Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

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geminipontis
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Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von geminipontis » So 28. Jul 2013, 15:47

Hallo ,

gibt es irgendwo Angaben oder Unterlagen über Flüchtlinge aus dem Herzogtum Zweibrücken , welche sich während des 30 Jährigen Krieges in Holland oder auch dem heutigen Belgien und Luxemburg aufgehalten haben.

Wahrscheinlich waren diese aber meist in Utrecht oder Leyden

Bekannt sind mir bisher die Familie Neumüller aus Oberauerbach , sowie die Familie des Schulmeisters Hans Jäger aus Contwig welcher mit Otilia Wolf, Tochter des Wendel Wolf aus Oberauerbach verheiratet war.

Über Elisabeth Wolf, die Schwester von Otilia ist bekannt, das sie 1655 von ihrem Eheman Hans Rheinhard, " DEM HOLLÄNDISCHEN SCHUHMACHER" aus der Leibeigenschaft freigekauft wurde.
Hat sie diesen eventuell in Holland kennengelernt?



thjpves
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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von thjpves » Mi 25. Sep 2013, 10:32




henryneumueller
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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von henryneumueller » So 19. Jan 2014, 21:15

Mein Vorfahre, Velten Newmiller/Neumüller lebte 14 Jahre von ca. 1634 bis 1638 in Utrecht. Ein Kind, Hendrik wurde in Utrecht am 24.2.1639 geboren. Da die Geschwister die Namen Esther, Davidt tragen, gehe ich davon aus, dass die auch in Holland geboren wurden, bin selber auf der Suche nach weiteren Infos,
viele Grüße
Henry Neumüller



G.F.
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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von G.F. » Mo 20. Jan 2014, 01:53

henryneumueller hat geschrieben:Mein Vorfahre, Velten Newmiller/Neumüller lebte 14 Jahre von ca. 1634 bis 1638 in Utrecht. Ein Kind, Hendrik wurde in Utrecht am 24.2.1639 geboren. Da die Geschwister die Namen Esther, Davidt tragen, gehe ich davon aus, dass die auch in Holland geboren wurden, bin selber auf der Suche nach weiteren Infos,
viele Grüße
Henry Neumüller

Hallo Henry,

fast zu viele Zufälle:
http://gw.geneanet.org/heinzambos?lang= ... =neumuller

Oberauerbach ist heute ein Vorort von Zweibrücken.

Gruss

Georg



geminipontis
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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von geminipontis » Sa 9. Jan 2016, 01:15

Immerhin ist es mir anscheinend gelungen einen Zusammenhang zu o.g. Ludwig Thoman bezüglich der Gründe zu seiner Vormundschaft bei den Kindern des verstorbenen Adam Wolf aus Oberauerbach herzustellen.

Im Buch über die Familie Neumüller von Herrn Henry Neumüller wird eine Verwitwete Tochter namens Appolonia als Tochter des Hans Neumüller angegeben.
Die Nachfahren der anderen Kinder von Hans konnte ich soweit recherchieren.
Diese Appolonia war mit einem Balthasar verheiratet gewesen. Weiteres ist nicht bekannt.

Jedoch gibt es einen Eintrag zum 16.Januar 1632 über einen
PANTHEL THOMAN


Er verkauft am 16.Januar 1632 den dritten Teil am sechstel der Oberauerbacher Mühle, den er von seinen Großeltern ( Wohl Hans Neumüller) ererbt hat an ( seinen Onkel )Veiox Neumüller.

Hans Neumüller hatte 6 Kinder daher 6 Erbteile, welche dann wiederum unter deren Nachkommen gesplittet wurden.

Dies würde nahelegen, das er ein Enkel von Hans Neumüller und sein Vater dann wohl ein Balthasar Thoman war ?

Daher war dann vermutlich o.g.Ludwig Thoman sein Bruder mit dem zweiten Erbanteil und ein weiteres unbekanntes Kind ( ev weiblich) mit dem dritten Anteil

Ludwig Thoman

ist 1655 zusammen mit Ciliox Wolf als Vormund der Kinder des verstorbenen Adam Wolf und dessen Witwe Catharina ( Nachfahrin von Margaretha der Älteren Neumüller) im Zweibrücker Gerichtsbuch genannt.

Er verkauft 1670 für den Lützelsteiner Pfarrer und MagisterSebastianus König ein Sechstel der Güter zu Battweiler, welche dessen Ehefrau Anna Catharina von ihrer Mutter Catharina,( der Frau des Parrers von Zdingen / Zettingen bei Saargemünd , Daniel Trautmann ) einer weiteren Tochter von Hans Neumüller an Barthel Schmidt zu Battweiler.

Dieser Barthel Schmidt war der Sohn des Försters ( Hasenvauth) und mutmaßlichen Schultheisen von Ixheim, Daniel Schmidt und dessen Ehefrau Margaretha der Jüngeren Neumüller , ebenfalls einer Tochter von Hans Neumüller und somit ein Cousin von Anna Catharina ( König).



henryneumueller
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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von henryneumueller » So 24. Jan 2016, 10:40

Hallo Gemenipontis,
ich bin der henry neumüller, der das buch geschrieben hat. mich würde gerne interessieren was sie noch neues herausgefunden haben,
mfg
henry



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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von geminipontis » Di 2. Feb 2016, 01:09

Hallo Herr Neumüller,

Wie Sie ja Selbst wissen, ist es schwer Neues aus dieser Zeit zu finden.

Was mir aufgefallen ist, bezüglich der Familien Wolf und Neumüller, ist das ein nicht unerheblicher Anteil der Familien ,deren näherer Verwandschaft bzw Patenschaften über mehrere Generationen, wie die zB Schäfer, Becker, Weber als Müller und ein weiterer Teil wie Neumüller, Schmidt, Schäfer als Förster oder Oberförster ( also Herzogliche Bedienstete) tätig waren.

Auch haben wir etliche Schultheissen wie Ciliox Wolf , Adam Hoffmann aus Dellfeld ( dritter Ehemann von Catharina, der Witwe von Adam Wolf und Georg Lauff sowie Enkeltochter von Margaretha der Älteren Neumüller und Quirin aus Battweiler),
Becker und Stock .

Mit Georg / Jörg Lauff, (2ter Ehemann v Catharina), welcher als Silberknecht des Herzoges bekannt ist und dessen Sohn Georg , welcher der Mundkoch des Herzoges war, bestehen auch nähere Verbindungen zum herzoglichen Hofstaat.


Eine Frage die mich noch immer beschäftigt ist der Verbleib der Familie Wolf nach 1635 bis 1644.

Dadurch das die beiden Töchter des Wendel Wolf Ottilia ( Ehefrau von Hans Jäger ,Contwig )und Elisabeth (Ehefrau von Hans Rheinhard dem holländischen Schuhmachers) als sich als gesichert in Holland aufgehalten haben, dachte ich dies habe auch für Adam und Ciliox gegolten.

In einer Textpassage habe ich vor kurzem gelesen, dass 1635 die Flüchtlinge aus Kaiserslautern, Kusel etc. ,welche nach Zweibrücken geflohen waren, bei der Annäherung der feindlichen Truppen mit dem Herzog und sicherlich auch einigen Zweibrückern weiter nach Metz geflüchtet sind.

Erst 1644 kehrte Herzog Johann wieder nach Zweibrücken zurück.

Diese fällt auch mit der Geburt von Adam Wolf s Tochter Barbara zusammen, welche der erste Anhalt für die Rückkehr der Familie Wolf ist .

Daher stellt sich mir nun die Frage ,sind die Familen Wolf und Neumüller mit den andern Flüchtlingen nach Metz und von dort aus dann irgenwann nach Holland weitergezogen bzw teilweise auch in Metz verblieben.

Aufgrund einer gewissen Nähe zum herzoglichen Hof und einer gegenüber den normalen Leibeigenen und Hintersaasen besseren finanziellen Situation, sowie der besonderen Situation durch die kriegerischen Ereignisse wäre zumindest die erste Etappe nach Mezt sehr wahrscheinlich, da dies zu diesem Zeitpunkt die einzige freie Route gewesen sein dürfte.

Vielleicht wäre in den französichen Archiven/ Kirchenbüchern zB in Metz ja etwas zu finden..


Da von der Familie Wolf und deren näheren Verwandten anscheinend bis auf die erste Ehefrau von Adam Alle die Flucht überlebt hatten war diese wohl im Familienverband erfolgt.

Ca 90 % der zuvor vorhandenen Bevölkerung haben ja diese Kriegsjahre nicht überlebt und auch von den ursprünglichen Bewohnern aus Oberauerbach sind die Wolf und Neumüller Familien die einzigen welche zurückgekehrt sind.

Eventuell wäre es sinnvoll eine Aufstellung der Neumüller Familie und deren näheren Verwandten zu erarbeiten welche ebenfalls den Krieg überlebt hatten und deren Aufenthaltsorte ausfindig zu machen. Vielleicht könnte man da weitere Rückschlüsse ziehen.

Fall hierzu Angaben bekannt sind, wären diese sehr willkommen.



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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von henryneumueller » Di 2. Feb 2016, 19:11

Danke für die Info. Soweit ich weiss, ist ja der Velten Neumüller 14 Jahre in Holland gewesen und erst so gegen 1650 nach Oberauerbach zurückgekommen, seine Tochter ist hier wieder 1652 geboren, ein Sohn Hendrick ist 1639 in utrecht geboren, so dass anzunehmen ist, dass Velten 1635-36 ausgewandert ist. Leider weiss ich den Weg, den er genommen hat noch nicht, Habe viel in den holländischen Kirchenbüchern in Utrecht gesucht, aber nur die Geburt von Hendrik gefunden. Haben Sie schon mal in Holland geforscht? Ich werde mir die Kirchenbücher von Metz mal anschauen, vielleicht finde ich was aus dieser Zeit.
Da ich nur Neumüller geforscht habe, weiß ich über die angeheirateten leider nicht viel, werde auch mal nachsehen.
lg
Henry



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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von geminipontis » Di 2. Feb 2016, 23:41

Wenn Sie möchten kann ich Ihnen die Nachfahren der 5 Töchter mal zusammenstellen.

Ist Ihnen bei Ihrer Suche bezüglich Oberauerbach dort etwas Weinanbau bekanntgeworden ?

Auf der Karte von Thielemann Stella von 1564 ist auf dem Berg rechts zwischen Oberauerbach und Battweiler ein sehr großer Teil als Rebenacker eingetragen was auf Weinbau schließen läßt. Auch ist der Berghang im ehemaligen Orlebach gerodet ,aber da recht steil, nicht für Ackerbau beeignet und daher ist ev auch dort Wein angebaut worden.

Da es in den damaligen vorangegangenen Jahre auch schon sehr warme Perioden gab dürfte Weinanbau unter besseren Voraussetzungen als Heute in dieser Gegend möglich gewesen sein.

( Erderwärmung ist anscheinend nicht nur heute ein Thema , zumal es wiederum um 1707 auch eine kleine Zwischeneiszeit hier gab , welche in der Folge der daraus folgenden schlechten Ernten die Auswanderungen beschleunigte), . Stella beschreibt dies anhand einer Quelle, welche anscheinend in der Nähe der Neumüller Mühle lag ,in dieser Hitzeperiode im Gegensatz zu den Andern nicht versiegte und auch auf dieser alten Karte eingezeichnet ist, genauso wie die Mühle in Niederhausen, welcher später Davidt Neumüller gehört und )

Bei meine Suche nach über Informationen über Wendel Wolf bin ich auf eine Familie Wolf in Rhodt bei Landau also in der pfälzischen Weibau Region gelegen gestoßen .
Dort gabe es viele Wendel in der Familie . Bei uns war dieser Name nur wenig verbreitet.

Ob hier wohl eine Verbindung bestehen könnte.

Für den Betrieb von Weinbergen dürften die Fähigkeiten der normalen ,damals noch eher ungebildeten leibeigenen Bauern wohl eher nicht ausgereicht haben .

Bezüglich der Lage des von Velten Neumüller und CilioxWolf bewirtschfteten
großen und kleine Herrengutes habe ich einen Verdacht.

Vor der Anstieg aus dem Tal von Oberauerbach kommend nach Battweiler liegt links ein Berg ,welcher als Herrenberg eingetragen ist.

Eventuell kommt der Name vom Deutschen Ritterorden ,welche auch als die Deutschherren bezeichnet wurden und in battweiler eine Komturei betrieben.



henryneumueller
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Re: Herzogtum Zweibrücken, Flüchtlinge, 30Jähriger Krieg

Beitrag von henryneumueller » Mo 29. Feb 2016, 16:01

Ich habe in den Kirchenbüchern von Metz nachgesehen, die fangen leider erst so um 1668 an. die protestantischen noch etwas später, aber vielleicht sind die früherern Matrikeln noch nicht ins Internat gestellt.
Können Sie mir die Nachfahren der 5 Neumüller Töchter mal senden, bitte.
LG
Henry



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