Nickel u. Maria gewesen sein muß. Die nahezu konsequente Benennung des Krämers als "Joes" bzw. "Johannes", im Unterschied zu "Hans" Demuth, macht die Zuordnung einfacher. Fest steht, daß Hans zweimal verheiratet war, denn seine Ehefrau von 1636 (Maria Löw, Sbr.) wird beim Eintritt in die Schuhmacherzunft 1639 als seine 2. Frau bezeichnet. Die erste Frau dürfte viell. jene "Margarethe von Ulmeren/ Elmeren" gewesen sein, die er 1607 in die Schuhmacherzunft einführte. Er war Schuhmacher, Hochgerichtsschöffe, Gerichtsschreiber und mind. zweimal (1634 u. 1649) Abgeordneter beim Landtag in Trier. (Das auf Lebenszeit verliehene Amt eines Hochgerichtsschöffen hatte zwangsweise weitere, meist unbeliebte Ämter, zur Folge, die Jahr für Jahr im Schöffenstuhl wechselten: Gerichtsbürgermeister, Ungelter, Fleischbeschauer, Sitz im Stadtrat, u.a.)


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Re: Stammfolge Demuth

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Teil 4
10. Jakob DEMUTH
Sohn von Hauprecht Demuth und N.N.
geb. etwa um 1550-60 in St. Wendel, gest. vor 1611 (ebd.), wahrsch. bereits vor Pfingsten 1598.
Schuhmacher in St. Wendel. "Jakob Demuth war gegen Ende des 16. Jhs. Spitalmeister, so wie auch einige Male gemeiner Bürgermeister." (Bettingen II, S. 96). Das trifft wohl nicht zu.
1588: Jakob Demuth, Schuhmacher, und seine Hausfrau Elß treten in die Schuhmacherzunft ein.
4.5.1596: Haubarts Nickel, sein Bruder Jakob kaufen von ihrem Bruder Hans alles, was er von Vater und Mutter ererbt. (Empfangsprotokolle Bl. 14v)
1597: Jakob Demuth hat seinem Bruder Nikloß einen Garten unten am Kegelscheib übertragen. (St.Ar.WND, A42, S. 137)
1598, Freitag nach Pfingsten: Im Steigregister betr. die gemeinen Gräben um die Stadt sitzt beim anschließenden Gelage Jakobs Onkel Nickel am ersten, vornehmsten Tisch, Jakob dagegen taucht an keinem der drei Tische auf. Er taucht an anderer Stelle auf: Item wegen Hauprichts Jacoben gesteigerter Wiesen hat man zum besten 13 alb (gegeben) (Bettingen II, S. 303-305). Er war vermutlich bereits tot.
1600-1611: In den 4 Schatzungslisten dieser Jahre taucht Jakob Demuth nicht in St. Wendel auf.
14.4.1614: Vormundschaftsrechnungen des Niclaus Böll und Hans Demuth als Vormünder über Jakob Demuth und seiner Frau Elsen Sohn Johann für die Jahre 1611, 1612, 1613. (St.Ar.WND, A36, S. 109-25) Der Vormund Hans Demuth könnte Jakobs Bruder gewesen sein. Sehr wahrscheinlich geben diese 3 Jahre also nur das Ende der Vormundschaft an.
Er heiratete vor 1588
Elisabeth N., Lebensdaten unbekannt, Eltern unbekannt.

Kinder:
1. Johann, wenn seine Unmündigkeit 1613 mit 21 Jahren endete, müßte er etwa 1592 geboren worden sein. Vielleicht war er der spätere Krämer/Händler "Johannes Demuth", der vor 1616 Catharina N. heiratete und vor 1640 starb. Er hinterließ zwei Töchter.



11. Hans DEMUTH
Sohn von Hauprecht Demuth und N.N. Lebensdaten unbekannt.
Es gibt nur eine sichere Erwähnung von ihm: Am 4.5.1596 verkauft Hans seinen Brüdern Haubarts Nickel und Jakob alles, was er von Vater und Mutter ererbt hatte (Empfangsprot. Bl. 14v). Dieses Verhalten ist typisch für Umsiedler, Auswanderer.
Die Schreibweise "Hans" für seinen Namen ist bedeutsam, weil der spätere Krämer u. Karcherzunftmeister wohl konsequent "Joes" oder "Johannes" genannt wurde.1612 ist einer der Ungelter, nämlich der von den Zünften gestellte, ein Hans Demuth, der wegen seines Namens wohl nicht der ab 1616 genannte Krämer Joes Demuth sein kann. Es muß also wohl zwei Karcherzunftmeister ähnlichen Namens gegeben haben, einen "Hans" und einen "Jo(hann)es". Für wahrscheinlich halte ich, daß Hauprechts Sohn Hans der Ungelter von 1612 war sowie auch der Vormund seines Brudersohnes Johann Demuth (vgl. Jakob D.).
1612: Ein Hans Demuth wird als Ungelter von den Zünften gestellt, Hans Kallenborn als Ungelter von der Schöffenbank. (St.Ar.WND, A17, S. ?; R. Gerber) Dieser Hans Demuth muß in jedem Fall ein Zunftmeister gewesen sein. Bettingen behauptet, er sei von der Karcherzunft gestellt worden (Bettingen II., S. 95).
Es gibt keinen Hinweis auf Ehe und Nachkommen von Hauprechts Sohn Hans in St. Wendel.

Um die Jahrhundertwende gab es drei Hans bzw. Johann Demuth in St. Wendel, die bislang nicht in allen Fällen sicher zu trennen sind.
1. Hauprechts Sohn Hans, 1596 erwähnt (Hauprecht heiratete vor 1540, entsprechend alt waren seine Kinder).
2. Jakobs Sohn Johann, (seit mind. 1598? und)1611-13 Mündel. Danach?
3. Nickel Schumachers Sohn Hans, der spätere Gerichtsschreiber, Schöffe, Abgeordnete, der vermutlich 1607 Margarethe von Ulmeren/Elmern heiratete.
4. Dazu mit geringem zeitlichem Abstand (ab 1616) Jo(hann)es Demuth, der Krämer etc., Ehemann von Catharina, der mit einem der Vorigen identisch sein dürfte, aber nicht mit Nr. 3. Auch Nr. 1 scheidet wegen der weit zurück liegenden Heirat Hauprechts aus. Also bleibt nur Jakobs Sohn.
Vormund von Jakobs Sohn können sowohl Hauprechts Sohn wie Nickels Sohn gewesen sein, wobei im allgemeinen ein Bruder des verstorb. Vaters als Vormund bevorzugt wurde, d.h. also Hauprechts Sohn, der in diesem Fall zurückgekehrt gewesen sein müßte.
Der Krämer starb sicherlich nicht in höherem Alter, da seine beiden Töchter erst nach seinem Tod heirateten. Er dürfte nur kurz vor 1616 geheiratet haben, als er erstmals mit seiner Frau Catharina genannt wird. Seine Geburt dürfte also um 1590 gewesen sein. Das ebenfalls spricht für Jakobs Sohn als dem späteren Händler, der 1592 geb. worden sein dürfte.

12. Johann/Joes DEMUTH
Vermutlich der Sohn von Jakob Demuth und Elisabeth N.
geb. etwa um 1592; seit 1611(?) und bis 1613 unter Vormundschaft von Hans Demuth und Claus Böll.
Ich vermute, daß er der spätere Krämer/Händler (deshalb Karcherzunftmeister), Hochgerichtsbüttel und Ungelter war und sein Vormund Hans Demuth der Bruder seines Vaters Jakob. Wenn die Vermutung stimmt, daß sein Vater Jakob bereits vor Pfingsten 1598 starb, dann lebte Joes seit früher Kindheit unter Vormundschaft und wird bei Mündigkeitserklärung (fast) nichts geerbt haben.
1616: Hirtenlohnliste St. Wendels. Nr. 53: Hans Demuth hat 12 Stück Vieh; Nr. 61: Johannes Demuth hat 4 Stück Vieh. (St.Ar.WND, A37, S. 292-95; R. Gerber)
20.1.1616: Johannes Demuth und seine Frau Catharina leihen von der Kirche WND 62,5 fl (PfA WND, Best. B, Bd. 4, S. 327)
1617/18: Johannes Demuth hatte bei der Kirche 62,5 fl aufgenommen u. zahlte dafür 3 fl 3 alb 1 den Zinsen. (PfA WND, Best. KR, Bd. 6, S. 145)
15.6.1621: Auftrag des Johannes Demuth und seiner Frau Catharina an Lothar Leetig u.s.F. Catharina (Schlabatz), ein Feld zum Kauf zu geben für 14,5 fl. (St.Ar.WND, A42, S. 311)
Am 13.2.1622 werden das Hochgericht St. Wendel und sein Büttel Joes Demuth zum Haus des bettlägerigen Nic. Crapf, Hochgerichtsschöffe, gebeten, um dessen Testament zugunsten seiner Frau Maria (Schank/Hauprichs Maria) aufzunehmen. (St.Ar.WND, A42, S. 9)
22.6.1622: Joes Demuth gibt seine Rechnung als Hochgerichtsbüttel ab (St.Ar.WND, A57, S. 18).
1624, geschworener Montag nach Ostern: Baltes Becker hat seine Hälfte eines Wohnhauses (= das frühere Haus des Bildhauers Jakob Weyrich, der in 1. Ehe vor 1593 Agnes Heilmann geheiratet hatte), die er zuvor von Theobald Luder (Eidam von Jakob Weyrich) für 70 fl erkauft, an Sebastian Küffer verkauft. Am selben Tag hat Johannes Demuth "das andere Halbteil" für 80 fl verkauft, vermutlich ebenfalls an Seb. Küffer (St.Ar.WND, A42, S. 294). Kein Hinweis, wie Joh. Demuth in den Besitz seiner Hälfte kam. Kommt er als Schwiegersohn von Jakob Weyrich in Betracht? Jakob starb ca. 1615 u. hinterließ eine unmünd. Tochter, die 1617 Theob. Luder aus Gonnesweiler heiratete. Von weiteren Kindern ist keine Rede. Diese Tochter hatte keine Kinder, dennoch ist 1624ff. von den "Weyrich-Erben" die Rede, deren Namen ungenannt bleiben. Es ist sehr wohl möglich, daß Jakob aus mind. 22 Ehejahren mehr als ein unmünd. Kind hinterließ.
1625: Johannes Demuth tritt der Sebastiansbruderschaft bei.
1627: Amtsbeschreibung St. Wendel. Nr. 66: Hans Demuth, Schuhmacher, sein Haus ist Junker Leissers (v. Lambsheim); Nr. 72: Joes Demuth, Krämer (nichts weiter). (LHA Ko., 1 C/7440, S. 1-34)
1629(?): Bei Gericht eingetragene Rückstände verschied. Bürger. Johannes Demuth hat 7 fl 3 alb 6 Pfge Schulden (nichts Näheres). (St.Ar.WND, A33, S. 428)
5.5.1631: Hans Brambeck verklagt Barbara Voltz, Clasen sel. Wwe. Bürge beider Parteien ist Johannes Demuth. (St.Ar.WND, A57, S. 169)
1640: Viehliste St. Wendels. Darin: Nr. 2: Hans Demuth hat 1 Kuh, 2 Schweine; Nr. 18: Joes Demuths Kinder(!) haben 2 Geißen. (St.Ar.WND, A58, S. 222-224; R. Gerber) Auffällig, daß von Joes Demuths Kindern und nicht von seiner Witwe die Rede ist - war sie ebenfalls bereits tot?
10.5.1643: Elisabeth Demuth, T.v. Johannes D. u. Catharina, heiratet Johann Ebersweyler aus St. Avold. Sie heiratet am 27.1.1647 in zweiter Ehe in St. Wendel Johann Münster aus Dronechen, S.v. Alexander M., der in Namborn lebt.
15.11.1643: Anna Catharina Demuth, T.d. Händlers +Johann Demuth, heiratet Mathias Strut aus Namborn, S.v. Jakob St.
3.4.1652: Johannes Demuths sel. beide Töchter(!), die eine verehelicht mit Matthais Strut, die andere mit Hans Münster, Leyendecker, beide wohnhaft zu Namborn, lassen die Schulden ihres Vaters über 70 Gulden bei der Kirche und bei dem Schultheiß Joh. Wilhelm Dham und Frau tilgen durch den Verkauf eines Feldes, eines Baumgartens und einiger Grummetstücke. (St.Ar.WND A57, S. 258)
Er heiratete vor 1616
Catharina N.
Abstammung unbekannt. Erw. 1616-21
Klaus Mayer gibt im FB Saarwellingen (Nrn. 138 u. 145) die Geschwister Eva Magdalena Demuth (soll um 1645 in St. Wendel Hans Adam Dell aus Saarwel-lingen geheiratet haben) und Adam Demuth, Schafhirt in Saarwellingen, der vor 1660 Gertrud Spengler heiratete, als Kinder von Johann und Catharina N. an. In St. Wendeler Unterlagen habe ich dazu keine Hinweise gefunden. Die Schuldenregelung von 1652 steht dazu nicht in völligem Widerspruch. Aber die Formulie-rung "Johann Demuths beide Töchter" und der Abtrag aller seiner Schulden durch diese beiden erwecken den Eindruck, er habe keine weiteren Kinder gehabt.

Kinder:
1. Elisabeth geb. etwa um 1615-18 in St. Wendel, gest. nach 3.4.1652 in (Namborn?).
ooI WND 10.5.1643 Joh. Ebersweyler, St. Avold.
ooII WND 27.1.1647 Johann Münster, Namborn.
2. Anna Catharina, geb. etwa um 1615-18 in St. Wendel, gest. nach 3.4.1652 in (Namborn?).
oo WND 15.11.1643 Matthias Strut, Namborn.


N'oubliez jamais
I heard my father say
Every generation ha its way
A need to disobey
N'oubliez jamais
It's in your destiny
A need to disagree
When rules get in the way
N'oubliez jamais

Gruß Volker

elias
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Re: Stammfolge Demuth

Post by elias »

Teil 5
13. Friedrich DEMUTH, der Glasträger
Vielleicht S.v. Nickel Demuth d.J. und Marg. Becker.
Dann wäre er vor 1586 geboren. Er starb spätestens 1646, viell. bereits vor 1640: Sein Haus erbte Back Johan Petgen vor 1646. Umstände sind unklar. Sehr wahrscheinlich starb er unverheiratet und kinderlos.
Am 22.9.1623 verkauft Maximin Spielman, Ludwig Zimmermanns sel. Schwager, an Sebastian Frö-ling und Friedrich Demuth, Glasträger, sein gebührend Halbteil an Cuseners (= Kürschners?) Christines Behausung, bei Gigels Haus an der Stadtmauer gelegen, für 24 fl zu 2 Zielen. Christine darf weiterhin die Stube bewohnen u. darin schlafen und oben sich eine Kammer bereit stellen. Sebastian Fröling soll die halbe Behausung besitzen. (St.Ar.WND, A57, S. 147; R. Gerber) Was besitzt dann Friedrich Demuth? Bast (= Sebastian) Fröling scheint identisch zu sein mit dem früher Baltes (= Balthasar) Fröling gen. Eidam von Nickel Demuth, denn in seinem Testament vom 15.4.1630 spricht er von seiner 1. Frau Engel u. ihrem gemeinsamen Sohn Johannes (St.Ar.WND, A43, S. 300-303). Da dieser Demuth-Eidam zusammen mit Fried. Demuth ein Haus kauft, kommt Friedrich als näherer Verwandter infrage, z.B. als Sohn von Nickel Demuth d.J. und Margarethe Becker, also als Enkel des alten Nickel Demuth. Der Glasträger u. Bast Freiling treten wiederholt gemeinsam auf (s.u.).
1623 heiratete Fried. Demuth (nicht Hans Fried.!), S.v. +Nickel, Marg. Knauß aus Hüttigweiler. Als Vater kommen hier der Schuster Nickel bzw. "Hauprechts Nickel" infrage oder aber Nickel Demuth d.J., der im Winter 1585/ 86 gestorben sein muß. Als dessen Sohn müßte Friedrich allerdings mind. 38 Jahre alt gewesen sein bei seiner Eheschließung. Sehr wahrscheinlich heiratete aber der spätere Schöffe u. Wirt Hans Fried. Demuth Marg. Knauß.
1627: Erwähnung von Friedrich D., Glasträger, und Hans Fried. Demuth in der Amtsbeschreibung (LHA Ko., 1 C/ 7440), wo Friedrich Demuth, Glasträ-ger, nur zugeschrieben werden Haus und Nahrung 100 fl. - Die einzige Liste, in der beide Friedrich Demuth nebeneinander auftauchen.
25.2.1630: Michel Alsfassen kauft einen Garten bei der Stadtmauer, bei des Glasträgers (Demuth) Haus an der Steg gelegen. (St.Ar.WND, A57, S. 177)
25.2.1630: Sebastian Freiling und Friedrich Demuth, Glasträger, haben einen Erbtausch getroffen. Bast gibt Friedrich ein Garstenstück in der Kuhtränke, zwi. Joes Demuth u. Joes Brandtbeck gelegen. Friedrich tauscht dafür ein Gartenstück im Langen Garten, zwi. der Kirche u. Leonh. Dham gelegen, ein Schritt von der Eiche. (St.Ar.WND A58, S. 72)
15.4.1630: Fried. Demut, Glasträger, ist Bürge für Sebastian Fröling bei seiner Klage gegen Peter Holgesser, dessen Bürge Nickel Lorich.
14.9.1640: Viehliste Stadt St. Wendel. (St.Ar.WND, A58, S.222-224) Der Name des Glasträgers Fried. Demuth fehlt in dieser Liste (bereits). Er dürfte also vor 1640 gestorben sein (vgl. folg. Eintrag) In der Viehliste tauchen zudem weder eine Wwe noch Kinder von ihm auf, im Gegensatz z.B. zu Joes Demuth, dessen Kinder dort mit Vieh auftauchen. Auch das spricht dafür, daß er unverheiratet u. kinderlos starb.
1644-47: Rechnungen des Hochgerichtspedells Cuno Seyler. Einer seiner Zettel betr. offenbar die Familie von Hans Back:"Hans Back vom Ungeldt 1646 3 fl. Als Back Johan Petgen des Glasträgers Haus erbte, sind gerichtlich 6 alb eingegangen. Am 17. Juli hat Hans Back gg. Hans Wilhelm Clausen eine Urkunde verlangt, kostet 6 alb." Etc.
Das gen. Hauserbe ist nicht datiert, sodaß unklar bleibt, wann der Erbfall eintrat. Aber spätestens 1646 muß der Glasträger Fried. Demuth tot gewesen sein. In welchem Verhältnis Back Johan Petgen zu dem Glasträger stand, ist nicht bekannt. Da Hans Back erst 1632/33 in 1. Ehe heiratete, kann dieser Back Joh. Petgen kaum ein Sohn von ihm gewesen sein, mögl.w. ein Verwandter, denn immerhin steht sein Name zw. zwei Erwähnungen von Hans Back. Ein Joh. Peter Back ist mir ansonsten unbekannt, d.h. er dürfte kein Bürger St. Wendels geworden sein, sondern das Haus verkauft haben.

14. Johann/Hans Friedrich DEMUTH
Wahrscheinlich Sohn von Nickel Demuth und Maria Schank.
Geb. etwa um 1595-1600, gest. wenige Wochen vor dem 17.8.1658 in (St. Wendel).
Sein Beruf war Metzger; deshalb wiederholt als Zunftmeister der Schuhmacherzunft genannt; daneben betrieb er eine Gastwirtschaft; und er war viele Jahre Kirchen-schöffe, 1652 auch Kirchenschultheiß, aber nie Hochgerichtsschöffe: Da sein Bruder Hans Hochgerichtsschöffe war, konnte er das nicht auch werden.
In den St. Wendeler Unterlagen werden "Hans Friedrich" und "Friedrich" nicht durchgehend konsequent namentlich unterschieden, im Gegensatz zu "Hans" und "Joes" Demuth. Um sie zu unterscheiden, muß man also andere Mittel finden.
Es gibt Verwandtschaftshinweise für den Schöffen Hans Friedr. Demuth: 1636 testiert er die Ungeltrechnung für seinen Bruder Hans. Von 1649 gibt es einen längeren Briefwechsel zwi. den Brüdern Friedrich u. Hans Demuth (Hans als Abgeordneter in Trier), der Stadt St. Wendel und Johannes Osberger in Trier, den beide Brüder mehrfach als "ihren Vetter" bezeichnen (Bettingen II, S. 102). Die einzige nachvollziehbare verwandtschaftl. Beziehung zw. den Demuth einerseits u. Osberger andererseits führt über die Töchter von Friedrich Schank (daß Joh. Osberger 1638 in Trier eine Magd. Boch oder Bopp heiratete, lasse ich mal außer Betracht). Joh. Osberger war der S.v. J.Wilh. Osberger u. Maria Dham, diese eine T.v. Joh. Dham u. Anna Schank. Annas Schwester Maria Schank hatte Nickel Demuth geheiratet, deren Sohn Friedrich 1623 Marg. Knauß heiratete. Wenn also die "Vetternschaft" dieser drei über die Schank-Schwestern führt, dann hatte der Kirchenschöffe Fried. Demuth 1623 Marg. Knauß geheiratet, dann war der Trierer Abgeordnete Hans Demuth ebenfalls ein S.v. Nickel Demuth, dann wohnte 1627 Hans Fried. Demuth gemeinsam mit seiner Mutter Hauprichs Maria in Marias Haus (= vermutl. das ihres 2. Mannes Nik. Crapf) und dann war 1654 dieser selbe Hans Fried. Demuth auch Besitzer von Hauprichs Marias Haus (während sein Bruder Hans Demuth das frühere Haus von Theiß Weber bewohnte, also sein Elternhaus!, das 1604 an Theiß Weber verkauft worden war.) Diese Deutung erscheint recht plausibel. Mit einiger Wahrscheinlichkeit heiratete dann auch dieser selbe Friedrich 1633 in 2. Ehe Maria Boch, denn der Glasträger Friedrich Demuth kann es nicht gewesen sein.
Unklar ist dagegen, wer die Eltern des zweiten Friedrich waren. Infrage kommen Nickel Demuth u. Marg. Becker, weil der Glasträger wiederholt zus. mit Bast Freiling, dem Eidam von Nickel Demuth d.Ä. u. Schwager von Nickel Demuth d.J., erwähnt wird. In diesem Fall müßte Friedrich, der Glasträger, bereits vor 1586 geboren worden sein. Die o.g. Brüder können nicht die Söhne von Jakob gewesen sein. Jakobs Sohn Johann, bis 1613 Mündel, dürfte vor 1616 Catharina N. geheiratet haben und der Krämer/Händler gewesen sein, der meist "Joes Demuth" genannt wurde (vgl. dort).
14.5.1623: Bei seiner Eheschließung mit Marg. Knauß, Hüttigwlr, T.v. Hans K., wird Hans Friedrich Demuth als "Sohn v.+Nickel Demuth" bezeichnet. Seine erste Erwähnung (Heir.reg. WND). Sein verstorbener Vater Nickel muß Hauprechts Nickel, der Ehemann von Maria Schank gewesen sein (+ ca. 1607), nicht der 1585/86 verstorbene Nickel Demuth d.J., weil eben zu früh gestorben, u. auch nicht der Kürschner Nickel Demuth, weil zu Friedrichs Geburtszeit schon zu alt.
1624, geschworener Montag nach Remigius: Friedrich Demuths neues Gesey beschütt für 12 alb (St. Ar.WND, A57, S. 32) Meist an diesem Tag wurden alte und neue Maße, Behälter etc. nachgeeicht oder neu geeicht = die Geseih/Gesey beschütten.
1626ff.: Hans Fried. Demuth versteuerte 1626 5 Fuder 5 Ohm u. 6 Viertel Wein. Dem Umsatz nach steht er damit an 3. Stelle der Wirte, nach Jakob Luder u. Wilhelm Laux. In den folg. Jahren geht sein Umsatz zurück, nicht wg. des Krieges, denn er fällt deutlich zurück ggü. den anderen Wirten. Möglicherweise trugen seine anderen, lokalpolitischen Dienste dazu bei.
1627: 4 Fuder etc. (A71 S. 6)
1628: 1 Fuder 1 Ohm! Pro Fuder 6 fl Steuern.
1629: 2 Fuder 1 Ohm. (Der Gesamtausschank in der Stadt ist drastisch gesunken.)
1630: 2 Fuder 1 Ohm. Liegt damit am unteren Rand des allgemeinen Weinumsatzes. Trotz des Krieges hatte z.B. Jakob Luder hohe Umsätze, 1630 z.B. 8 Fuder 2,5 Ohm.
1633: fehlt sein Name unter den Wirten. (nach R. Gerber)
1636: taucht sein Name wieder auf mit 6 Ohm Wein, also weniger als 1 Fuder. Jakob Luder: 14 Fuder! Nach den entsetzlichen Verheerungen nach August 1635 (von denen St. Wendel stärker verschont wurde als das ungeschützte Land) nahm der Alkoholumsatz stark zu, obwohl die Leute "nichts hatten": 1633 nahm die Stadt an Ungelt 169 fl ein, 1636 waren es 249 fl! Ca. 50% mehr.
1627: Amtsbeschreibung St. Wendel. In der Stadt werden 4 Haushalte Demuth aufgelistet: Johann Friedrich Demuth (Nr. 82), Friedrich Demuth, der Glasträger (Nr. 85), sowie Hans Demuth (Nr. 66) und Joes Demuth (Nr. 72) Hans Friedrich Demuth mit einem Haus von 300 Gulden, Ackerland 90 fl, Heuwachs 75 fl, Gärten 25 fl, Pfand-schaften 40 fl, Nahrung 50 fl; sein Beruf ist nicht angegeben; Anm.: noie (mit Auslassungszeichen) sui et matris cui cohabitat. Zu Deutsch etwa: in seinem Namen und dem seiner Mutter, mit der er zusammen wohnt; kein Name. Daneben gibt es den Haushalt von Friedrich Demuth, Glasträger; zu ihm ist nur vermerkt Hauß und Nahrung 100 fl. (LHA Ko., 1 C/ 7440, S. 1-34) Nur in dieser Liste werden beide Friedrich nebeneinander aufgeführt.
16.8.1627: Ausstände des Wirtes Hans Fried. Demuth. Am gen. Tag haben kfstl. Soldaten unter Kapitän Zant bei Demuth für 8 fl 18 alb verzehrt (St.Ar.WND A58, S. 120).
Mai 1628: Der Wirt Hans Fried. Demuth verklagt Schwanen Jakob zu Baltersweiler. Folgt eine Liste mit Einzelposten. Summe 16 fl 12,5 als. Hierfür wird ein auf 10 fl geschätztes Pferd als Sicherheit gepfändet, Losung innerhalb 8 Tagen. Offenbar wurde nicht gezahlt.
Am 12.5.1628 erneute Klage Demuths, diesmal gg. Schwanen Wendel wg. 16 fl 12,5 alb Schulden. Weil der Bekl. geständig ist, wird ein Weißmutterpferd gestellt, das die Schöffen Peter Voltz u. Hans Laux auf 10 fl schätzten. (Derselbe Vorgang wie oben?). Und am selben Tag zeigt Hans Fried. Demuth, Wirt, Bast Freyling an als Bürge des Schlosser Hänslin, der 15 fl 15 alb bei ihm verzehrt habe. Ein Rotmutterfüllen, geschätzt auf 16 fl, wird gepfändet, für 8 Tage zur Losung. (St.Ar.WND, A 57, S. 107-108; R. Gerber)
(1628? Unklare Zeit): Kostenzettel von Hans Zettler u. Peter Keyser, Namborn, aus 1626-28 im Verfahren gegen diejenigen, die Hänsels Frau übel zusammengeschla-gen hatten. Die Frau mußte einige Zeit gewaschen und gepflegt werden. Am 2. Tag war unter den Pflegekräften, "Zeugen" genannt, Hans Demuth: Wegen 9 Zeugen und für einen Boten nach Trier wurden 3 fl 18 alb ausgegeben. Hans Friedr. Demuth, Maria Schenkin u. ihre Magd Catharina waren als Zeugen und aßen für 18 alb. Hans Demuth verzehrte als Zeuge für 6 alb. (St.Ar.WND, A57, S. 111-112) Die Vorgänge scheinen aus 1626 zu datieren, die Aufrechnung wohl aus 1628.
25.5.1631: Margarethe, F.v. Joh. Fried. Demuth, erw. P. bei Jakob Schwan. (Tfr WND)
22.11.1633: Joh. Friedrich Demuth, Bürger St. Wendels, heiratet Maria Boch, T.v. +Michael B. (aus St. Wendel). Der Bräutigam wird nicht als Wwr bezeichnet. (Heir.reg. WND)
Ende Nov. 1633: Matthias Demuth und Maria, Frau v. Joh. Fried. Demuth, und andere erw. P. bei Joh. Kyrrher u. Cath. N. aus Freydenburgh. (Tfr f. Fremde u. Heimat-lose in WND) Auch dieser Matthias Demuth ist nicht zuzuordnen.
(18.11.)1636: Hans Friedr. Demuth gab man 3 fl 2 alb, als die Reiter von Koblenz nachts vor die Pforte kamen (und von Demuth verköstigt wurden.) (St.Ar.WND A32 S. 83)
1636-40: Fried. Demuth hat in dieser Zeit an Wein ausgegeben: 1636 1 Fuder 2 Ohm; 1637 1,5 f, 3,5 Vierling; 1638 1 f 4,5 O 4 v; 1639 4 f 14 v; 1640 4,5 Ohm! Der Bürgerschaft ist er 188 fl 8 alb schuldig. Davon gehen aber die Rechnungen ab, die er der Bürgerschaft für Verköstigungen stellte, so bleiben 41 fl 11 alb. Computatum den 1.12.1643. (St.Ar.WND A71 S. 109; R. Gerber)
Frühjahr 1637: Zu dieser Zeit befand sich die Stadt in einer solchen Geldnot, daß sie durch Fried. Demuth bei dem Juden Juda zu Saarburg 23 Rtlr aufnehmen mußte (Müller, S. 59). Wenn man diesen vergleichsweise geringen Betrag vergleicht mit der enormen Zunahme an Ungelt zur selben Zeit (um rd. 50%!!), dann ist klar: Weder war die Bürgerschaft in Geldnot noch macht dann ein solch niedriger Betrag Sinn. Was also ging da wirklich vor? Ist der Betrag fehlerhaft?
21.1.1638: Rechnung des Gerichtsbürgermeisters Johannes Minham, Eidam von Leonh. Dham. Darin: Der Schultheiß Joh. Wilh. Dham "erkrankte" vor seiner Reise nach Trier (wo er seinen Todfeind, den Kfst hätte treffen müssen) am 21.1.1638, auf der er um einen Erlaß für Einquartierungen in St. Wendel hätte bitten müssen. Diese schwierige Reise fiel nun an Hans Friedrich Demuth und den Komputanten Joh. Minham, beide Schöffen, wofür sie 12 fl 9 alb erhielten. (St.Ar.WND A32 S. 88). -- Notiz vom selben Tag: Hans Fried. Demuth hat von diesem Tag an von den Bürgern zur Entlastung von den Einquartierungen 40 fl 3 alb eingezogen, wofür er 1,5 fl erhielt.
Jan. 1639: Hans Heckmann und Fried. Demuth sind Vormünder von Ursel Johanns Sohn Christoph (St.Ar.WND A36 S. 416)
14.9.1640: Viehliste Stadt St. Wendel. Darin Nr. 2 = hanß Demuth; Nr. 4 = hanß friedrich Demuth; Nr. 18 = Joes Demuths Kinder; ist die Liste unvollständig? Friedrich Demuth, der Glasträger, fehlt, niemand aus seiner Familie, falls es eine gab. (St.Ar.WND, A58, S.222-224; R. Gerber)
1641: Fried. Demuth gab man 12 alb, weil er ein Schreiben nach Sötern gebracht hatte. (St.Ar.WND A32 S. 67)
6.7.1641: Der Computant (Hans Back??) gab Friedr. Demuth als Abschlagszahlung für seine Reise (als Deputierter/Abgeordneter) zum Landtag 46 fl. (St.Ar.WND A32 S. 65) Fried. Demuth war kein Hochgerichtsschöffe, wieso dann Deputierter? Ein Fehler? Verwechslung mit seinem Bruder Hans?
1643: Hans Fried. Demuth zahlte man wegen etlicher Reisen für das Amt 8 fl 1 alb 6 Pfge. (St.Ar. WND A32 S. 71)
1643: Johannes Minham, Gerichtsbürgermeister, u. Hans Wilhelm Clausen, Ungelter, haben am Ungelt abgehen lassen, was Friedrich (Demuth) dem Oberst Wachtmeister Croonders an Essen bereitstellte für 11 Rtlr. (A71 S. 101)
26.4.1645: Klagen u. Rechnungen von Martin Motz über seine Kriegslasten etc. der vergangenen 4 Jahre. Darunter: Er habe 28 fl vorgelegt für Fritz Demuth wg. der Schützen. (Bedeutung?) (St.Ar. WND A42 S. 267ff.; R. Gerber)
14.1.1647: Hans Fried. Demuth klagt gg. Matthes Peter Erben über ausstehende Kosten von 120 fl, aufgrund der Handschriften/Kostenzettel vom 22.5.1635 u. vom 27.6.1635. (St.Ar.WND A42 S. 87)
1.1.1648: Auf Neujahr 1648 ist für die Bürgerschaft an Wein aufs Rathaus geholt worden: Bei Hans Back 30 Maß, bei Fr. Demuth 24 Maß, bei Paulus Hans 30 Maß, ... (St.Ar.WND A39 S. 113)
1648: Vormundschaftsrechnungen von Hans Friedrich Demuth und Hans Heckmann für Urselen Johannsen sel. Kind Christoph für die Jahre 1639-47. (St.Ar.WND, A36, S. 435-440; R. Gerber)
(1649-50): Hans Fried. Demuth bezahlte 3 fl für einen (Schaf-)Bock. (A36 S. 442)
24.7.1650: Barbara Demuth, T.v. Joh. Friedrich D., St. Wendel, heiratet Johannes Laux, St. Wendel.(Heir.reg. WND)
23.3.1651: Rechnung über Einahmen/Ausgaben an Fruchten (Getreide), Brote, etc. Die Rechnung zeichnen: Joh. Minham für den geflüchteten Stadtschultheiß Joh. Wilh. Dham, die Schöffen, u. schließlich Hans Friedrich Demuth im Namen der Sechs von den Zünften und Amtsuntertanen(!). (St.Ar.WND A32 S. 300) Hans Fried. Demuth kann (als "Sechser") kein Hochgerichtsschöffe gewesen sein.
29.11.1651: Maria Bockiny, F.v. Joh. Fried. Demuth, erw. P. bei Jakob Wagner, Breiten, u.s.F. Marg. (Tfr WND/Breiten)
14.2.1652: Zum Rathaus kommen Hans Friedr. Demuth, Bürger der Stadt und Metzger, als Anwaltdes Johannes Schmit, (Schultheiß) v. Oberkirchen, und Johannes Laux, Bürger u. Bäcker von WND (und Eidam Fried. Demuths), der das ererbte Anwesen seines Großvaters, des Hochgerichtsschöffen Hans Laux zu St. Wendel, dem Thomas Haab/Haben u.s.F. Barbara für 70 fl verkauft. (A57 S. 256)
15.11.1652: Friedrich Demuth ist Kirchenschultheiß, d.h. Vorsitzender des Kirchengrundgerichtes. (PfA WND, Best. KR, Bd. 6, S. 493)
1652/53: Aufrechnung des Sterbens u. Begräbnis der Schmitt-Mutter zu Reitscheid, die 3 Kinder hinterließ, deren Erbe nun durch die "Mühewaltungen" diverser "Helfer" stark dezimiert wurde. Kein Handgriff geschah umsonst. Hans Fried. Demuth u. Hans Adam Becker sind zweimal nach Lockwei-ler (wohin man die sterbende Mutter gekarrt hatte), u. erhielten für Verzehr jeweils 18 alb; später erhielt Demuth für den zweifachen Weg nochmal 3 Faß Korn. Die Vormunde der 3 Kinder erhielten dafür, daß sie an 3 Tagen die Wiesen u. Felder verteilten, 1 fl 6 alb; Demuth erhielt 1 fl 12 alb, weil er dieser Teilung "beiwohnte"!! (St.Ar.WND A36 S. 449,456,462).
1653: "Fremdenliste Stadt St. Wendel". Darin: Nr. 2 = hanß Demuth; Nr. 4 = Johannes Laux (hatte 1650 Barbara Demuth geheiratet, T.v. Fried. D.); Nr. 48 = Joes Demuths Haus; Nr. 53 = Friedr. Demuth. (St.Ar.WND, A32, S. 437-460; R. Gerber)
18.2.1653: Die Jahresrechnung des gemeinen Bürgermeisters Paulus Hans testiert Hans Friedr. Demuth im Namen der Schuhmacherzunft, Peter Alsfasser im Namen der Karcher und (Simon) Tholey für die Schneider. (A72 S. 15)
1654: Bricceygeldliste. Darin: Nr. 2 = Theiß Weber modo Hans Demuth; Nr. 4 = Hans Lauxen Haus; Nr. ? = Hauprichs Marias Haus hat Fried. Demuth. (St.Ar.WND, A32, S. 462)
4.3.1654: Vor dem Hochgericht St. Wendel ist Friedrich Demuth Bürge der Klägerin Catharina Baltes gegen die Witwe Hans Heckmann, deren Bürge er ebenfalls ist. (LHA Ko., 1 C/9111, Bl. 714r)
31.5.1654: Vollmacht und Auftrag für den Kirchenschöffen Friedrich Demuth für eine Renovation/ Besitzfeststellung in der Meierei Hüttigweiler, ausgestellt vom Kirchen-pfleger Joh. Wilhelm Dham, der als Schultheiß unterschreibt. Darüberhinaus soll Demuth den Frh. v. Kerpen zu Illingen aufsu-chen und ihn an die rückständigen Kirchenzinsen erinnern. Wenn er nicht zahle, werde die Kirche sein Unterpfand angreifen.
1657/58: Der Kirchenpfleger Joh. Wilhelm Dham läßt sich bei der Aufstellung der Kirchenrechnung vom ältesten Kirchenschöffen Joh. Friedrich Demuth helfen, doch stirbt der darüber. Für ihn quittiert dann sein Sohn Johann (Demuth) die Rechnung, die am 17.8.1658 vorgelegt wird. (PfA WND, Best. KR, Bd. 10, S. 940)
9.1.1659: Verhör der 15-16jährigen Maria Marg. Demuth, Tochter des +Schöffen Friedr. Demuth, in Sachen einer nächtlichen Unternehmung von Minderjährigen, die eine Sprunckwurzel ausgraben wollten, um damit die Tür zu einem Bierhaus öffnen zu können, inkl. weiterer "unerhörter" Zutaten. Die Tat lag da etwa ein Jahr zurück. (LHA Ko., 1 C/9111, S. 838-849) (Auszug aus Gerichtsprotokoll weiter unten.)
(1660): Friedrich Demuths Witwe ist in einer Haushalteliste der Stadt die einzige Namensträgerin Demuth. (St.Ar.WND, A48, S. 61) Ihr Name fehlt.
19.11.1662: Maria Marg. Demuth, T.v. +Friedrich Demuth, heiratet Wendel Heckmann, ledig (S.v. Joh. H. u. Gertrud.) (Am 3.9.1688 klagt Joh. Jak. Baltes von Hüttigweiler vor dem St. Wendeler Reunionsgericht gegen die Wwe Wendel Heckmann = Ma. Marg. Demuth. Sie starb also später.) (Heir.reg. WND)
1663: Johann Demuth, ein Schuster, ledig, S.v. Fried. Demuth, heiratet (undatiert, zwi. 1662 u. 1664) ...... (Catharina Moßbach, T.v. J. Wilhelm M. und Anna Maria Motz). (Heir.reg. WND) Im Heiratsakt fehlt der Name der Braut, er taucht aber im Sterberegister auf.
6.1.1675: Margarethe Demuth, T.v. +Friedrich D., heiratet Wendel Hautz, S.v. Joh. Wilhelm Hautz. (Heir.reg. WND)
1664-66: J.Wilh. Moßbach u. Peter Heil sind Vormunde der beiden Töchter Anna Maria und Marg. des Schöffen Hans Fried. Demuth. Ein Vermögensinventar am 21.1.1667 ergibt, daß jedem Kind nach Verkauf von Haus, Hof, Hofbering, Schweinen, Pferden, Kühen und nach Abzug der Steuern (von 10 Rtlr!! in der Gerber-Abschrift, was nicht stimmen kann) 75 fl 1 alb verbleiben. Zum bereits mündigen Bruder Hans der Pflegekinder ist vermerkt: Einnahmen an Zinsen. Er hat von 60 fl 6 alb an Pension für 5% verliehenen Geldes in 1665 u. 1666 sechs Gulden erhalten. Nebst Fruchtverkauf u. Einnahmen aus Gärten etc. sind das 75 1 alb. Seltsamerweise erhält jedes der 3 Kinder gleichviel, obwohl Verkäufe u. Umsätze bzw. Gewinnerzielung bei jedem Kind andere waren.
Am 9.1.1659 wird Maria Margarethe Demuth, die damals 15- oder 16jährige Tochter des +Schöffen Friedrich Demuth in einem heute als spektakulär empfundenen Prozeß vor dem Hochgericht St. Wendel verhört. Damit ist einmal ihre Geburtszeit eingrenzbar, zweitens muß ihr Vater eben vor diesem Tag gestorben sein. Es sind verschiedene Gründe zu erwähnen, weshalb auch die Zeitgenossen damals den Prozeß als spektakulär empfanden.
Er heiratete am 14.5.1623 in St. Wendel
Margarethe KNAUS/THOMAS
aus Hüttigweiler, * etwa um 1598, bis 1619 Mündel, T.v. Hans Thomas aus Knausholz, der in Hüt-tigweiler in die Familie des Meyers Arnolts Wendel einheiratete und seitdem "Hans Knaus" genannt wurde.
(?Zweite Ehe am 22.11.1633 in St. Wendel mit
Maria BOCH/BOCK, aus St. Wendel, T.v. Michael B., + nach 29.11.1651, wahrsch. nach 1660.

Kinder: (alle als Kinder von (Hans) Friedrich Demuth bezeichnet)
1. Barbara (wohl aus 1. Ehe), oo WND 24.7.1650 Johannes Laux, St. Wendel.
2. Johann, ein Schuster, * ca. 1642, gest. am 7.3.1718 mit 76 Jahren; Kirchenschöffe, Hochgerichtsschöffe, damit auch mal Gerichtsbürgermeister; oo WND 1663 Maria Catharina Moßbach (+25.6.1701), T.v. Joh. Wilhelm M. u. Anna Maria Motz. - Da Johann am 17.8.1658 die Kirchenrechnung für seinen +Vater testieren konnte, also mündig gewesen sein dürfte (oder?), erscheint ein Geburtsjahr 1642 als zu spät.
3. Maria Margarethe.  Lt. Heiratsregister heiratete am 19.11.1662 Maria Marg. Demuth, T.v.+Fried. D., Wendel Heckmann.
4. Anna Maria, ebenfalls bis 1666 Mündel unter der Vormundschaft der zwei gen. Vormunde. Sie taucht später in St. Wendel nicht wieder auf.
5. Margarethe, 1664-66 als Mündel v. Wilh. Moßbach u. Peter Heil genannt. oo WND am 6.1.1675 Wendel Hautz, St. Wendel, S.v. Joh. Wilhelm Hautz und seiner zweiten Frau Barbara N. Beteiligt an der denkwürdigen "Sprunkwurzel-Nacht" im November 1657 mit den Weinlant-Söhnen und dem jungen Hans Wilhelm Back.
Aus dem Gerichtsprotokoll Hans Wilhelm Back gegen Peter Weinlant, gen. Peter Schumacher, ein Auszug, der die Zeugenaussage von (Maria) Marg. Demuth betrifft (LHA Ko., 1 C/9111, S. 848):
"Auf den 9. Januar 1659 erscheint Peter Schumacher, der Beklagte, vor Schultheiß und Gericht und bat, man wolle weyland Fried. Demuth sel. hinterlassene Tochter Maria Margarethe vorbescheiden und selbige gerichtlich abhören, ob es nit auf St. Jakobs Nacht, als der Kläger, seinen nichtigen An-gaben nach, die spreng wurtzell, laut Protokoll 14 Xbris 658 jüngsthin, mit des Bekl. jüngstem Sohn gegraben haben wolle, nit mit ihnen in der Pfort Stuben über Nacht geblieben. Item, ob es nit in Herrn Minheims sel. (Schloßgarten?) haben wollen Johannß treubelen (Johannisbeeren?) nehmen, und nachgehends nit auch mit beiden Jungen in dem Bierhaus gewesen sei, und was sich weiter vor und nach zugetragen habe, dem den zu Folge gl. Meygtlein vorbescheiden, und weil es nit über 15 oder 16 Jahr alt, genügsam erinnert worden, die Wahrheit, darüber es gefragt werden solle, niemand zu lieb noch leid anzuzeigen, sodann darüber in Handgelübde genommen worden.
Sie deponiert wie folgt.
Erstlich sagt, es sei wahr, daß es auf St. Jakobs Nacht 1657 vor die Pforte, (als die) verschlossen worden sei, und habe bei den beiden Jungen in der Pfortstuben gelegen.
2. Wahr sei, daß sie, Deponentin, gleich nachdem die Pforten geschlossen gewesen, mit beiden, Kl. wie Bekl. jüngstem Sohn Franz, in Klägers Bierhaus gewesen und Bier getrunken, von dannen sie in die Pfortstube gegangen. (Hanß Back hatte sein Bierhaus seinen sechs Kindern zu gleichen Teilen vermacht, demnach besaß Hans Wilhelm ein Sechstel, insofern war es "sein" Bierhaus, obwohl erst ca. 11 Jahre jung.)
3. Wahr sei, daß sie beide Jungen gesagt, sie sollten in den Schloßgarten gehen, um Zuckerbirnen zu nehmen, und als sie hingekommen seien, habe des Klägers Bruder Wendel von der Mauer herab ge-rufen, Bub, was machst du allda?, und seien derentwegen unverrichteter Sachen entlaufen.
4. Wahr sei, als sie davon zurückgekommen seien, hätten sie sich beieinander in die Wachstuben gelegt, wo selbsten sie ein paar Stund gelegen. Dann seien die beiden Jungen still schweigend auf-gestanden und hinausgegangen, sie wisse aber nicht, wohin, u. seien über eine große Stund hinweg gewesen. Nachgehends seien sie gelaufen gekommen und keiner von ihnen habe ichtwas gesagt. Sie wisse sich nicht zu erinnern, daß Bekl. Feuer geschlagen und Tabak getrunken, noch auch, wo sie das letzte Mal gewesen und was sie zu verrichten gehabt.
Endet damit seine Ansage, deme silentium imponiert.
Unterschrift: Wilhelm Moßbach, Gerichtsschreiber"  (Hans Wilhelm Moßbach war auch Vormund von Hans Wilhelm Back und "Pflegevater" von Maria Margarethe Demuth, zus. mit Peter Heil (St.Ar.WND, A36, S. 510-516).)
Diese "Springwurzelnacht" wurde schon verschiedene Male stark verkürzt und auch entstellt wiedergegeben, ohne je sinnvoll kommentiert worden zu sein (meines Wissens jedenfalls). Zum Besonderen dieses Ereignisses gehört einmal, daß drei der wichtigsten Beteiligten Kinder waren: Der Kläger Hans Wilhelm Back, S.v. Hans Back, kann höchstens 11 Jahre jung gewesen sein; der Sohn Franz des Schuhmachers Peter Weinlant war nur wenig älter; und Maria Marg. Demuth war zur Tatzeit etwa 14 Jahre jung. Zudem ging es auch um Sex unter den Kindern in dieser Nacht: Sowohl Hans Wilhelm Back als auch die Demuth-Tochter wollten sexuelle Hilfsmittel zur Stimulierung nehmen (die o.erw. Johannisbeeren gehören dazu). Drittens gehörten alle Beteiligten zu Schöffenfamilien: Hans Back, der Vater zweier Beteiligter, war Hochgerichtsschöffe; Peter Weinlant war Kellereischöffe und turnusgemäß "Sechser", also Mitglied des Stadtrates; Fried. Demuth war Kirchenschöffe, zeitweise sogar Vorsitzender des Kirchengrundgerichts - St. Wendels vornehmere Familien. Viertens ging es um Hexerei, um sog. Aberglauben, was die Bürger St. Wendels damals vielleicht am wenigsten umgetrieben hat. Peter Schuhmacher wurde zum Hauptbeschuldigten erklärt und zu 8 Tagen "Turm allein mit Wasser und Brot" verurteilt; seine Frau, obwohl die "Hexe" bei dieser Tat, wurde überhaupt nicht belangt; allerdings tauchen beide danach nie als Paten im kath. Taufregister St. Wendels auf. Catharina Back, eine Schwester des Klägers Hans Wilhelm Back, heiratete einen Monat nach dem Urteil Peter Weinlant, an der Tat beteiligt u. ältester Sohn des Hauptbeschuldigten. Und dieser Peter Weinlant war vor 1675 bereits "Schöffe". Maria Marg. Demuth hatte nach dem Prozeß keineswegs unter einem "schlechten Ruf" zu leiden, denke ich, denn sie heiratete drei Jahre später bereits Wendel Heckmann, aus einer Schöffenfamilie, von außen gesehen eine gute Partie. Der öffentliche Umgang mit diesem jugendlichen/kindlichen Streich scheint, soweit man das erschließen kann, erstaunlich reif gewesen zu sein, nach heutigen Maßstäben.




15. Hans DEMUTH
Wahrscheinlich Sohn von Nickel Demuth und Maria Schank.
Geb. etwa um 1580-85 in St. Wendel, gest. vor dem 20.4.1656. Er legte noch die Stadtrechnung von 1657(?) vor, die nächstfolgende lieferte bereits sein Nachfolger Nickel Tholey. Dessen Protokolle als Stadtschreiber beginnen am 11.2.1658.
Schuhmacher; Hochgerichtsschöffe, Gerichtsbürgermeister; Stadt- u. Gerichtsschreiber, mindestens zweimal Abgeordneter der Stadt beim Landtag in Trier.
1607 führt Hans Demuth seine Frau Marg. v. Ulmeren in die Schuhmacherzunft ein. Welcher Hans Demuth? In Betracht kommt auch Hauprechts Sohn Hans, der Bruder von Jakob u. Nickel. Ulmeren dürfte verschrieben für "Elmeren" sein, ein Ortsteil von Bliesen?
1611 In der Schatzungsliste für WND steht nur ein Hans Demuth.
1612 ebenfalls wird ein Hans Demuth Vormund für Jakob Demuths Kinder, zus. mit Nik. Bolen/Böll. (St.Ar.WND, A36, S. 109) (Dieser Hans Demuth dürfte der Bruder v. Jakob Demuth gewesen sein.)
1616 Hirtenlohnliste: Nr. 53 Hans Demuth mit 12 Stück Vieh; Nr. 61 Johannes Demuth mit 4 Stück Vieh (St.Ar.WND, A37, S. 292-95).
1618 Hans Demuth u. Hans Greifenstein legen als Ungelter ihre Rechnung vor. Und ein Hans Demuth testiert als Vertreter der Schuhmacherzunft(!) die Rechnung. (St.Ar.WND, A37, S. 314) Da Hans kaum seine eigene Rechnung testieren kann, muß der Ungelter Hans wohl der Karcher/Händler sein, der sonst immer Joes Demuth genannt wird.
1624: "Außerdem lieferten die Gerbermeister Michael Alsfasser und Jakob Gerhardt den Truppen des Hzgs Adolf v. Holstein auf Kosten der Stadt für 14 Rtlr Leder, das Hans Demuth zu Schuhen und Stiefeln verarbeitete." (Müller, S. 51).
1627 Amtsbeschreibung: Nr. 66: Hans Demuth, Schuhmacher, sein Haus ist Junker Leissers (v. Lambsheim); Nr. 72: Joes Demuth, Krämer (nichts weiter). (LHA Ko., 1C/7440, S. 1-34)
1634: Nach Martin Motz wurde im selben Jahr noch Hans Demuth Gerichtsbürgermeister. (St.Ar. WND A44 S. 161)
1634 Hans Demuth wurde auf den Landtag in Trier berufen. Für die 18 Tage dort wurden ihm 50 fl 15 alb gegeben.Weil er danach nicht mehr auf einen Landtag kommen konnte,gab man ihm 1/2 Rtlr zu 1 fl 3 alb. (St.Ar.WND, A41, S. 29) 1636 war der Schultheiß Joh. Wilhelm Dham als Abgeordneter dort, 1649 wieder Hans Demuth.
1636 Joh. Demuth, ein Schuster, heiratet Maria, die Wwe von Nickel Lorich. (Heir.reg. WND)
(18.11.)1636: Der Komputant (der gemeine Bürgermeister Bast Küffer) und Hans Demuth waren mit einem Schreiben wg. Burglonys Wwe in Trier u. erhielten für 2 Tage Zehrung 2 fl 6 alb. (St.Ar. WND A32 S, 83)
29.10.1636:  Die Ungeltrechnung von 1635 testiert u.a. Hans Friedrich Demuth wg. des Bruders Hans Demuth. (St.Ar.WND A71, S. 88)
Jan. 1639: Joh. Wilhelm Dham u. Hans Demuth sind Vormünder von Schul Clesgens Kindern. (St.Ar.WND A36 S. 416)
1639 der Schuster Hans Demuth führt seine 2. Frau Maria Löw aus Saarbrücken in die Schuhmacherzunft ein. (PfA WND, Schuhmacherzunftliste)
1640 ist Hans Demuth Gerichtsbürgermeister(?) (A71 S. 103)
1640 Viehliste (A58, S. 222-223). Darin Nr. 2: Hans Demuth hat 1 Kuh, 2 Schweine; Nr. 18: Joes Demuths Kinder(!) haben 2 Geißen.
14.1.1642: Hans Demuth zeichnet eine Rechnung als Gerichtsschreiber. (St.Ar.WND A36 S. 413) Die Namen der Gerichtsschreiber wechseln zu dieser Zeit rasch.
26.9.1642: Gestraft wurde wg. Nichterscheinens auf dem Rathaus der Schöffe Hans Demuth mit 6 alb. (St.Ar.WND A32 S. 247)
1643: Als man mit dem Obristen Wachtmeister Croonders durch Michael Alsfassen, Stadtschreiber, Thomas Clasen und beide Demuthen(!) die Rechnungen aufstellte, ist bei Back für 4 fl 3 alb verzehrt worden. (St.Ar.WND A32 S. 70)
20.6.1644: Hans Demuth wurde nach Eppelborn geschickt und erhielt als Zehrung 12 alb. (A42 S. 167)
(Juni) 1644: Domes Cloß, Hans Demudt u. (Michael) Alsfassen sind morgens nach Kreuznach gegangen und bekamen 9 fl. (A42 S. 167)
1649: In diesem Jahr war Hans Demuth Gerichtsbürgermeister. (St.Ar.WND A44 S. 162)
22.7.1649: Brief Hans Demuths aus Trier, wo er längere Zeit als Abgeordneter der Stadt St. Wendel auf dem Landtag zu Trier weilte, an Schulth./Gerichte St. Wendels (Bettingen II, S.101/02; auch Müller, S. 409: Hans Demuth erhielt als Abgeordneter vom 5.7.-5.8. 65 fl 12 alb.) Im P.S.:es wirt mein Bruder euch auch müntlich berich-ten, welche(r) auch bey fetter Oßberger gewesen ist. Dieser Vetter ist Johannes (v.) Osberg/Osburg, S.v.Joh. Wilhelm v.Osburg u. Maria Dham. Die genaue Verschwä-gerung ist unbekannt, wird von Bettingen auch nicht erklärt.
Am 1.6.1638 hatte Joh. Osberger in Trier Magdalena Boch(en)/Bop(en) geheiratet,T.d. Trierer Bürgers Bartholomäus B. Lt. Bettingen nennen sowohl Hans Fried. Demuth als auch sein Bruder Hans diesen Osberg in den 1640er Jahren immer wieder "Vetter"(Bettingen S.231ff.) Die einzig für mich erkennbare Verschwägerung führt über Friedrich Schanck: Von dessen 2 Töchtern heiratete Maria den Nickel Demuth u. Anna den Joh. Dham. Joh. Dhams Tochter Maria heiratete Joh. Wilhelm v. Osburg, deren Sohn der Vetter Joh. Oßberger war. Nickel Demuths Söhne waren u.a. Hans Friedrich u. Hans, beide also Vettern im heutigen Sinn von Maria Dham u. Onkel 2. Grades von Joh. Oßberger, der anfangs ein böser Tunichtgut in der Armee d.Hzgs.v.Lothr. war, nach 1650 Geldeinnehmer des Obererzstiftes Trier, Hochgerichtsschöffe und Stadtschreiber der Stadt Trier.
1652: Hans Wilhelm Hautz, Bürgermeister des Vergang. Jahres 1651, blieb die Stadt 26 fl 8,5 alb schuldig an Receß, welche Summe Hans Demuth und Hanß Back vorstreckten. (A72 S. 2)
15.7.1652: Vertrag der beiden Schwestern Osburg, die eine Ehefrau von Joh. Wilhelm Dham, Schultheiß, die andere Wwe von Joh. Moritz Zolly. Zeugen sind die beiden Hochgerichtsschöffen Hans Wilhelm Clausen und Hans Demuth. (Bettingen II, S. 232-237)
18.2.1653: Jahresrechnung des gemeinen Bürgermeisters Paulus Hans für 1652, vorgelegt u. testiert am gen. Tag. Unter den Testierern der Schultheiß u. die Schöffen, unter Letzteren Hans Demuth, sowie Hans Friedr. Demuth im Namen der Schuhmacherzunft, etc. (St.Ar.WND A72 S. 15)
1654: Bricceygeldliste: Theiß Weber modo Hans Demuth. (1604 kauft der Wollweber Theiß v. Echternach Nickel Demuths Haus, das vorher dessen Vater Hauprecht Demuth gehört hatte. Dieses Haus also besaß 1654 Hans Demuth. Möglicherweise hatte er selbst dieses sein Elternhaus von den Weber-Erben zurückgekauft.
1655: Rechnung des Gerichtsbürgermeisters H. Wilh. Claußen für 1655. "Der Schultes hat vom ge-kauften Garten, auf der Wacht im alten Weg, von Hans Demut 1 fl 7 alb gegeben." (Gerber-Deutsch) Der Vorgang ist nicht datiert, Hans Demuth muß an diesem Tag i.J. 1655? noch gelebt haben.
20.4.1656: Aufzählung der Hochgerichtsschöffen in WND: Hans Wilhelm Clauß, Thomas Claßen wg. Tholey; Wilh. Moßbach, Michel Alsfassen, Wendel Voltz u. Wilhelm Dham (S.v.Leonh. Dham), aber nicht Hans Demuth. Er war an diesem Tag also tot.
Vermutlich er heiratete in 1. Ehe 1607 in St. Wendel
Margarethe N. aus Ulmeren/Elmern (bei Güdesweiler), Abstammung unbekannt.
Er heiratete in sicher 2. Ehe am 20.5.1636 in St. Wendel
Maria LÖW aus Saarbrücken, Abstammung unbekannt (viell. eine Schwester von Joh. Sebastian Löw, der zwei Jahre später eine Tochter von Lothar Leetig in St. Wendel heiratete; dann wäre sie eine T.v. Bernhard Löw u. Elisabeth Federlein.)

Kinder:
1. Peter,  * etwa um 1637-40 in St. Wendel, gest. verm. 1673 ebd. Schuhmacher, Stadt- u. Gerichtschreiber; Amtseinnehmer; kaiserl. Notar in St. Wendel. Seine Abstammung von Hans ist gesichert durch einen Eintrag in den Kirchenpensionen von ca. 1662: Hans Demuth modo Peter Demuth, desselben Sohn, wegen seines Hauses (PfA WND, Best. B, Bd. 6, S. 312-366). Taucht in St. Wendel erst 1664! auf, davor in keiner Wendeler Liste, obwohl der Haus-Erbfall 1656 war. Kein Heirats-Eintrag in St. Wendel. Wo lebte er von 1656-64?  Peter heiratete wohl vor 1660 Anna Catharina N., die wie ihr Mann erst 1664 in St. Wendel auftaucht und nach seinem sehr frühen Tod nicht in St. Wendel blieb. Von 1664-72 etliche Patenschaften.
2. ?Elisabeth, * ca. 1641, + ?, oo WND 1663 Georg Wesemann, später Hochgerichtsschöffe.


N'oubliez jamais
I heard my father say
Every generation ha its way
A need to disobey
N'oubliez jamais
It's in your destiny
A need to disagree
When rules get in the way
N'oubliez jamais

Gruß Volker

elias
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Re: Stammfolge Demuth

Post by elias »

Teil 6
16. Peter DEMUTH
Sohn von Hans Demuth und (Maria Löw).
Geboren etwa 1637-40 in St. Wendel, gestorben vermutlich 1673 ebd.
Im Brotberuf war er Schuhmachermeister, als Zunftmeister auch Sechser, d.h. im Stadtrat. Einen Eintritt in die Schuhmacherzunft konnte ich aber nicht finden.
Nach dem Tod von Hans u. Hans Fried. Demuth gibt es für mehrere Jahre keinen Haushalt Demuth in St. Wendel, in den Listen der Jahre 1658-62 taucht kein Demuth auf. Normalerweise übernimmt die Witwe oder das erbberechtigte Kind unmittelbar nach dem Tod des Vaters dessen Haus u. sonstiges Erbe. Vorläufig muß offen bleiben, ob das im Fall von Hans Demuth so gewesen sein kann. Hier dauerte es offenbar Jahre, bis Peter Demuth das väterl. Haus übernahm. Aus Altersgründen? Auch über Hans' 2. Frau, Maria Löw, Peters vermutliche Mutter, gibt es bislang nichts zu erfahren, sie taucht nie auf. 1662 muß die Übernahme abgeschlossen gewesen sein. Wo lebte Peter in der Zwischenzeit?
Peters Abstammung ist in den Kirchenpensionen von 1660/62 angegeben: Hans Demuth modo Peter Demuth, dessen Sohn, wegen seines Hauses ... (PfA WND, Best. B, Bd. 6, S. 312-366): Peter hatte das Haus seines Vaters geerbt samt den darauf lastenden Hypotheken u. Zinsen (= Pensionen). Sein Vater war bereits Stadt- u. Gerichtsschreiber sowie Schuster und das wurde nun auch Peter. Soweit erkennbar, wurde er, im Unterschied zu seinem Vater, zwar nie Hochgerichtsschöffe, dafür aber Spezial-Amtseinnehmer und kaiserl. Notar.
Seine 1. Erwähnung im Tfr WND datiert vom 13.3.1664: Zus. mit Cath. Pott, der F.v. Philipp Noaire/Schwartz, patet er bei Jost Schweitzer. Cath. Pott war die T.v. Matthias P., Wallerfangen, u. Elis. Demuth aus St. Wendel, einer Schwester von Friedr. Demuth. Am 9.12.1665 paten Joh. Demuth, Friedrichs Sohn, u. Anna, die F.v. Peter Demuth, zusam. bei Philipp Schwartz. Am 22.11. 1669 patet "der Stadtschreiber Peter Demuth" bei Hans Demuth, Friedrichs Sohn, u.s.F. Cath. Moßbach. Sein Vater Hans dürfte ein Bruder dieses Friedrich gewesen sein.
1664 wird er, offenbar bei Amtsübernahme, als "Amtseinnehmer" genannt (St.Ar.WND, A41, S. 34); am 22.3.1665 legt er seine erste Stadtrechnung vor, die von allen Schöffen u. Deputierten testiert wird. Von 1672 datiert seine letzte Rechnung. (St.Ar.WND A41, S. 34ff.), vorgelegt im März 1673. Er ist der Nachfolger von Nickel Tholey.
1665 ist er "Spezial-Amtseinnehmer" (ebd., S. 52).
1665 wird er auch Gerichtsschreiber (A72, S. 297). Auch dieses Amt scheint er bis 1672 auszuüben. Er unterschreibt jedoch nahezu immer als "Stadtschreiber".
Am 16.7.1668 ist Peter Demuth Bürge Peter Wagners von Ottweiler vor dem Gericht Hüttigweiler (Amtasprotokolle S. 92), und später im selben Jahr
1668 reiten der St. Wendeler Schultheiß Wendel Voltz, Peter Demuth und der Schreiber (nicht! Peter Demuth) nach Hüttigweiler zwecks Reparation und Schätzung der Vermögensverhältnisse der Bewohner (Amtsprotokolle S. 94; kein Datum angegeben!). (1668 war die Meierei von lothring. Truppen zweimal verwüstet worden.)
5.11.1669: Auf Ersuchen Joh. Daniels v. Kerpen erschien vor dem kaiserl. Notar u. Stadtschreiber von St. Wendel, Peter Demuth, Müllers Bärbel von Raßweiler u. schilderte, wie ihr Pferdejunge unrechtmäßig, weil im Ausland, ein gepfändetes Pferd, das entlaufen war, wieder eingefangen hatte, auf "ausländischem" Boden, nämlich in Wemmetsweiler, dem Nachbardorf. Das Gericht in Person des Notars Peter Demuth verzieh ihr, in Ansehung ihrer Einfalt, wie es im Protokoll heißt, diesen Frevel und ließ sie u. ihren Pferdejungen straffrei gehen. (LAS Best. 54/33, Nr. 724, Bl. 80r)
Im Dez. 1669 ist er im Tfr "der Stadtschreiber u. "angesehene Herr", im August 1670 "der Hochgerichtsschreiber Herr Peter Demuth".
Am 16.7.1671 war er Bürge des Meyers von Hüttigweiler, Trenz Küfer (Amtsprotokolle Hüttigweiler, S. 120).
Am 14.3.1673 quittiert er einem Wirt dessen Ansprüche an die Stadtkasse (PfA WND, Best. B, Bd. 4, S. 253). Ende des Monats legt er seine letzte Stadtrechnung vor.
Er scheint jung gestorben zu sein, Erwähnungen danach sind mir nicht bekannt. Und nur ein einziges Kind von ihm ist sicher bekannt, Sebastian von 1664!
Er heiratete vor 1664, viell. mehrere Jahre vorher
Anna Catharina N.
Abstammung und Lebensdaten unbekannt. Ich weiß nicht, ob die mehrfachen Erwähnungen Peter Demuths mit Hüttigweiler Bezug rein amtlich zu erklären sind oder ob man auch einen familiären Hintergrund unterstellen kann. Stammte seine Frau viell. aus der Meierei Hüttigweiler? Und ist deshalb so schwer zu finden? Wohnte er viell. bis 1662/64 in der Meierei? Sein Onkel Friedr. Demuth hatte ja bereits in der Meierei geheiratet. Die beiden tauchen 1664 auf und verschwinden 1673 wieder, er durch Tod, sie vermutlich durch Wegzug. Die Frau taucht relativ häufig als Taufpatin auf.

Kinder:
1. Sebastian, einzig sicher nachweisbares Kind bisher, t WND 8.5.1664, gest. in St. Wendel am 26.9.1719, "54 Jahre". Schneider in WND, Hochgerichtsschöffe(?). Schlabatz-Erbe 1698.;  oo WND vor 1790 Anna Maria Barbara Michaelis, T.v. Matthias Michaelis und Barbara N.
2. ?Diedrich/Theoderich, geb. err. 1657-60, +St. Wendel am 17.1.1733, "76 Jahre"; er heiratete vor Juni 1700 Anna Barbara Burg (Wwe?). Seine 2. Ehe? Am 9.1.1797 patet Diedrich Demuth aus St. Wendel bei Nik. Heckmann, Lehrer in Hasborn, und seiner 2. Frau Angela Maldener, im Tfr Hasborn. (Klauck, FB Hasborn-Überroth Nr. 65)
3. ?Stephan, oo WND und Hasborn am 13.1.1782 (Stephan Demuth aus St. Wendel) Susanne Maldener (aus Hasborn?); die Eltern beider Brautleute fehlen. (Klauck, FB Hasborn-Überroth Nr. 32)



17. Johann DEMUTH, gen. Bickenhans oder Birkenhans
Sohn von Hans Friedrich Demuth und Maria Boch/Bock.
Geboren in St. Wendel ca. 1640/42, gestorben in St. Wendel am 7.3.1718, "76 Jahre". Da er am 17.8.1658 bereits für seinen +Vater Fried. Demuth die Kirchenrechnung testieren konnte, erscheint sein Sterbealter als zu niedrig.
Schuster im Brotberuf; Kirchenschöffe, Hochgerichtsschöffe, Gerichtsbürgermeister, etc.
26.3.1681: Alle Kirchenschöffen, darunter Johannes Demuth, unterschreiben eine Protestnote der Schöffen gegen die Kirchenrechnung des Kirchenpflegers Johann Dham, auch der frz. Pfarrer Nik. Muller und die beiden Altaristen dieser Zeit. (PfA WND, Best. KR, Bd. 14, S. 279)
6.8.1682: Der Kirchenschöffe, Kirchenpfleger u. Computant der aktuellen Kirchenrechnung (von 1682) M. Michaelis schließt seine Rechnung mit einer Erklärung, nach der die Kirche dem Computanten 6 fl 18 alb 1 den schuldig bleibe. Es unterschreiben Pfarrer, Altaristen und alle Kirchenschöffen, darunter Johannes Demuth. (PfA WND, Best. KR, Bd. 14, S. 368)
1693: Obligatio Elio Seeles von Raßweiler u. A. Cath. Ferberin wg. entlehnten 12,5 fl von Kirchenpfleger Nicolao Tibo. Unterpfand sind ihr Haus u. ihre Güter(!). Condidit (verfaßt) Hans Demuth Subscripher mit Conjuges. (PfA WND, Best. B, Bd. 5, S. 60r)
26.10.1704: Spanischer Erbfolgekrieg. Der Hzg v. Marlborough, seit Mai 1704 in kaiserl. Diensten, entschied mit Prinz Eugen, den Krieg von der Mosel weg nach Frankreich zu tragen. Noch am 20. Okt. standen französ. Streifer der Moselarmee in der Stadt, die von der Bürgerschaft mit Wein u. Bier bewirtet wurden. Aber schon am 23. Okt. erschien die Spitze der holländ. Armee (...) Drei Tage später traf der Großteil (der Armee) unter der Führung des Hzgs. v. Marlborough selber mit 120.000 Mann hier ein. Der Amtmann Damian Hatard d'Hame u. der Hochgerichtsschöffe Johann Demuth ritten dem gefeierten Sieger von Hochstätt entgegen u. geleiteten ihn in die Stadt. (Müller, S. 91)
9.5.1705: Spanischer Erbfolgekrieg. Gegen die feindlichen anrückenden Franzosen kamen zur Verstärkung (der eigenen Kräfte) verschiedene Kompagnien des westfäl. Regiments von Exeter nach St. Wendel, die die Bürgerschaft zu verpflegen hatte. Dazu kam dann noch ein kaiserl. Regiment des Obersten v. Wartensle-ben, das ... mit hohen Forderungen an Fourage u. Brot der Stadt zusetzte. Auf Befehl des Amtmanns ritt der Hochgerichtsbürgermeister Johannes Demuth am 9. Mai 1705 in dessen Lager, und es gelang ihm, einen "Akkord" zu schließen: Danach zahlte man dem Oberst 300 Gulden, die der abholen ließ. Zur selben Zeit zogen (unsere) Truppen ab, sammelten sich im Brühl (vor der Stadt) und verdarben dabei die ganze Heuernte der Bürgerschaft. Noch in seinen letzten Tagen hier hatte der Kommandant, ein Graf Lehndorff, der Bürgerschaft wenig Wohlwollen gezeigt u. dem Hochgerichtsbürgermeister Johann Demuth durch seine Soldaten, die mit aufgepflanzten Seitengewehren in sein Haus eindrangen, 24 Rationen Hafer und Heu wegnehmen lassen. (Müller, S. 93-94)
1707: "Übergriffe waren bei schwankenden Grenzen, unsicheren Hoheits- u. Mehrherrenrechten in ein und demselben Dorf nicht selten. So hatte i.J. 1707 der Schöffe Johann Demuth mit 90 Mann gewaltsam dem Konvent von Tholey die strittigen Zehntfrüchte beim Wallesweiler Hof entrissen." (Müller, S. 102)
Er heiratete 1663, vor Juni (kein Datum im Heiratsakt)
Catharina MOSSBACH aus St. Wendel, ihr Name fehlt im Heiratsakt.
Tochter von Joh. Wilhelm Moßbach und Anna Maria Motz.
Geboren in St. Wendel ca. 1642-45, gest. am 25.6.1701 ebd., "Catharina Mosbach, die Frau des Herrn Johann Demuth, begraben in der Kirche." Keine Altersangabe.

Kinder:
1. Anna Margarethe t WND 2.3.1664; P. Franz Minheim u. Marg. Moschbach, T.v. Wilhelm. (T.v. Joh. D. gen. "Bicken Hans" u. Cath.; in der Folge sind als Eltern immer nur "Joh. D. u. Cath." angegeben.)
2. Anna Maria t WND 9.5.1665; P: Johannes Laux und Anna, T.d. Prätors (Joh. Dhame).
3. Johann t WND 20.9.1666; P: der Schuster Johann Schwan u. Maria (Marg. Demuth), F.v. Wendel Heckmann; + St. Wendel 7.6.1703, "40 Jahre"; ooI WND vor Aug. 1690 Maria Geredt, T.v. Jakob u. Anna Sophia Sebastiani; ooII WND vor Okt. 1699 Maria Schwan, T.v. ?? (evtl. T.v. Seb. Schwan und Anna Sophia Sebastiani, Wwe v. Jakob Geredt.)
4. Kind des Schusters ... u. Maria Cath. ...; t WND 1668; P: Georg Wesemann u. Maria Moschbach, T.v. Wilhelm.
5. Maria Elisabeth t WND 22.11.1669; P: der Stadtschreiber Peter Demuth u. Maria Elisab. (Demuth), F.v. Georg Wesemann.
 
 
18b. Johann DEMUTH, gen. der Junge.
Wahrscheinlich Sohn von Johann Demuth und Catharina Moßbach.
Getauft St. Wendel am 20.9.1666, +ebd. am 7.6.1703, "40 Jahre". Beruf und Ämter von ihm sind unbekannt.
Er heiratete vor August 1690 in (St. Wendel?) in 1.(?) Ehe
Maria GEREDT
Wahrscheinlich Tochter von Jakob Geredt und Anna Sophia Sebastiani.
Geboren ca. 1670 (kein Taufeintrag), gestorben nach Febr. 1695 und vor Herbst 1699.
22.11.1691: Marie Geret, F.v. Hans Demuth d.J., und Marie Thomas werden als Zeuginnen benannt in einem Verfahren gegen den Hüttigweiler Hansjörg Zimmer, der mit seinem Pferdefuhrwerk ein Mädchen schwer verletzt hatte. (St.Ar.WND A53, S. 73; Gerichtsbuch WND der Reunionszeit)

Kinder:
1. Johann t WND 28.5.1691; P: Joh. Demuth und Anna Sophia Schwan; +4.6.1764 WND; oo wo? vor 1727 Maria Elisabeth N., * ca. 1700, +6.5.1778 WND.
2. ?Anton (kein Taufeintrag!); ?oo WND 6.2.1725 Anna Apollonia Delles, Wwe aus Blieskastel.
3. Maria Elisabeth t WND 23.2.1695; P: Elisabeth Demuth u. Michael Schwan.
4. ?Joh. Wilhelm t WND 15.7.1696; P: Joh. Wilhelm Laux u. Marg. Demuth.
Am 15.7.1696 wird in WND Joh. Wilhelm Demuth getauft, S.v. Joh. Jakob Demuth, Name der Mut-ter fehlt vollständig. Davor u. danach kommt kein Joh. Jakob Demuth im Tfr vor, auch nicht als Pate oder als Ehemann einer Patin. Da J. Wilh. kein Sohn von Seb. Demuth sein kann, kommt als nächst-liegende Möglichkeit das Paar Joh. Demuth und Maria Geredt in Betracht. Um 1696 ließen nur diese beiden Paare Demuth in WND Kinder taufen.

Nach ihrem Tod (so die Vermutung) heiratete ihr Witwer vor Oktober 1699 in 2.(?) Ehe
Maria SCHWAN
Abstammung und Lebensdaten unbekannt. Anna Sophie Sebastiani hatte in 2. Ehe vor 1677 Sebastian Schwan geheiratet! Daraus keine Tochter Maria nachweisbar. Sie heiratete in 2. Ehe am 22.9.1705 den Schöffen Jakob Pistor, Wwr v. Barbara Vogel.

Kinder:
1. Catharina t WND 17.7.1700;
2. Margarethe t WND 16.3.1702; gest. am ?



19. Sebastian DEMUTH
Sohn von Peter Demuth und Anna Catharina N.
Getauft St. Wendel am 8.5.1664, gest. in St. Wendel am 26.9.1719, "54 Jahre". Schneider, Hochgerichtsschöffe 1698; Schlabatz-Erbe 1698.
Am 1.2.1694 leihen der Schneider Seb. Demuth u.s.F. Anna Barb. Michaelis 30 Rtlr von der Kirche St. Wendel (PfA WND, Best. KR, Bd. 4, S. 385).
1695: Sebastian Demuth wird Sebastiansbruder.
Wesentlich bedeutsamer ist ein Passierschein, dessen undatierte Abschrift im Konzeptenbuch II. der Kellerei St. Wendel steht (LHA Ko., 1 C/7465 S. 522/546): "Passierschein für die Hochgerichtsschöffen und Bürger aus St. Wendel, allwo es Gott lob eine guthe frische vndt gesunde lufft hat, Johannes Heyl, Hans Henrich Weber, Görg Weeßman und Bast Demuth, in ihren eigenen Angelegenheiten [Übernahme des Schlabatz-Erbes] nach Frankfurt unterwegs, an alle höheren und niederen Kriegs- und Landoffiziere vndt manniglichs, sie allerorts frei, sicher und ungehindert passieren zu lassen." Die Abschrift steht zwischen Einträgen aus der Zeit April/Mai 1698, gehört also in diese Zeit. Wieso ist Sebastian Demuth ein Schlabatz-Erbe? Ist er mit den anderen Genannten verwandt/ verschwägert?
1. Johannes Heyl war ältester S.v. Peter Heyl u. Maria Kleber aus Wallerfangen. Maria war T.v.Seb. K.u.Gertrud Schmalriem, T.v.Matthias. Johannes heiratete am 1.7.1668 Marg. Schmit, T.v. Joh. Sch., Prätor v. Oberkirchen, u. A.M. Laux, T.v. Wilhelm u. Angela. Keine erkennbare Verbindung zu Schlabatz.
2. Hans Henrich Weber, S.v. Andreas, oo WND 2.10.1676 Maria Mosbach,T.v. J.Wilh. M.aus Biewer/Mosel, der 1640 A.M. Motz, T.v. Martin M. u. Engel Hautz, geheiratet hatte. Einzige Verbindung zu Demuth: Wilhelm Moßbach war Vormund von Ma. Marg. Demuth, der jüngsten T.v. Fried. Demuth, Bruder von Hans, zus. mit Peter Heil, dem Vater von Joh. Heyl! Innigst verbandelt waren sie also. Aber kein Weg zu Schlabatz. Gemeinsamer Knotenpunkt scheint aber die Familie Demuth zu sein.
3. Georg Wesemann (woher?) heiratete 1663 Elis./Angela Demuth, wohl T.v.Hans D.u. Maria Löw. Maria Löw kann eine T.v. J. Bernhard Löw, Sbr., aus dessen 1. Ehe mit Elisabeth Federlein gewesen sein (oo vor 1610 Elisab. F., zuletzt erw. 22.2.1633). Also kein Weg zu Schlabatz.
4. Analoges gilt für Sebastian Demuth, S.v. Peter D., Enkel von Hans D. u. Maria Löw. Auch hier kein Verwandtschaftsweg zu Schlabatz. Falls Maria Löw seine Großmutter war und eine Schwester von Joh. Seb. Löw, der 1638 in WND Anna Leetig heiratete, T.v. Lothar L. u. Cath. Schlabatz, ließe sich eine Verschwägerung mit den Schlabatz nachweisen, aber kaum eine Basis für Erbansprüche. Bastian Löw kann durch diese Ehe Anspruch auf Schlabatz-Erbe erworben haben (eher unwahrscheinlich, weil die Dham-Familie sich bereits alles Schlabatz-Erbe angeeignet hatte), wovon aber Hans Demuth u. Maria Löw nichts hatten, es sei denn, Bastian Löw hätte seine Ansprüche seiner Schwester u. seinem Schwager vererbt oder verkauft (wegen Kinderlosigkeit z.B.).
Eine Verwandtschaft aller vier ist also nicht erkennbar, bei den ersten beiden auch keine direkte Verbindung zu Schlabatz. Unbekannt ist zudem, ob das Erbe ererbt oder erkauft worden ist.
Im Konz. II, S. 576?, steht: Hans Demuth Nachlaß Schlabatz. Geschrieben August/Sept. 1700. Bedeutung? (Lt. Auskunft LHA Ko. ist diese Angabe falsch.) Es ist nicht mal klar, welcher Hans Demuth hier gemeint ist. (LHA Ko., 1 C/7465, S. 576) 
Hans Demuths Vater Nickel Demuth war 1586 Verlobungszeuge von Nickel Thisson, Zwbr., und Cath. Schlabatz, T.d. Prätors Hans Schlabatz. Gab es damals bereits eine Verbindung zw. beiden Familien? "Schlabatz-Erbe" klingt nach einem großen Erbe, denn der Stadtschultheiß und Brudermeister Hans Schlabatz war ein relativ gieriger Raffer und überdies selbst Erbe des Stadthauses der niederadligen Familie Stuber vom Oberstein (Mitte 16. Jh) und wohl weiteren Besitzes. Er hinterließ wohl mind. 5 Kinder, deren Nachkommen nicht alle bekannt sind.
Und schließlich: Warum ist ein Weg nach Frankfurt nötig, um diese Erbfrage zu klären? Gab es dort eine gerichtliche Klärung? War das Schlabatz-Erbe in Frank-furt? Wenig bekannt ist der Sohn Dr. Peter Schlabatz von Hans Schlabatz: 1596 kauft der Kellner in St. Wendel von Doctor Peter Schlabatz seinen Teil im Jakobsen Teil in der Willerung; Mittwoch vor horvspparttag(??) (Empf.prot. Bl. 15v) Peter Schlabatz hat nie in St. Wendel gewohnt; er kommt als Vater von Cath. Schlabatz in Betracht, die Lothar Leetig heiratete. Gab es noch Güter in St. Wendel in Peters Besitz? Lebte u. starb er viell. ohne weitere leibliche Erben in Frankfurt? Aber dann müßte alles an Catharina und Lothar Leetig gefallen sein, die mind. 9 Kinder hatten.
Er heiratete vor November 1689
Anna Maria Barbara MICHAELIS
Tochter von Matthias Michaelis und seiner 1. Frau Maria Barbara N.
Getauft St. Wendel am 21.4.1671, gest. nach Januar 1721. Im Taufeintrag fehlt zwar der Name der Mutter, doch wird in einem undatierten Taufeintrag Ende 1670 Maria Barbara, die Frau des Herrn Matthias Michaelis im Tfr WND erwähnt, also etwa ein halbes Jahr vor der Geburt der Tochter Anna Maria Barbara. Deshalb muß sie die Mutter sein.
A.M.Barbara Michaelis heiratete in 2. Ehe im Jan./Febr. 1721 Joh. Adam Siebert. Kinder aus dieser Ehe sind nicht möglich.

Kinder von Sebastian Demuth und Anna Ma. Barb. Michaelis:
1. Catharina t WND 10.8.1690; P: Georg Wesemann und Cath. Moschbach.
2. ?Gertrud kein Taufeintrag! (Lücke in der Kinderfolge bis 1696); oo April/Mai 1721 Peter Alsfasser, Wwr v. Ma. Christina Thomas.
3. Sebastian t WND 31.1.1696; P: Seb. Scheffler und Ma. Elis. Demuth; gest. vor Okt. 1698.
4. Sebastian t WND 23.10.1698; P: Sebastian Hautz und die Dame Anna Broüet Thiebauldt, F.v.Nik. Thiebault, beide St. Wendel. oo WND 21.6.1718 (mit 19 Jahren) Cath. Schad aus Roschberg.
5. Anna Sophia t WND 4.7.1700; Paten nicht bekannt; Eltern: Joh. Demuth u. Anna Barbara ...; Abstand zum nächsten Kind nur achteinhalb Monate! Aber es kommt kein anderes Elternpaar infrage; oo WND 27.1.1722 Wendelin Born, Wwr, Bürger u. Kellerei-Schöffe.
6. Anna Maria Barbara t WND 25.3.1701, Paten nicht bekannt; + ebd. 1.5.1732; oo WND 21.6.1718 (mit 17 Jahren, Doppelhochzeit) Johannes Baltes, S.v. Sebastian B. u. Johanna Wilhelm.
7. Michael t WND 10.8.1703 (als Mutter Anna Barb. Voltz angegeben = falsch)
8. Wendelin t WND 11.6.1706; oo Thionville 8.10.1726 N.N.
9. Maria Elisabeth t WND 2.2.1709;  oo WND 1.7.1732 Johann Vock.
10. Margarethe t WND 26.5.1712.


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G.F.
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Re: Stammfolge Demuth

Post by G.F. »

Hallo Volker,

hilf mir mal auf die Sprünge:

1577 verpachten Peter Pallierers Enkel, unter ihnen Nicloß Demuth u.s.F. Sofia, ihr Erbgut im Flaxgarten in WND (PfA WND, Best. B, Bd. 7, S. 100).

Der Vater von Nicolas DEMUTH 'd.Ä.' war Conrad D., der Großvater war Clais D. Keiner von diesen war mit einer PALLIERER verheiratet.

Wie läuft hier die Filiation?

Gruß

Georg



elias
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Re: Stammfolge Demuth

Post by elias »

Hallo Georg das weiß ich nicht. Wahrscheinlich war die Ehefrau eine Enkelin des Peter Pallierer.
Die Demuths dürften nichts mit dieser Familie zu tun haben. Nicolas dürfte als Ehemann der eigentlich erbberechtigten Frau Otilia genannt sein. Sie könnte also Ottilia Pallierer heißen

Siehe auch hier
Zu ihrer Familie gibt es nur einen Hinweis bisher: Nickels Auftreten 1577 unter Peter Pallierers Enkeln wirft die Frage auf, ob tatsächlich er selbst oder eine seiner Frauen zu diesen Enkeln gehörte. Da er ausscheidet und wohl auch seine 2. Frau Sophie, bleibt wohl nur Ottilie. Die Frage ist aber, ob die Angabe "Enkel" so einfach auf sie anzuwenden ist, ob sie also tatsächlich Peter Polierers Enkelin war.


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G.F.
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Re: Stammfolge Demuth

Post by G.F. »

elias wrote:Hallo Georg das weiß ich nicht. Wahrscheinlich war die Ehefrau eine Enkelin des Peter Pallierer.
Die Demuths dürften nichts mit dieser Familie zu tun haben. Nicolas dürfte als Ehemann der eigentlich erbberechtigten Frau Otilia genannt sein. Sie könnte also Ottilia Pallierer heißen

Siehe auch hier
Zu ihrer Familie gibt es nur einen Hinweis bisher: Nickels Auftreten 1577 unter Peter Pallierers Enkeln wirft die Frage auf, ob tatsächlich er selbst oder eine seiner Frauen zu diesen Enkeln gehörte. Da er ausscheidet und wohl auch seine 2. Frau Sophie, bleibt wohl nur Ottilie. Die Frage ist aber, ob die Angabe "Enkel" so einfach auf sie anzuwenden ist, ob sie also tatsächlich Peter Polierers Enkelin war.

Danke Volker, für Deine Mühe, aber Ottilie (IIIoo) kann es nicht sein, da
1577 verpachten Peter Pallierers Enkel, unter ihnen Nicloß Demuth u.s.F. Sofia (IIoo

Gruss
Georg



elias
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Re: Stammfolge Demuth

Post by elias »

Danke Georg für den Hinweis. Also ist die Sophie eine Enkelin. Eine neue Spur.


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domas
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Re: Stammfolge Demuth

Post by domas »

Hallo Volker

Eine sehr gute Zusammenstellung der Demuth - Familien
(Viell. könntest du daraus eine PDF-Datei erstellen...)

Im Anhang als Ergänzung dazu ein Probsteiprotokoll betr. Hans Friedrich Demuth.

Hier verkauft dessen Frau Margarethe das, im Köllertal gelegene, Erbe ihres
Vaters Thomas Hansen von Knausholz, offenbar an ihre Geschwister in Knausholz
für 454 Gulden.

Nun stellt sich die Frage warum Thomas Hansen diese, sehr hohe, Erbschaft
nicht selbst verkauft hat als er sich nach Hüttigweiler verheiratete....

Gruß
Hans
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elias
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Re: Stammfolge Demuth

Post by elias »

Vielen Dank Hans für die weiteren Daten zur Familie. Wieso hat Thomas Hansen oder Knaus die Erbschaft nicht selbst verkauft. Eine gute Frage. Hatte er vielleicht zum Zeitpunkt der Heirat nach Hüttigweiler das Erbe noch nicht im Besitz. Oder brauchte er das Erbe für sich nicht und wollte es seinen Kindern vermachen. Ich weiss es nicht


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Dilo
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Re: Stammfolge Demuth

Post by Dilo »

Ja, Volker! Eine PDF-Datei BITTE! ;) ;) ;)

VG Dieter



elias
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Re: Stammfolge Demuth

Post by elias »

Da ich mich nicht mit fremden Sachen rühmen will. Diese Daten stammen nicht von mir, sondern von Karl-Gernot Jochum.
Ich wollte das nur mal klarstellen


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KIEFFER
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Re: Stammfolge Demuth

Post by KIEFFER »

Bonjour, je suis français et je traduis en allemand avec un traducteur en ligne. Bien vouloir m'excuser des nombreuses incorrections.
Hallo, ich bin Franzose und übersetze mit einem Online-Übersetzer ins Deutsche. Ich möchte mich für die vielen Unrichtigkeiten entschuldigen.

Je recherche un notaire qui aurait pu réaliser une succession à ILLINGEN ou SANK VENDEL pour Joes Jacobus KIEFER mort vers 1701, et Anna Catharina MÜLLER son épouse morte le 20 août 1725 à ILLINGEN. Cordialement Patrice Kieffer, France.
Ich suche einen Notar, der einen Nachlass nach ILLINGEN oder SANK VENDEL für Joes Jacobus KIEFER, der um 1701 starb, und Anna Catharina Mr. MÜLLER, seine Frau, am 20. August 1725 in ILLINGEN hätte ausstatten können. Bitte Patrice Kieffer, Frankreich.



loyane
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Re: Stammfolge Demuth

Post by loyane »

Aus Teil 4:
Klaus Mayer gibt im FB Saarwellingen (Nrn. 138 u. 145) die Geschwister Eva Magdalena Demuth (soll um 1645 in St. Wendel Hans Adam Dell aus Saarwel-lingen geheiratet haben) und Adam Demuth, Schafhirt in Saarwellingen, der vor 1660 Gertrud Spengler heiratete, als Kinder von Johann und Catharina N. an. In St. Wendeler Unterlagen habe ich dazu keine Hinweise gefunden. Die Schuldenregelung von 1652 steht dazu nicht in völligem Widerspruch. Aber die Formulie-rung "Johann Demuths beide Töchter" und der Abtrag aller seiner Schulden durch diese beiden erwecken den Eindruck, er habe keine weiteren Kinder gehabt.
Grüß Gott, Volker!

Unter den Vorfahren meiner Frau befindet sich Mathias DEMUTH der in Saarwellingen am 15.6.1684 geboren ist. Laut FB Saarwellingen gibt es dort:

1489 DEMUTH Mathias (XS) <1478.4>
* 15.06.1684 Swl, rk + 13.03.1735 Fürth
vh 26.07.1712 Ottweiler
KUHN Anna Maria, rk (X), Fürth

1478 DEMUTH Adam (S) <1480.3>, Schafhirt
* um 1630, rk + vor 1701 Swl
1669 als Adam,der Schäfer erw.,1701 ist er Erbe von Hans Ulrich Hanick
vh vor 1660 Swl
SPENGLER Gertrud, rk (S) <8831.2>
Kinder:
1. Johann Jacob (S) * um 1660 Swl <1482>
vh um 1680 WEBER, VILLENVEBER Anna Margaretha
2. Maria Magdalena (S) * um 1675 Swl <7924>
vh 1697 SCHEIDTWEILER Michel
3. Johann Peter (S) * 26.10.1681 Swl, rk
P.: Metzger Johann Peter,Müller u. Krämer Maria Katharina,Witwe
4. Mathias (XS) * 15.06.1684 Swl <1489>
vh 1712 KUHN Anna Maria
5. Anna Margaretha (S) * 29.08.1688 Swl, rk
P.: Krämer Johann Nikolaus u. Anna Margaretha,Fr. v. Bascour Nikolaus,Kuhhirt

1480 DEMUTH Johann (S) <1490.1>
* um 1575 St. Wendel, rk + 1643 St. Wendel
Bürgermeister,Händler,Gerichtsschreiber in St. Wendel
vh um 1615
N. Katharina (S)
* um 1595 St. Wendel, rk
Kinder:
1. Eva Magdalena (S) * um 1618 St. Wendel <1447>
vh um 1645 DELL Hans Adam
2. Hans Nickel (S) * um 1609 Swl <1479>
vh um 1630 N. Angela
3. Adam (S) * um 1630 <1478>
vh vor 1660 SPENGLER Gertrud
4. Johann Peter (S) * um 1635 Altstadt <1485>
vh um 1665 MALBURG Anna Katharina
5. Mathias (S) * um 1637 <1488>
vh um 1670 WAGNER Odilia

1490 DEMUTH Nickel, rk (X), St. Wendel
vh
N. Margreth, rk (X)
Kinder:
1. Johann (S) * um 1575 St. Wendel <1480>
vh um 1615 N. Katharina

In Gegensatz zu dies findet man in FB Bexbach/Höcherberg folgende Familie:

0422 DEMUTH, Adam
Geboren in Wellingen = Merzig. Gestorben nach 1684 in Wellingen = Merzig.
Verbindung: Kirchl.Heirat vor 1684 in Wellingen = Merzig.
KRÄMER, Gertrud
Geboren in Wellingen = Merzig. Gestorben nach 1684 in Wellingen = Merzig.
Kind
1. Matthias (rk) Geboren am 15.06.1684 in Wellingen = Merzig. Verbindung: Kirchl.Heirat am 26.07.1712
in Ottweiler mit Anna Maria Margarethe KUHN (0424)

0424 DEMUTH, Matthias (rk) Eltern: D., Adam u. KRÄMER, Gertrud (0422)
Geboren am 15.06.1684 in Wellingen = Merzig. Gestorben am 13.03.1735 in Fürth im Ostertal.
Verbindung: Kirchl.Heirat am 26.07.1712 in Ottweiler.
KUHN, Anna Maria Margarethe (rk)
Geboren 1690 in Fürth im Ostertal. Gestorben am 18.04.1760 in Fürth im Ostertal.

Ich glaube kaum daß es in Saarwellingen 2x Adam DEMUTH gab, so irgend etwas kann hier nicht stimmen!

* Ich vermute: Wenn Adam DEMUTH und Gertrud SPENGLER Kinder zwischen 1660 und 1688 bekommen haben, muß die Gertrud an der Hochzeit SEHR JUNG gewesen sein, vielleicht um 1643 geboren sein? Aber woher kommt dann die Gertrud KRÄMER?

* Könnte der Schlüßel zur Lösung der Identitätsfrage von Adam DEMUTH diese Aussage von 1701 sein, wo er (oder eher seine Kinder), Erbe von Hans Ulrich Hanick war?

* Eine letzte Frage: Gibt es ein «Link» zur Geburtsurkunde von Mathias DEMUTH von Saarwellingen von 1684?

Ich würde mich sehr über weiterere Kommentare von Volker (oder andere) freuen!

Hochachtungsvoll,

Lars E. Oyane



loyane
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Re: Stammfolge Demuth

Post by loyane »

Grüß Gott!

Ich bin gerade noch auf dieser Seite aufmerksam geworden:

https://www.lenauheim.de/2020/06/20/im- ... vorfahren/

Im vierten Abschnitt steht folgendes:

Clais Demuth und seiner Frau wurde unter anderen Kindern 1480 der Sohn Conrad geboren, der es bis zum Bürgermeister von St. Wendel brachte. Aus dessen Ehe mit Agnes Knuchgins ging der gemeinsame Sohn Niclas (geboren 1520) hervor, der 1545 in Saarwellingen eine gewisse Saffey (Sophie) Blick von Lichtenberg (geboren 1525) ehelichte, deren Stammbaum sehr, sehr weit zurückgeht. Dies ist aber eine andere Geschichte wert und würde hier den Rahmen sprengen. In der weiteren Generationenfolge zu verzeichnen sind Nikolaus Demuth (geboren 1545) mit Margarethe Schank und Sohn Johann Demuth (geboren 1575), der wiederum mit Katharina Kirren (geboren 1590) verheiratet war. Aus deren Ehe ging Sohn Adam Demuth (geboren 1630) hervor, der seinerseits einen Sohn namens Mathias (geboren 1684) hatte. Mathias Demuth heiratete Anna Maria Kuhn (geboren 1690) aus Fürth-Ottweiler bei St. Wendel. Die beiden bekamen einen Sohn Mathias, der am 7. März 1728 in Fürth geboren wurde.

Gibt es handfesten Beweise dafür, daß der Adam DEMUTH tatsächlich in St. Wendel geboren war und daß er der Sohn von Johannes DEMUTH und seiner Frau Katharina geb. KIRREN war. Nirgendwo sonst habe ich gelesen, daß der Mädchenname von Katharina KIRREN war!

Nochmals ein ganz herzlichen Dank für heden Hinweis!

Hochachtungsvoll,

Lars E. Oyane



dz
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Re: Stammfolge Demuth

Post by dz »

Hallo liebe Liste,

ich möchte nochmal das Augenmerk darauf lenken, dass es aus meiner Sicht überhaupt nicht nachgewiesen ist, dass die Familie Demuth aus der Schweiz stammt.

https://www.lenauheim.de/2020/06/20/im- ... vorfahren/

weist ebenfalls daraufhin , dass die Familie aus Schaffhausen / Wadgassen stammt, was mir immer viel plausibler erschien als eine Herkunft aus der Schweiz.

Dirk


dz

loyane
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Re: Stammfolge Demuth

Post by loyane »

Grüß Gott!

Grundsätzlich bin ich total einverstanden mit Dirk, daß die Familie DEMUTH kaum aus der Schweiz gekommen sein kann. Auswanderungen aus Tirol und Vorarlberg nach Saarland kennt man wohl hauptsächlich aus der Zeit nach dem 30-Jährigen Krieg. Wie «Volkswanderungen» innerhalb Europa im Mittelalter stattfanden, kenne ich nicht allzugut, aben wenn der Name DEMUTH schon in Schafhausen/Wadgaßen, Saarlouis vor 1400 bekannt ist, kommt diese Abstammung mir auch ziemlich warscheinlich aus.

Eine andere Behauptung die ich auch gesehen habe, geht um die Herkunft von Katharina KIRREN (oder KYRRHEN!), die mit Johann DEMUTH aus St. Wendel verheiratet war. Sie soll auch aus der Schweiz gekommen sein, nämlich von Hüntwangen, Kanton Zürich, ganz nah an der Kantongrenze zu Schaffhausen! Ein Beleg dafür kann ich aber nicht finden!

Aber bevor ich mich zu viel mit dieser «Vorgeschichte» der Familie DEMUTH beschäftige, stelle ich wieder folgende Frage: Kann jemand zuerst beweisen, daß der Adam DEMUTH in Saarwellingen tatsächlich ein Sohn von Johann DEMUTH und Katharina in St. Wendel war?

Vielleicht hat der Themenstarter Volker «Elias» weitere Kommentare? Schon im allerersten Beitrag in diesem Thema sagt er folgendes:
Hallo ich habe neue Infos zur Familie Demuth.
Ich bitte hier um Meldungen von Euch.
Wer hat hier genaue Quellenangaben zur Herkunft der Saarwellinger Demuth.
Klaus Meyer hat ja hier Eltern angegeben, leider kenne ich seine Quellen nicht und man kann ihn ja nicht mehr fragen. Die von ihm angegebene Filation ist meines Erachtens nicht gesichert. Aber ich denke die Saarwellinger Demuth stammen aus St.Wendel.
Hochachtungsvoll,

Lars E. Oyane



cebebe
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Re: Stammfolge Demuth

Post by cebebe »

Hallo,
folgende Informationen
Familienbuch Saarwellingen vor 1815 Klaus Mayer
Nr. 145
DEMUTH, Adam, Schafhirt
Bruder von Eva Magdalena (138)
*ca. 1630 +vor 1701 Swl

Nr. 138
DEMUTH Eva Magdalena, T. v. Johann und Catharina N
*ca. 1618 St. Wendel +30.4.1698 Swl

Somit sind die Eltern des Adam DEMUTH genannt, der Geburtsort St. Wendel kann angenommen werden, da die Schwester in St. Wendel geboren wurde

Familienbuch St. Wendel Rudi Jung
Nr. 712
oo vor 1620
DEMUTH Johannes, Händler *um 1600 St. Wendel +vor 1643 St. Wendel
Sohn v. Nikolaus DEMUTH
Katharina *um 1600 - keine weiteren Angaben
Kinder:
Elisabeth
Anna Catharina

Es werden aber weder Eva Magdalena noch Adam DEMUTH genannt. Es könnte sich also entweder um eine andere Familie handeln oder die Eintragungen sind nicht vollständig, was ja recht häufig der Fall ist. Da keine andere Familie Johann DEMUTH oo Katharina in St. Wendel lt. Familienbuch vorkommt in dem Zeitraum, könnte die Zuordnung stimmen.

Wie Herr Kleemann in seinem Artikel "Im Banne der Vorfahren" zu seinen Daten kommt, müsste man ihn fragen. Seine zeitlichen Angaben zu Johann Demuth und Nikolaus Demuth passen nicht zu den Daten aus dem FB St. Wendel, dort ist auch der Name Katarina Kirren nirgendwo ersichtlich.
Grüße Claudia


Wurzeln sind tief aber ergründbar.
Forschung: Becker, Ries (Malstatt, Neudorf); Loewe (Breslau, Wiesbaden, Heimbach, Altenkessel); Feil, Reinert (Igel, Krs. Trier); Bergemann (Gelnhausen, Neumark); Bardeß (Priedemost/Schlesien).

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