Auswanderung der Familie Seiler

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Maximilian Josef
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Auswanderung der Familie Seiler

Beitrag von Maximilian Josef » So 25. Mär 2012, 08:46

Die Familie Seiler
Ein Auswanderung aus dem Unterelsaß in das Königreich Bayern

von

Maximilian J. Kraus
Willi-Stör-Str. 10, 86159 Augsburg, Tel.: 0821/594395,

Ergänzungen und Berichtigungen an den Verfasser erwünscht.


A) Der Auswanderungsakt

Im Notariat Soultz sous Forets moderne, in Straßburg, befindet sich unter Nr. 37 folgendes Versteigerungsprotokoll vom 27.10.1810 (Übersetzung aus dem Französischen):
„In Anwesenheit vor mir, Francois Hemberger, Kaiserlicher Notar im Department Bas-Rhin, zugleich Friedensrichter von Soultz sous Forets, daselbst wohnhaft, und der unten angeführten Zeugen haben vereinbart:
Herr Ignace Seyler, Cultivateur in Schwabwiller, und mit ihm
Frau Anna-Marie Siefert, dessen Ehefrau,
die durch ihn ordnungsgemäß bevollmächtigt und verbeistandet ist in Sachen der Grundstücke, von denen beide erklärt haben, daß sie diese überlassen haben, und daß sie diese den Anwesenden bzw. deren Erben abtreten mit dem festen Versprechen der Garantie des einen für den anderen und der beiden zusammen für alle, die Frau außerdem unter dem ausdrücklichen Verzicht auf Rechtsvorteile, worüber sie von mir dem Notar belehrt wurde, ferner, daß die Anwesenden erklärt haben, Beanstandungen, Belastungen oder andere Hindernisse, die möglicherweise noch eintreten mögen, in Kauf zu nehmen.
Herr Nicilas Marie Tirant-Bury, Pächter der Saline Soultz sous Forets, wohnhaft in der genannten Gemeinde und hier anwesend, nimmt eine Summe von 752 fr. entgegen, das ist der Gesamtpreis für vier Jahre Pacht, die er dem Ehepaar in Münzen gültiger Währung aushändigt gemäß dem vor dem unterzeichnenden Notar am 16. des Monats abgeschlossenen Pachtvertrag, der durch die Amtspersonen und die aufgeführten Unterzeichner ordnungsgemäß registriert wurde, wie diese nachfolgend verzeichnet sind, nämlich:
1) Francois Joseph Seyler von Schwabweiler 300.-fr.
2) Jean Reinbold, ebendort 24.-fr.
3) Jean Georges Stoetzel, ebendort 110.-fr.
4) Michel Jund, ebendort 110.-fr.
5) Henri Stoetzel, ebendort 64.-fr.
6) Louis Schneider, ebendort 72.-fr.
7) Francois Jund, ebendort 72.-fr.
Summe 752.-fr.
Die folgende Überlassung bzw. Abtretung ist verbunden mit der Verpflichtung der überlassenen Ehegatten, alle Spesen und rechtmäßige Kosten der Überlassung zu übernehmen, die den Anwesenden entstehen und noch entstehen können.“
Es folgen 9 Unterschriften und ein Handzeichen.

Es ist bezeichnend, daß alle außer der Frau des Ignaz Seiler schreiben konnten, ferner daß der Name Seiler in diesem Dokument in drei verschiedenen Schreibweisen erscheint: Seyler, Seiller, Seyller.
Damit hatte die Familie Seiler alle Brücken in ihrer Heimat abgebrochen und sich zur Auswanderung nach Bayern entschlossen.

B) Ursachen der Auswanderung

Das Elsaß hatte bis zum Beginn der französischen Revolution (1789) innerhalb des Herrschaftsbereiches des Königs im Gegensatz zu den übrigen Landesteilen weitgehend den Charakter einer Art Provinz - dies im guten Sinne - wahren können. Während das übrige Frankreich zentral regiert und verwaltet wurde, hatten im Unterelsaß überwiegend weltliche und kirchliche Feudalherren, natürlich unter dem König als oberste Instanz, Machtbefugnisse inne. Die Revolution machte mit dieser territoritalen und rechtlichen Zersplitterung riguros Schluß und nahm nach Absetzung der bisherigen Herrn eine Neueinteilung in Departements vor, Distrikte und Kantone vor. Der Hattgau mit dem Ort Schwabweiler kam nunmehr zum Kanton Sulz unterm Wald (Soultz sous Forets), zum Distrikt Weißenburg (Wissembourg) und zum Department Unterelsaß (Departement Bas-Rhin).
Im Unterelsaß nahm die Revolution in den ersten zwei, drei Jahren noch nicht die schrecklichen Formen an, wie sie sich in Paris entwickelt hatten. Noch betrachtete man den König als Souverän und hoffte auf eine Besserung der Zustände. Aber dann kamen die Emissäre des Revolutionsregimes, begleitet von Probagantisten, um die Ideale der Gleichheit, Freitheit und Brüderlichkeit, auf welche Weise auch immer, zu verbreiten. In Straßburg war damals Friedrich v. Dietrich zum „königlichen“ (noch, den Ludwig XVI. wurde erst am 21.01.1793 hingerichtet) Kommissar ernannt worden, ein Mann, von dessen Fähigkeiten Goethe mit Anerkennung sprach. Dietrich suchte die extremen Direktiven, die aus Paris kamen, durch geschicktes Taktieren einigermaßen zu mildern. Das aber gefiel dem neuen Kommissär, Monet, ganz und gar nicht. Da die Mehrzahl der Elsässer konserativ war, ließ Monet 1792 die ersten Wahlen in Hagenau durchführen. Auch dort war das Wahlergebnis der Jakobiner gegenüber dem der Konserativen schlecht. Dietrich wurde verhaftet und kam schließlich auf das Schafott.
Alle Kläriker mußten in Gegenwart der Kommissäre den Eid auf die Republik leisten; die prodestantischen taten dies fast ausnahmslos, manche katholische aber lehnten es ab. Die eidverweigernte Priester (pretres refractaires) waren zum Emigrieren gezwungen. Einige übten ihr Amt heimlich als Grenzgänger aus. Die Einstellung der Protestanten ist verständlich, weil diese unter der Monarchie durch das sogenannte Simeltaneum in der Benutzung der Gotteshäuser benachteiligt worden waren. Die Kirche in Schwabweiler war (und ist noch) eine Simultankirche.
Der Beschluß der französischen Nationalversammlung von 1789, durch den das Eigentum der Kirchen und der Feudalherren der Republik zufiel, brachte für die „kleinen Leute“ insofern Vorteile, als diese von vielen Abgaben und Diensten befreit, und beschalgnahmte Güter und Grundstücke ziemlich billig erwerben konnten. Viele aber zögerten zu kaufen, teils aus religiöser bzw. konserativer Haltung, teils, weil sie auf eine absehbare Niederlage der Revolutionäre hofften.
In Paris hatte die Revolution unter Danton und Robespierre ihren blutigen Höhepunkt erreicht. Bis dahin hatten in zwei Fluchtwellen aus Angst vor dem Terror der Jakobiner viele Angehörige des Adels, der höheren Geistlichkeit, reiche Grundbesitzer, Kaufleute und Fabrikanten wie bisherige Inhaber höherer Ämter das Land verlassen und fanden in den rechtsrheinischen Gebieten Aufnahme. Man darf hier nicht übersehen, daß unter den französischen Königen noch große Teile des Elsaß deutschstämmige Fürsten und Bischöfen unterstanden, so dem Landgraf von Hessen-Darmstadt, dem Grafen von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld (von denen der Letzte sogar bayerischer König wurde), dem Bischof von Speyer und anderen.
Die vornehmen Flüchtlinge, manche mit rechtsrheinischen Dynasten verwandt, übten Druck auf die deutschen Fürsten aus, um diese zu einem Angriffskrieg gegen Frankreich zu bewegen. Diese ihrerseits waren nicht abgeneigt; denn sie befürchteten die ideologische wie auch territoriale Ausbreitung der Revolution auf das eigene Gebiet. Dies führte zu den sogenannten Koalitionskriegen ab Oktober 1793. Unter Führung von General Wurmser, einem gebürtigen Straßburger, durchbrachen österreichische und preußische Truppen die elsässischen Grenzen und standen bald vor Straßburg. Die Revolutionäre, die sich nunmehr Patrioten nannten, brachten aber in aller Eile ein starkes militärisches Aufgebot zusammen und schritten unter geschickter Führung zum Gegenangriff. Die Verbündeten mußten weichen und zogen sich unter hohen Verlusten zurück.
Unter der Bezeichnung „die große Flucht“ (la grande fuite) ist das nunmehr folgende grausame Vorgehen der Patrioten gegen die unterelsässische Zivilbevölkerung in die Geschichte eingegangen.
War der Angriff der östlichen Angreifer gegenüber der elsässischen Bevölkerung verhältnismäßig schonend abgelaufen, so wurde der Gegenangriff der Patrioten zu einem schrecklichen Racheakt an den Bewohnern, weil die meisten von diesen dem Angreifer kaum Widerstand geleistet, ja in vielen Fällen ihn sogar freudig begrüßt und unterstützt hatten. Daher mußte Hagenau und der Kanton Sulz, wo die Deutschen und Österreicher besonders freudig empfangen worden waren, außerordentlich hart unter den einrückenden Franzosen leiden.
Ein führender Repräsentant der Republik hatte gefordert: „Ein Viertel der Bevölkerung des Unterelsaß ist zu guillotinieren, nur die sind zu schonen, die aktiv und positiv an der Revolution teilgenommen haben. Der Rest der Bevölkerung ist zu deportieren, ihr Eigentum ist für die Republik zu beschlagnahmen“. Aus Angst vor solchen Drohungen, dem bald grausame Tatsachen in diesem Sinne folgten, schloß sich fast ein Drittel der Bevölkerung den zurückweichenden preußischen und österreichischen Soldaten an. Die Zahlenangaben schwanken zwischen 30000 und 50000. In ihrer Eile liesen die Armen Hab und Gut, selbst das Vieh zurück.
Nach der Rückeroberung des Unterelsaß bestimmte ein Dekret aus Paris, daß pateriotische Kommissäre unnachsichtig dafür sorgen sollten, daß an allen Orten Listen der Emigranten und Kollaborateure erstellt werden müßten, und daß das Eigentum der Erfaßten beschlagtnahmt werden sollte.
Die Eintragung hatte folgenden Wortlaut: „In anbetracht dessen, daß der N.N. sein Domizil verlassenhat, um sich aus dem Gebiet der Freiheit zu entfernen und sich dem erniedrigenden Joch der Sklaverei zu beugen und den Horden der Feinde zu folgen, geht er alles seines Eigentums verlustig.“
Die Baronin Bode aus Sulz, deren Mann sich mutig aber erfolglos gegen Revolutionäre verteidigt hatte, schreibt: „Die Paterioten haben sich neuerdings ganz Elsaß erobert, die Deutschen geschlagen und schlimmste Exzesse verübt. Wer noch fliehen konnte, ist geflohen. Alle, die ihnen unter die Hände kamen, haben sie in bestialischer Weise hingemetzelt, Alte, Frauen, Kinder. Die Menschen drängten sich überstürzt zum Rhein, um ihn zu überqueren. doch es gelang dies vielen nicht mehr. Mütter, mit Kindern auf dem Arm, stürzten sich in die kalten Fluten und zogen es vor, eher zu ertrinken als den Verfolgern, diesen Monstern ohne Mitleid, ausgeliefert zu sein.“
In „Hermann und Dorothea“ hat Goethe seine Eindrücke vom Elend, vom Verhalten der Flüchtlinge und deren Aufnahme im Gastland ergreifend dargestellt. Als Teilnehmer am ersten Koalitionskrieg erkannte er auch die weltpolitische Bedeutung der Ereignisse, die er richtig als den Beginn einer neuen Epoche der Weltgeschichte bezeichnete.
Nach der Schließung des Jakobinerklubs und der Aufhebung des Revolutionstribunals (1794) sah man allmählich die großen Fehler der Exekutionen und der Vertreibung ein. 84 % der Hingerichteten gehörten zuletzt dem einfachen Volke an und im Unterelsaß hatte man das Land von Arbeitskräften entblößt. Mit Nachdruck forderten vernüftige Männer, daß man Maßnahmen treffe, um die geflüchteten Landbewohner, besonders landwirtschaftliche Kräfte, wieder in die Heimat zu bringen. Ähnlich wie nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland erfolgte die „Entlastung“ dort nach Kategorien, je nach dem Maß des „Verschuldens“. Zu den Bevorzugten gehörten Bauern, einfache Gewerbetreibende und Handwerker, Knechte und Taglöhner, ein Personenkreis, dem wohl die meisten der Seilervorfahren und Verwandten angehörten. Ähnlich wie in Deutschland nach 1945 die Spruchkammern zur Entnazifierung , wurden dort kantonale Prüfungsausschüsse für die Rückkehrer eingerichtet. Als aber zunehmend mehr Männer zur Rekrutierung gebraucht wurden, holte man sogar Offiziere des Königs wieder ins Land. Auch die Behandlung des kath. Klerus wurde loyaler.
Vergleicht man die Einwohnerzahl Schwabweilers in der Revolutionszeit mit der der ersten Zählung danach, so ergibt sich allerdings ein kräftiger Anstieg, der allerdings zum Teil auf die beginnende Industrialisierung (Bitumen, Erdöl, Kohle) im Raum in und um Schwabweiler zurückzuführen ist. 1792 hatte Schwabweiler 458 Seelen, 1822 waren es schon 714 Einwohner.
Sicherlich war ein Teil der dörflichen Bevölkerung durch Enteignung und Kriegsschäden verarmt. Jedoch mehr noch als Armut veranlaßte die wirtschaftliche Umschichtung den kleinen Mann, sich anderswo eine Existenz zu suchen: Nördlich des Hagenauer Forstes wurde abbauwürdige Erdöl- und Bitumenvorkommen gefunden, die eine tötliche Konkurrenz für den Beruf der „Hartzbrenner“ entstehen lassen sollten. Schon ab der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte der Inhaber der Bitumenvorkommen von Pechelbrunn - Le Bel - eine Konzession zur Förderung sämtlicher Mineralvorkommen in 32 Gemeinden des Unterelsaß inne. 1792 hatte der Baron Bode aus Sulz und sein Ingenieur Rosentritt in der Gemeinde Schwabweiler solche Vorkommen entdeckt und man mußte rechnen, daß in absehbarer Zeit auch dort der Abbau einsetzen und damit die Erwerbsquelle der Pechsieder und Köhler vernichten würde. Die Schwabweiler und Betschdorfer hatten bis dahin mit ihren Öfen am Rande des Forstes neben dem Holztransport Dutzende von Arbeitern beschäftigt. 1822 zählte man in Schwabweiler nur noch 3 „Resineurs“ mit 12 Arbeitern, in Betschdorf allerdings keine mehr. So wurde das Handwerk der „Hartzbrenner“ durch die Entwicklung der Minen und Fabriken Le Bels im Raum Schwabweiler und Betschdorf förmlich ruiniert. Sicher fanden viele Bewohner des ehemaligen Hattgaus in den Minen und Fabriken Le Bels eine neue Arbeit. Aber diese war meist schwer, ungewohnt und schlecht bezahlt. Das Ganze bei einer Arbeitszeit bis zu 14 Stunden wochentags. Der Pechsieder und Hartzbrenner Ignaz Seiler, der in seinem Beruf, wenigsten vorübergehend ausreichend verdient haben mußte und, wie aus dem oben angeführte Versteigerungsprotokoll zu entnehmen, immerhin einigen Grundbesitz besaß, mag eine Umstellung auf Fabrik- oder Bergmannsarbeit nicht gerade verlockend gefunden haben. Dies alles muß zum Entschluß der Familie Seiler, sich anderswo eine Existenz aufzubauen, geführt haben.

C) Die Auswanderungsreise und -ziel

Ein fast Fünfzigjährigen mit Frau und Kindern wie Ignaz Seiler kann nicht einfach auswandern ohne sich zuvor in der neuen Heimat eine Existenz gesichert zu haben. Warum er ausgerechnet den Feilenforst bei Geißenfeld in Bayern wählte, kann man nur vermuten. Damals (seit 1791) war die Trockenlegung des Donaumooses bei Neuburg an der Donau in vollem Gange. Hierzu wurden auch Arbeitskräfte aus der Rheinpfalz, dem Stammland des bayer. Königs Maximilian I. Joseph (1765-1825, seit 1799 Kurfrüst, 1805 König), aber auch aus Baden und dem Elsaß hinzugezogen. Das Donaumoos erstreckt sich fast bis zum Feilenmoos hin, das den Feilenforst bis heute abgrenzt. Ignaz S. mag also Bekannte gehabt habe, die über die Erwerbs- und Siedlungstätigkeit in Bayern Bescheid wußten. Er fand in dem Pächter der Saline Sulz, in Jacques Marie Tirant-Bury, einen Makler und Treuhänder, der nicht nur die Durchführung der geschäftlichen Vorgänge unter notarieller Aufsicht übernahm, sondern auch die nächsten vier Jahre eingehende Pacht von Grundstücken vollstreckte.
Der Aufbruch erfolgte mit Sicherheit im Sommer 1810. Die Auswanderer hatten nun etwa 1000 Francs in der Tasche, aber Haus und Hof gehörten ihnen nicht mehr. Wie die Pechsiederfamilie den weiten beschwerlichen Weg in das rund 350 km entfernte Ziel zurücklegt können wir uns nur annähernd vorstellen. Sicher hat Ignaz Seiler ein Pferd gehabt (In der Statistik von 1822 sind als Zugtiere in Schwabweiler 27 Pferde und 22 Ochsen aufgeführt). Das landesübliche Fahrzeug, „Karch“ genannt, war ein zweiräderig, mit sehr hohen Rädern. Langfuhrwerke mit zwei Achsen durften im Wald nur von den Forstarbeitern benutzt werden, dies sollte Langholzdiebstähle unterbinden. Lassen wir jetzt noch eine Plane über den Zweiradkarren ziehen und das Pferd beschlagen und die Auswanderer können verladen: Geschirr, Bezeug, Wäsche, Gerät und Proviant. Über schlechte Verbindungsstraßen führte der Weg durch die langgestreckten Dörfer Ober- und Niederbetschdorf, dann über Rittershofen nach Hatten, und durch den Forst nach Seltz. Nach Überquerung des Rheins mit der Fähre und einer Strecke von ca. 20 km und die Familie war in Sinzheim/Halberstung, aus dem die Mutter des Ignaz Seiler, Barbara geb. Karius, stammte. Hier hat die vierköpfige Familie wahrscheinlich nocheinmal einigermaßen komfortabel übernachtet. Von dort führte der Weg wohl über Stuttgart, Ulm, die Donau entlang bis Neuburg, und nach Übersetzung der Donau in den Geißenfelder Forst.
Ignaz Seiler hatte sich nach Ankunft am Ziel beim Landrichter in Pfaffenhofen der Ilm, zu melden und nachzuweisen, „ob er nicht ein solches Subjekt wäre, das durch aufrührerische und verfängliche Reden oder unziemliches Betragen wider der Obrigkeit Anstoß erregt habe“. Die Angst vor Revolutionären war noch nicht verflogen; außerdem war wegen der vorausgegangenen Wirren allerhand Gesindel ins Bayernland gekommen, ja Fremdenfeindlichkeit entstand. Das betraf unseren Elsässer nicht, er brachte ja Geld mit und machte bestimmt den Eindruck eines soliden Mannes.
Geld wiederum brauchte der König Maximilian I. Joseph viel. Schon lange vor dem Inkrafttreten der Säkularisation (1803) hatte er im Hinblick auf die zu erwartenden Einnahmen enorme Schulden in Millionhöhe gemacht. Die Rentämter übten fast ständig auf die unterstellten Behörden Druck aus, damit die Zahlungen einliefen, so auch die Verwalter der Vermögensabwicklung der Säkularisationsgüter. Von ursprünglich 5343 Hektar des säkularisierten Geißenfelder Klosterwaldes der Benediktinnerinen wurde rund 900 Hektar für durchschnittlich 90 fl. pro Hektar verkauft. Für 752 Hektar wurden „Waldrechte“ abgegeben. Letztere bildeten das Areal, in dem Ignaz Seiler Pachtrechte erwarb: Für Pechsiederei, Kohlenbrennerei und Harzschaberei. Andere Ansiedler hatten auch Jagdrechte gepachtet. Ob die Familie schon den ersten Winter 1810/1811 in Höckenbach verbracht hat ist ungewiss. In den Geißenfelder Pfarrbüchern ist vermerkt: „Heckenbach oder Höckenbach, zur Gemeinde Winden und Au am Aign gehörig , ist eine neue Siedlung und erst 1811 entstanden“. Es war aber von Anfang an zur kath. Pfarrei Geißenfeld eingepfarrt.
Hier hat Ignaz Seiler, wohl am Högbach selbst, ein Holzhaus errichtet und bis zu seinem Tode im Jahre 1843 gelebt. Seine Ehefrau Anna Maria geb. Siffert (Siefert) ist bereit 1819 verstorben. Während der ältere Sohn Ignaz Seiler (*1797) noch 50 Jahre in Höckenbach bleibt und erst nach Ablauf des Pachtvertrages 1859 nach Walkersbach - dort hat einer seiner Söhne die Kreuzmühle übernommen - umzieht, tritt der Jüngere - Franziskus Seiler (*1801) in die bayerische Armee ein. Er wird dort, bei den Münchner Kürassieren, Stabstrompeter, heiratet 1825 Karolina Wiltner und hat mit ihr 7 Kinder. Davon wir d Andreas Seiler (1828-1903) Generalintendant der griechischen Militärmusik (Von ihm existieren mehrere Kompositionen und Märsche). Als Otto von Wittelsbach 1830 König von Griechenland wird zieht Franziskus Seiler mit nach Hellas. König Otto hatte das Unglück, kinderlos verheiratet zu sein, und wurde 1863 von den Hellenen wieder vertrieben. Der Ast der Familie Seiler aber verblieb in Griechenland und blüht heute noch.

D) Die Nachkommen des Auswanderersohnes Ignaz Seiler (1797-1866) und seiner Ehefrau Katharina geb. Schwaiger (1804-1883) - soweit sie den Namen Seiler führen -. (Stand: 01.04.2001)

I. Seiler Ignaz, Pechsieder, Kohlenbrenner zu Höckenbach, Müller zu Walkersbach, *Schwabweiler bei
Surburg im Elsaß 04.02.1797, +Walkersbach Pf. Auerhofen Lkr. Pfaffenhofen an der Ilm 01.01.1866, oo Geißenfeld 25.11.1823 Schwaiger Katharina, *Ernsgaden 23.11.1804, +München 31.05.1883
Von 16 Kinder bleiben 10 am Leben:
1. Anna Maria *1824, oo N.N. Schmied,
2. Ignaz *10.07.1827 = II.a
3. Karl *1829, +1912, oo Theres Zimmermann,
4. Josef *1835, +1870, oo Anna Kramer,
5. Theres *24.08.1837, +Dezenacker 16.01.1922, oo Dezenacker 16.08.1861 Anton Bergmaier, Söldner zu Dezenacker Nr. 3, *Walkersbach 05.12.1833, +Dezenacker 01.10.1910, 9 Kinder
6. Andreas *1839 = II.b
7. Xaver *1841, +1920, oo N.N.,
8. Notburga *1843, oo Johann Mittermeier,
9. Johann *1846, +1863 (nach einer Verwundung im amerikanischen Bürgerkrieg),
10. Georg *1851, +1912, oo Therese Häusler
---------------------------
II.a Seiler Ignaz, Säge- und Kunstmühlbesitzer zu Sandelzhausen, *Höckenbach Pf. Geißenfeld 10.07.1827,
+Mainburg 09.01.1899, oo
I. 1853 Kiermeier Katharina, Mutter von 6 Kinder, 2 bleiben am Leben, 1833-1859
II. Mainburg 02.03.1860 Fraunhofer Katharina, Bauerntochter, Mutter von 13 Kinder, 5 bleiben am Leben, *Massenhausen Pf. Lindkirchen 09.07.1836, +Mainburg 03.08.1881
III. 1881 Reichart Eva, 1827-1886
IV. 1886 Gürtner Therese, 1833-1919
Von 19 Kinder aus den beiden ersten Ehe bleiben 7 am Leben:
1. Eva Maria *26.01.1854, +04.03.1943, als Schwester Egberta (Nonne),
2. Anna *23.07.1857, +17.07.1887, oo Theodor Ritter, 3 Kinder,
3. Notburga *13.11.1860 = III.a
4. Ignaz *01.07.1864, +1944, oo Elise Schöll, 9 Kinder,
5. Katharina *05.03.1866, +Mainburg 05.08. 1922, oo Mainburg 19.06.1888 Johann Bucher, Bäckermeister (*11.12.1860, +18.12.1935), 8 Kinder,
6. Johann Georg *1869 = III.b
7. Adalbert *1873, +1929, oo Emilie Mergenthaler, 2 Kinder.

II.b Seiler Andreas *Heckenbach Pf. Geißenfeld 02.08.1839, +10.04.1904, oo 04.09.1866 Anna Wachs,
(*22.06.1844, +19.09.1926) 3 Kinder:
1. Andreas, *25.06.1869 = III.c
2. Josef, *12.03.1873 = III.d
3. Anna, *25.05.1874, oo Peter Lachermeier von Lohwinden, 3 Kinder.
---------------------
III. a. Seiler Notburga *Sandelzhausen 13.11.1860, +Ingolstadt 20.08.1925, o-o (illegitim) Johann Winkler,
1 Kind, oo Ingolstadt 15.02.1882 Josef Busch, Bäcker, aus der Ehe 3 Kinder:
1. Josef Seiler, *Haunsbach 05.01.1880 = IV.a
2. Anna, *Ingolstadt 17.07.1883, +Ingolstadt 18.08.1974, unvermählt
3. Notburga, *Ingolstadt 27.07.1890, +Ingolstadt 07.04.1927, oo Jakob Breindl, Mützenfabrikant in Ingolstadt. 3 Kinder.
4. Franz, *Ingolstadt 1894, +gef. bei Verdun/Frankreich 1916, unvermählt.

III.b Seiler Johann Georg *1869, +1950, oo Emilie Stopfer, *1875, +1937, 11 Kinder, 9 bleiben am Leben:
1. Georg *26.02.1898
2. Adalbert *07.04.1899, +26.06.1972
3. Maria 28.05.1900
4. Hermann 25.09.1901
5. Friedrich 12.09.1904
6. Ludwig *25.05.1906, +Erlangen 06.02.1990
7. Ottmar *15.05.1910
8. Viktor *16.06.1912, +gef. in Rußland 08.08.1941
9. Emilie *17.10.1913

III.c Seiler Andreas, *25.06.1869, +17.06.1948, oo 31.01.1911 Krezenz Spindler (*03.09.1887, +15.02.1948)
5 Kinder:
1. Anna *11.11.1911, +02.06.1996, oo 1938 I. Josef Graf (*19.03.1910, +gef. 21.07.1944) II. 1947 Johannes Vogl (*16.03.1909)
2. Ferdinand *27.10.1912 = IV.b
3. Rosa *08.08.1915, +20.04.1977
4. Andreas *01.12.1916 = IV.c
5. Peter, kath. Geistlicher, *23.04.1924

III.d Seiler Josef, *12.03.1873, +1956, oo 1905 Anna Weinberger (+1934), 3 Kinder:
1. Johann, 2. Josef, 3. Georg
---------------------------
IV.a Seiler Josef, Mühlbesitzer zu Schainbach (Gem. Ehekirchen), *Haunsbach 05.01.1880, +Schainbach
02.11.1936, oo Waidhofen 03.08.1908 Maria Magdalena Golling (*Kühbach 13.05.1890, +Schainbach 16.01.1965), 11 Kinder, 8 bleiben am Leben:
1. Josef *Manching 26.12.1908 = V.a
2. Hildegard *06.09.1910, +Augsburg 25.10.1989 (Begraben in Kriegshaber), oo Augsburg
08.09.1934 Maximilian Kraus (*Augsburg 18.10.1905, +Augsburg 19.12.1971) 3 Kinder,
3. Maria *1912, +1913 (erstickt nach einer Halserkrankung)
4. Therese *03.11.1913, oo I. 1937 Andreas Hammerl (+Pöttmes 1942), II. 1945 Anton Fischer
(*Pöttmes 13.01.1912, +Pöttmes 26.04.1994) 3 Kinder aus beiden Ehen,
5. Anna *05.12.1915, +München 24.01.1995 (Begraben in Kriegshaber), oo I. 1941 Johann Zott
(+vermißt in Polen 1945), II. 1946 Georg Dieminger (*Kriegshaber 10.01.1915, +München 02.04.1997) 1 Sohn aus I. Ehe.
6. Franz Borgia *1917, +1917
7. Anton, Müller, Leutnant d. Res., *21.05.1920, +gef. 02.01.1945 (begr. auf dem Heldenfriedhof in
Bras/Belgien) unvermählt.
8. Adalbert *28.05.1923 = V.b
9. Adolf *1924, +1924 (Die Mutter hat sich den Arm gebrochen und konnte nicht säugen. Die mit
Wasser vermischt Kuhmilch hat der Säugling aber nicht ertragen !)
10. Adolf, Student, *08.05.1926, +..03.1945 (vermißt in Schlesien) unvermählt
11. Pia Maria *15.06.1933, oo Willi Schlicker (*Pöttmes 17.03.1930) 2 Kinder.

IV.b Seiler Ferdinand, *27.10.1912, +15.03.1982, oo 02.09.1952 Maria Dechamt (*22.04.1920, +24.05.1986)
Kinder:
1. Peter *11.02.1954 = V.c
2. Rosemarie *19.01.1958, oo 1988 Arno Piller (*1942) 1 Kinder
3. Ferdinand *04.01.1962, Sänger

IV.c Seiler Andreas, *01.12.1916, +07.06.1997, oo 1948 Therese Adehoch (*1919) 3 Kinder:
1. Gerhard *22.05.1945 = V.d
2. Leonhard *23.07.1948 = V.e
3. Anita *21.01.1957, oo Georg Mayer, 2 Kinder
---------------------------
V.a Seiler Josef, Mühlbesitzer zu Schainbach, *Manching 26.12.1908, +Schrobenhausen 26.11.1990
(Begraben in Walda), oo Walda 30.08.1945 Rosalie Lindenmayr (*Schainbach 17.12.1915) 3 Kinder:
1. Rosalie *24.05.1946, oo Hermann Trautwein (*1942), 3 Kinder
2. Hildegard *20.09.1948,
3. Josef , Mühlbesitzer zu Schainbach, *24.04.1950, oo 1978 Waltraud Karmann (*1955), 4 Kinder: 1. Josef *03.05.1979, 2. Matthias *26.01.1981, 3. Monika *21.12.1982, 4. Martin *18.07.1984

V.b Seiler Adalbert, Mühlbesitzer in Bayerdilling, *28.05.1923, oo 1951 Maria Gschwandtner, 5 Kinder
1. Maria, *Bayerdilling 28.05.1952, oo 17.11.1983 Siegfried Krauß (*11.07.1955), 1 Kind
2. Adalbert, *Bayerdilling 07.07.1953, oo 1978 Therese Kress (*01.02.1958), 1 Kind: Marco *27.12.1978
3. Magdalena, *Bayerdilling 07.06.1954, oo 23.09.1977 Friedrich Mergel, 2 Kinder
4. Martin, *Bayerdilling 13.06.1957, oo 12.05.1989 Brigitte Gottlick (*21.08.1965), 2 Kinder: 1. Andrea *15.05.1991, 2. Kathrin *16.01.1994
5. Anton, *Bayerdilling 08.05.1960, oo 31.05.1991 Erna Haberle (*25.12.1963), 1 Kind: Regina *14.06.1995

V.c Seiler Peter, *11.02.1954, oo 1991 Nadia N.N. (*01.05.1964) 1 Kind: 1. Sebastian *21.04.1995

V.d Seiler Gerhard, *22.05.1945, oo 1976 Monika Paulus, 2 Kinder: 1. Simone, 2. Patrizia

V.e Seiler Leonhard, *23.07.1948, oo 1972 Giesela Giesen, 2 Kinder: 1. Christoph, 2. Nicole
-----------------------------

E) Vorfahren des Auswanderersohnes Ignaz Seiler (1797 - 1866)

I. Generation

1 Seiler Ignaz, Pechsieder, Kohlenbrenner, Müller zu Walkersbach, *Schwabweiler bei Surburg im Elsaß
04.02.1797, +Walkersbach 01.01.1866, oo Geißenfeld 25.11.1823 Katharina Schwaiger, Mutter von 16 Kinder, *Ernsgaden 23.11.1804, +München 31.05.1883

II. Generation

2 Seyler Ignaz, Bauer, Pechsieder, Hartzbrenner zu Schwabweiler/Elsaß, ab 1810 zu Höckenbach/ Bayern,
*Schwabweiler 02.09.1759, +Höckenbach Pf. Geißenfeld 11.09.1843, oo Schwabweiler 18.11.1782
3 Siffert Anna Maria, Zimmermanntochter, Mutter von 4 Kinder, *Schwabweiler 19.12.1762, +Höckenbach
17.04.1819
Kinder:
1. Maria Eva *24.12.1783, kein weiterer Beleg im KB Schwabweiler, blieb wohl im Elsaß
2. Maria Josefa *20.03.1786, kein weiterer Beleg im KB Schwabweiler, blieb wohl im Elsaß
3. Ignaz *04.02.1797 = 1
4. Franziskus *01.10.1801, +1874, oo 1825 Karolina Wiltner, 7 Kinder, zieht nach in Griechenland.

III. Generation

4 Seyler Antoni, Bürger und Ackersmann zu Schwabweiler, *Schwabweiler 04.08.1724, +Schwabweiler 1809,
oo Schwabweiler 05.06.1758
5 Carius (Karius) Barbara, Mutter von 9 Kinder, *Sintzenheim/Baden 15.09.1733, +vor 1809
Kinder:
1. Ignaz *02.09.1759 = 2,
2. Anna Maria *04.09.1762, oo Jacob Pfeifer,
3. Johann Georg *04.04.1764, oo Maria Schellbach,
4. Barbara *16.12.1765,
5. Magdalena *27.02.1767, oo Michael Jund,
6. Antoni *06.11.1768, oo Theresia Moser,
7. Maria Eva *06.11.1770,
8. Maria Magdalena *13.03.1771,
9. Katharina *13.02.1774

6 Siffert Johann Paul, Zimmermann zu Schwabweiler, oo II. Schwabweiler 1756
7 Grauel Rosina von Schwabweiler

VI. Generation

8 Seyler Hans Peter, Bauer zu Schwabweiler, *Schwabweiler 02.01.1688, +Schwabweiler ...11.1748,
oo Surburg um 1720
9 Fassel Anna, Mutter von 5 Kinder, * Schwabweiler um 1690, +nach 1748
Kinder:
1. Balthasar *1720, +1788, oo N.N., 6 Kinder,
2. Antoni *04.08.1724 = 4,
3. Katharina *1729, oo Philipp Moser,
4. Anna Maria *1731,
5. Niklas *1732, oo Catharina Kauffmann

10 Carius Johann Adam, Bürger zu Sintzheim/Baden, *um 1690, +vor 1758
11 Lorentz Anna Maria, +vor 1758
12 Siffert Paul, von Reimerswiller, +Schwabweiler 1725
13 Bauer Anna, Mutter von 7 Kinder, *Surburg ...1698, +nach 1756
14 Grauel Heinrich, Maurer zu Schwabweiler, *um 1680
15 Fassel Elisabeth von Schwabweiler, *um 1690

V. Generation

16 Seyler Andres, Bürger zu Schwabweiler, *um 1659, +Schwabweiler ...04.1739, oo Surburg um 1685
17 Weininger Maria Barbara, Mutter von 6 Kinder, (Sie brachte 200 fl. als Heiratsgut mit in die Ehe,
während er nur das hatte, was er auf dem Leibe trug.) *um 1662 (Unseldingen/Luxemburg ?),
+Schwabweiler ...04.1749 (87. J.)
Kinder:
1. Hans Peter *02.01.1688 = 8,
2. Hans Michel *1690, oo Dorothea Schoen, 5 Kinder,
3. Anna Katharina *1692, oo Lorenz Heckeisen,
4. Maria Barbara *1694, oo Adam Ludwig, 6 Kinder,
5. Anna Maria *1696, oo Adam Düring, 3 Kinder,
6. Andreas *1700, +nach 1749 (Erbvertrag !) noch unvermählt

18 Fassel Ulrich, Bürger zu Schwabweiler, +vor 1729
19 Klein Brigitte, *um 1665, +vor 1729
20 Carius Adam, Bürger und Doktor zu Hagenau, *um 1650, + nach 1733
21 Volpertin Anne, *um 1660
22 Lorentz Johann, Bürger zu Rappoltsweiler, *um 1660
23 Baltzerin Anna Barbara, *um 1660
24 Siffert (Seifert) Johann Michael, Zimmermann zu Kaltenhausen, *Altweiler um 1670, +nach 1728,
oo I. Hagenau (St. Georg) 31.08.1699 (II. Hagenau 12.01.1728 Maria Magdalena, Witwe des Andreas Wendel Hocklinger)
25 Dielerin Margaretha von Wickersheim
26 Bauer Martin, Bürger zu Surburg, *um 1660, +nach 1698
27 Walterin Anna, *um 1670, +nach 1700
28 Grauel Matthias, Maurer zu Schwabweiler, *um 1660, +vor 1712, oo um 1685
29 Zintzler Maria, *um 1660
30 - 31 = 18 - 19 Fassel Ulrich und Klein Brigitte

VI. Generation

32 Seyler Georg, Schmied zu Surburg, *um 1630, +nach 1696, oo I. um 1655 (II. Surburg ...04.1696
Veronika Hirlinger, Witwe)
33 N.N. Susanne, +vor 1696
Anm.: Frühe Seiler, Seyler-Beurkundungen ohne genealogische Zusammenhänge:
- 1633 Andreas Seiler, zu Buchsweiler gen.,
- 1624 Johann Seiler, Schultheiß, in einem Berain (= Steuerregister) gen.
- 1251 Dieter Conrad Seyler, zu Hagenau erw.,
36 Klein Peter, Bürger zu Surburg, *um 1625, oo II. Surburg 02.01.1664
37 Wolfler Anna, *um 1640
40 Carius Johann Adam, Bürger, Doktor zu Hagenau, *um 1615, oo Hagenau 13.12.1643
41 Kohler Cordula von Hagenau, *um 1620
48 Siffert Daniel, Bürger zu Altweiler, *um 1650
49 N.N. Maria Anna, *um 1650
Anm.: Der Name Siffert ist französisiert und bedeutet zu deutsch Seifert, Seifried bzw. Siegfried.
50 Dieler Jakob, Bürger zu Wickersheim, *um 1640
56 Graul Heinrich, Maurer zu Surburg, *um 1630, oo Surburg 17.02.1659
57 Külligin Anna Maria von Zellenberg, *um 1635
62 - 63 = 36 - 37 Klein Peter und Wolfler Anna
Anm: Die Familie Klein (Clein) ist - ohne genealogischen Zusammenhang -in Hagenau noch wie folgt beurkundet:
- Sebastian, 27.07.1573 erw. als alter Stettenmeister und Pfleger zu Hagenau,
- Dieboldt, am 23.08.1532 als Schöffe und Altstettenmeister zu Hagenau gen., +seelig 1532, oo Lörlin Anna,
- Cuntz, am 10.04.1493 zu Hagenau gen., oo N.N. Catharina,
- Johann, Sohn des Cuntze 1417 in der Judengasse zu Hagenau,
- Cuntze, 1408 in der Judengasse zu Hagenau, am 08.02.1405 mit Bruder Dietmar zu den Stelzen gen.,
- Johann „Clein Cuntz“, 1397 als Schöffe zu Hagenau erstmals erw.

VII. Generation

74 Wolfler Georg, zu Surburg, *um 1600
80 Carius Johann, Tuchmacher zu Hagenau, *um 1575, +nach 1620
Anm.: Der Name Carius (Karius) ist lateinisiert. Zu deutsch wohl Liebermann, aber auch Karrer ist möglich.
82 Kohler Beati, Schöffe und Altstettenmeister zu Hagenau, *um 1585, +nach 1643
126 = 74 Wolfler Georg

F) Liste der vorkommenden Familiennamen


Adehoch
Baltzerin
Bauer
Bels
Bergmaier
Bode
Breindl
Bucher
Busch
Carius, Karius
Danton
Dechamt
Dieminger
Dielerin
Dietrich
Düring
Fassel, Faßel
Fischer
Fraunhofer
Giesen
Goethe
Golling
Gottlick
Graf
Graul, Grauel
Gschwandtner
Gürtner
Haberle
Hammerl
Häusler
Heckeisen
Hemberger
Hirlinger
Hocklinger
Jund
Karmann
Kauffmann
Kiermeier
Klein, Clein
Kohler
Kramer
Kraus
Krauß
Kress
Külligin
Le Bel
Lachermeier
Lindenmayr
Lorentz
Lörlin
Ludwig
Mayer
Mergel
Mergenthaler
Mittermeier
Monet
Moser
Nebinger
Paulus
Pfeifer
Piller
Reichart
Reinbold
Ritter
Robespierre
Rosentritt
Seiler, Seyler, Seiller, Seyller,
Siefert, Siffert
Spindler
Schellbach
Schlicker
Schmied
Schmitter
Schneider
Schoen
Schöll
Schwaiger
Stoetzel
Stopfer
Streicher
Tirant-Bury
Trautwein
Vogl
Volpertin
von Wittelsbach
Wachs
Walterin
Weinberger
Weininger
Wiltner
Winkler
Wolfler
Wurmser
Zimmermann
Zintzler
Zott



G) Zeichenerklärung und Abkürungen


* = geboren bzw. getauft
+ = gestorben bzw. beerdigt
oo = getraut
o - o = unehelich verbunden
Anm. = Anmerkung
erw. = erwähnt
fr. = französische Francs
fl. = Gulden
gef. = gefallen
Gem. = Gemeinde
gen. = genannt
Hl. = Heilig
kath. = katholisch
KB = Kirchenbuch
led. = unvermählt
N.N. = nomen nescio =Name unbekannt
Pf = Pfarrei
St. = Sankt
verw. = verwitwet



H) Danksagung

Letztlich ein Wort des Dankes an die Betreuer folgender Archive: Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg - Diözesanarchiv Eichstätt - Genealogisches Archiv der Kirche der Heiligen der letzten Tage (Mormonen).
Ganz besonders sei an dieser Stelle gedankt:
+Herrn Gerhart Nebinger, Neuburg a.d. Donau - +Herrn Ludwig Seiler, Erlangen - Herrn Marcel Schmitter, Betschdorf - Jean Claude Streicher, Straßburg

I) Literaturverzeichnis

1) Albrecht Dr. Karl, Rappoltsteinerisches Urkundenbuch, Colmar 1891
2) Heintze A., Die deutschen Familiennamen, Stuttgart 1903
3) Himly F. J., Les consequences de la guerre de trente ans dans les campages alsaciennes in Deux siecles d’Alsace francaise, Le Roux, Strasbourg 1948
4) Hufnagel Dr. Max Joseph, Landkreis Pfaffenhofen a.d. Ilm ein benediktinisches Land, Pfaffenhofen a.d. Ilm 1982
5) Kirchenbücher der angegebenen Orte
6) Kraus Maximilian J., Ahnenliste Kraus, in BBLF 61. Jahrgang 1998, Kallmünz 1998
7) Kraus Maximilian J., 1. Nachtrag zur Ahnenliste Kraus, in BBLF 65, Jahrgang 2002, Kallmünz 2002
8) Krell Dr. Hans, Die Besiedelung des Donaumooses, in Neuburger Kollektaneenblatt Band 130, Neuburg a. d. Donau 1977
9) Ney C. E., Geschichte des heiligen Forstes bei Hagenau im Elsaß, Straßburg 1888
10) Petzold, Gemeinden und Orte des Deutschen Reiches, Leipzig 1911
11) Pucher Dr. Karl, Pfarrbücherverzeichnis für das Bistum Eichstätt, München 1937
12) Reuss Rudolphe, La grande fuite de decembre 1793 et la situation religieuse et politique du Bas-Rhin de 1793 a 1799, Paris 1924
13) Scherer Dr. O., Geschichte des Elsasses, Berlin 1972
14) Stadler Klemens, Bayerische Pfarrbücherverzeichnisse der Erzdiözese München-Freising Heft 1, München 1938
15) Wipper Dr. R. und Weißthanner Dr. A., Bayerische Pfarrbücherverzeichnisse Bistum Augsburg Heft 2, München 1951

berniseiler
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Re: Auswanderung der Familie Seiler

Beitrag von berniseiler » Do 26. Jan 2017, 16:58

Ergänzung zu:
III.b Seiler Johann Georg *1869, +1950, oo Emilie Stopfer, *1875, +1937, 11 Kinder, 9 bleiben am Leben:
1. Georg *26.02.1898
2. Adalbert *07.04.1899, +26.06.1972
3. Maria 28.05.1900
4. Hermann 25.09.1901
5. Friedrich 12.09.1904
6. Ludwig *25.05.1906, +Erlangen 06.02.1990 <-
7. Ottmar *15.05.1910
8. Viktor *16.06.1912, +gef. in Rußland 08.08.1941
9. Emilie *17.10.1913

Ehefrau von Ludwig Seiler: Klara Steinhage *1912 +2005 (Gebe nach Ihrer Antwort die genauen Daten durch)
2 Kinder
Ursula Josefa Seiler 09.06.1950 -d
Johannes Seiler ... -d

Ursula Seiler, 3 Kinder.
1.Ehe mit Hans Deuerling
1.Kind: Hannes Seiler 10.12.1980 -d.

2.Ehe mit (Dr.) Robert Michael Gschwind
1.Kind: Bernhard Seiler 14.12.1985 - d (ich)
2.Kind: Irene Seiler 12.02.1991 - d.

Irene Seiler, verheiratet mit Matthias Molnar, 2 Kinder
1.Kind: Leo Seiler
2.Kind: Leni Seiler

Johannes Seiler, Bruder von Ursula Seiler, hat keine Kinder.

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