Verwandtschafts-Beziehungen

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Gamajajo
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Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von Gamajajo » Fr 26. Okt 2012, 09:52

Guten Tag allerseits
Ich beschäftige mich gerade mit Blutsverwandtschaften wo im Ehebuch eine Dispens vermerkt ist. Heisst 3. Grades verwandt, dass ein Grosselternteil identisch ist oder dass zwischen den Grosseltern der Brautleute eine Bruder-Bruder oder Bruder-Schwester-Beziehung besteht und somit ein Ur-Grosselternteil identisch ist? Kann mir das jemand genauer erläutern?

Vielen Dank



Wolf
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Re: Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von Wolf » Fr 26. Okt 2012, 10:43



Wolf Seelentag, St.Gallen

Gamajajo
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Re: Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von Gamajajo » Fr 26. Okt 2012, 10:54

@Wolf
Vielen Dank für die schnelle Antwort und den Link - genau nach soetwas habe ich gesucht.
So macht Forschen Spass :-)



Aspis
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Re: Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von Aspis » Fr 26. Okt 2012, 17:51

Hallo Gamajajo, ich hatte gerade so eine Situation. Schau mal nach in meinem Beitrag vom 26. Okt. 2012 in meinem Thread Bruggmann von Magdenau ;-)

Gruss


Gruss Theo

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Gamajajo
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Re: Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von Gamajajo » Sa 27. Okt 2012, 10:07

Hallo Aspis
Die Verwandtschaft ist wirklich manchmal kompliziert ;-)
Die Text Datei von Wolf war hilfreich, bin aber noch unsicher, wegen dem Hinweis, dass entweder mütterliche oder väterliche Linien verfolgt wurden. Gab es nicht auch beides? Dass zB die Mutter des Bräutigams und deren Vorfahren mit der Braut verwandt waren. Habe jetzt mal eine Mail an das Staatsarchiv in AG geschrieben und gefragt, ob Ihnen bekannt ist nach welchen Kriterien im AG diese Dispens-Einträge (3. Grades/4. Grades) festgelegt wurden. Bin gespannt, ob sie mir weiterhelfen können.

Gruss gamajajo



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Re: Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von hhg » So 28. Okt 2012, 10:26

Hallo Gamajajo,

weiss nicht wie hilfreich das ist, aber bei den meist täuferischen Genealogien, mit denen ich mich befasse, ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass wenige Generationen zurück Braut und Bräutigam die selben Ahnen hatten.

Abhängig von dem Zeitraum, der für den Dispens-Vermerk relevant ist, könnte die Suche nach den Vorfahren beider Ehegatten vielleicht Klarheit bringen.



Gamajajo
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Re: Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von Gamajajo » So 28. Okt 2012, 10:46

@hhg
Danke für den Hinweis. Ist bei meiner Verwandschaft auch so, dass öfters die selben Familiennamen auftauchen. Auf dem Dorf wurde wohl oft in der entfernten Verwandschaft geheiratet. Was mich interessiert ist, dass wenn spezifisch eine Dispens im Eheregister eingetragen wurde (3. Grades oder 4. Grades) dann muss wohl etwas spezielles an dieser Heirat gewesen sein. Ich habe teils drei Generationen zurück die Vorfahren ermittelt, zB bei 4. Grades müssten die Brautleute einen gemeinsamen Ur-Urgrossvater (oder eben Ur-Urgrossmutter) haben. Das wäre eine wertvolle Information um Familien zusammen zu hängen. In einem der Fälle habe ich bei den Urgrosseltern 2x Gauch (männlich) und 3x Meyer (1x männlich, 2x weiblich) und komme halt nicht weiter ob denn nun die Gauchs Brüder waren oder ein Teil der Meyers Geschwister. Deshalb wäre es interessant zu wissen nach welchen Vorgaben die Dispens überhaupt nötig war resp. wie diese "berechnet" wurde: Bräutigam väterlicherseits hat Vorrang vor mütterlicherseits oder Bräutigam väterlicherseits verglichen mit Braut mütterlicherseits (oder väterlicherseits) etc.



Stephleuen
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Re: Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von Stephleuen » Di 30. Okt 2012, 09:34

Guten Morgen

Man müsste zuerst einmal wissen zu welcher Zeit dieser Eintrag getätigt wurde und um welche Region es geht.

Betrifft es den Aargau und obendrein noch den Berneraargau findet das alte bernische Recht Anwendung. In der Schweiz gibt es bis 1850 kein einheitliches Zivilrecht und das erste Zivilrecht wurde erst 1874 eingeführt.

Ihre Frage kann also nicht generell beantwortet werden, sondern nur unter Berücksichtigung der betreffenden Rechtslage der alten eidg. Orte. Für Bern findet die Ehegerichtsatzung anwendung und diese ist in dieser Hinsicht recht locker.

Zweitens möchte ich zu bedenken geben; wenn wir schon schwierigkeiten haben nach den KB eine Genealogie zu erstellen, glauben Sie nicht auch, dass die Pfarrer vor 200 Jahren die gleichen Schwierigkeiten hatten? In meinem Familienarchiv befinden sich zwei Dossier: Das eine hat Landvogt Würstenberger etwa in der ersten Hälfte 18. Jahrhundert zusammengestellt. Seine Genealogie hat Fehler und er schreibt sogar " es sei mühsam, dass die Pfarrer nicht festhalten wo die Leute wohnen". Das Zweite hat der berühmte Rechtsagent Rosselet der jüngere 1779 zusammengestellt. Die Genealogie konnte er nicht annähernd zusammenstellen.

Bei meinen Recherchern fallen mir immer wieder Fehler auf die von den Pfarrern gemacht wurden; Falsche Eltern, falscher Heimatort, Daten wie Geburt und Tod stimmen nicht. In einem Fall hat sogar eine Frau einen Mann geheiratet der nach dem Pfarrer bereits verstorben war. Und der gleiche Pfarrer hat einen Mann gleichzeitig mit zwei verschiedenen Frauen verheiratet, und dabei hat er seine Fehler nicht einmal bemerkt.


Meine letzte Frage: Wurde die Ehe nicht geschlossen? Und haben Sie das Chorgerichtsmanual konsultiert?

Beste Grüsse

Stephan Leuenberger



Stephan Leuenberger
Mitglied bei:
Historischer Verein des Kantons Bern
Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung
Genealogisch Heraldische Geselschaft Bern
Jahrbuchvereinigung Oberaargau

Gamajajo
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Re: Verwandtschafts-Beziehungen

Beitrag von Gamajajo » Mi 31. Okt 2012, 17:29

Grüezi Herr Leuenberger
Die Ehe wurde 1842 in Muri geschlossen. Die Brautleute stammen aus Bettwil AG. Danke für den Hinweis mit dem Chorgerichtsmanual. Das kannte ich bisher gar nicht und habe gerade gegoogelt, dass da im Staatsarchiv AG einiges auf Mikrofilm einsehbar ist. Ein weiteres Puzzle-Teil das ich bei meinem nächsten Besuch dort versuche weiterzuverfolgen. Danke.



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