Familienbuch des Standesamtes Konz

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Nico
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Familienbuch des Standesamtes Konz

Post by Nico » Tue 20. Mar 2018, 11:21

Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung von Redakteur Christian Kremer, Volksfreund Trier:
Familienforschung
115 000 Menschen auf einer CD
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FOTO: Christian Kremer / TV
Konz. Heribert Scholer hat ein Familienbuch über die Verbandsgemeinde Konz geschrieben. Darin dürfte wohl jeder, der Vorfahren rund um Konz hat, den ein oder anderen Verwandten finden.

Wer weiß, wie sein Ur-Ur-Großvater hieß? Und wer hat dessen Geburts- und Sterbedaten oder gar Details aus dem Lebenslauf präsent? Oft hört es bei Fragen nach der eigenen Familie nach zwei Generationen auf. Wer in der Region Trier mehr über seine Familie erfahren möchte, kann aber bei der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Bezirksverband Trier, mehr erfahren. Heribert Scholer (71) aus Schillingen und Karl G. Oehms (69) aus Trier-Pfalzel sind zwei der aktivsten Mitglieder des Vereins. Sie werten historische Dokumente wie Kirchenbücher oder Standesamtsakten aus und sammeln Daten. So erfassen sie Geburts- und Sterbefälle sowie Hochzeitsdaten aus der ganzen Region. Dabei ergründen sie Verwandtschaftsverhältnisse und Geschichten hinter den Daten.

115 000 Konzer erfasst Scholers jüngstes Werk enthält Geburts-, Todes- und Hochzeitsdaten von 115 000 Menschen aus Konz und Umgebung. Der Rentner zeigt deren Verwandtschaftsbeziehungen. Um diese Daten zu sammeln, hat der 71-Jährige seit 2011 sieben Jahre lang mehr als 50 000 Seiten aus historischen Büchern von acht Standesämtern (1798 bis 1906) ausgewertet: Kanzem, Konz, Litdorf-Temmels-Wincheringen, Nittel, Oberemmel, Tawern, Wasserliesch und Wiltingen.

Was sich für Fachfremde langweilig anhört, ist für Scholer, Oehms und ihre Kollegen ein zeitintensiver Lebensinhalt. Oehms sagt: „Napoleon hat uns einen riesigen Gefallen getan.“ Denn die französischen Besatzer haben 1798 in den linksrheinischen Gebieten von der Kirche unabhängige Standesämter eingeführt. Für die Familienforscher sind deren Daten viel ergiebiger als die aus Kirchenbüchern. Denn es werden nicht nur Katholiken, sondern auch Vertreter anderer Religionen erfasst. Einzige Voraussetzung ist, dass die Person in der Region Trier geheiratet hat, dort geboren wurde oder gestorben ist.

Zeitintensives Hobby Die aus den Büchern gewonnenen Daten digitalisieren die Forscher Satz für Satz mit speziellen Computerprogrammen. Scholer sagt: „Das ist ein Hobby und ein Virus.“ Er erzählt, wie er vor fast 30 Jahren erstmals Daten auf dem C 64 mit seinen labbrigen großen Disketten verarbeitet hat. Danach sei die Technik moderner, die Arbeitsweise aber prinzipiell gleich geblieben: Urkunden lesen, Daten abschreiben und ordnen. Angefangen habe er vor 35 Jahren mit Forschungen über die eigene Familien, sagt Scholer. Er habe ein Tagebuch seines Vaters gefunden und ausgewertet. Sein Vater habe 17 Geschwister gehabt, genug Menschen für eine erste intensive Recherche. Dann sei er nicht mehr von der Ahnenforschung weggekommen.

Vom Persönlichen zur Kriminalgeschichte „Es beginnt meistens mit einem persönlichen Motiv“, beschreibt Oehms den Weg zu dem außergewöhnlichen Hobby. „Jede Antwort bringt aber immer eine neue Frage mit sich.“ Da fühle man sich manchmal wie Sherlock Holmes und Dr. Watson. Denn oft stoßen die Ahnenforscher auf Anekdoten. Scholer ist im Rahmen seiner Recherche über die VG Konz sogar auf Kriminalgeschichten gestoßen – zum Beispiel auf die von Theodor Kelsen: „Er wurde von seiner Frau und deren Liebhaber, dem Lay Peter aus Oberbillig, am 21. Oktober 1799 an der Margarethen-Kapelle in Tawern ermordet. Er war seit zweieinhalb Jahren Knecht bei ihm. Die Leiche schleppten sie zur Saar und warfen sie in den Fluss. Sie wurde bei Zeltingen geländet, wobei man feststellte, daß der Tote durch einen Schlag auf den Kopf getötet wurde. Der Prozess gegen die beiden Mörder fand in Trier statt, wo auch die Hinrichtung, Enthauptung, vollzogen wurde“, heißt es in einem Auszug des Konzer Familienbuchs.

CD oder Buch Das Konzer Familienbuch veröffentlicht Scholer als CD. So kann er es für 20 Euro vertreiben. Mit seinen 5700 Seiten brauchte es als gedrucktes Werk mindestens zehn Bände, sagt Scholer. Die hätte er weitaus teurer vertreiben müssen. „Der Vorstand der Gesellschaft für Familienkunde ist nach wie vor pro Buch“, sagt Oehms. Allerdings brauche der Verein für Druckwerke nicht nur ideelle Unterstützung, sondern immer Sponsorengeld oder Zuschüsse aus öffentlichen Haushalten, damit die Bücher erschwinglich blieben.

Heribert Scholer stellt das Familienbuch für Konz am Donnerstag, 22. März, im Konzer-Doktor-Bürgersaal, Wiltinger Straße 10 bis 12, um 15.30 Uhr vor.


Mehr lesen auf https://www.volksfreund.de/region/konz/ ... KGPGwlq.99

Die CD kann über die Buchhandlung Kolibri in Konz oder über die WGfF shop.wgff.de bezogen werden. Rückfragen bitte an Heribert Scholer, Schillingen, 06589-7608 Email: h.scholer[at]t-online.de .
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