Grabzettel, Leidbild / Leidhelgeli / Leidzettel / Partezettel/ Sterbezettel / Sterbebilder / Totenzettel, Trauerzettel

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Bochtella
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Grabzettel, Leidbild / Leidhelgeli / Leidzettel / Partezettel/ Sterbezettel / Sterbebilder / Totenzettel, Trauerzettel

Beitrag von Bochtella » Sa 20. Mär 2021, 16:31

Grüezi Lesende,

Totenzettel auf einer Webseite von Wikipedia.
Totenzettel sind einfache oder gefaltete Zettel mit den wichtigsten Lebensdaten eines Verstorbenen, die meist im Rahmen des Requiems an die Trauergäste verteilt werden. Der Brauch war im 19. Jahrhundert im gesamten katholischen Europa verbreitet und wird regional immer noch gepflegt. In manchen Gegenden sind dafür die Bezeichnungen Totenbild(chen), Totenbrief, Sterbebild(chen) und Sterbezettel, Trauerbild(chen) und Trauerzettel, Leichenzettel, Grabzettel, Leidbild oder Leidbildchen gebräuchlich, in Österreich werden sie auch Parten oder Partezettel genannt, in Teilen der Schweiz Leidhelgeli.
Im weiteren Sinn versteht man unter Totenzettel auch Todesnachrichten, die früher im Ort verteilt oder versandt wurden. Ihrem Zweck und der Aufmachung nach waren sie jenen ähnlich, die man auch heute noch benutzt, um das Ableben eines Menschen mitzuteilen, um das Gebet für den Verstorbenen und seine Familie zu erbitten und zur kirchlichen Begräbnisfeier einzuladen.

Totenzettel auf einer Webseite von GenWiki.
Auch bekannt unter den Begriffen: Trauerzettel oder Trauerbilder, Sterbezettel oder Sterbebilder, Totenzettel oder Totenbilder, Partezettel.
Die als "Bidprendtjes", im Gebiet der heutigen Niederlande, erstmals erwähnten Gedenk- bzw. Gebetszettel für einen Verstorbenen, nennt man im Rheinland Totenzettel, in Bayern Sterbebildchen, in Österreich Partezettel (nicht Patezettel) - wobei die Parte im eigentlichen Sinne eine Todesanzeige ist, kommt vom französischen "faire part" (= mitteilen). In der Schweiz 'Leidzettel'. Auch die Bezeichnung Trauerzettel ist in verschieden Regionen nicht unbekannt.
Der englische Begriff ist "obituary". Sie werden oft in den Tageszeitungen abgedruckt.
Die im ersten und zweiten Weltkrieg erschienen Totenzettel mit den Abbildungen der im Felde gefallener Angehörigen ließ im Volksmund auch die Bezeichnung Gefallenenbildchen aufkommen.
Die Wortendung " -zettel", "-bildchen" oder "-bild" sind fast immer austauschbar und unterliegen meist nur regionalen sprachspezifischen Besonderheiten.
Die ursprünglich Bezeichnung war wohl "-zettel", denn die ersten Bidprendtjes waren einseitig bedruckte Pergament- oder Papierblätter. (Mit Zettel wird laut Duden ein kleines Blatt Papier bezeichnet.) Erst als man begann die Rückseite von Andachtsbildchen mit den Angaben für einen Totenzettel zu beschriften ergab es sich, dass die Wortendung "-bild" oder "-bildchen" zutreffend wurde.
Durch das Aufbringen bzw. Aufdrucken von Fotographien der Verstorbenen auf die Trauerzettel erfuhr die Wortendung "-bildchen" eine zusätzliche Bestätigung dieser Betrachtungsweise.

Parte auf einer Webseite von Wikipedia.
Die Parte oder der Partezettel ist im österreichischen Sprachgebrauch die schriftliche Mitteilung eines Familienereignisses, wie Taufe, Verlobung, Heirat oder Tod. Das Wort leitet sich vom französischen faire part ("mitteilen") beziehungsweise donner part ("Nachricht geben") her und ist wahrscheinlich Ende des 17. Jahrhunderts entstanden. Die Parte enthält meistens den Ort und Zeitpunkt des Familienereignisses sowie evtl. auch Angaben über religiöse Feiern im Zusammenhang mit dem Ereignis, wie z. B. Taufe, kirchliche Hochzeit oder Seelenmesse. Fälschlicherweise wird die Parte bzw. der Partezettel oft nur für eine schriftliche Nachricht über den Tod einer Person verwendet, wohl deshalb, weil diese Form die häufigste ist.

Leidhelgeli im Portrait Archiv auf einer Webseite Zentralschweizerische Gesellschaft für Familienforschung (ZGF).
Leidhelgeli, Leidbild, Leidbildchen, Totenbild, Sterbebild und Sterbezettel, Trauerbild und Trauerzettel, Leichenzettel, Grabzettel, Partezettel: Die Namen für die Bildchen, die als Andenken an Verstorbene verteilt werden, variieren je nach Region. Im Kanton Luzern ist Leidhelgeli gebräuchlich (von "Helg" für einen Heiligen oder ein kleines Heiligenbildchen.
Leidhelgeli werden zum Anlass des Begräbnisses an die anwesenden Trauergäste verteilt oder später der Danksagung beigelegt und per Post verschickt. Es handelt sich um ein- bis vierseitig im Papierformat DIN-A-7 gedruckte Zettel. Bei mehrseitigen Leidhelgeli wird auf der ersten Seite häufig ein Heiligenbild oder auch ein Bild des Verstorbenen abgedruckt, mit den Lebensdaten und manchmal einigen biographische Angaben. Dazu kommt ein Text aus der Bibel, ein Gebet, manchmal auch ein Hinweis auf einen Ablass.

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